| hier finden Sie meine Vorstösse zum Passivrauchschutz,
die vom Bernischen Grossen Rat gutgeheissen wurden:
- Gastgewerbe
(13.9.06)
- öffentlich
zugängliche Innenräume (21.6.05)
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sda 2.7.08 / Kanton Bern
In Fumoirs darf bedient werden
Wenn dereinst im Kanton Bern Rauchen in den Gaststätten
verboten ist, sollen rauchende Gäste in den Fumoirs dennoch bedient
werden dürfen. Dieser Meinung ist nun die vorberatende Kommission
des Grossen Rats.
Damit hat die vorberatende Grossratskommission vor der zweiten Lesung
des Gesetzes über das Passivrauchen eine Kehrtwende vollzogen. Sie
nimmt nun die gleiche Haltung wie der Regierungsrat ein. Der Grosse Rat
entscheidet diese Frage in der zweiten Lesung in der Septembersession,
teilte der Kanton Bern am Mittwoch mit.
Diese Kehrtwende ist allerdings eher ein Zufallsprodukt, wie Kommissionspräsident
Ueli Spring (SVP/Lyss) auf Anfrage klar macht. (...)
In erster Lesung für Selbstbedienung
In der ersten Lesung des Gesetzes über den Schutz vor dem Passivrauchen
folgte das Kantonsparlament der Empfehlung seiner vorberatenden Kommission
und sprach sich für Selbstbedienung in den Fumoirs aus. Der Beschluss
fiel mit 75 zu 68 Stimmen. Der Grosse Rat wollte also das Servierpersonal
umfassend schützen.
Ob Gäste in den Fumoirs bedient werden dürfen, führte im
Rat zu längeren Diskussionen. Hotelier Hans Kipfer (EVP/Thun) sagte,
wenn Bedienung erlaubt werde, sei zu erwarten, dass viele Hoteliers einfach
ihre Bars zu Fumoirs erklären würden. (....)
Anm. lö: Der Entscheid passt
zum Hüst und Hot auf dem langen (Berner) Weg zum Passivrauchschutz.
Da viele Rauchende eh nur kurz ins Fumoir gehen um ihre Nikotinssucht
zu befriedigen, ist er unverständlich. Der Schutz der Angestellten
vor Passivrauch wird dadurch etwas verschlechtert.
WICHTIGER wird sein, wie Fumoirs
in der Verordnung genau definiert werden.
In Anlehnung ans Tessin dürften sie m. E. nicht
mehr als 30% der genutzen Fläche und maximal 30 bis 40 Quadratmeter
gross sein. Anderfalls werden die von der Gastrobranche immer wieder
befürchteten Ungerechtigkeiten und ungleich langen Spiesse entstehen,
weil Grossbetriebe grosse Raucherhallen einrichten könnten.
Bieler Tagblatt 20.6.08 / Carte Blanche
Endlich rauchfrei
Rauchen macht krank und führt in vielen Fällen zum Tod. Tabakrauch
enthält mindestens 40 Krebs fördernde Stoffe. Würden Zigaretten
erst heute erfunden, wäre eine Zulassung zum freien Markt schlicht
undenkbar. An diesen Tatsachen gibt’s nichts zu rütteln.
Wer trotzdem rauchen will (oder muss), soll damit nicht andere belästigen
und gesundheitlich beeinträchtigen. Ein umfassender und wirksamer
Schutz vor Passivrauch in allen öffentlich zugänglichen Innenräumen
– Beizen inklusive – ist längst überfällig
und eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Dies wird heute nur noch
von Einzelnen in Frage gestellt. Umso mehr erstaunt es, dass diese Woche
sowohl im Nationalrat wie auch im bernischen Grossen Rat eine möglichst
rasche und wirksame Umsetzung weiter verzögert wurde.
Bereits vor drei Jahren hat der Grosse Rat meine
Motion für saubere Luft in öffentlich zugänglichen Innenräumen
angenommen. Viele Menschen warten seither auf die Umsetzung. Vor allem
in der Jugendarbeit und in Schulen würden sich mit klaren Regeln
vielerorts langwierige Diskussionen erübrigen.
Ebenfalls im Juni 2005 scheiterte leider mein erster
Versuch für rauchfreie Restaurants am Stichentscheid des Präsidenten.
Erst ein gutes Jahr später stimmte die Mehrheit des Kantonsparlamentes
– beeindruckt vom klaren Volksentscheid im Kanton Tessin - meiner
Motion
für rauchfreie Beizen zu. Tausende von Gastro-Angestellten und
Gästen warten seither sehnlichst auf saubere(re) Luft.
In der Hoffnung, der Bund würde den Schutz vor Passivrauch gesamtschweizerisch
regeln, verzichtete der Kanton Bern vorerst auf ein eigenes Gesetz. Nun
ist klar, dass die eidgenössische „Lösung“ löchriger
sein wird als ein Stück Emmentaler Käse. Die Ausnahmeregelungen
sind ein Kniefall vor der Tabaklobby und verwässern das Anliegen
in nicht akzeptabler Weise. Deshalb hat der Grosse Rat diese Woche ein
kantonales Gesetz verabschiedet. Mit einem taktischen Schachzug ist ein
paar Uneinsichtigen noch eine Verzögerung um drei Monate gelungen.
Trotzdem kann sich die Bevölkerung des Kantons Bern voraussichtlich
ab Mitte 2009 auf einen besseren Schutz vor Passivrauch freuen.
Ruedi Löffel-Wenger ist Projektleiter Suchtprävention beim Blauen
Kreuz und EVP-Grossrat aus Münchenbuchsee.
MLZ online 20.6.08 Kanton Solothurn
Rauchzeichen aus Solothurn
Ab 2009 tritt im Kanton Solothurn das schärfste Rauchverbot
der Schweiz in Kraft. Daran ändert auch eine nationale Regelung,
auf die sich die Bundesparlamentarier noch nicht einigen konnten, nichts.
«Wir können nicht mehr warten, bis sich die in Bern einig sind»,
bringt Beat Pfluger, Leiter Rechtsdienst beim Gesundheitsamt, die Solothurner
Ausgangslage auf den Punkt. (...)
sda 18.6.08
Luzerner Regierung will Rauchverbot
Im Kanton Luzern sollen Restaurants und andere öffentlich
zugängliche Räume grundsätzlich rauchfrei werden.
Geraucht werden dürfen soll nur noch in abgetrennten, gekennzeichneten
und belüfteten Fumoirs.
Der Regierungsrat zieht damit die Konsequenzen daraus, dass sich der Bund
mit einem wirksamen Gesetz schwer tut. (...)
Bieler Tagblatt 16.6.08 / Bund 17.6.08 / Berner Zeitung 20.6.08 - Ihre
Seite
Rauchverbot / Heisse Geliebte verbannt
Rauchverbot in Berner Beizen – Schutz oder Bevormundung
Mündiger?
Seit EVP-Grossrat Ruedi Löffel im Juni 2005 den ersten Vorstoss
zum Schutz vor dem Passivrauchen in öffentlichen Räumen
einreichte, wurden entsprechende Gesetze in den Kantonen Tessin, Genf,
Solothurn, Graubünden, Appenzell, Uri und St. Gallen eingeführt.
Jetzt fand sich für den längst fälligen Schutz vor dem
Passivrauchen sogar im Grossen Rat in Bern eine Mehrheit.
Da auf nationaler Ebene ein Referendum droht, ist der Entscheid für
den Kanton Bern besonders wichtig. Dank der Verzögerungstaktik von
FDP und SVP kommt es zwar noch zu einer zweiten Lesung, ich bin jedoch
guten Mutes, dass die gesundheitlichen Aspekte und der gesunde Menschenverstand
definitiv über die Behauptungen der Gastroverbände siegen werden.
Pascal Lerch, Münchenbuchsee
BZ-Talk auf TeleBärn 12.6.08 ab 19.30 Uhr im Stundentakt
Nichtraucherschutz: Der Streit ums Rauchverbot

Klaus Künzli, Grossrat FDP und Ruedi Löffel,
Grossrat EVP
Das Gespräch wurde geleitet von Markus Eisenhut, Chefredaktor
Berner Zeitung BZ
sda 11.6.08
Bundesgesetz löst sich in Rauch auf
Im Kampf gegen Passivrauchen sollen Kantone strengere Regeln
erlassen dürfen als der Bund. Mit diesem Entscheid hat der Nationalrat
sein eigenes Gesetz zur Makulatur gemacht.
Bisher haben alle Kantone, die ein Rauchverbot in Restaurants kennen,
strengere Richtlinien im Kampf gegen Passivrauchen erlassen, als per Bundesgesetz
geregelt werden soll. Der Nationalrat will nun, dass dies auch künftig
möglich ist und den Kantonen entsprechende Freiheiten gewähren.
(...) Während der Ständerat das Rauchen nur noch in abgetrennten
Fumoirs zulassen will, möchte die grosse Kammer
auch Raucherrestaurants zulassen, und zwar dort, wo keine Fumoirs
eingerichtet werden können. Dies hat der Nationalrat am Mittwoch
mit 94 zu 86 Stimmen beschlossen. (...)
Berner Zeitung / Thuner Tagblatt / Berner Oberländer / Bieler Tagblatt
11.6.08
Für ein strenges Rauchverbot
Der Grosse Rat will die Bernerinnen und Berner vor dem Passivrauchen
schützen. Er hat gestern ein weit gehendes Rauchverbot beschlossen
– sogar mit unbedienten Fumoirs. Definitiv ist dies aber noch nicht,
es gibt eine zweite Lesung.
Fast drei Stunden debattierte der Grosse Rat gestern über den Schutz
vor dem Passivrauchen. In der Schlussabstimmung wurde das Gesetz schliesslich
mit 80 gegen 61 Stimmen bei 4 Enthaltungen gutgeheissen. Dieses wird das
Rauchen
in öffentlich zugänglichen Innenräumen verbieten. Dies
betrifft Verwaltungsgebäude, Versammlungslokale, Bildungsstätten,
Arztpraxen, Heime, Spitäler, Verkaufsgeschäfte, Dienstleistungsbetriebe,
Kinos, Konzertsäle, Theater, Sportanlagen und Stadien.
In Restaurants
darf nur noch in abgetrennten, belüfteten Fumoirs geraucht werden.
Der Rat beschloss gar, dass dort nicht serviert werden darf. Damit ging
er weiter als die Regierung und andere Kantone, die Rauchverbote beschlossen
haben.
Für ein kantonales Rauchverbot: (v.l.) Initiant
Ruedi Löffel (EVP), Regierungsrat Andreas Rickenbacher (SP) und Kommissionspräsident
Ueli Spring (SVP).
Weg zum Ziel umstritten
Die Damen und Herren Grossräte waren sich einig darin, dass Rauchen
und Passivrauchen der Gesundheit schaden. Umstritten war, wie die Bernerinnen
und Berner davor geschützt werden sollen. SP, Grüne, EVP, EDU
und Teile der SVP sprachen sich dafür aus, nicht weiter auf den Bund
zu warten und mit dem kantonalen Verbot vorwärts zu machen. Die Gesetzesarbeiten
auf Bundesebene seien blockiert und würden dies noch länger
bleiben, weil sich National- und Ständerat nicht einig seien, argumentierten
sie. Zudem sei das Referendum angedroht worden. «Es
geht noch mindestens zwei Jahre, bis auf Bundesebene eine Lösung
vorliegt», sagte Ruedi Löffel (EVP, Münchenbuchsee). Er
hatte einst mit zwei Motionen das Rauchverbot auf Kantonsebene lanciert.
(...) Die Mehrheit fand, dass es auf Bundesebene zu wenig rasch vorwärts
gehe, und beschloss ein kantonales Gesetz. Dieses beinhaltet indes eine
Klausel: Der Regierungsrat setzt dieses Gesetz und die Änderungen
im Gastgewerbegesetz ausser Kraft, sobald entsprechende Bundesvorschriften
gelten.
Streitfrage Fumoirs
(...) Am umstrittensten war die Frage, ob in Fumoirs bedient werden darf
oder nicht. Die FDP-Vertreter wiesen darauf hin, dass diese Frage nur
vom Bund via Arbeitsgesetz geregelt werden könne. Dieser Argumentation
schloss sich auch Regierungsrat Andreas Rickenbacher (SP) an.
Vor allem SP und EVP widersetzten sich dem aber. Dies vor allem mit dem
Argument, dass Zweifel darüber bestünden, ob die betroffenen
Angestellten ihr Einverständnis dazu wirklich freiwillig und ohne
Druck geben könnten. Zudem sei in den Fumoirs eine Bedienung gar
nicht nötig. Mit 75 gegen 68 Stimmen bei 1 Enthaltung beschloss der
Grosse Rat schliesslich, dass Fumoirs nur mit Selbstbedienung betrieben
werden dürfen.
Doch noch Sieg für die FDP
Am Schluss der Debatte fuhr die FDP mit Hilfe der SVP aber doch noch einen
Sieg ein: Sie kam mit ihrem Antrag auf eine zweite Lesung durch. Zwar
stimmten 78 Grossräte dagegen, doch mit 63 Stimmen erzielte der Antrag
mehr als die notwendigen 50 Stimmen. Da konnten SP, Grüne und EVP
noch so vehement dagegen sprechen und der FDP Verzögerungstaktik
vorwerfen. Somit wird sich der Grosse Rat im September nochmals mit dem
Gesetz befassen. Rickenbacher rechnet damit, das Gesetz bis Mitte 2009
in Kraft setzen zu können. Dominic Ramel
Berner Rundschau / Grenchner Tagblatt / MLZ 11.6.08
In einem Jahr ist das Gesetz in Kraft
Rauchverbot Parlament segnet das Gesetz zum Schutz vor
Passivrauchen in erster Lesung ab
Soll das Personal die Gäste in den Fumoirs bedienen dürfen
oder nicht? Diese Frage beschäftigte den Grossen Rat beim Gesetz
zum Rauchverbot in Gastwirtschaftsbetrieben
am stärksten. Vergeblich verlangte die FDP eine Übergangsfrist
von zwei Jahren.

KONTRAHENTEN Marianne Staub und Adrian Hass (r.) hatten
gestern das Heu nicht auf der gleichen Bühne wie Ruedi Löffel.
