Berner Rundschau 8.11.06, Region
«Transparenz für den Wähler»
Ranking: Berns Grosser Rat stimmte im vergangenen Jahr wirtschaftsfreundlicher
Zum dritten Mal veröffentlichte der Handels- und Industrieverein
ein Grossratsranking. Demnach ist die FDP wieder die wirtschaftsfreundlichste
Partei. Johannes Reichen (...)
Für das Grossrats-Rating wertete der HIV 20 Abstimmungen im Grossen
Rat von November 2005 bis September 2006 aus. Es handelt sich um jene
Geschäfte, die unter Namensaufruf zur Abstimmung gelangten und die
vom Evaluationskomitee als wirtschaftspolitisch relevant betrachtet wurden.
Wer wirtschaftsfreundlich stimmte, erhielt pro Abstimmung zwei Pluspunkte,
wer wirtschaftsfeindlich stimmte, wurde mit zwei Minuspunkten belegt.
(...)
Nicht im Ranking vertreten sind Parlamentarier, die in der Evaluationsperiode
nur teilweise dem Rat angehörten - also auch jene, die im April nicht
mehr zu den Wahlen angetreten sind oder abgewählt wurden, und diejenigen,
die neu gewählt wurden. Übrig blieben 120 Grossräte.
Linke wurde wirtschaftsfreundlicher
(...) Als relevant betrachtet wurde etwa die Abstimmung darüber,
ob die Wirtschaftsstrasse Oberaargau in die Strategie zur Stärkung
des ländlichen Raums aufgenommen wird (wirtschaftsfreundlich) oder
nicht (feindlich).
Die FDP erzielte den höchsten Durchschnitt (33,8 Punkte), vor SVP
(30,7), SD (30), EDU (20), CVP (12) und EVP (4,8). Auf 0 Punkte kam die
PSA, es folgen SP (-11,2), GFL (-16) und GB (-28,5). Der Schnitt liegt
bei 11,5 Punkten. Der Rat und insbesondere die linken Parteien seien wirtschaftsfreundlicher
geworden, sagt Haas.
«Wir wollen Transparenz für den Wähler», begründet
er das Ranking. Nicht zuletzt solle es auch dem HIV Aufschluss darüber
geben, auf welche Parlamentarier Verlass ist. Es gibt nicht nur über
die wirtschaftspolitische Haltung Auskunft, sondern ist auch eine kleine
Anwesenheitskontrolle: Im Schnitt verpasste ein Grossrat zweieinhalb der
zwanzig Abstimmungen. Spitzenreiter ist Maxime Zuber (PSA/Moutier) mit
15 Abwesenheiten.
Die Ergebnisse der Oberaargauer Grossräte
Die Grossrätinnen und Grossräte aus dem Wahlkreis Oberaargau
erreichten im HIV-Ranking folgende Resultate: Peter Brand, SVP/Münchenbuchsee
(38 Punkte/1 Abwesenheit). Christian Hadorn, SVP/Ochlenberg (36/0). Hans-Rudolf
Markwalder, FDP/Burgdorf (34/3). Franz Haldimann, SVP/Burgdorf (32/2).
Käthi Wälchli, SVP/Obersteckholz (32/2). Dieter Widmer, SVP/
Wanzwil (32/2). Rudolf Bieri, SVP/Oberbipp (30/3). Peter Studer, SVP/Höchstetten
(30/1). Erwin Sommer, EVP/Melchnau (12/0). Markus Meyer, SP/Roggwil (6/3).
Heinz Dätwyler, EVP/Lotzwil (4/10). Irene Hänsenberger, SP/Burgdorf
(-6/9). Johanna Wälti, GFL/Burgdorf (-8/10). Ruedi Löffel, EVP/Münchenbuchsee
(-8/1). Dorette Balli, SP/Langenthal (-14/1). Annemarie Burkhalter, SP/Bätterkinden
(-20/4). (mgt, joh)
Frage: Ist es wirtschaftsfeindlich, wenn man
beispielsweise. dafür kämpft, dass der Staat nicht als Milchkuh
betrachtet wird oder wenn man sich gegen die Belästigung durch Passivrauch
einsetzt?
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