Bund 21.01.10, Kanton Bern
Teures Bekenntnis für Flughafen Bern-Belp
Ein Staatsbeitrag an die Flughafenbetreiberin Alpar AG hat gestern
im Grossen Rat eine Grundsatzdebatte zum Linien- und Charterverkehr ab
Bern-Belp ausgelöst. Die Alpar benötigt das Geld, um internationale
Sicherheitsvorschriften umzusetzen. Dölf Barben
Nach drei Stunden Beratung und über 20 Rednerinnen und Rednern fiel
das Resultat deutlich aus: Der Grosse Rat bewilligte einen Staatsbeitrag
von 5,7 Millionen Franken für den Flughafen Bern-Belp mit 99 zu 40
Stimmen bei 12 Enthaltungen. Einzig die Grünen stimmten geschlossen
dagegen (bloss eine Enthaltung). SP (zwei Drittel Nein oder Enthaltung)
und EVP (knapp die Hälfte Nein) waren gespalten. Die bürgerlichen
Grossratsmitglieder stimmten ausnahmslos zu. Die von der vorberatenden
Kommission beantragte Kürzung des Kredits um eine Million lehnte
der Grosse Rat ebenfalls deutlich ab.
Mit den 5,7 Millionen Franken finanziert der Flughafen zweierlei: 3,15
Millionen werden benötigt, um das Terminalgebäude zu erweitern.
Dies ist unumgänglich; das Schengen-Abkommen verlangt, die Passagierströme
nach Schengen- und Nicht-Schengen-Ländern strikt zu trennen. 2,55
Millionen Franken – drei Jahrestranchen à 850 000 Franken
– sind zudem dafür vorgesehen, die Sicherheitsvorkehrungen
zu verbessern. Auch hier handelt es sich um internationale Auflagen, welche
die Flughafenbetreiberin Alpar AG einhalten muss. Der Beitrag ist als
Überbrückungshilfe gedacht; solche Kosten werden künftig
über Treibstoffsteuern finanziert.
Verantwortung «am Nullpunkt»
Die vorberatende Kommission hatte vorgeschlagen, die 2,55 Millionen Franken
um eine Million zu kürzen, um einen Mittelweg zu begehen, wie Kommissionssprecher
Bernhard Antener (sp, Langnau) sagte. Die Differenz müsste über
höhere Passagiergebühren hereingeholt werden. Eine leichte Erhöhung
liege drin. Die Sicherheitskosten aber gänzlich der Flughafenbetreiberin
anzulasten, sei nicht möglich. Es handle sich um hoheitliche Aufgaben,
die anderenorts – etwa in Zürich, Sion oder Lugano –
von der öffentlichen Hand bezahlt würden.
Die Meinungen gingen schliesslich sehr weit auseinander. (...) Blaise
Kropf (Bern) erinnerte an die drohende Neuverschuldung des Kantons und
sagte, die finanzpolitische Verantwortung sei «bei einigen hier
drin am Nullpunkt angelangt».(...)
Ruedi Löffel (evp) nahm die Bürgerlichen ins Gebet und warf
ihnen vor, dauernd vom Sparen zu reden und dann «bei erstbester
Gelegenheit» das Gegenteil zu tun. Er wette
einen Alpenflug, das nächste Kreditbegehren der Alpar werde nicht
lange auf sich warten lassen. (...)
Regionaljournal Bern Freiburg Wallis 20.01.10, 17.30-18.00 Uhr, DRS
1
Flughafen Bern-Belp erhält erneut Geld vom Kanton
Der bernische Grosse Rat ist bereit, 5,7 Millionen Franken für
die Anpassungen an die Schengen-Richtlinien zu leisten. Der Kredit war
in der vorberatenden Kommission bestritten. Im Rat ging er aber klar durch.
(Link
/ hören)
sda 20.01.10, Kanton Bern
Kanton Bern bezahlt 5,7 Millionen an Flughafen
Der Kanton Bern zahlt dem Flughafen Bern-Belp einen Millionenkredit
für die Anpassungen des Terminals an die Schengen- Vorschriften.
Der umstrittene Kredit passierte den Rat heute Mittwoch mit 99 zu 40 Stimmen
bei 12 Enthaltungen.
Die vorberatende Kommission hatte den Beitrag um 1,05 Millionen Franken
kürzen wollen. Zudem schlug sie vor, den Anteil an die Baukosten
am Terminalgebäude von 3,15 Millionen Franken vollständig aus
dem Fonds zur Deckung von Investitionsspitzen zu bezahlen. Beides lehnte
das Kantonsparlament ab.
Massive Kritik am «marktverzerrenden Staatsbeitrag» übten
allerdings SP und Grüne und ein Teil der EVP-Fraktion. (...).
Angst vor Daueraufgabe
Insbesondere befürchteten einige Ratsmitglieder,
diese einmalige Ausgabe könnte zur Daueraufgabe mutieren. Schliesslich
habe der Kanton bereits einen Beitrag an die Pistenverlängerung geleistet.
Ruedi Löffel (EVP/Münchenbuchsee) sagte
scherzhaft, er wette einen Alpenrundflug darauf, dass bald das nächste
Beitragsgesuch von der Alpar auf dem Tisch liegen werde.
Gerade der Beitrag von 3 Millionen Franken an die Pistenverlängerung,
den das Berner Stimmvolk 2006 abgesegnet hatte, diente Regierungsrätin
Barbara Egger-Jenzer (SP) aber als Argument für den Staatsbeitrag.Alle
bisherigen Finanzierungshilfen wären in Frage gestellt, wenn der
Rat der Alpar nun diesen Kredit abschlage. Egger warnte auch davor, den
Beitrag zu kürzen: «Wir müssen uns fragen, ob wir auch
weiterhin einen Flughafen Belp wollen.» (...)