Dass die bürgerlichen von FDP und SVP am liebsten kein kantonales
Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen möchten, zeigte sich gestern
bereits bei der Eintretensdebatte. «Wir wollen keine unterschiedlichen
Lösungen», brachte Sprecherin Marianne Staub (Thun) die Haltung
der FDP auf den Punkt. Der Nationalrat berate noch diese Woche das eidgenössische
Gesetz. (Das kantonale Gesetz tritt übrigens ausser Kraft, wenn ein
entsprechendes Eidgenössisches gilt.)
Sukkurs erntete Staub seitens der SVP, klare Ablehnung von allen anderen
Fraktionen. Johanna Schlegel (Grüne/Burgdorf): «Ein erneuter
Kniefall vor der Raucherlobby wäre unverständlich.» «Jetzt
können wir dem langen Warten ein Ende bereiten», sagte EVP-Sprecher
Ruedi Löffel (Münchenbuchsee). Und Markus Kronauer (EDU/Burgdorf)
doppelte nach: «Jetzt ist Handeln angesagt.» Der Rat trat
mit 84 zu 38 Stimmen auf das Gesetz ein und lehnte eine zwei Lesungen
mit 75 zu 57 Stimmen ab. Doch dazu am Schluss mehr.
(...) Heftiger debattierte der Rat die von der vorberatenden Kommission
beantragte Pflicht zur Selbstbedienung in den von den Restaurateuren zu
schaffenden Fumoirs - das sind abgetrennte Räume mit eigener Lüftung.
(...) Mit 75 zu 68 Stimmen obsiegte jedoch der Kommissionsantrag und damit
darf das Person die Gäste in den Fumoirs nicht bedienen.
Wirte brauchen Übergangsfrist
Ein weiteres Gefecht trugen die Akteure im Rahmen der von der FDP verlangten
Übergangsfrist von zwei Jahren aus. Zuwarten mit der Inkraftsetzung
erlaube den Wirten, ein Fumoir einzurichten. Die Gegner führten ins
Feld, die Wirte könnten ihren Betrieb von heute auf morgen rauchfrei
organisieren. Das sah auch die Mehrheit des Rates so: Mit 65 zu 80 Stimmen
lehnte er eine Übergangsfrist ab. Weil bei einem Rückkommen
für eine zweite Gesetzeslesung lediglich ein Quorum von 50 Stimmen
gilt, gewannen die Antragsteller in diesem Punkt. Der Rat wird also im
September erneut über das Gesetz beraten. In der Schlussabstimmung
nahm dieses mit 80 zu 61 Stimmen und 4 Enthaltungen die erste Hürde.
Update
Eine Motion
von Ruedi Löffel (EVP) löste im September 2006 das kantonale
Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen aus. Im November 2007 trat der Grosse
Rat darauf ein, verschob aber die Beratung zugunsten einer sich damals
abzeichnenden Bundeslösung. In der Wintersession 2007 verwässerte
der Nationalrat das eidgenössische Gesetz wesentlich. Der Ständerat
beschloss im März 2008 ein mit dem Kanton Bern weitgehend konformes
Gesetz. Jetzt ist wieder der Nationalrat am Zug. Zudem drohen nationale
SVP-Kreise mit dem Referendum. (uz)
Die Bestimmungen
Das kantonale Passivrauchgesetz verbietet das Rauchen in öffentlich
zugänglichen Innenräumen. Dazu gehören neben den Beizen
auch Heime, Spitäler, Arztpraxen, Versammlungslokale, Schulen, Sportanlagen,
Stadien und Verwaltungsgebäude. Beizen können so genannte Fumoirs
einrichten. Vorgesehen ist Selbstbedienung. Die Kontrolle, ob das Gesetz
eingehalten wird, obliegt den Gemeinden. Wer das Rauchverbot missachtet,
kann mit einer Busse von 20 bis 2000 Franken bestraft werden. Für
Raumverantwortliche drohen gar Bussen von 200 bis 20 000 Franken. (uz)
Bund 11.6.08
Berner Beizen werden rauchfrei
Der Grosse Rat will nicht auf eine Bundeslösung
warten und beschliesst ein striktes Rauchverbot
Voraussichtlich ab 1. Juli nächsten Jahres darf in Sportanlagen,
Verwaltungsgebäuden, Schulen, Kinos, Konzertsälen oder Geschäften
nicht mehr geraucht werden. Restaurants dürfen zwar Raucherräume
einrichten, in diesen gibt es aber keine Bedienung.
Nichtraucher können durchatmen, für Raucher wird es hingegen
eng im Kanton Bern. Der Grosse Rat hat gestern mit 80 zu 61 Stimmen ein
Rauchverbot
für alle öffentlich zugänglichen Innenräume verabschiedet.
Darunter fallen Heime und Spitäler genauso wie Reisebüros, Coiffeursalons,
Theater oder Schulen. Die grössten Veränderungen bringt das
Verbot für das Gastgewerbe.
In Restaurants oder Bars darf ebenfalls nicht mehr geraucht werden. Erlaubt
bleibt das Rauchen aber im Freien oder in abgetrennten Räumen mit
eigener Lüftung. Um das Personal vor dem Passivrauchen zu schützen,
gilt in diesen Fumoirs jedoch Selbstbedienung.
Cognac in Selbstbedienung
Inhaltlich wurde gestern im Grossen Rat nur noch über Details gestritten.
Die bürgerlichen Parteien verlangten bediente Fumoirs. (...) Zusammen
mit EDU und EVP lehnte die Linke den Antrag jedoch mit 75 gegen 68 Stimmen
ab. «Auch Raucher sitzen lieber im Nichtraucherteil und gehen für
eine Zigarettenpause ins Fumoir. Dafür braucht es keine Bedienung»,
sagte Ruedi Löffel, EVP-Grossrat und Vater
des Rauchverbots. Auch eine lange Übergangsfrist, wie sie
die FDP forderte, lehnte die Mehrheit ab. Das Rauchverbot soll laut Volkswirtschaftsdirektor
Andreas Rickenbacher (sp) am 1. Juli 2009 in Kraft treten.
Zunächst muss der Grosse Rat das Gesetz aber noch in zweiter Lesung
behandeln – obschon es keine offenen Fragen mehr gibt. Die FDP beharrte
darauf und wurde von der SVP unterstützt. Zwar lehnte das Parlament
eine zweite Lesung mit 78 zu 63 Stimmen ab, da für einen solchen
Antrag aber lediglich 50-Ja-Stimmen nötig sind, kommt es im September
dennoch erneut zu einer Debatte. (...)
DRS Regionaljournal BE FR VS 10.6.2008, 17.30 Uhr
Berner Restaurants wahrscheinlich bald rauchfrei (3:33)
Das Berner Kantonsparlament ist sich im Grundsatz einig - im Herbst findet
noch eine Detailberatung statt. (Link).
O-Ton ab 0:52: "dr Uslöser für d'Roucherdebatte hüt
im Kantonsparlamänt isch dr EVP-Grossrat Ruedi Löffu gsi. Är
het mit sine Vorschtöss us de Jahr 2005 u 2006 am Rouke i öffentleche
Rüüm dr Kampf agseit...".
Bund 5.6.08
«Schlüssel» öffnet Türen
Das Hotel und Restaurant Goldener Schlüssel an der Rathausgasse
ist komplett saniert worden. Das Ehepaar Troxler betreibt seit 25 Jahren
den vielleicht ältesten Gasthof Berns. Am Montag wird der «Goldene
Schlüssel» nach sechsmonatiger Sanierung wieder eröffnet.
(...) In Sachen Schweizer Küche bleibt aber nicht alles beim Alten:
Neu geht es Troxlers um die Wurst; sie bieten sechs Schweizer Würste
an, die man in Bern nur im «Goldenen Schlüssel» bekommt.
(...) Ausserdem ist auch das Restaurant nun rauchfrei.
(...)
Berner Zeitung 3.6.08 / RAUCHVERBOT
FDP wollte vertagen
Der Grosse Rat will das Rauchverbot jetzt behandeln. Den Antrag
der FDP, die das Geschäft verschieben wollte, lehnte er ab.
Er wollte dem Grossen Rat «einen Leerlauf ersparen». Damit
begründete Adrian Haas (FDP, Bern) gestern einen Ordnungsantrag.
Die FDP wollte die Debatte über das Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen
auf die nächste Session verschieben. Auf nationaler Ebene sei noch
zu viel unklar, vor allem auch die Frage, ob die Kantone überhaupt
die Kompetenz behalten würden, eigene Lösungen zum Schutz vor
dem Passivrauchen zu beschliessen.
«Sturheit und Ignoranz»
Ruedi Löffel (EVP, Münchenbuchsee) hatte kein Verständnis
für das Anliegen der Antragsteller, er warf ihnen vielmehr «Sturheit
und Ignoranz» vor und verdächtigte sie, «der Tabaklobby
zuzudienen». Der FDP gehe es nicht darum, eine Lösung zu suchen,
sondern eine solche zu verhindern und zu sabotieren. Wie die EVP wollten
auch EDU, SP und Grüne das Gesetz in der laufenden Junisession behandeln.
«Die Bevölkerung wartet auf eine Lösung», sagte
Johanna Wälti-Schlegel (Grüne, Burgdorf). Sie fand es «unverantwortbar,
die Gastwirte weiter warten zu lassen», während die innovativen
unter ihnen längst Anpassungen vorgenommen hätten. Ins gleiche
Horn stiess Hans Kipfer (EVP, Thun), der kurz nach seiner Vereidigung
zum ersten Mal ans Rednerpult schritt. Der Hotelier sagte: «Wenn
der Bund nicht vorwärtsmacht, suchen wir Berner halt selber eine
Lösung, es gibt keinen Grund zu warten.»
Nur die SVP schlug sich auf die Seite der FDP. Aber der Antrag wurde mit
78 zu 60 Stimmen abgelehnt. Die Debatte wird also nächste Woche stattfinden.sgs
NZZ ONline 1.6.08
Uri verbietet das Rauchen in öffentlich zugänglichen Räumen
Im Kanton Uri darf in Gastgewerbebetrieben und anderen öffentlich
zugänglichen Räumen künftig nicht mehr geraucht werden.
Ausgenommen sind nur so genannte Raucherzimmer. Das neue Gesundheitsgesetz
wurde klar angenommen. (...)
(ap) Das neue Urner Gesundheitsgesetz wurde bei einer Stimmbeteiligung
von 36,1% mit 5391 Ja gegen 3552 Nein angenommen. Zum Schutz
der Bevölkerung vor dem Passivrauchen sieht es die Einführung
eines generellen Rauchverbots in allen allgemein zugänglichen Räumen
wie Gastwirtschaftsbetrieben und Verkaufsgeschäften vor. Vom Rauchverbot
in öffentlichen Räumen sind lediglich so genannte Raucherzimmer
ausgenommen. Zur Umsetzung der neuen Bestimmungen ist eine Übergangsfrist
von einem Jahr vorgesehen.
Uri folgt damit den Kantonen Tessin, Solothurn, Graubünden, Appenzell-Ausserrhoden,
St. Gallen und Genf, die ebenfalls ein generelles Rauchverbot in allen
öffentlichen oder öffentlich zugänglichen Räumen erlassen
haben. Im Wallis ist das Referendum gegen ein entsprechendes Gesetz ergriffen
worden, im Kanton Freiburg wird im Herbst darüber abgestimmt. In
zahlreichen weiteren Kantonen sind gleich lautende oder ähnliche
Bestimmungen in Vorbereitung.
Neu im Gesundheitsgesetz verankert ist auch ein Werbeverbot
für alkoholische Getränke und Tabakwaren auf Plakaten und ähnlichen
Werbeträgern. Wie in zahlreichen anderen Kantonen führt auch
Uri ein Verkaufs- und Abgabeverbot von Tabakprodukten
für Personen unter 16 Jahren ein. (...)
Berner Zeitung 29.5.08 Inland / St. Gallen
Rauchverbot gilt ab Oktober
Im Kanton St. Gallen darf in Restaurants ab 1. Oktober nur noch in geschlossenen
Fumoirs geraucht werden. Das Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen wird
von der Regierung in Kraft gesetzt; die Referendumsfrist ist unbenutzt
vertstrichen. sda
Berner Zeitung 26.5.08 Ihre Seite
Zeitgemäss
Super, dass die Grossratskommission das Anliegen des vor bald drei Jahren
gutgeheissenen EVP-Vorstosses
umsetzen will. Die Mehrheit der Bevölkerung sehnt sich nach einem
Schutz vor Passivrauch in öffentlichen Räumen – Gastrobetriebe
eingeschlossen. Mit einem klaren Entscheid in der Junisession kann das
Kantonsparlament einen zeitgemässen Entscheid fällen, und das
Gesetz könnte Anfang 2009 in Kraft treten.
Sollte sich die Mehrheit der Grossräte mit Scheinargumenten gegen
einen Passivrauchschutz stemmen, bleibt die Möglichkeit der Initiative.
Das Volk wird es dann schon richten. Dies zeigen die Abstimmungen in den
Kantonen Tessin, Graubünden oder Solothurn mit bis zu 80 Prozent
Zustimmung. Auch viele Touristen, die aus Europa und Übersee anreisen,
werden ihren Teil dazu beitragen, dass die Forderung nach rauchfreien
Zonen zunimmt. Die Zeit ist reif, warum noch länger warten? Das Servicepersonal
dankt den Parlamentariern jetzt schon für einen positiven Entscheid.
Werner Fuchser Münsingen
20 Minuten online 19.5.08
Türkei: Harte Zeiten für Raucher
Ab heute heissts in der Türkei: Zigarette ausdrücken.
Das Land hat ein Rauchverbot für weite Teile des öffentlichen
Lebens eingeführt.
In geschlossenen Räumen von Büros, Einkaufszentren und in öffentlichen
Verkehrsmitteln sind Zigaretten nun verboten. Auch in Sportstadien und
auf Spielplätzen darf nicht mehr geraucht werden, wie türkische
Medien berichteten. Als geschlossene Räume gelten demnach auch Plätze,
die nur mit einem Sonnenschutz überdacht sind. Restaurants
und Bars bleibt eine Schonfrist bis Juni 2009.
Raucher sollen bei Verstössen nun Strafen in Höhe von 50 Türkischen
Lira (etwa 42 Franken) zahlen. Für Gaststätten sind Strafen
bis zu 5000 Lira vorgesehen. Gegen Tabakhersteller und Händler können
sogar Bussgelder bis zu 250 000 Lira verhängt werden.
