Bund 23.11.05
Signal für Steuersenkung
Der Grosse Rat verlangt eine Steuersenkung
für mittlere und höhere Einkommen im Umfang von 200 Millionen
Die bürgerliche Grossratsmehrheit verlangt Steuersenkungen für
mittlere und obere Einkommen sowie höhere Kinderabzüge: Kosten
darf das alles «mindestens 200 Millionen Franken». EVP
und Linke sprechen von verantwortungsloser Finanzpolitik und warnen vor
neuen Schulden.
Am Montag noch herrschte im Grossen Rat die grosse finanzpolitische Einigkeit.
Mit 168 beziehungsweise 169 gegen 0 Stimmen wurden das Budget 2006 und
der Finanzplan gutgeheissen. Gestern nun herrschte in Sachen Staatsfinanzen
wieder der übliche Streit, die bürgerlichen Forderungen nach
Steuersenkungen führten zu einer sehr heftigen Debatte. (...).
Harte Kritik von links
Linke und EVP kritisierten die beiden Freisinnigen scharf. «Die
ständige Miesepeterei und Nörgelei der Wirtschaftsfunktionäre
schaden dem Kanton mehr als seine Steuersituation», sagte EVP-Sprecher
Ruedi Löffel (Münchenbuchsee). Er redete von «unverantwortlichen
Steuersenkungen», die zu einer massiven Neuverschuldung führen
würden. 300 Millionen Neuverschuldung jährlich prophezeite
GB-Sprecher Kropf und drohte: «Gegen eine solche verantwortungslose
Politik werden wir mit Sicherheit das Referendum ergreifen.» Derartige
Steuersenkungen «können wir uns nicht leisten», sekundierte
GFL-Fraktionschef Bernhard Pulver (Bern). Eine «schädliche
Motion», erklärte SP-Fraktionschef Rickenbacher.
Steuersenkung frühestens 2008
Auch die Regierung befürworte gezielte Entlastungen für stark
belastete Einkommensgruppen, sagte Finanzdirektor Urs Gasche, er wollte
die Motion Erb/Haas im Punkt 200 Millionen aber nur als unverbindliches
Postulat entgegennehmen. Da die Mehrheit der SVP aber den Motionären
folgte, verlangte das Parlament am Ende mit 96 gegen 80 Stimmen eine Steuersenkung
im Umfang von «mindestens 200 Millionen».
Wie diese ausgestaltet wird, wer besonders profitiert und wie ein allfälliger
Rabatt aussehen wird, ist derzeit noch offen. Die Regierung wird nun eine
Änderung des Steuergesetzes ausarbeiten und der Grosse Rat wird darüber
befinden. Wirksam wird die Steuersenkung frühestens 2008.
DRS Regionaljournal BE FR VS 22.11.2005, 12.00 Uhr
2005 Bernischer Grosse Rat setzt Signal für Steuersenkung (3:20)
Heute sind zwei Vorstösse traktandiert, die Steuersenkungen für
natürliche Personen verlangen. Der erste Vorstoss, der eine Steuergesetzrevision
verlangt, wurde bereits verabschiedet. (Link
3:20).
O-Ton: "47’137 - das
isch d’Differänz vo de NEI zu de JA-Stimme gsi, wo im Februar
im Kanton Bärn über d’Stüürsänkigs-Initiative
isch abgschtimmt worde. Nach ere Niderlag mit ere Differänz vo über
47'000 Stimme vore „eher knappe Ablehnig“ zrede, wi das di
2 Motionäre i irer Begründig mache,fing i vou dernäbe.
Di grossi Differänz vo über 47'000 Stimmberächtigte bewist,
dass ä grossi Mehrheit vor Bärner Stimmbevölkerig meh Verantwortigsbewusstsi
het als d’FDP u d’Funktionäre vo de Wirtschaftsverbänd
u dass pure Eigenutz im Kanton Bärn no nid mehrheitsfähig isch."
Bund 22.11.05
«Die besten Zahlen seit Jahren»
Der Grosse Rat hat gestern das Budget
einstimmig gutgeheissen – und das in rekordverdächtigem Tempo
Die Beratung des Budgets 2006 hat gestern im Kantonsparlament keine
anderthalb Stunden gedauert. Das Fazit nach der Debatte: Man darf zufrieden
sein, aber weitere Anstrengungen sind nötig.