BZ 20.10.06, Kanton Bern / Kantonsbeitrag für Flughafen Bern-Belp
«Eine riskante Investition»
Nicht gegen die Pistenverlängerung des Flughafens an sich,
sondern gegen den Staatsbeitrag will sich das Nein-Komitee wehren.
«Es geht weder um die Pistenverlängerung an sich noch um die
Existenz des Flughafens», erklärten gestern die Vertreter des
Referendumskomitees «gegen Steuermillionen für den Flughafenausbau»
an einer Medienkonferenz in Bern. Es gehe einzig um den Betrag von drei
Millionen Franken, ob der Kanton 60 Prozent der Baukosten übernehmen
soll oder nicht. Die Gründe, warum dies nicht geschehen soll, erläuterten
die Grossräte Blaise Kropf (Grüne) und Ruedi Löffel (EVP),
Nationalrätin Evi Allemann (SP) und WWF-Bern-Geschäftsführer
Jörg Rüetschi. Sie haben mit rund 12000 Unterschriften das Referendum
gegen den Grossratsbeschluss ergriffen.
«Es kann keine Staatsaufgabe sein, ein Infrastrukturprojekt
einer privaten Aktiengesellschaft finanziell zu unterstützen»,
sagte Löffel. Damit provoziere der Kanton Folgebegehren aus Schifffahrt
und anderen touristischen Bereichen. Es befremde ihn zudem, dass ausgerechnet
jene politischen Gruppierungen, die immer wieder mehr Eigenverantwortung
und unternehmerische Freiheit propagierten, nun beim Staat die hohle Hand
machten. (...).
SP/EVP nicht einstimmig
Dass Teile der SP und EVP bei der Diskussion im Grossen Rat für den
Beitrag votierten, sei vor allem auf die Vertreter von ländlichen
Gemeinden zurückzuführen, meinten Allemann und Löffel.
«Da bestehen Ängste um den Tourismus und um die Existenz des
Flughafens selbst, die nicht auf die Pistenlänge zurückgeführt
werden können.» An der Parteibasis sei das Thema weniger umstritten,
so Allemann. Die Nein-Parole habe die SP am Mittwoch mit 38 zu 106 Stimmen
gefasst. Die EVP entschied gestern Abend. kap
Bund 20.10.06, Kanton Bern
"Keine Staatsaufgabe"
Am 26. November entscheidet das Berner Volk, ob der Kanton Bern 3 Millionen
Franken an die 5,2 Millionen Franken teure Pistenverlängerung des
Flughafens Bern-Belp beisteuert. Gestern erläuterten die Gegner dieses
Kredites, wie sie in den kommenden Wochen das Stimmvolk überzeugen
wollen. Kernbotschaft der Abstimmungskampagne wird sein, dass es nicht
Aufgabe des Staates sei, ein privates Ausbauprojekt mit Steuergeldern
zu unterstützen. (...)
EVP-Grossrat Ruedi Löffel wies darauf hin, dass der Kredit im Budgetposten
für Tourismus und Regionalentwicklung enthalten ist. Dabei habe doch
der Kanton Bern mit dem neuen Tourismusgesetz gerade die Abkehr von der
Infrastrukturunterstützung vollzogen. (...).
Berner Rundschau 20.10.06, Kanton Bern
Die Millionen anders anlegen
Flugpiste Bern-Belp Komitee gegen Kantonsbeitrag
Das Komitee gegen den Kantonsbeitrag an die Pistenverlängerung des
Flughafens Bern-Belp startet eine Nein-Kampagne. Die Stimmberechtigten
im Kanton Bern entscheiden am 26. November über den Beitrag von 3
Millionen Franken an der Urne.
Angesichts des geplanten Abbaus im Regionalverkehr gehe es nicht an, bisher
bewusst nicht subventionierte Bereiche wie die Luftfahrt nun staatlich
zu unterstützen, heisst es in einer Mitteilung des Komitees «Nein
zu Steuermillionen für den Flughaufenausbau» vom Donnerstag.
«Es kann nicht Staatsaufgabe sein, ein Infrastrukturprojekt einer
privaten AG finanziell zu unterstützen», sagte EVP-Grossrat
Ruedi Löffel vor den Medien. Löffel betonte
indes, sein Nein sei nicht gegen die seit langem bewilligte Pistenverlängerung
gerichtet. «Es geht mir einzig um die staatliche Mitfinanzierung.»
Bei der Abstimmung gehe es nicht um ein Ja oder Nein zur Pistenverlängerung.
Es sei jedoch «Ausdruck eines fragwürdigen Unternehmensethos
und eines falschen Staatsverständnisses, wenn private Unternehmungen
beim Staat die hohle Hand machen, wenn sie Zweifel an der Rentabilität
der Investition haben», sagte Blaise Kropf, Grossrat und Co-Präsident
der Grünen Kanton Bern. «Die Bedeutung des Flughafens für
die Wirtschaft wird massiv überschätzt. Der Kanton soll das
Steuergeld besser in nachhaltige Wirtschaftszweige und langfristig gesicherte
Arbeitsplätze investieren», betonte SP-Nationalrätin Evi
Allemann. «Der Kanton soll sich auf die Unterstützung des umweltfreundlichen
Bahn- und Busverkehrs konzentrieren. Hier sind die öffentlichen Gelder
wichtig, sagte Jörg Rüetschi vom WWF Bern.
Zur Abstimmung über den Kantonsbeitrag kommt es, weil ein rot- grünes
Komitee gegen den entsprechenden Beschluss des Grossen Rates das Referendum
ergriffen hatte. Bei 10 000 notwendigen Unterschriften war es mit 11 752
gültigen Unterschriften zustande gekommen. (sda, uz)
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