Das Gesetz sieht auch Auflagen für den Verkauf
von Zigaretten und ein Werbeverbot
vor. Das Büro von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, der
selber als strikter Nichtraucher gilt, hatte die neue Regeln nochmals
ausdrücklich klargestellt. Quelle: SDA/ATS
NEWS online 18.5.08
Hohe Feinstaubbelastung in Raucherlokalen
Bern - Raucherlokale weisen eine bis zu 33 Mal höhere Feinstaubbelastung
auf als Nichtraucherlokale. Dies zeigt die Lungenliga Schweiz im Vorfeld
der nationalrätlichen Debatte über den Schutz vor dem Passivrauchen
mittels einer Studie auf. (rr/sda)
(...) Gemäss der in 99 Betrieben erhobenen Studie liegt die durchschnittlich
gemessene Feinstaubkonzentration an Partikel mit einem Durchmesser kleiner
als 2,5 Mikrometer (PM2.5) bei 194,4 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft.
Sie liegt somit rund achtmal höher als in einem Nichtraucherlokal,
wo 24,7 Mikrogramm gemessen wurden. (...)
Der höchste gemessene Wert betrug 828,5 Mikrogramm pro Kubikmeter.
Das ist 33 Mal mehr als in Nichtraucherlokalen.
Medienmitteilung Kanton Bern 8.5.08
Schutz vor Passivrauchen wird in der Junisession 2008 behandelt
aid. Der Grosse Rat behandelt das Gesetz zum Schutz vor dem Passivrauchen
in der Junisession 2008. Der Regierungsrat des Kantons
Bern hat den gemeinsamen Antrag mit der grossrätlichen Kommission
an den Grossen Rat verabschiedet. Es soll nur eine Lesung durchgeführt
werden. Damit könnten die neuen Vorschriften bereits anfangs 2009
in Kraft treten. Das bernische Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen sieht
vor, dass alle öffentlich
zugänglichen Innenräume wie Spitäler, Verkaufsgeschäfte
oder Verwaltungsgebäude rauchfrei werden. Für das Gastgewerbe
gilt grundsätzlich die gleiche Regelung. Geraucht werden darf noch
in abgetrennten, mit einer eigenen Lüftung versehenen Raucherräumen
und im Freien. Damit entspricht die Berner Lösung den Vorschriften,
die in vielen Ländern Europas und in anderen Kantonen, beispielsweise
im Tessin, eingeführt worden sind.
Medienmitteilung Kanton Bern 29.4.08
Kommission will umfassenden Schutz vor Passivrauchen einführen
Nachdem der Gesetzgebungsprozess auf Bundesebene ins Stocken
geraten ist, hat die Kommission des Grossen Rats die Detailberatung des
Gesetzes zum Schutz vor Passivrauchen abgeschlossen. Sie will im Kanton
Bern noch 2009 einen umfassenden Schutz vor Passivrauchen einführen,
der den Lösungen anderer Kantone wie Tessin, Solothurn oder Graubünden
entspricht.
An ihrer Sitzung vom 29. April 2008 hat die Kommission die Behandlung
des Themas weitergeführt. Aufgrund des Standes auf Bundesebene hat
die Kommission die Lage neu beurteilt. Sie hat die Beratung des kantonalen
Gesetzes abgeschlossen und beantragt dem Grossen Rat, das kantonale Gesetz
zum Schutz vor Passivrauchen in der Junisession in einer Lesung zu verabschieden.
Dies würde es ermöglichen, die Vorschriften
anfangs 2009 in Kraft zu setzen. (...)
Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates
25.4.08
Die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates
hat im Zusammenhang mit der parl. Initiative „Schutz der Bevölkerung
und der Wirtschaft vor dem Passivrauchen“ die vom Ständerat
geschaffenen Differenzen beraten.
In Übereinstimmung mit dem Ständerat beantragt die Kommission
mit 12 zu 11 Stimmen bei 1 Enthaltung, dass eine Bedienung in Raucherräumen
(Fumoirs) möglich sein soll, präzisiert aber die Bestimmung
des Ständerates dahingehend, dass dafür ein ausdrückliches
Einverständnis der Arbeitnehmenden im Rahmen des Arbeitsvertrags
zu erfolgen hat.
Entgegen dem Ständerat hält die Kommission jedoch – ebenfalls
mit 12 zu 11 Stimmen – daran fest, dass Gastbetriebe und Nachtlokale
auf Bewilligung hin als Raucherbetriebe geführt werden können.
Der Ständerat hatte explizit im Gesetz verankert, dass die Kantone
strengere Vorschriften zum Schutz der Gesundheit erlassen können.
Mit 13 zu 11 Stimmen beantragt die SGK-N, diese Bestimmung zu streichen.
Mit 13 zu 11 Stimmen hält sie zudem daran fest, dass für Gastbetriebe
und Nachtlokale eine spezielle Übergangsfrist von zwei Jahren gelten
soll.
Anm. R. Löffel: Dieser Entscheid
ist ein Skandal und zeigt, dass viele BundesparlamentarierInnen
nicht wirklich die Interessen "des Volkes" vertreten. Damit
bleibt die Differenz zum Ständerat praktisch in vollem Umfang erhalten
und es ist damit zu rechnen, dass die Bereinigung noch einige Zeit in
Anspruch nehmen wird. Der Kanton Bern MUSS
nun mit der sofortigen Umsetzung des Passivrauchschutzes Druck auf die
eidgen. Räte machen.
Berner Zeitung 19.3.08 Kanton Bern
Rauchverbot im Rathaus
Der Grosse Rat nimmt das sistierte Rauchverbot vorweg: Ab sofort
ist das Rauchen im Rathaus während der Sessionen verboten.
Die Präsidentenkonferenz des bernischen Grossen Rates hat beschlossen,
ab sofort das Rauchen während der Sessionen im Rathaus zu Bern zu
verbieten. Wer seiner Sucht frönen will, muss dies künftig draussen
tun, das heisst im Innenhof oder vor dem Rathaus. In der Eingangs- und
in der Wandelhalle ist es nicht mehr erlaubt. Bereits bisher verboten
war das Rauchen im Grossrats- und im Regierungsratssaal sowie in den Sitzungszimmern.
(...)
Eher früher als später wird das Rauchverbot im Rathaus ohnehin
kommen. Denn voraussichtlich am 29.April wird die zuständige Grossratskommission
die Arbeiten am neuen kantonalen Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen (SchPG)
und am Passivrauchschutz-Artikel im kantonalen Gastgewerbegesetz wieder
aufnehmen. (...)
Das SchPG ist – im Gegensatz zum Rauchverbot in den Restaurants
– unumstritten und würde das Rauchen
in öffentlich zugänglichen Innenräumen verbieten. Das
betrifft insbesondere Verwaltungsgebäude, Versammlungslokale, Bildungsstätten,
Schulen, Arztpraxen, Heime, Spitäler, Verkaufsgeschäfte, Dienstleistungsbetriebe,
Kinos, Konzertsäle, Theater, Sportanlagen und Stadien. Dominic Ramel
DRS Regionaljournal BE FR VS 05.03.2008, 06.30, 07.30 und 08.00 Uhr
Ständerat verschärft Entwurf zum Anti-Rauch-Gesetz
(1:52)
Was dies für das (auf Eis gelegte) bernische Gesetz bedeutet. (Link).
MEDIENMITTEILUNG der EVP Kanton Bern 4.3.08
EVP fordert rasche Umsetzung des Passivrauchschutzes im Kanton Bern
Die EVP des Kantons Bern begrüsst den heutigen Entscheid des Ständerates,
den Passivrauchschutz weiter zu verbessern. Allerdings ist zu bemerken,
dass die hier nötige Differenzbereinigung zu Verzögerungen führt
und der Ausgang ungewiss ist. In jedem Fall kostet dies viel Zeit. Darum
favorisiert die EVP eine kantonale Lösung.
Wichtig ist insbesondere der Gesetzesartikel, der den Kantonen erlaubt,
weiter gehende Bestimmungen zum Schutz vor Passivrauch zu erlassen. Mit
dieser Klausel besteht nun auch im Kanton Bern kein Grund mehr, weitere
Zeit zu verlieren.
Die EVP fordert deshalb den Regierungsrat des Kantons Bern und die vorberatende
Kommission auf, das Anliegen der vom Grossen Rat am 13.9.06 überwiesenen
EVP-Motion
nun unverzüglich umzusetzen und das kantonale Gesetz dem Grossen
Rat raschmöglichst vorzulegen. Aus Sicht der EVP würde eine
Lesung zur Behandlung genügen, so dass der Kanton Bern einen wirksamen
Passivrauchschutz bereits in den ersten Monaten des nächsten Jahres
in Kraft setzen könnte.
NZZ online 4.3.08 Schweiz
Ständerat erlaubt keine Raucher-Restaurants
In der Schweiz soll es keine speziellen Raucher-Restaurants geben. Der
Ständerat hat sich für entsprechend strenge Bundesvorschriften
entschieden. Lediglich abgetrennte Raucherräume sollen noch zugelassen
werden. Den Kantonen steht es frei, noch strengere
Vorschriften zu erlassen. (...)
Berner Zeitung 29.2.08 Kanton Bern / Rauchverbot
Kanton wartet nicht mehr auf den Bund
Regierungsrat Andreas Rickenbacher will das
kantonale Rauchverbot vom Eis nehmen und so die Lücken beim Bund
schliessen.
«Wir sollten nicht mehr auf den Bund warten, sondern die kantonale
Gesetzgebung rasch wieder aufnehmen», sagt der Berner Volkswirtschaftsdirektor
Andreas Rickenbacher (SP). Deshalb wird sich die zuständige Grossratskommission
am 29. April treffen, um das
kantonale Rauchverbot wieder voranzutreiben. Ziel ist es, dass der
Grosse Rat das Rauchverbot in der Junisession verabschieden und dieses
bereits im Verlauf des Jahres 2009 in Kraft gesetzt werden kann. (...)
Tribune de Genève 25.2.08
La fumée sera bannie des lieux publics avant l'été
Près de 80% des Genevois approuvent l'interdiction de
fumer dans les lieux publics intérieurs ou fermés. Un règlement
d'applicationsera adopté ces prochains jours,pour une entrée
en vigueur rapide. (...)
Ils ne croyaient pas atteindre un tel score, même dans leurs pronostics
les plus optimistes. Hier, les partisans de l'initiative «Fumée
passive et santé» étaient ravis et surpris par l'ampleur
du résultat. A 79,16% de oui, avec une participation
de plus de 61%, les Genevois ont décidé de bannir la fumée
des lieux publics intérieurs ou fermés. (...)
AP 24.2.08 / NZZ online
Genf wird erster Westschweizer Kanton mit Rauchverbot in Gaststätten
Genf führt als erster Westschweizer Kanton ein Rauchverbot
in Restaurants ein. (....)
(ap) Bei einer Stimmbeteiligung von 61,6 Prozent wurde das Rauchverbot
mit 111'562 Ja gegen 29'363 Nein angenommen. Vor Genf haben bereits
das Tessin, Appenzell-Auserrhoden und Solothurn die Raucher aus den Gaststätten
verbannt. Genf wird damit der erste «Nichtraucher-Kanton»
der Westschweiz. Volksinitiativen wie jene in Genf sind allerdings auch
in den Kantonen Waadt, Freiburg und Neuenburg hängig. Im Wallis wird
das Rauchen in Gaststätten ab 2009 verboten. Gegen das Rauchverbot
opponierten von den Parteien einzig die Liberalen, die darin eine Einschränkung
der persönlichen Freiheit sahen. Auch die Hotellerie und das Gastgewerbe
stellten sich hinter die Vorlage.
sda 19.2.08 / 20 Minuten online
27 Lösungen im Kampf gegen Passivrauchen
Jeden Tag stirbt in der Schweiz ein Mensch am Passivrauchen.
Trotzdem lassen sich weder im National- noch im Ständerat klare Mehrheiten
für eine saubere Lösung finden, um den Nebel zu lichten. Leidtragende
bleiben die Arbeitenden im Gastgewerbe.
Das Gesetz zum Schutz vor dem Passivrauchen ist bereit für den Zweitrat
in der Märzsession. Gegenüber dem Nationalrat hat es die ständerätliche
Gesundheitskommission (SGK) für das Gastgewerbe wieder leicht verschärft.
(...)
Kantone können weiter gehen
Verschärfen will die SGK die Vorlage, bei welcher der Erstrat dem
Gastgewerbe letzten Herbst weit entgegengekommen ist, in drei Punkten.
Vorweg sollen die Kantone strengere Vorschriften erlassen dürfen
als der Bundesgesetzgeber. (...)
Berner Zeitung 16.2.08 Ihre Seite
Jetzt gibts keine Ausreden mehr!
Angesichts der neuen Studienresultate über die Belastung durch
Passivrauch hat der Ständerat nun wirklich
keine Ausreden mehr: Er muss das löchrige Gesetz des Nationalrates
nachbessern. Absolute Minimalvariante ist die Verankerung
einer expliziten Gesetzesbestimmung, dass die Kantone weitergehende Bestimmungen
zum Schutz vor Passivrauchen erlassen dürfen.
Noch besser wäre es, der Ständerat würde den Kniefall des
Nationalrates vor der Tabakindustrie korrigieren.
Karin Segessenmann-Hegnauer Gemeinderätin Lyss
Bund 4.2.08 Schweiz
Genf will radikalen Schutz
In Genf kommt die bisher radikalste Rauchverbots-Initiative
der Schweiz zur Abstimmung. Sie hat gute Chancen auf Erfolg an der Urne.
(...) Denise Lachat Pfister, Genf
Rauchverbote sind im Tessin, Solothurn, Graubünden und Appenzell-Ausserrhoden
bereits beschlossene Sache. Doch keiner der vier Kantone geht so weit
wie Genf. Dort will die Initiative, die am 24. Februar zur Abstimmung
kommt, nicht nur das Rauchen in Bars und Restaurants, Bildungs- und Freizeiteinrichtungen
sowie in öffentlichen Verwaltungen, Spitälern und Transportmitteln
unterbinden, sondern selbst abgeschlossene, separate Raucherräume
verbieten. Dass Genf nichts von «Fumoirs» in Restaurants oder
Bars wissen will, begründet Brigitte Schneider Bidaux von den Grünen
so : «Ziel ist es, das Personal umfassend vor Passivrauchen zu schützen.
