BZ 28.11.06 / BUDGET 2007«Druck» auf die RegierungDas Finanzduell ist entschieden: Die Regierung muss im Vollzug des Budgets 70 Millionen Franken einsparen. Dies entschied gestern – mit einer einzigen Stimme Vorsprung – die bürgerliche Mehrheit im Grossen Rat. Die Fraktionsdisziplin war gestern eisern: Ja stimmten SVP, FDP und EDU
– Nein sagten SP, Grüne, EVP sowie CVP/PSA. Kein einziger Abweichler
war zu verzeichnen; bei der FDP haben sich aber zwei Herren enthalten.
Zugleich waren auf der Linken drei Abwesenheiten zu verzeichnen, bei den
Bürgerlichen zwei. Und so reichte es der Rechten zum hauchdünnen
Sieg: Mit 76 zu 75 Stimmen hiess der Grosse Rat eine Motion der Steuerungskommission
gut, die den Regierungsrat beim Vollzug des Budgets 2007 zu Einsparungen
verpflichtet. So müssen in der Laufenden Rechnung und bei den Investitionen
je 35 Millionen eingespart werden. Damit soll sich die budgetierte und
heftig umstrittene Neuverschuldung von 147 Millionen Franken nahezu halbieren.
Finanzdirektor Urs Gasche wehrte sich im Namen der Regierung gegen diese
Vorgabe (...).
Bund 28.11.06Knappes Votum für Sparübung Der Grosse Rat genehmigt das Budget
2007 und halbiert die geplante Neuverschuldung von 147 Millionen Franken
Eigentlich hat sich die finanzielle Lage des Kantons Bern in den letzten
Jahren markant verbessert. Seit acht Jahren schreibt der Kanton Überschüsse
in der Rechnung, und seine hohen Schulden hat er – dank dem Nationalbankgold,
aber nicht nur dank dem Nationalbankgold – von elf auf etwas über
sieben Milliarden Franken abgebaut. Und doch hat sich das Kantonsparlament
gestern – um das Budget 2007 – wieder einmal eine intensive
Finanzdebatte geliefert, entlang den alten Fronten. 76 gegen 75 Am Ende stimmte der Grosse Rat dem Budget mit 139 gegen 3 Stimmen bei zehn Enthaltungen zu.
Berner Rundschau 28.11.2006 Kanton BernRatssplitter"Einsparungen von 35 Millionen Franken in der Laufenden
Rechnung zu beschliessen ist sinnlos." Anm. R. Löffel: Der Satz im Zusammenhang lautete: "Einsparungen von 35 Millionen Franken in der Laufenden Rechnung zu beschliessen ist auch deshalb falsch und sinnlos, weil sich die Zahlen eh ständig ändern und die Regierung so oder so möglichst haushälterisch mit dem Geld umgehen muss und dies auch tut, wie die Rechnungsabschlüsse immer wieder beweisen. |