Foto: Franziska Scheidegger, Bund
Die Freude über die Budgetzahlen 2006 war gestern im Grossen Rat
unüberhörbar. Die Debatte dauerte keine anderthalb Stunden –
was rekordverdächtig ist. Bemerkenswert ist dies vorab im Vergleich
zu früheren Budgetdebatten, als die Grossrätinnen und Grossräte
sich manchmal über Tage hinweg gestritten haben. Weiter bemerkenswert
und wohl auch einzigartig: Das Budget wie auch der Finanzplan sind gestern
einstimmig angenommen worden – mit 168 zu 0 respektive 169 zu 0
Stimmen.
Es seien «die besten Zahlen seit vielen Jahren», sagte Hans-Ulrich
Käser (fdp, Münchenbuchsee) namens der Steuerungskommission
(vormals Finanzkommission). Das Gremium sei «beeindruckt und erfreut».
Endlich hätten sich die Anstrengungen der letzten Jahre in Zahlen
niedergeschlagen.
Wesentlich zu diesem guten Ergebnis beigetragen haben laut Käser
die über 2,3 Milliarden Franken, die der Kanton Bern diesen Sommer
erhalten hat, weil die Nationalbank überschüssige Goldreserven
verflüssigte. Der Bilanzfehlbetrag verkleinerte sich von 4,98 Milliarden
Franken Ende 2004 auf 2,58 Milliarden Ende 2005. Die Schulden konnten
auf 8,06 Milliarden Franken abgebaut werden. Die Senkung der Schuldenquote
sei «ein ganz wichtiges Signal gegen aussen und gegen innen».
Der Aufstieg ins Mittelfeld kostet
Den Wiederaufstieg des Kantons Bern in den Kreis der finanziell mittelstarken
Kantone (...) ist mit jährlichen Mindereinnahmen von rund 150 Millionen
Franken verbunden. (....)
Mehr Spielraum ist gefragt
Die Sprecherinnen und Sprecher der Fraktionen waren ebenfalls zufrieden
mit dem Budget. Unterschiedlich waren allerdings ihre Einschätzungen
zur Finanzstrategie. Ruedi Löffel (evp, Münchenbuchsee)
wies auf die sich verschlechternden Rahmenbedingungen hin. Schuldenabbau
müsse das primäre Ziel bleiben. Sollte der Aufgabendialog neuen
Spielraum ergeben, müsse zuerst an das Personal gedacht werden.
Mit der Strategischen Aufgabenüberprüfung (SAR) ist mit einer
so genannt unechten Massnahme das Lohnsummenwachstum limitiert worden.
Diese Beschränkung muss nicht nur gemäss Löffel möglichst
bald rückgängig gemacht werden. Diese Forderung stellte
insbesondere Matthias Burkhalter (sp, Rümligen), Geschäftsführer
des Staatspersonalverbands. Angesichts der Lohnentwicklung bei anderen
grossen Arbeitgebern bestehe beim Kanton Handlungsbedarf. (...)
Von einer insgesamt «frohen Botschaft» sprach Rudolf Guggisberg
(svp, Kirchlindach). Die finanzpolitischen Anstrengungen würden nun
Früchte tragen. Doch es sei jetzt «sehr wichtig», mittels
Aufgabendialog weiteren Spielraum zu finden. Nur so werde es möglich
sein, unechte SAR-Massnahmen rückgängig zu machen. (...).
Bund 22.11.05
«Insgesamt erfolgreich»
Die Strategische Aufgabenüberprüfung
SAR: Letztmals im Grossen Rat
Strategische Aufgabenüberprüfung SAR: So lautet der Name des
neunten Sparpakets. Als im November 2002 «die ganz grosse SAR-Debatte»
über die Bühne ging, wie Therese Bernhard (svp, Worb), Präsidentin
der Steuerungskommission, gestern sagte, gingen auch die Emotionen hoch.
Nun, drei Jahre später, stellte sich die Frage, was SAR gebracht
hat.