Das geht nur mit einem klaren Verbot.» Schneider Bidaux ist Vizepräsidentin
der Gesundheitskommission des Genfer Parlaments, das die Initiative klar
gutgeheissen hat. Einzig die Liberalen lehnen die Vorlage ab. (...)
NZZ online 26.11.07
Ja zu Gesundheitsgesetzen mit Schutz vor Passivrauchen
Nach den Kantonen Tessin
und Solothurn machen nun
auch Graubünden und Appenzell-Ausserrhoden Ernst im Kampf gegen den
blauen Dunst: Das Rauchen in Restaurants und weiteren öffentlich
zugänglichen Räumen wird verboten.
In Graubünden darf
ab Anfang März 2008 in öffentlichen Räumen nicht mehr geraucht
werden. In Restaurants und Bars bleibt das Rauchen in abgetrennten Räumen
erlaubt. Diese Regelung hat das Stimmvolk mit der Anahme des Gesundheitsgesetzes
abgesegnet. Der Entscheid fiel deutlich mit 35'035 Ja zu 11'766 Nein.
Die Stimmbeteiligung erreichte 36%.
Vergleichsweise knapp fiel der Entscheid im Kanton Appenzell-Ausserrhoden:
Bei einer Stimmbeteiligung von 46,2% wurde das neue Gesundheitsgesetz
inklusive Rauchverbot in Restaurants mit 8954 Ja gegen 7414 Nein angenommen.
(Anm. R. Löffel: Nur im Kanton Bern kommen die Juristen zum Schluss,
der Kanton dürfe nichts machen...)
Berner Zeitung + Bieler Tagblatt 22.11.07 Kanton / Rauchverbot in Restaurants
Bern gibt nach und wartet ab
Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher hat sich durchgesetzt:
Der Kanton Bern erlässt noch kein Rauchverbot in Restaurants. Er
wartet ab, welche Regelung der Bund beschliesst. Dies hat der Grosse Rat
entschieden.
Dass der Regierungsrat und eine klare Mehrheit des Grossen Rats ein scharfes
Rauchverbot in öffentlichen Räumen und Restaurants wollen, steht
schon länger fest. Gestern ging es nur um die Frage des Tempos. Unterlegen
sind jene Kreise, die es besonders eilig haben: SP, Grüne, EVP und
EDU wollten erreichen, dass der umstrittene Artikel bereits jetzt im Gastgewerbegesetz
verankert wird, obwohl auf Bundesebene ebenfalls eine gesetzliche Regelung
in Arbeit ist. Damit verloren sie gestern die entscheidende Abstimmung
im Grossen Rat mit 70 gegen 77 Stimmen bei 4 Enthaltungen. (...).

Waren sich gar nicht einig: Regierungsrat Andreas Rickenbacher
(links) und Grossrat Ruedi Löffel.
«Löchriger als Käse»
(...) Auf der Gegenseite plädierte Patric Bhend (SP, Thun) für
eine schnelle Lösung: «Wir wollen nicht auf den Bund warten.»
Ruedi Löffel (EVP, Münchenbuchsee) – so was wie der Vater
des bernischen Rauchverbots – bezeichnete die Variante des Nationalrats
als «löchriger als ein ausgereifter Emmentaler». Er widersprach
den Juristen des Kantons und gab sich überzeugt, dass der Kanton
eine Regelung beschliessen könne, die über das Bundesgesetz
hinausgehe. Zudem warnte Löffel eindringlich, es könnten Jahre
vergehen, bis das Bundesgesetz in Kraft trete. Dem widersprach Rickenbacher:
Er sei überzeugt, dass National- und Ständerat relativ rasch
vorgehen würden. Es sei besser, wenn der Kanton jetzt «drei,
vier Monate» abwarte und erst dann eine allfällige Gesetzesrevision
beschliesse. So könnte das Gesetz an die Bundesregelung angepasst
werden.
(...) Zuletzt ging die Revision des Gastgewerbegesetzes ohne den Antirauchartikel
glatt durch: mit 104 gegen 23 Stimmen bei 14 Enthaltungen. Eine zweite
Lesung findet nicht statt – damit ist die Revision definitiv. Sie
betrifft insbesondere Saufpartys und die Überzeitregelung. fab
Berner Zeitung 22.11.07 O-TON
"Machen wir jetzt keine Rückwärtspirouette."
Schon gar nicht mit einer Zigarette im Mund.
Rauchverbots-Verfechter Ruedi Löffel (EVP, Münchenbuchsee)
Bund 22.11.07 Bernseite
Bloss eine kurze Atempause für Raucher
Der Kanton Bern soll nicht mit einem Rauchverbot vorprellen,
während auf Bundesebene ein entsprechendes Gesetz ausgearbeitet wird:
Das bernische Kantonsparlament hat deshalb bei der Beratung des Gastgewerbegesetzes
den Raucherartikel ausgeklammert.
Vorne im Grossratssaal nahm Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher
gestern Nachmittag Gratulationen entgegen, während EVP-Grossrat Ruedi
Löffel (Münchenbuchsee) in der hintersten Reihe zerknirscht
in seine Unterlagen blickte. Eben hatte der Rat mit 77 zu 70 Stimmen beschlossen,
den Artikel zum Nichtraucherschutz aus dem Gastgewerbegesetz vorläufig
noch auszuklammern.
Löffel hatte sich eindringlich für den
Artikel eingesetzt. Dass auf Bundesebene ebenfalls an einem Gesetz gearbeitet
wird, spiele keine Rolle, sagte er. Im Gegenteil: «Genau darum»
sei es wichtig, dass Bern nun ein Zeichen setze, «damit der Ständerat
weiss, ’äs git keh Bire’». Löffel und andere
beriefen sich auf das Volk: «65 bis 70 Prozent wollen rauchfreie
Gaststätten – die Volksgesundheit hat Vorrang vor formaljuristischen
Überlegungen», sagte Peter Bernasconi (sp, Worb) und Löffel
meinte: «Machen wir jetzt keine Rückwärtspirouette.»
Dass der Schutz von Nichtrauchern ein vordringliches Anliegen ist, war
gestern unbestritten. (...)
Der Weg zum Rauchverbot
Die Motionen der Grünen («Rauchfreies Geniessen in Berner Restaurants»)
und von EVP-Grossrat Ruedi Löffel («Saubere
Luft im Gastgewerbe») waren im Juni 2005 im Kantonsparlament
noch gescheitert. Angenommen wurde in der gleichen Session jedoch eine
andere Motion von Löffel: «Saubere
Luft in öffentlich zugänglichen Innenräumen»,
also zum Beispiel in Schulen, Verwaltungsgebäuden, Spitälern
oder Kinos.
In der Septembersession 2006 kamen Ruedi Löffel und drei Mitunterzeichner
hingegen deutlich durch. Ihre Motion
«Schluss jetzt mit unerwünschtem Rauch im Gastgewerbe»
wurde vom Grossen Rat mit 83 zu 58 Stimmen angenommen. Rauchen soll nur
noch in Fumoirs, also in abgetrennten und mit eigener Lüftung versehenen
Räumen erlaubt sein.
Bereits im März dieses Jahres legte der Regierungsrat ein Gesetz
vor. In Restaurants, Bars und Discos soll das Rauchen grundsätzlich
verboten werden. Gestattet ist es nur noch in Fumoirs. Spezielle Raucherbeizen
sind nicht vorgesehen.
Im September trat die Regierung auf die Bremse: Weil sich eine Bundeslösung
abzeichne, sei es besser, bei der Revision des Gastgewerbegesetzes den
Artikel auszuklammern, der das Passivrauchen betrifft.
Anfang Oktober hat der Nationalrat ein Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen
erlassen. Dieses ist weniger radikal: Kann ein Wirt nachweisen, dass es
für ihn unzumutbar ist, Raucher- und Nichtraucherräume zu separieren,
darf in seinem Restaurant weiter geraucht werden.
Voraussichtlich im Frühling wird sich der Ständerat mit dem
Gesetz befassen. (db)
Berner Rundschau 22.11.07 Kanton Bern
Rauch hat sich nicht verzogen
Das Rauchen in Restaurants, Bars und Pubs im Kanton Bern wird
vorerst nicht verboten. Der Grosse Rat hat gestern nach einer emotional
geführten Debatte hauchdünn entschieden, eine gesamtschweizerische
Lösung abzuwarten. Christian Liechti
Im Grundsatz waren sich die Grossräte von links bis rechts einig:
Die Bürgerinnen und Bürger müssen
mit einem griffigen Gesetz vor dem gesundheitsschädigenden Passivrauchen
geschützt werden; sei dies der Gast im Restaurant oder die
Bar-Maid hinter der Theke. Das wars dann auch schon mit der Einigkeit:
Denn die Geister schieden sich darüber, ob der vom Grossen Rat eingeschlagene
Weg der richtige sei oder nicht.
Die vorberatende Kommission und der Regierungsrat waren übereingekommen,
nicht schon in der Novembersession über das Passivrauchen im Rahmen
der Revision des Gastgewerbegesetzes zu diskutieren. Denn im Oktober behandelte
bereits der Nationalrat ein ähnlich lautendes Bundesgesetz zum Schutz
vor Passivrauchen. Voraussichtlich im Frühling kommt es in den Ständerat.
«Löchrig wie ein Emmentaler Käse»
«Das Gesetz auf Bundesebene ist nicht gleichwertig mit unserem Vorschlag»,
sagte Ruedi Löffel (EVP/Münchenbuchsee), «das Bundesgesetz
ist löchrig wie ein ausgereifter Emmentaler Käse.» Zudem
befürchtete Löffel, dass es noch mehrere Jahre dauern könnte,
bis auf eidgenössischer Ebene ein Rauchverbot eingeführt werden
kann. Neben der EVP sprachen sich auch SP, Grüne und EDU für
ein kantonales Rauchverbot in Gastgewerbebetrieben aus. Dabei verwiesen
sie auf die Kantone Tessin und Solothurn, die ein Rauchverbot bereits
beschlossen haben. (...)
Futter für die Juristen
Die Diskussion drehte sich jedoch auch immer wieder darum, ob Bundesrecht
kantonalem Recht in diesem Fall übergeordnet werde. Durch das Eintreten
des Nationalrats auf die Vorlage habe im Oktober eine wesentliche Änderung
der Zuständigkeiten stattgefunden, erklärte Regierungsrat Andreas
Rickenbacher (SP). In der Bundesverfassung sei der Vorrang des Bundesrechts
klar verankert. (...)
Rickenbacher schien mit seiner Rede doch noch einige Unentschlossene umgestimmt
zu haben. Die Schlussabstimmung fiel mit 77:70 Stimmen nur knapp gegen
eine kantonale Regelung aus. 4 Parlamentarier enthielten sich der Stimme.
DRS Regionaljournal BE FR VS 21.11.2007, 17.30 Uhr
Kein bernisches Sonderzüglein beim Kampf gegen Passivrauchen
(7:25)
Eine knappe Mehrheit des Rates verzichtet auf ein kantonales Sonderzüglein
beim Kampf gegen Passivrauchen und zieht es vor, auf die einheitliche
Bundesregelung zu warten. Grossrat Ruedi Löffel,
der Motor des Kampfes wider den blauen Dunst, wurde gebremst. (Link).
sda 21.11.07 Kanton Bern
Passivrauchen: Kanton wartet auf Bundeslösung
Im bernischen Grossen Rat herrscht zwar Einigkeit darüber,
dass es einen griffigen Schutz vor dem Passivrauchen im Gastgewerbe braucht.
Dennoch beschloss der Rat am Mittwoch nach emotioneller Debatte, vorerst
den Entscheid auf Bundesbene abzuwarten.
Die grossrätliche Kommission und der Regierungsrat wollten mit der
Änderung des Gastgewerbegesetzes und den entsprechenden Einschränkungen
des Rauchens in öffentlichen Räumen noch zuwarten. Zunächst
gelte es den Entscheid des Ständerats abwarten, weil «noch
Korrekturen möglich seien».
Ein Dorn im Auge ist der grossrätlichen Kommission, dass der Entscheid
des Nationalrats Ausnahmen für Raucherbetriebe ermöglicht. Nach
dem Eintreten des Nationalrats gelte der Grundsatz, dass Bundesrecht dem
kantonalen Recht vorgehe.
Hier hakten die Gegner der abwartenden Haltung aus den Reihen von EVP,
EDU, Grünen und SP ein. Sie glauben, dass der Ständerat noch
stärker «von der Tabaklobby unterwandert ist» als der
Nationalrat. Deshalb bringe es nichts, auf Bundesrecht zu warten, das
noch gar nicht existiere.
«Bundesmühlen mahlen langsam»
Die Befürworter einer strengeren Lösung, als sie aus dem Nationalrat
hervorging, verwiesen auf das Beispiel der Kantone Tessin und Solothurn,
die im Grundsatz ein Verbot beschlossen haben. Appenzell Ausserrhoden,
Graubünden, Zug und Zürich seien daran, einen strengen Schutz
einzuführen.
Diesem Beispiel sei zu folgen, «denn die Bundesmühlen mahlen
langsam», sagte Philippe Messerli (EVP/Nidau). Mitrauchen sei auch
bei kurzer Dauer ganz besonders schädlich, wie neuere Studien zeigten,
sagte Mediziner Thomas Heuberger (Oberhofen) namens der Grünen. (...)
Klaus Künzli (FDP/Ittigen), Präsident von Gastrosuisse, gab
zu bedenken, dass eine einzig auf das Gastgewerbe bezogene Norm wenig
bringe. Auf Bundesebene sei eine umfassendere Regelung in Arbeit, die
einen generellen Mitraucherschutz in öffentlichen Räumen bringe.
Ruedi Löffel (EVP/Münchenbuchsee) entgegnete, das kantonale
Spezialgesetz zum Passivrauchen, das den generellen Schutz in öffentlichen
Räumen vorsehe, sei vorhanden. Es könne gleichzeitig mit dem
Gastgewerbegesetz in Kraft treten.
Nach einem eingehenden Votum von Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher,
jetzt nichts zu beschliessen, was dem Bundesrecht zuwiderlaufe, entschied
sich der Rat, das Gastgewerbegestz ohne spezielle Bestimmung zum Rauchen
zu belassen. Dieser Entscheid fiel knapp mit 77:70 Stimmen.
