Berner Zeitung, Ihre Seite, 25.2.05
«Sparen» ist bloss ein Wort
Ausgabe vom 23. Februar: «Kinderbetreuung. Zwei Millionen
für neue Horte»
Man kommt ab der Voten der EVP aus dem Staunen nicht heraus. Während
sie gegen die Steuerinitiative noch lauthals das Bibelwort «Gebet
dem Kaiser, was des Kaisers ist» (Ruedi Löffel) zitierte und
grosses Unheil bei der Annahme der Initiative prophezeite, will sie heute
schon wieder 2 Millionen für neue Horte ausgeben. Offenbar gilt heute
schon wieder «Nehmt dem Kaiser, was des Kaisers ist». EVP,
SP und Grüne zeigen auf, dass die Kantonsgelder immer noch recht
locker sitzen und der Sparwille nur eine Worthülse ist. Ob man sich
das schon für die nächsten Wahlen merken sollte?
Werner Streit-Buri, Frauenkappelen
Journal du Jura du 05.02.2005, Rubrique Forum
Absurde
A propos de la votation cantonale du 27 février prochain
sur la baisse des impôts.
Les partisans de l'initiative fiscale prétendent qu'il faut retirer
l'argent à l'Etat pour que de réelles économies soient
enfin réalisées. Après neuf paquets d'économies,
avec quelque 700 mesures qui ont permis d'économiser durablement
un milliard de francs par an, une telle affirmation est tout simplement
absurde. Jusqu'à présent, aucune proposition constructive
n'a été formulée pour économiser 400 millions
sans couper de manière drastique dans les prestations.
Ruedi Löffel, Münchenbuchsee
Bieler Tagblatt; 28.1.05
Absurd
Steuerinitiative: «Eine verordnete Magersucht für
den Kanton?» - BT, 22.1.05
Die Steuersenkungsbefürworter behaupten, man müsse dem Staat
Geld wegnehmen, damit gespart werde. Nach neun kantonalen Sparpaketen
mit etwa 700 Einzelmassnahmen und Einsparungen von rund einer Milliarde
Franken pro Jahr ist diese Behauptung absurd. Bisher sind keine brauchbaren
Vorschläge aufgetaucht, wo die 400 Millionen ohne massiven Dienstleistungsabbau
eingespart werden könnten.
Ruedi Löffel, Münchenbuchsee
Berner Rundschau / Grenchner Tagblatt / MLZ; 21.12.04 Kanton Bern
Gegner in allen Lagern machen mobil
Steuersenkungsinitiative: Drei Komitees bekämpfen das Volksbegehren
als «völlig untragbar»
Im Kanton Bern kämpfen drei Komitees gegen die Steuersenkungsinitiative
der Wirtschaftsverbände, die einen Ausfall an Einnahmen von rund
400 Millionen Franken verursachen würde. Alle halten das Volksbegehren
für untragbar und gefährlich. (...)
Bürgerliches Komitee: «Steuerunsinn»
Deutliche Worte findet auch das bürgerliche Komitee gegen die Steuerinitiative,
das in einer Mitteilung vom Montag von einem «Steuerunsinn»
spricht. Die so genannte Initiative «für tragbare Steuern»
sei für den Kanton «absolut untragbar». Die Initiative
sei eine «undifferenzierte Vorlage, die viel zu früh kommt».
Bevor der Kanton Bern gezielte und gut überlegte
Steuersenkungen vornehmen könne, müsse der Kantonshaushalt saniert
werden. Derzeit stehe der Schuldenabbau klar im Vordergrund.
Dem bürgerlichen Nein-Komitee gehören Politiker der SVP, EVP
und sogar der FDP an. Das Co-Präsidium bilden die Nationalräte
Ursula Haller, Adrian Amstutz (beide SVP), Walter Donzé (EVP) und
Grossrat Hans Grunder (SVP/Hasle-Rüegsau). Als Vize-Präsidenten
amten unter anderem Bethli Küng (SVP/Saanen), Ruedi Löffel (EVP/Münchenbuchsee)
und Dieter Widmer (SVP/Wanzwil). Die SP will mit einem eigenen
Komitee gegen die Initiative antreten, während die FDP eine klare
Ja-Parole gefasst hat. (uz, sda)
Berner Zeitung 21.12.04, Kanton Bern
Bürgerliches Komitee gegründet
«Der Steuerunsinn muss abgewendet werden.» Das erklärt
das überparteiliche bürgerliche Komitee «Nein zur Steuerinitiative».
Es wurde gestern gegründet und besteht aus Mitgliedern der SVP und
der EVP.
Die Gesetzesinitiative «für tragbare Steuern», die am
27. Februar 2005 an die Urne kommt, sei für den Kanton «absolut
untragbar, weil sie nicht finanziert ist». Im Fall einer Annahme
würde sie jährliche Einnahmeausfälle
in der Höhe von 400 Millionen Franken zur Folge haben. Die
Steuerinitiative sei eine undifferenzierte Vorlage, die viel zu früh
komme. Bevor der Kanton Bern gezielte und gut
überlegte Steuersenkungen vornehmen könne, müsse der Finanzhaushalt
konsequent saniert werden. Für das bürgerliche Komitee «Nein
zur Steuerinitiative» steht zurzeit der Schuldenabbau klar im Vordergrund.
