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20 Minuten 8. Juni 2005
Zigarettenverkauf an Kinder: Coop bricht eigenes Verbot
BERN - Coop will freiwillig keine Zigaretten an
unter 16-Jährige verkaufen – doch bei der Umsetzung des Verbots
haperts: Bei Testkäufen kam ein 15-Jähriger problemlos an Zigaretten.
«Das ist nicht sauber», sagt Ruedi Löffel
von der Berner Fachstelle für Suchtprävention des Blauen Kreuzes.
«Coop wirbt mit Jugendschutz, setzt ihn aber nicht durch.»
Dem Kunden würden falsche Tatsachen vorgegaukelt.
«Coop verkauft freiwillig keine Tabakwaren an Jugendliche unter
16 Jahren», schreibt der Grossverteiler. «Das ist eigentlich
lobenswert», sagt Löffel. Doch häufig werde nicht kontrolliert.
Der Beweis: Letzte Woche schickte die Präventionsstelle einen 15-Jährigen
auf Einkaufstour in der Stadt Bern. In neun Coop-Filialen verlangte er
Zigaretten. «In sechs Läden bekam er ohne Probleme ein Päckli»,
sagt Löffel. «Das sind erschreckend viele.»
«Das Resultat befriedigt nicht», sagt Coop-Sprecher Felix
Wehrle. «Ich bitte aber um Verständnis dafür, dass das
Verbot schwer durchzusetzen ist.» Coop nehme das Problem ernst,
zusätzliche Massnahmen seien aber keine geplant.
Im Kanton Bern werden der Verkauf und die Abgabe von Tabakwaren an unter
18-Jährige bald gesetzlich verboten sein. Löffel: «Ich
hoffe sehr, dass spätestens dann die Jugendlichen konsequent geschützt
werden.»
Andrea Abbühl
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