Alkoholkonsum und Überzeit
Zu den übrigen Bestimmungen, welche die Revision des Gastgewerbegesetzes
(GGG) im engeren Sinn betreffen, gab es keine Differenzen. Somit hält
das revidierte Gesetz fest, Flat Rate Parties (Anlässe mit unbeschränktem
Alkoholausschank) zu verbieten. Diese förderten das Rauschtrinken
Jugendlicher in unverantwortlicher Weise, lautete die Begründung.
Bei der Überzeitregelung gibt es eine Lockerung. Statt zwingend um
03.30 Uhr schliessen zu müssen, können Betriebe neu eine bestimmte
Anzahl von durchgehenden Bewilligungen erhalten. Grund ist unter anderem,
dass Vandalenakt nach dem Beizenschluss in den frühen Morgenstunden
besonders häufig sind.
Diese Neuerungen können nun rasch eingeführt werden, da der
Rat beschloss, nur eine Lesung durchzuführen. Er verabschiedete die
Gesetzesrevision mit 104:23. In Sachen Passivraucherschutz wartet der
Kanton nun die Entwicklung auf Bundesebene ab.
Berner Zeitung 21.11.07 Kanton / Rauchverbot
Nicht alle warten
Während der Kanton Bern sein Rauchverbot auf Eis gelegt
hat, machen andere Kantone vorwärts. Sie warten nicht auf den Bund.
Dürfen die Kantone noch eigene Rauchverbote erlassen, nachdem der
Nationalrat ein nationales Gesetz zum Schutz vor dem Passivrauchen aufgegleist
hat? Diese Frage wird heute im Grossen Rat bei der Behandlung des Gastgewerbegesetzes
(GGG) für hitzige Diskussionen sorgen.
Regierungsrat Andreas Rickenbacher (SP) und die knappe Mehrheit der zuständigen
Kommission verneinen die Frage. Bundesrecht breche kantonales Recht; daher
mache es keinen Sinn, wenn der Kanton vorpresche. Sie haben deshalb die
Arbeiten für ein kantonales Rauchverbot sistiert. Konkret wurden
der Artikel 27 im GGG und das neue Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen
auf Eis gelegt.
Die Kommissionsminderheit ist damit nicht einverstanden. EVP, EDU, SP
und grosse Teile der Grünen stellen heute bei der Beratung des GGG
den Antrag, den Nichtraucherschutzartikel 27 im Gesetz zu verankern. Solange
das nationale Gesetz nicht in Kraft sei, könne es kantonales Recht
nicht brechen, argumentieren sie. Rückenwind erhalten sie aus anderen
Kantonen.
Graubünden, Appenzell-Ausserrhoden, Zug und Zürich warten nicht
auf den Bund und erlassen eigene Gesetze. In Graubünden findet am
Sonntag eine Volksabstimmung statt.
Der Bündner Rechtsdienst kam zum Schluss, dass das Prinzip, wonach
Bundesrecht kantonales Recht breche, «an und für sich»
auch beim Passivrauchschutz gelte. «Dieser Grundsatz wird aber durchbrochen,
wenn die kantonale Regelung die Wirksamkeit der bundesrechtlichen Regelung
verstärkt», heisst es in einem Schreiben von Justizdirektor
Martin Schmid. «Vorliegendenfalls würde die kantonale Regelung
den Schutz der öffentlichen Gesundheit besser gewährleisten
als die im Moment vorliegende Fassung des Erlasses auf Bundesebene.»
In diesem Fall würde die kantonale Regelung dem Bundesrecht vorgehen.
Dominic Ramel
Berner Zeitung 17.11.07 Kanton / RESTAURANTS
Rauchgegner im Nachteil
Die Grünen wollen den Antrag von SP, EVP und EDU, ein Rauchverbot
in Restaurants einzuführen, nicht unterstützen.
Wenn der Grosse Rat nächste Woche das revidierte Gastgewerbegesetz
(GGG) behandelt, wird ein Thema die Gemüter ganz besonders erhitzen:
der Schutz vor dem Passivrauchen. Dieser ist im Kanton Bern ins Stocken
geraten. Weil der Nationalrat im Oktober ein Rauchverbot auf Bundesebene
beschlossen habe, könnten die Kantone nur noch bedingt tätig
werden, argumentieren Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher (SP)
und die Mehrheit der zuständigen Kommission. Deshalb wurden die Arbeiten
für ein kantonales Rauchverbot in Restaurants und öffentlichen
Räumen sistiert.
Minderheit gibt nicht auf
Damit ist die Kommissionsminderheit nicht einverstanden. Die Grossräte
Patric Bhend (SP, Thun), Johanna Wälti (Grüne, Burgdorf), Markus
Kronauer (EDU, Burgdorf) und Ruedi Löffel (EVP, Münchenbuchsee)
werden den Antrag stellen, den auf Eis gelegten Passivrauchschutz-Artikel
doch ins GGG aufzunehmen. Dieser würde das Rauchen in Berner Restaurants
mit Ausnahme von abgetrennten Fumoirs verbieten. Solange das Bundesrecht
noch in Arbeit sei, könne es kein kantonales Recht verhindern, argumentieren
die vier Grossräte. Zudem werde es noch lange dauern, bis es auf
Bundesebene so weit sei.
Grüne wollen abwarten
Die Fraktionen von EVP, EDU und grossmehrheitlich auch der SP unterstützen
dieses Ansinnen. Doch bei den Grünen hat sich die Mehrheit dafür
ausgesprochen, die Arbeiten auf Bundesebene abzuwarten: Es mache keinen
Sinn, wenn der Kanton vorpresche, ohne zu wissen, was auf Bundesebene
beschlossen werde. Damit ist absehbar, dass die vier Grossräte mit
ihrer Forderung im Rat keinen Erfolg haben werden. Dominic Ramel
Berner Zeitung 26.10.07 IHRE SEITE
Versprechen in Rauch aufgelöst
Ausgabe vom 19.Oktober «Kantonales Rauchverbot liegt auf
Eis»
Ich bin erstaunt, dass sich Beschlüsse des Grossen Rates so in Rauch
auflösen. Statt vorwärts zu gehen, geht man zurück. Dabei
wurde versprochen, «unverzüglich» ein eigenes Rauchverbot
zu erlassen , wenn sich keine Bundeslösung anbahnt. Von «Vorpreschen
auf nationaler Ebene» mit einem eigenen Rauchverbot kann keine Rede
sein, da der Kanton Tessin das Rauchverbot mit Erfolg eingeführt
und umgesetzt hat. Ich frage mich, welche politischen und wirtschaftlichen
Kräfte zu diesem Rückschritt führen, und bedaure dies.
Markus Bont Niederwangen
Berner Rundschau / MLZ 20.10.07 Kanton Bern
Die Köpfe rauchen
Passivrauchen: Nationalrat spaltet
Grossratskommission
Trotz Enttäuschung über den Entscheid des Nationalrats
zum Schutz vor Passivrauchen will die vorberatende Kommission des Grossen
Rates die Arbeit am kantonalen Gesetz vorerst ruhen lassen. Eine Minderheit
will weiter Druck machen.
Die Kommissionsmehrheit erachtet die vom Nationalrat vorgesehene Lösung
für ungenügend, weil sie Ausnahmen für Raucherbetriebe
mit Auflagen vorsieht. Die Kommission hofft nun auf eine Korrektur durch
den Ständerat, wie sie gestern mitteilte. Der Schutz vor dem Passivrauchen
im Gastgewerbe werde zu stark geschwächt. Dies sei aus Sicht der
Prävention «nicht annehmbar».
Die Hände gebunden
Die Mehrheit der Kommission ist aber der Meinung, dass ihr aus rechtlicher
Sicht im Moment die Hände gebunden sind. (...)
«Bundesrecht fehlt noch»
Eine Minderheit der Kommission ist nicht bereit, die Beratung an einem
eigenen kantonalen Gesetz zum Passivrauchen bis zum allfälligen Scheitern
der Bemühungen auf Bundesebene ruhen zu lassen. «Bundesrecht,
das noch gar nicht existiert, kann kantonales Recht nicht brechen»,
sagte Ruedi Löffel (EVP/Münchenbuchsee) auf Anfrage. Die Minderheit
will den Grossen Rat im November für ihre Gangart gewinnen. Zusammen
mit Kommissionsmitgliedern der SP, Grünen und EDU kämpft die
EVP weiter für eine kantonale Regelung. Der Ständerat scheine
nämlich «noch stärker von der Tabaklobby unterwandert»
als der Nationalrat, heisst es in einer Mitteilung der Berner Anhänger
des konsequenten Rauchverbots.
«Schwammige Ausnahmeregelungen» führten
zu einer Ungleichbehandlung der Gastrobetriebe. Im Endeffekt könnte
dies zu 26 unterschiedlichen kantonalen Definitionen führen - «eine
Absurdität», sagt die Kommissionsminderheit. Nur ein griffiger
Passivrauchschutz in der Gastronomie verhindere Wettbewerbsverzerrungen,
bringe neue, andere Kundschaft und trage zu besserer Gesundheit von Angestellten
und Gästen bei. Bei dieser Ausgangslage zeichnet sich für November
eine lebhafte Debatte im Grossen Rat ab. (...)
Bund 20.10.07 Kanton Bern
Neuer Streit ums Rauchverbot
Die Grossratskommission, die über die Nichtraucherschutzgesetze
berät, hat sich zerstritten
Das geplante Rauchverbot in Restaurants sorgt für rauchende Köpfe:
Grossräten aus SP,Grüne, EVP und EDU geht die Lösung des
Nationalrats zu wenig weit, sie wollen jetzt eine kantonale Regelung forcieren.
Fraglich ist, ob eine solche juristisch noch möglich ist. Stefan
Wyler
(...) Anfang Oktober hat der Nationalrat darüber beraten: (...) Bei
den Restaurants beschloss er weit gehende Ausnahmen: Rauchen soll (ausser
in Fumoirs) auch in speziellen Raucherbetrieben erlaubt sein – für
solche soll es eine Bewilligung geben, wenn die Einrichtung eines Fumoirs
«nicht möglich oder unzumutbar» sei. Der Branchenverband
Gastrosuisse reagierte erfreut auf den Entscheid. («Bund»
vom 5. Oktober 2007).
Krach in der Kommission
Am Donnerstag dieser Woche hat nun wieder die Grossratskommission getagt,
die die bernischen Nichtrauchergesetze vorberät. Eine Mehrheit des
Gremiums befand, dass der Vorschlag des Nationalrats «ungegnügend»
sei und den Schutz vor Passivrauchen stark schwäche. Völlig
uneinig aber waren sich die Kommissionsmitglieder in der Frage, was nun
zu tun sei. Mit Stichentscheid des Präsidenten, des Lysser SVP-Mannes
Ueli Spring, beschloss die Kommission schliesslich, die bernischen Gesetze
vorläufig nicht weiter zu beraten. Man hoffe, dass der Ständerat
«die Sache wieder kehrt», sagte Spring gestern auf Anfrage.
An einer kantonalen Gesetzgebung weiterzuarbeiten habe aber keinen Sinn.
Wenn der Bundesgesetzgeber die Sache nun einheitlich national regle, dann
bleibe für eine kantonale Regelung kein Spielraum mehr.
Empörte Nichtraucherschützer
Geradezu empört über diesen Entscheid der Kommissionsmehrheit
äusserten sich gestern an einer eilends einberufenen Medienkonferenz
die vier Kommissionsmitglieder Ruedi Löffel (evp), Patric Bhend(sp),
Johanna Wälti (grüne) und Markus Kronauer (edu). Sie warfen
ihren bürgerlichen Kommissionskollegen «Wortbruch» vor.
Diese hätten versprochen, die Beratungen nur so lange zu sisitieren,
bis Gewissheit bestehe, dass der Nationalrat eine gleichwertige Regelung
erlasse. Dies habe der Nationalrat nun aber nicht getan. Dessen Lösung
führe zu Definitonsproblemen und zu einer Ungleichbehandlung der
Gastgewerbebetriebe. Mit dieser Lösung werde es in der Schweiz noch
viele Restaurants geben, die gar nicht rauchfrei würden. So aber
würden die Menschen nicht genügend vor dem Passivrauchen geschützt.
Auf den Ständerat hoffen mögen die vier Grossräte nicht.
Statt der «verwässerten Bundeslösung» wollen sie
nun möglichst rasch eine «griffige kantonale Regelung»
beschliessen. Ein Rauchverbot, wie es der Regierungsrat einst vorschlug,
wollen sie in der Novembersession beantragen, wenn das Gastgewerbegesetz
(wegen anderen Fragen) beraten wird. Die juristischen Argumente der Kommissionsmehrheit
zog Löffel gestern in Zweifel. Klarheit in der Frage, ob die Kantone
nach einer nationalen Regelung noch eigene Vorschriften erlassen dürften,
werde wohl erst ein Entscheid des Bundesgerichts bringen, sagte er. (...)
Berner Zeitung + Bieler Tagblatt 20.10.07 Kanton Bern
Schlagabtausch um das Rauchverbot
Ein Rauchverbot im Kanton Bern, dafür wollen sich SP, Grüne,
EDU und EVP einsetzen. DOMINIC RAMEL
Der Schutz vor dem Passivrauchen ist im Kanton Bern ins Stocken geraten.
Am Donnerstag hat die zuständige Grossratskommission knapp beschlossen,
die Detailberatung des kantonalen Rauchverbots weiter zu sistieren. Dies,
obwohl die Mehrheit der Kommission die vom Nationalrat beschlossene Bundeslösung
als «ungenügend» erachtet. Der Nationalrat hatte sich
Anfang Oktober gegen ein striktes Rauchverbot ausgesprochen. In Restaurants
soll das Rauchen weiterhin erlaubt sein, wenn der Wirt nachweisen kann,
dass bei ihm abgetrennte Räume nicht möglich sind.
Diese Ausnahmeregelung finden der bernische Volkswirtschaftsdirektor Andreas
Rickenbacher und die Grossratskommission nicht gut. Rickenbacher und die
knappe Mehrheit der Kommission sind aber der Meinung, dass dem Kanton
aus juristischen Gründen die Hände gebunden seien. Weil
der Nationalrat ein Rauchverbot auf Bundesebene beschlossen habe, könnten
die Kantone nur noch bedingt tätig werden, argumentieren sie. Denn
Bundesrecht breche kantonales Recht.