Das Co-Präsidium des Komitees wird durch Nationalrätin Ursula
Haller (SVP), die Nationalräte Adrian Amstutz (SVP) und Walter Donzé
(EVP) und Grossrat Hans Grunder (SVP) gebildet. Als Vizepräsidenten
amtieren Bethli Küng (SVP), Niklaus Gfeller (EVP), Ruedi Löffel
(EVP), Dieter Widmer (SVP), Charles Aebersold (SVP) und Lorenz Hess (SVP).
Pikanterweise sollen auch Mitglieder der FDP, die als einzige
Partei die Steuersenkungsinitiative unterstützt, im bürgerlichen
Nein-Komitee mitwirken. OZ.)
Der Bund 16.09.2004, Kanton Bern
Einzig die FDP ist dafür
Steuersenkungsinitiative - Christine Brand
(...) Für Rudolf Guggisberg, Fraktionssprecher
der SVP, war klar, dass seine Basis anders denkt. «Die Initiative
geht uns zu weit», erklärte er. Es
sei für den Kanton Bern nicht möglich, Einnahmeausfälle
von jährlich 400 Millionen Franken zu verkraften. (...)
Ruedi Löffel (evp, Münchenbuchsee) hielt fest, dass
die Steuersenkungsinitiative mit allen Mitteln bekämpft werden müsse.
«Weder trag- noch finanzierbar»
Auch Finanzdirektor Urs Gasche wies noch einmal
darauf hin, dass Steuerausfälle von 400 Millionen Franken «in
keiner Art und Weise tragbar oder finanzierbar» wären. «Wir
würden zurückfallen in die Defizitspirale und das Schuldenwachstum.»
So weit solle es nicht kommen: Der Grosse Rat lehnte den Antrag Bommeli,
der Initiative zuzustimmen, mit 122 zu 27 Stimmen bei 16 Enthaltungen
ab. Die Schlussabstimmung fiel ähnlich deutlich aus.
Berner Rundschau, Front, 22.6.2004

Der Bund, 22.6.04, Kanton Bern
In einem Punkt waren sich gestern ausnahmslos alle einig: Die
Steuersenkungsinitiative, mit der die Wirtschaftsverbände generell
eine zehnprozentige Steuersenkung fordern und damit dem Kanton ein 400-Millionen-Loch
in den Haushalt reissen wollen, sei «verantwortungslos». «Unverhältnismässig»
sei der drohende Einnahmenausfall, «zu wenig differenziert»
die 10-Prozent-Senkung für alle, wie Kommissionspräsident und
Unternehmer Hans Grunder (svp, Hasle-Rüegsau) sagte. Solches sei
«mit Schuldenabbau unvereinbar». (...)
Die EVP sei überzeugt, dass das Berner Volk «die ruinöse
Steuerinitiative ablehnt - auch ohne Gegenvorschlag», sagte Ruedi
Löffel (Münchenbuchsee), das habe die wuchtige Ablehnung des
eidgenössischen Steuerpakets am 16. Mai gezeigt. Schuldenabbau müsse
Vorrang haben vor Steuersenkung - im Interesse der künftigen Generationen.
(...)
Die Rechnung kommt
Die Eintretensdebatte beschloss Finanzdirektor Urs Gasche. Jede
Steuersenkung (...) müsse «durch Verzichte finanziert werden»,
erklärte er vor dem Parlament. «Das muss man sich vor Augen
halten.» Selbst ohne Steuersenkung seien
weitere Sparbeschlüsse nötig, wenn der Kanton Bern Schulden
reduzieren wolle, sagte der Finanzdirektor. (...)
«blödsinnige HIV-Initiative» (...) zog
SVP-Fraktionschef Werner Lüthi Bilanz. (...)
Berner Rundschau / MLZ; 18.06.2004, Kanton BE
Beide Seiten wissen, es wird knapp
Steuersenkung: Drei Tage vor der Montagssitzung rauchen die
Köpfe vieler Grossräte
516 Tage lang wurde darüber gerätselt, diskutiert, beraten,
verhandelt und vereinbart - am kommenden Montag fällt nun der Entscheid:
Der Grosse Rat befindet über die 400 Millionen teure Steuersenkungsinitiative.
(...)
Am 22. Januar 2003 reichten Vertreter der Wirtschafts- und Arbeitgeberverbände
die von insgesamt 36 000 Bernerinnen und Bernern unterzeichnete Steuersenkungsinitiative
auf der Staatskanzlei ein. «10 Prozent Rabatt auf den Kantonssteuern
für alle», lautete die bewusst einfach gehaltene Forderung.
400 Millionen weniger in der Kasse des Staates,
wäre die Folge einer Umsetzung. «Angesichts des Schuldenbergs
ist das zu viel», gaben schon damals einige Initianten zu. «Mit
unserem Vorschlag wollen wir differenzierte Anträge provozieren»,
hiess es. Zitieren lassen mit solchen Aussagen wollte sich aber niemand.
(...)
Unwohl ist einigen Räten der SVP. Insbesondere
solchen aus ländlichen Regionen. Sie befürchten einen weiteren
Abbau von Service public in ihren Herkunftsregionen. Bei der SVP
erhoffen sich die Gegner von Steuersenkungen, das sind die Fraktionen
von SP, EVP, GFL und GBJa! Unterstützung. «Oder mindestens
Stimmenthaltungen», weiss Löffel. (...)
zurück
|