Bernhard selber gab sich zufrieden mit SAR (...).
Auf dem Buckel des Personals?
Enttäuscht von SAR zeigten sich Blaise Kropf (ja, Bern) und Matthias
Burkhalter (sp, Rümligen): Der grösste Teil des Spareffekts
werde vom Personal getragen, indem das Lohnsummenwachstum beschränkt
wurde. Vor diesem Hintergrund sei gegenüber weiteren Sparpaketen
Skepsis angebracht. (...).
Einig waren sich die Fraktionssprecher auch darin, dass es nach all den
vorangegangenen Sparpaketen «offenbar nicht mehr ganz so einfach
war», erneut Sparmassnahmen zu finden, wie Ruedi Löffel (evp,
Münchenbuchsee) sagte.
Und doch: Die «echte» jährliche SAR-Entlastung beträgt
immerhin rund 200 Millionen Franken. (db).
Berner Rundschau 22.11.2005 Kanton Bern
Finanz-Schnellzug hält kurz im Rat
Grosser Rat Budget und Finanzplan nach anderthalbstündiger
Debatte einstimmig akzeptiert
(...) Lob für die Regierung übrig hatten SP, Grüne und
EVP. Sie warnten jedoch vor bürgerlichen Steuersenkungsplänen.
«Es wäre falsch, die Zügel schleifen zu lassen, und es
wäre falsch, die Steuern weiter zu senken», mahnte Bernhard
Pulver (GFL/Bern) Am Finanzhorizont dräuten neue Gewitterwolken,
etwa die Einbussen von 150 Millionen Franken beim nationalen Finanzausgleich
und die Folgekosten des Augusthochwassers. Zusammen mit weiteren Steuersenkungen
drohe dem Kanton damit ein Rückfall in die Defizit- und Schuldenspirale.
Matthias Burkhalter (SP/ Rümligen) und Ruedi Löffel (EVP/Münchenbuchsee)
wehrten sich fürs Kantonspersonal. Bei künftigem finanziellem
Spielraum müsse prioritär das Personal profitieren, indem die
beschlossene Beschränkung des Lohnsummenwachstums auf ein Prozent
aufgehoben werde. (...)
sda 21.11.05
Finanzdebatte in ungewohnter Kürze
Eine derart kurze Finanzdebatte hat es im Grossen Rat seit langem nicht
gegeben: Für die einstimmige Genehmigung des Voranschlags und die
Kenntnisnahme vom Finanzplan benötigte das Kantonsparlament knapp
anderthalb Stunden.
Das Budget 2006 rechnet bei Ausgaben von 8,477 Mrd. Franken mit einem
Ertragsüberschuss von 64 Mio. Franken. Der Finanzplan sieht zwischen
2007 und 2009 einen Schuldenabbau von insgesamt 182 Mio. Franken vor.
(...).
Gewitterwolken
Lob für die Regierung übrig hatten SP, Grüne und EVP. Sie
warnten jedoch vor bürgerlichen Steuersenkungsplänen.
Am Finanzhorizont dräuten neue Gewitterwolken, etwa die Einbussen
von 150 Mio. Franken beim nationalen Finanzausgleich und die Folgekosten
des Augusthochwassers. Zusammen mit weiteren Steuersenkungen drohe dem
Kanton damit ein Rückfall in die Defizit- und Schuldenspirale.
Matthias Burkhalter (SP/Rümligen) und Ruedi
Löffel (EVP/Münchenbuchesee) wehrten sich fürs Kantonspersonal.
Bei künftigem finanziellem Spielraum müsse prioritär das
Personal profitieren, indem die beschlossene Beschränkung des Lohnsummenwachstums
auf ein Prozent aufgehoben werde. (...)
DRS Regionaljournal BE FR VS 21.11.2005, 17.30 Uhr
Bernischer Grossrat zeigt sich in Budgetdebatte mehrheitlich
zufrieden (4:15)
Schuldenabbau dank Gold-Reserven vom Bund, das Sparpaket SAR und schwarze
Zahlen in den Rechnungen der letzten Jahre sind die Gründe dafür.
(Link
4:15).
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