Die unbefriedigende Lösung des Nationalrats müsse daher auf
Bundesebene, das heisst vom Ständerat, korrigiert werden. Sie wollen
die Beratungen des kantonalen Verbots erst wieder aufnehmen, wenn die
eidgenössische Regelung «in einem weiteren Schritt scheitern»
sollte.
Minderheit will sich wehren
Die knapp unterlegene Kommissionsminderheit ist damit gar nicht einverstanden.
Sie seien «verärgert», sagten die Grossräte Patric
Bhend (SP-Juso, Thun), Johanna Wälti (Grüne, Burgdorf), Markus
Kronauer (EDU, Burgdorf) und Ruedi Löffel (EVP, Münchenbuchsee)
gestern vor den Medien. Und zwar darüber, dass die Kommission nicht
wie Ende September angekündigt das kantonale Rauchverbot umsetzen
will, nachdem der Nationalrat ein abgeschwächtes Verbot beschlossen
hat. Sie befürchten zudem, dass der Ständerat das Rauchverbot
nicht verbessern, sondern gar noch weiter abschwächen wird. Denn
der Ständerat sei noch tabakfreundlicher eingestellt. Deshalb wollen
die vier Grossräte dafür sorgen, dass es im Kanton Bern mit
dem Rauchverbot rasch vorwärtsgeht: Wenn der Grosse Rat im November
das Gastgewerbegesetz behandelt, werden sie den Antrag stellen, den auf
Eis gelegten Passivrauchschutz-Artikel ins GGG aufzunehmen.
DRS Regionaljournal BE FR VS 19.10.2007, 17.30 Uhr
Kantonales Rauchverbot in Bern umstritten (2:17)
Die vorberatende Kommission ist sich uneinig: Abwarten, bis eine Bundeslösung
getroffen wurde - oder vorpreschen mit einem kantonalen Gesetz? (Link).
Berner Zeitung 19.10.07 Kanton Bern
Kantonales Rauchverbot liegt auf Eis
Der Kanton Bern will beim Rauchverbot jetzt auch den Entscheid
des Ständerats abwarten. SP, Grüne, EDU und EVP sind empört.
(...) Gestern gab es in der zuständigen Grossratskommission eine
heftige Debatte darüber, ob der Kanton Bern ein eigenes Rauchverbot
erlassen oder die vom Nationalrat aufgegleiste Bundeslösung abwarten
soll. Gemäss Recherchen dieser Zeitung beschloss die Kommission schliesslich,
die Detailberatung der kantonalen Vorlage weiter sistiert zu behalten
und auch noch den Entscheid des Ständerats abzuwarten. Somit wird
der Grosse Rat im November nicht über das Rauchverbot befinden können.
Die Kommissionsmitglieder und das zuständige kantonale Amt für
Wirtschaft (Beco) lehnten gestern mit Verweis auf eine Medienmitteilung,
die am Freitag verschickt werde, jeglichen Kommentar ab. Allerdings luden
die Kommissionsvertreter von SP, Grünen, EDU und EVP für heute
zu einer Medienkonferenz ein. Unter dem Titel «Passivrauchschutz
im Kanton Bern endlich umsetzen – Bevölkerungsmehrheit endlich
ernst nehmen» wollen die Grossräte Patric Bhend (SP-Juso, Thun),
Johanna Wälti (Grüne, Burgdorf), Markus Kronauer (EDU, Burgdorf)
und Ruedi Löffel (EVP, Münchenbuchsee) ihre Sicht der Dinge
darlegen.
Die Kehrtwende
Dass der Entscheid der Kommission auf Kritik
stösst, ist nachvollziehbar. Denn diese
hat eine Kehrtwende vollzogen: Ende September hatte sie beschlossen, die
Detailberatung der Vorlage des Regierungsrats für ein Rauchverbot
aufzuschieben, um den Entscheid des Nationalrats abzuwarten. Sie hatte
aber klargemacht, dass der Kanton Bern «unverzüglich»
ein eigenes Rauchverbot erlassen werde, wenn der Nationalrat nicht eine
mit dem Kanton Bern gleichwertige Lösung beschliessen sollte.
Dieser Fall ist Anfang Oktober eingetreten: Der Nationalrat sprach sich
gegen ein striktes Rauchverbot aus. Rauchen soll in Restaurants weiterhin
erlaubt sein, wenn der Wirt nachweisen kann, dass bei ihm abgetrennte
Räume nicht möglich sind.
Doch statt wie angekündigt sofort die Detailberatung des kantonalen
Rauchverbots aufzunehmen, will die Kommission jetzt weiter auf die Bundeslösung
warten. Die knappe Mehrheit sprach sich aus juristischen Gründen
für dieses Vorgehen aus. Bundesrecht breche kantonales Recht, argumentierten
sie. Daher mache es keinen Sinn, wenn der Kanton Bern mit einem eigenen
Rauchverbot vorpresche. Dominic Ramel
Bund 11.10.07 / MLZ 11.10.07 / Bieler Tagblatt 13.10.07 Leserbriefe
Vorlage verwässert, Schutz ausgehebelt /
Gummiformulierung führt zu Ungerechtigkeiten
Erfreulicherweise ist der Nationalrat deutlich auf die parlamentarische
Initiative „Schutz der Bevölkerung und der Wirtschaft vor dem
Passivrauchen“ eingetreten. Damit hat es sich aber bereits mit den
guten Nachrichten. Mehrere Minderheitsanträge haben die Vorlage arg
verwässert. Der Grundsatz, die Bevölkerung und die Arbeitnehmenden
konsequent vor dem Passivrauch zu schützen, wird in einer nicht tolerierbaren
Weise ausgehöhlt.
So soll das neue Gesetz nur da für Schutz sorgen, wo mehrere Personen
arbeiten.
Indem auch in den Fumoirs Personal beschäftigt werden darf, wird
der angepeilte Schutz der Arbeitnehmenden definitiv ausgehebelt.
Damit nicht genug: Gastbetriebe sollen als Rauchbetriebe geführt
werden dürfen, wenn die Schaffung abgetrennter Räume nicht möglich
oder „unzumutbar“ ist. Diese Gummiformulierung führt
zu Ungerechtigkeiten in der gesamten Branche und ist ein unwürdiger
Kniefall der Parlamentsmehrheit vor der Tabaklobby. Dies obwohl längst
klar ist, welche volkswirtschaftlichen Kosten und welches Leid das Passivrauchen
nach sich zieht.
Dem Kanton Bern bleibt nun nichts anderes übrig, als den
vom Grossen Rat bereits beschlossenen Passivrauchschutz raschmöglichst
kantonal umzusetzen.
Ruedi Löffel, Grossrat EVP, Münchenbuchsee
Bund 6.3.07 Front
Nichtraucherschutz mit Ausnahmen
Die Schweiz erhält ein Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen
– aber der Nationalrat hat gestern schon einmal diverse Schlupflöcher
eingebaut: Können Wirte nachweisen, dass die Trennung von
Raucher- und Nichtraucherräumen «baulich nicht möglich»
oder «unzumutbar» oder für den Betrieb «existenzbedrohend»
ist, können die rauchenden Gäste weiterhin ihrem Laster frönen.
Das Gesetz geht auf die Initiative des Zürcher FDP-Nationalrats und
Präventivmediziners Felix Gutzwiller zurück. Für Gutzwiller
ist der gestrige Erfolg getrübt. Zum einen wird mit den beschlossenen
Abschwächungen der von Gutzwiller in den Vordergrund gestellte Schutz
der Arbeitnehmenden abgewertet. Zum anderen versagte ihm in entscheidenden
Punkten die eigene Partei die Gefolgschaft. Rundum zufrieden mit dem Ergebnis
ist Gastrosuisse, der Verband der Wirte. Er schätzt insbesondere,
dass entgegen der Absicht Gutzwillers doch «Raucherbetriebe»
möglich sind. Corinne Zosso, Geschäftsführerin der Lungenliga
Schweiz, kritisiert, hier werde «eindeutig am Willen der Schweizer
Bevölkerung vorbei politisiert». Der Nationalrat habe es versäumt,
endlich einen wirksamen Schutz vor Passivrauchen zu beschliessen.
500 Millionen Franken Schaden
Passivrauchen dürfte in der Schweiz pro Jahr schätzungsweise
den Tod von mehreren hundert Menschen und Kosten von 500 Millionen Franken
verursachen. Vor diesem Hintergrund haben einzelne Kantone das Zepter
schon früher selbst in die Hand genommen, allen voran das Tessin.
(mul/sda)
Berner Rundschau 14.9.07 Kanton Bern
Warten auf den schnellen Bund
Passivrauchen Berner Regierung lässt
in der Gesetzgebung dem Nationalrat den Vortritt
Verwirrung um das Rauchverbot in Bars und Restaurants: Es dauere zu lange,
auf eine nationale Lösung zu warten, liess der Regierungsrat vor
zwei Wochen verlauten. Jetzt will er genau das - vorausgesetzt der Nationalrat
handelt schnell.
«Wir wollen mit dem Schutz vor dem Passivrauchen vorwärtsmachen»,
informierte der Regierungsrat Ende August (wir berichteten). Weil offen
sei, ob und wann der Bund eine nationale Lösung beschliesst, beantrage
er dem Grossen Rat, im November die gesetzlichen Anpassungen für
ein Rauchverbot in Restaurants und Bars zu sistieren.
Jetzt buchstabiert der gleiche Regierungsrat zurück: «Nach
den jüngsten Entwicklungen auf Bundesebene stellten wir uns die Frage,
wie ist das richtige Vorgehen», sagt auf Anfrage Volkswirtschaftsdirektor
Andreas Rickenbacher (SP). Die von der vorberatenden nationalrätlichen
Kommission und vom Bundesrat unterstützte Bundesvorlage sei praktisch
identisch mit jener des Kantons Bern.
«Eine einheitliche nationale Lösung ist grundsätzlich
kantonal unterschiedlichen Regelungen vorzuziehen», sagt Rickenbacher.
Per Brief werde der Regierungsrat deshalb alle 26 bernischen Nationalräte
auffordern, anfangs Oktober dem nationalen Gesetz zum Schutz vor dem Passivrauchen
zuzustimmen. Rickenbacher: «Wir sind parat. Sollte eine Bundeslösung
scheitern, könnte der Grosse Rat ohne Verzug weitermachen.»
Kritik hier, Verständnis dort
In einer Stellungnahme kritisieren die Lungenliga Bern, der Verein der
Pneumologen des Kantons Bern, die Berner Gesundheit und die Bernische
Krebsliga den Regierungsentscheid. «Diese Kehrtwende ist unverständlich
und bedauernswert.» Umfragen zeigten deutlich, dass die Bevölkerung
eine verbindliche Regelung zur Rauchfreiheit in Gaststätten befürwortet.»
«Die EVP und ich sind mit dem vom Regierungsrat aufgezeigten Weg
einverstanden», sagt Grossrat Ruedi Löffel (Münchenbuchsee),
Parteigeschäftsführer und Hauptmotionär in Sachen Rauchverbot.
«Die Bundeslösung darf aber keine Kompromisse
enthalten», sagt er mit Verweis auf absehbare Minderheitsanträge
aus den Reihen der nationalrätlichen Kommission. «Das Rauchverbot
muss für sämtliche Gaststätten gelten, auch für Besenbeizen.
Geraucht werden darf nur in so genannten Fumoirs (das sind separate Räume
mit eigener Lüftung). Es darf keine Ausnahmen
geben.»
Kommission tagt später
Gestern beschloss die grossrätliche Kommission, Hand zu bieten. An
der Sitzung vom kommenden Freitag wird sie die Detailberatung über
das Rauchverbot aussetzen. «Dass der Kanton
Bern aber keinen Schritt hinter die im Gesetzesentwurf festgeschriebene
Linie zurückgeht, ist in der Kommission mehrheitsfähig»,
sagt Mitglied Löffel. In diesem Sinne werde die Kommission nächste
Woche ein Communiqué veröffentlichen. «Damit wollen
wir verhindern, dass es im Nationalrat plötzlich heisst, der Kanton
Bern will gar kein Rauchverbot», sagt Löffel.
GastroSuisse will Korrekturen
Am Rauchverbot «schrübeln» möchten sowohl einige
Nationalräte als auch Grossräte. Klaus Künzli (FDP/Ostermundigen)
- er präsidiert den Wirteverband GastroSuisse - hofft darauf, dass
in den Fumoirs die Gäste auch bedient werden können. Das ist
weder im nationalen noch im kantonalen Gesetzesentwurf vorgesehen. Beidenorts
gilt für Fumoirs Selbstbedienung. Weiter strebt GastroSuisse an,
dass die Gemeinden die Kompetenz für Ausnahmen erhalten. «Sie
sollen sagen dürfen, in dieser oder jener Beiz darf weiterhin geraucht
werden», sagt Künzli. Und den Spiess umkehren möchte GastroSuisse
bei den Bussen. Künzli: «Nicht wie vorgesehen der Wirt, sondern
der Raucher soll bei einem Verstoss gebüsst werden.» Im Übrigen
begrüsse der Verband eine nationale Lösung. Künzli: «Deshalb
ist es richtig, erst über die kantonale Lösung zu debattieren,
nachdem der Nationalrat die Marschrichtung vorgegeben hat.»
Gemäss Regierungsrat Andreas Rickenbacher kann ein nationales oder
kantonales Rauchverbot am 1. Januar 2009 in Kraft treten. Ohne Referendum
wäre sogar der 1. Juli 2008 frühester Termin.
Kein Zeitverlust - Kommentar
Bruno Utz
Raucher stehen seit einiger Zeit im Abseits. Zu gross sind die Gesundheitsschäden,
die sie mit ihrer «Pafferei» Nichtrauchern zufügen. Landauf
und landab verschärfen deshalb viele Kantone die Gesetze zum Schutz
vor dem Passivrauchen. Ziel ist, die Beizen sollen rauchfrei sein. Im
Kanton Tessin ist das vom Volk haushoch angenommene, rigorose Rauchverbot
in Gaststätten bereits in Kraft, im Kanton Solothurn läuft die
Übergangsfrist. Nun macht auch der Bund für eine nationale Lösung
vorwärts. Die von Felix Gutzwiler (FDP/Zürich) 2004 im Nationalrat
eingereichte Parlamentarische Initiative führte zu einem Gesetzesentwurf,
der sich kaum von jenem des Kantons Bern unterscheidet, aber national
Geltung hätte. Es ist richtig, dass Regierungsrat und grossrätliche
Kommission nun zuerst das nationalrätliche Resultat abwarten wollen.
Beschliesst der Nationalrat das vorliegende Gesetz - es wird auch vom
Bundesrat unterstützt - kann der Kanton gleich diese Lösung
übernehmen. Damit nimmt man jenen den Wind aus den Segeln, die wegen
26 unterschiedlichen kantonalen Lösungen mit dem Referendum drohen.
Das kurze Zuwarten führt zu keinem Zeitverlust. So oder so kann es
im Kanton Bern ab 1. Januar 2009 verboten sein, in Beizen zu rauchen.
b.utz@vsonline.ch
Berner Zeitung 31.8.07 Kanton Bern / Gastgewerbegesetz
Rauchverbot: Kanton prescht vor
Obwohl eine nationale Lösung in Arbeit ist, beharrt der
Regierungsrat darauf, vorgängig ein kantonales Rauchverbot in Restaurants
einzuführen. Die Regierung hat das Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen
verabschiedet. (...)
Kommt eine Bundeslösung?
(...) Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher (SP) rechtfertigt
das Vorpreschen: «Wir wissen nicht, wann und ob überhaupt eine
Bundeslösung zu Stande kommt», sagt er und weist darauf hin,
dass in der nationalrätlichen Kommission ein Nichteintretensantrag
hängig sei.
Ruedi Löffel (EVP), der ein kantonales Rauchverbot mit einer Motion
gefordert hat, freut sich über das offensive Vorgehen der Regierung:
«Eine umfassende kantonale Lösung» sei aus Sicht der
EVP «rascher umsetzbar und deshalb zu begrüssen».
Regierung hat vorgesorgt
Für den Fall, dass doch eine eidgenössische Lösung zu Stande
kommt, hat der Regierungsrat vorsorglich einen entsprechenden Artikel
ins Gesetz eingebaut: Gibt es eine Schweizer Regelung, würde das
Berner Gesetz kurzum ausser Kraft gesetzt. Im November wird der Grosse
Rat die Vorlage behandeln. (...) Sarah Pfäffli
Berner Zeitung + Bieler Tagblatt 22.8.07 Kanton Bern
Seilziehen um das Rauchverbot
Ob der Kanton Bern ein Rauchverbot erhält, ist nicht mehr
so sicher. Das zeigt die Vernehmlassung. Wenn es auf nationaler Ebene
vorwärts geht, könnten einige Grossräte plötzlich
vom Ja- ins Nein-Lager wechseln.
Im November wird der Grosse Rat entscheiden, ob im Kanton Bern ein Rauchverbot
in öffentlichen Räumen eingeführt wird. Bereits vorher
wird sich im September auch der Nationalrat mit dieser Frage beschäftigen.
Dessen Gesundheitskommission schlägt ein Rauchverbot für öffentlich
zugängliche Räume und für Arbeitsplätze vor. Der Entscheid
des Nationalrates wird sich auf den Gang der Diskussion im Kanton Bern
auswirken.
In der Vernehmlassung zum neuen kantonalen Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen
sprechen sich FDP und SVP dafür aus, die Beschlüsse auf Bundesebene
abzuwarten. Dasselbe tun der Verband Berner KMU und der Wirteverband GastroBern.
Dass die zwei Parteien gegen ein Rauchverbot sind, war bekannt. Doch ihre
Grossratsfraktionen sind in dieser Frage nicht geschlossen. So gehörten
Hans Michel (SVP, Brienz) und Ueli Spring (SVP, Lyss) zu den Mitunterzeichnern
der Motion
von Ruedi Löffel (EVP, Münchenbuchsee), die das Rauchverbot
forderte. Und der Grosse Rat sprach sich im vergangenen September mit
83 zu 58 Stimmen bei fünf Enthaltungen überraschend deutlich
für ein Rauchverbot in Restaurants aus. Dies auch dank den Ja-Stimmen
von sieben SVP-Politikern und einem FDP-Grossrat.
Gegner wollen Verzögerung
Jetzt versuchen die Gegner eines Rauchverbots, diejenigen zu einem Nein
zu bewegen, welche vor knapp einem Jahr dafür gestimmt haben. Und
zwar mit Verweis darauf, dass sich seit dem Entscheid des Grossen Rates
auf Bundesebene viel getan habe und daher ein Alleingang des Kantons Bern
keinen Sinn mache. Ein Rauchverbot in der einen oder anderen Form werden
sie damit zwar kaum mehr verhindern können. Aber sie hoffen, zumindest
dessen Einführung verzögern beziehungsweise eine national einheitliche
Regelung erreichen zu können.
Damit könnten sie durchaus Erfolg haben. Denn nicht wenige Grossrätinnen
und Grossräte haben im September 2006 für die Motion gestimmt,
weil auf Bundesebene nichts ging bezüglich Schutz vor dem Passivrauchen.
Viele würden ein nationales Rauchverbot besser finden als 26 kantonale
Lösungen. So sagt Hans Michel: «Wenn ich im November sehen
sollte, dass beim Bund konkret etwas läuft bezüglich Rauchverbot,
werde ich der nationalen Lösung den Vorrang geben.» Er betont
aber, dass er seinen Entscheid vom September nur dann überdenken
werde, «wenn der Bund wirklich ernsthaft und zielstrebig vorwärts
macht».
«Ein Nein wäre fatal»
Daran glaubt Ruedi Löffel nicht. Er ist überzeugt, dass der
Kanton schneller ans Ziel gelangen wird als der Bund. Er gibt zu bedenken,
dass sich nebst dem Nationalrat auch noch der Ständerat damit befassen
müsse. Und es werde «ganz sicher» ein Referendum geben.
«Bis ein nationales Rauchverbot in Kraft treten kann, dauert es
noch lange», sagt Löffel. Für ihn ist deshalb klar, dass
die Rauchverbotsgegner nichts anderes im Sinn haben, als Zeit zu gewinnen.
«Für den Nichtraucherschutz wäre es es fatal, wenn der
Kanton Bern jetzt Nein sagen würde», sagt Löffel. Dominic
Ramel
DRS Regionaljournal BE FR VS 2.7.2007, 17.30 Uhr
Das kantonale Rauchverbot gibt noch zu reden
Der Gesetzesentwurf stösst in der Vernehmlassung auf Widerstand.
(Link
3:32).
Radio Life Channel - Donnerstag, 31. Mai 2007
Aktiv gegen das Rauchen
Vor 31 Jahren wurde er zum erstenmal begangen, der Welt-Nichtrauchertag.
Begrüsst wurde er natürlich vor allem von den Nichtrauchern.
Aber auch viele Raucher sind mit den Zielen einverstanden, empfinden sie
doch das Rauchen als Last, von der sie sich nicht befreien können.
Ruedi Löffel, EVP Grossrat im Kanton Bern, gehört zu denen,
die sich aktiv gegen das Rauchen engagieren.
Beitrag anhören
Bieler Tagbaltt 10.3.07; Berner Zeitung 9.3.07/15.3.07 und Solothurner
Zeitung/MLZ 8.3.07
Leserbriefe
Warme Luft
Ausgabe vom 2. März «Vorschlag von Gastrosuisse:
Den Gast statt den Wirt bestrafen»
Gastrosuisse will nach eigenen Angaben Ungerechtigkeiten verhindern und
einen umfassenden, landesweiten Passivrauchschutz einführen. Dies
tönt nach Sinneswandel.
Die von GastroSuisse vorgeschlagene Bewilligung für Raucherbetriebe
"wenn (…) eine Trennung von Raucher- und Nichtraucherräumen
nicht möglich oder unzumutbar ist" würde jedoch grosse
Ungerechtigkeiten schaffen und einen umfassenden Passivrauchschutz schlicht
verhindern. So gesehen ist der Vorschlag nicht viel
mehr als warme Luft und entpuppt sich als reine Verzögerungstaktik.
Ruedi Löffel, Grossrat EVP Münchenbuchsee
Für uns Wirte ist die Umstellung auf «rauchfreie Betriebe»
ein anspruchsvolles Projekt. Und wenn schon rauchfreie Betriebe, dann
gesamtschweizerisch und ohne Ausnahmen. In
der Vergangenheit hat es sich bewährt, für alle Gastgewerbebetriebe
dieselbe Messlatte anzuwenden. Mit diesem Spezialgesetz
provoziert die Verbandsspitze Verbandsaustritte. Stellen wir uns
doch einfach dieser Herausforderung, oder sind etwa noch ein paar «Göttibuebe»
aufgetaucht, die Geschenke in Form von Wettbewerbsvorteilen erhalten dürfen?
Gody Schrank Gasthof Löwen, Kernenried
BZ 6.3.07 Front + Bern
Rauchverbot für Gaststätten
Mit Ausnahme von Fumoirs sollen Gastgewerbebetriebe und öffentliche
Räume im Kanton Bern rauchfrei werden. Die Volkswirtschaftsdirektion
hat gestern die gesetzliche Regelung dazu in die Vernehmlassung geschickt.
«Wenn wir beim Rauchen denselben Massstab anlegen wie bei der Feinstaubbekämpfung,
dann sind in Gastgewerbebetrieben nicht alle paar Jahre, sondern täglich
Massnahmen nötig»: Regierungsrat Andreas Rickenbacher stellte
gestern klar, dass dies nun geschehen soll. Die vom Grossen Rat überwiesene
Motion
für ein Rauchverbot in öffentlichen Räumen und Gastgewerbebetrieben
soll rasch umgesetzt werden.
Freiwillig genügt nicht
Rickenbacher lobte gestern zwar, dass immer mehr Gastronomiebetriebe den
Nichtrauchern freiwillig entgegenkämen. «Das Tempo der Veränderung
ist aber vor dem gesundheitspolitischen Hintergrund nach wie vor zu gering»,
sagte Rickenbacher. (...)
Ruedi Löffel, EVP, kämpft für Nichtraucher
«Fast alles erreicht»
Herr Löffel, haben Sie mit dem Gesetz zum Schutz vor
dem Passivrauchen Ihr Ziel im Kampf gegen den Alkohol- und Tabakmissbrauch
erreicht?
Ruedi Löffel: Die Werbeverbote für Alkohol und Tabak sind in
Kraft, der Tabakverkauf an Minderjährige ist seit Anfang Jahr verboten.
Wenn jetzt das Gesetz zum Schutz vor dem Passivrauchen und die Änderung
im Gastgewerbegesetz vom Grossen Rat so gutgeheissen werden, wie die Regierung
dies vorschlägt, habe ich weit gehend alles erreicht.
Jetzt müssen Sie nur noch die Mehrheit des Grossen Rates
vom neuen Gesetz überzeugen.
Der Inhalt des neuen Gesetzes entspricht dem Inhalt meiner gutgeheissenen
Motionen. Darum erwarte ich, dass der Grosse Rat gleich entscheiden wird.
Der Regierungsrat hat die Gegenargumente wie Ungleichbehandlung und Ungerechtigkeit
zwischen den Gastwirten sehr gut entkräftet. Wir haben jetzt eine
absolute Gleichbehandlung aller Gastwirtschaftsbetriebe.
Erreicht haben Sie den Schutz der Nichtraucher, aber gerade
bei kleinen Beizen werden Sie zum Arbeitsplatzkiller.
Das ist nicht ganz auszuschliessen. Bei allen Entscheiden von Regierung
und Grossem Rat weiss man nie hundertprozentig, was die Folge sein wird.
Für einzelne Betriebe mit einer bestimmten Kundschaft könnte
das Rauchverbot ein Problem werden. Aber: Wenn weniger Geld in den Konsum
von Raucherwaren fliesst, kommt das Geld einer anderen Branche zugute.
Untersuchungen zeigen, dass das Verbot kein Arbeitsplatzkiller ist. Interview:
ue
Berner Rundschau / Grenchner Tagblatt 6.3.07 Front + Bern
Rauchfreie Beizen ab Mitte 2008?
Passivrauchen Berner Regierungsrat schickt zwei Gesetzesvorlagen
in die Vernehmlassung
(..) Der Grosse Rat hatte im vergangenen September einem Rauchverbot
mit 83 zu 58 Stimmen zugestimmt und die Regierung mit der Ausarbeitung
der Gesetzesänderung beauftragt. Die Verwaltung und die meisten Spitäler
sind bereits jetzt weitgehend rauchfrei. Ähnliche Regelungen kennen
etwa die Kantone Tessin und Solothurn. In beiden Kantonen hat das Stimmvolk
entsprechende Gesetze klar gutgeheisssen. Im Kanton Bern soll die neue
Regelung ab Mitte 2008 gelten. (sda, uz) Seite 14
Erlaubt sind einzig noch «Fumoirs»
Rauchverbot: Restaurants, Bars
und alle öffentlich zugänglichen Räume werden rauchfrei
(...) Bruno Utz
In Schulen, Arztpraxen, Kinos, Coiffeursalons, Spitälern, Läden
oder in Verwaltungsräumen soll Rauchen grundsätzlich verboten
sein. So ist es im neuen Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen vorgesehen,
das gestern in die Vernehmlassung geschickt wurde. Und für die Umsetzung
des ebenfalls vom Grossen Rat verlangten Rauchverbots in Beizen, Bars
und Restaurants wird das Gastwirtschaftsgesetz revidiert. (...)
Ruedi Löffel: «Ich bin restlos
zufrieden»
Mit zwei Motionen hat Grossrat Ruedi Löffel (EVP/Münchenbuchsee)
das Rauchverbot in Gastwirtschaftsbetrieben und öffentlichen Räumen
initiiert. Der Grosse Rat überwies seine Motion
«Saubere Luft in öffentlich zugänglichen Innenräumen»
im Juni 2005 mit 117 zu 57 Stimmen. Im September letzten Jahres nahmen
Löffel und drei Mitmotionäre, darunter zwei der SVP, die Parlamentshürde
mit der Motion
«Schluss jetzt mit unerwünschtem Rauch im Gastgewerbe».
Die Zustimmung erfolgte mit 83 zu 58 Stimmen deutlich. Im Vorjahr war
Löffel alleine mit dem gleichen Anliegen knapp gescheitert. Der damalige
Grossratspräsident und passionierte Raucher Thomas Koch (SP/Laupen)
hatte die Motion per Stichentscheid gekippt. «Ich bin restlos zufrieden»,
kommentierte gestern Löffel die zwei Gesetzesvorlagen. «Es
ist keine einzige Ausnahme vorgesehen. Das schafft keine Ungleichheiten
und keine Ungerechtigkeiten.» Löffel rechnet, dass die Gegner
des Rauchverbots in der Vernehmlassung nochmals Korrekturen empfehlen
werden, etwa mit dem Verweis auf eine schweizerische Regelung. «Aber
die Gastgewerbegesetzgebung ist klar kantonale Sache. Deshalb ist es stufengerecht,
dass der grosse Kanton Bern bezüglich Schutz vor Passivrauchen an
die Spitze geht.» Seit Anfang dieses Jahres gilt im Kanton Bern
bereits ein allgemeines Werbeverbot für Tabak und Alkohol auf öffentlichem
und privatem Grund, der öffentlich einsehbar ist. Eingeschränkt
ist auch die Werbung an Anlässen. Zudem dürfen an Jugendliche
unter 18 Jahren keine Tabakwaren mehr verkauft werden (uz)
Bund 6.3.07 Front + Bern
Raucher ins „Fumoir“
Im Kanton Bern sollen alle Restaurants rauchfrei
werden – ohne Ausnahme
(...) Der bernische Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher
(sp) begnügt sich nicht mit halben Sachen: Beim Rauchverbot in Restaurants,
Bars und Discos will er keine Ausnahmen zulassen. Geraucht werden darf
nur noch in abgetrennten «Fumoirs» – oder im Freien.
Spezielle Raucherbeizen soll es nicht geben. Rickenbacher beschränkt
sich auch nicht auf die Gastgewerbebetriebe, sondern weitet das Verbot
auf alle öffentlich zugänglichen Innenräume aus. Bei
Verstössen drohen Rauchern Bussen bis zu 2000 Franken. Aber auch
die Wirte können zur Rechenschaft gezogen werden, wenn sie das Rauchverbot
nicht durchsetzen. Im Extremfall kann ein Betrieb sogar geschlossen werden.
Andreas Rickenbacher hofft jedoch auf den «gesunden Menschenverstand»
und will nicht mit Bussen drohen.
Rauchen nur noch in «Fumoirs» erlaubt
(...) Nichtraucher sollen im Kanton Bern gesetzlich vor dem
Passivrauchen geschützt werden. Gestern wurden zwei Vorlagen in die
Vernehmlassung geschickt, die das Rauchen in öffentlichen Innenräumen
nur noch in «Fumoirs» – in separat belüfteten Räumen
– erlauben.
«Wir wollen das Rauchen nicht verteufeln. Wir wollen auch keine
amerikanischen Verhältnisse. Es geht uns darum, Nichtraucher besser
vor dem Passivrauchen zu schützen», sagte der Volkswirtschaftsdirektor
des Kantons Bern, Andreas Rickenbacher (sp), gestern vor den Medien. Knapp
ein Drittel der Schweizer Bevölkerung raucht. Dennoch oder gerade
deshalb sollen alle öffentlich zugänglichen Innenräume
im Kanton Bern rauchfrei werden, also beispielsweise auch Verwaltungsgebäude,
Schulen, Arztpraxen, Kinofoyers, Coiffeursalons, Bars und Restaurants.
In «Fumoirs» – abgeschlossenen Räumen mit eigener
Lüftung – soll das Rauchen dagegen weiterhin erlaubt sein.
Dies sieht der Entwurf des «Gesetzes zum Schutz vor Passivrauchen»
vor und dafür soll das Gastgewerbegesetz entsprechend geändert
werden. Gestern wurden beide Vorlagen in die Vernehmlassung geschickt.
Zu wenig Rücksicht
Jährlich würden in der Schweiz zwischen 300 und 1000 Nichtraucher
an den Folgen des Passivrauchens sterben, zitierte Rickenbacher aktuelle
Studien. Man wolle einen flächendeckenden Schutz – und deshalb
ein Gesetz zum Schutz vor dem Passivrauchen, ähnlich denjenigen der
Kantone Tessin und Solothurn. «Die gesundheitlichen Auswirkungen
des Passivrauchens und die hohen sozialen und volkswirtschaftlichen Kosten
rechtfertigen diesen Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit», sagte
der Regierungsrat. (...)
Ein Trend setzt sich durch
Tatsächlich zeichnet sich international ein Trend zum Passivraucherschutz
ab. Eingefleischte Raucherhochburgen wie beispielsweise irische Pubs oder
italienische Cafés sind heute rauchfrei. Dieser Zeitgeist machte
sich letztes Jahr auch im Grossen Rat bemerkbar. Nachdem das Kantonsparlament
noch im Juni 2005 zwei Motionen abgelehnt hatte, die Raucher in separate
Restaurantbereiche zu verbannen suchten, überwies es vergangenen
September eine Motion von Grossrat Ruedi Löffel
(evp), die genau dies vorsah. In nur wenigen Monaten wurden die zwei Gesetzesvorlagen
ausgearbeitet. (...) Rauchfreie Beizen im Kanton Bern sind damit keine
Utopie mehr, sondern ein durchaus realistisches Szenario.
Arbeitnehmer schützen
Auch auf eidgenössischer Ebene sind Bestrebungen im Gang, Nichtraucher
vor unfreiwilligem Mitrauchen zu schützen. Die parlamentarische Initiative
von Felix Gutzwiller (fdp) sieht vor, dass der Schutz vor dem Passivrauchen
im Arbeitsgesetz verankert wird. Mit einer arbeitsrechtlichen Regelung
wäre das Rauchverbot aber nicht für alle Gastgewerbebetriebe
obligatorisch, da das Arbeitsgesetz zum Beispiel nicht für Familienbetriebe
gilt. Anders als die Regelung über das Arbeitsgesetz
würde das bernische Rauchverbot, so Reichen, für sämtliche
Gastgewerbebetriebe im Kanton gelten, «damit Wettbewerbsverzerrungen
vermieden werden», wie Rickenbacher sagte. (...). Regina
Partyngl
Löffel: «Restlos zufrieden»
«Restlos zufrieden» ist auch der eigentliche Vater des Rauchverbots,
EVP-Grossrat Ruedi Löffel. «Wenn nun noch das eidgenössische
Arbeitsgesetz angepasst wird und damit alle Arbeitsplätze rauchfrei
werden, sind wir am Ziel unserer Bemühungen.» Das müsse
aber auch bedeuten, dass in den «Fumoirs» Selbstbedienung
gelte. Für weitere Einschränkungen für Raucherinnen und
Raucher will sich Löffel danach nicht mehr stark machen. (rw)
TeleBärn 5.3.2007
Gaststätten sollen rauchfrei werden
In vollen Zügen Richtung rauchfrei: Kanton Bern
schickt Gesetz in die Vernehmlassung. (Link
4:49)
DRS Regionaljournal BE FR VS 5.3.2007, 17.30 Uhr
Ein Gesetzesentwurf der Berner Regierung will Rauchverbot
Alle Gastrobetriebe und öffentliche Innenräume sollen rauchfrei
werden, nur noch in abgeschlossenen Räumen soll geraucht werden dürfen.
GastroBern ist mit den Gesetzesvorschlägen, die nun in der Vernehmlassung
sind, grundsätzlich zufrieden. (Link
2:55).
Berner Bär 11. Januar 2007 Front und Spezial
KOPF DES JAHRES: Bernerinnen und Berner lieben Doris
Die Bernerbär-Leserinnen und -Leser haben entschieden: Der Bernerbär-Kopf
des Jahres 2006 ist Doris Leuthard. Die Bundesrätin erreichte sowohl
im Gesamtranking (...) als auch in der Sparte "Politik" (...)
den ersten Rang. Zweiter wurde Anti-Rauch-Politiker
Ruedi Löffel. Dritter Polo Hofer.
BERNER des Jahres 2006: Doris ist die Siegerin!
Doris Leuthard ist Bernerin des Jahres. (...) Obwohl die Bundesrätin
eigentlich keine "richtige" Bernerin ist, gilt sie (...) für
viele Leserinnen und Leser als Bernerin. (...) Doris Leuthard schwingt
sowohl in der Gesamtwertung (mit 306 Stimmen) als auch in der Spartenwertung
(mit 492 Stimmen) obenauf, jeweils vor EVP-Grossrat
Ruedi Löffel, der mit seinem Anti-Rauch-in-der-Beiz-Vorstoss
der Polit-Shootingstar des Jahres 2006 ist. Dritter in der Gesamtwertung
und Sieger in der Sparte "Kultur" wird Polo Hofer.
Rangliste Gesamtsieger
1. Doris Leuthard (306 Stimmen)
2. Ruedi Löffel (245)
3. Polo Hofer (180)

Ruedi Löffel: Der Berner Anti-Rauch-Papst
darf sich auf eine ansehnliche Fangemeinde verlassen. Den EVP-Politiker
wählten 245 Bernerbär-Leserinnen und Leser, das reicht für
Platz zwei hinter seiner katholischen Politkollegin Doris Leuthard.
Mit Polo Hofer steht sozusagen der Antipode von
Ruedi Löffel auf dem Podest. 180 Bernerbär-Leserinnen
und -Leser wählten Polo National. Als Gesamtdritter und Spartenerster
darf Polo für sich verzeichnen, bei jeder Bernerbär-Wahl ganz
vorne dabei zu sein.
KATEGORIE "POLITIK"
RANG 1 Doris Leuthard
Die Frau kommt an! 492 Bernerbär-Leserinnen und -Leser entschieden
sich in der Sparte "Politik" für die CVP-Bundesrätin.
RANG 2 Ruedi Löffel
"Wo Rauch ist, ist auch Löffel"
sagen böse Mäuler. Nicht so 475 Bernerbär-Leserinnen und
-Leser, die den EVP-Grossrat für seinen Einsatz gegen Tabak und Alkohol
belohnen.
RANG 3 Werner Luginbühl
148 Bernerbär-Leserinnen und -Leser sind dafürverantwortlich,
dass der Regierungsrat auf dem dritten Rang glänzt (...).
heute 5.1.07
Rauchverbot schon ab Januar 2009?
BERN - Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher
(SP) will die Motion von Ruedi Löffel (EVP), die ein Rauchverbot
in den Berner Beizen fordert, so schnell wie möglich umsetzen. "Zur
Zeit wird der Gesetzesentwurf ausgearbeitet", sagt er in der heutigen
Ausgabe der "Berner Zeitung". Im optimalen Fall würde das
Gesetz per 1. Januar 2009 umgesetzt.
Berner Bär 28/29.12.06
Berner des Jahres 2006
Wer soll der Bernerbär-Kopf des Jahres werden?
32 Kandidatinnen und Kandidaten - jeweils acht aus Gesellschaft, Kultur,
Sport und Politik stehen zur (Aus-)Wahl.
POLITIK >>>
7 Ruedi Löffel

Am 13. September dieses Jahres wurde sein Vorstoss vom Grossen Rat gutgeheissen:
Rauchfrei in Berns Beizen. Bis zum Inkrafttreten fliesst noch "viu
Wasser d'Aare ab", frühestens 2008 kann mit der Umsetzung gerechnet
werden. Wir enthalten uns eines Kommentars, attestieren dem EVP-Mann jedoch
ein grosses Kämpferherz und erinnern
daran, dass nur eines wichtig ist: Respekt gegenüber jeder Meinungsäusserung.
Massiv unter der Gürtellinie war, was Löffel von rabiaten Gegnern
seines Ansinnens zu hören und sehen bekam!
sda 14.12.06
«Rauchverbot» ist Wort des
Jahres
(...) Das Thema Rauchverbot sei in der Schweiz in diesem Jahr aktuell
gewesen, heisst es in einem Communiqué. Zahlreiche Kantone und
Institutionen führten zunehmend ein Rauchverbot ein. Eine siebenköpfige
Journalisten-Jury hat dieses Wort aus über 2500 Vorschlägen
ausgewählt, wie sie am Donnerstag mitteilte. (...)
Die Aktion «Wort des Jahres» wird in der Schweiz seit 2003
durchgeführt. Die Bevölkerung beteiligt sich jeweils mit über
2000 Wortvorschlägen. In der Jury sitzen sieben Journalistinnen und
Journalisten aus der Deutschschweiz und Liechtenstein. 2005 war «Aldisierung»
das Wort des Jahres gewesen.
Berner Zeitung 7.10.06 IHRE SEITE / RAUCHVERBOT IN BERNS GASTSTÄTTEN
Endlich rauchfrei
(...) Der Entscheid des Grossen Rates basiert auf einer der Grundlagen
der Demokratie: Die Mehrheit entscheidet. Von «Bevormundung»
zu schreiben, ist also falsch: Schliesslich sitzen im Grossen Rat Personen,
die am 9. April 2006 durch das Volk gewählt wurden (...) und dieses
spricht sich laut diversen Umfragen klar für ein Rauchverbot aus.
(...)
Berner Zeitung 27.9.06 IHRE SEITE / RAUCHVERBOT
Weise oder doch übertrieben?
Sind das wirklich unsere gewählten Politiker, die nichts anderes
können, als in die allgemeine Hetze gegen die Raucher einzustimmen?
Wenn schon hätte ich erwartet, dass dieses Thema mindestens im grossen
Rahmen der allgemeinen Luftverschmutzung behandelt würde: Abgase,
Staubpartikel, Ozonbelastung gegen Asthma, Atembeschwerden, Lungenkrankheiten.
Aber da wäre der Applaus ja nicht so billig zu haben. (...)
(Anm.: Meine Devise lautet "das Eine tun und das Andere nicht lassen".
Ruedi Löffel)
EVP-Grossrat Ruedi Löffel präsentiert im Kantonsparlament
eine Rauchverbotstafel, die er vorher
im Schreibzimmer abmontiert hatte. Raucher warfen ihm darauf scherzhaft
Sachbeschädigung vor.
Bloss polemisch
Nikotin schädigt offenbar auch das Gehirn - anders kann man sich
die dümmlich verschrobenen Argumente in den Leserbriefen gegen das
längst fällige Rauchverbot nicht erklären. (...)
Polizeistaat
Jedermann und jede Frau weiss, dass Rauchen schädlich ist und Rauchende
sich gesundheitlich gefährden. Trotzdem finde ich das Rauchverbot
in den Restaurants schlicht und einfach eine Frechheit. (...) |