Hier finden Sie den Text meines Vorstosses, der vom
Bernischen Grossen Rat am 23.11.06 teilweise gutgeheissen wurde.

Hier finden Sie die Fragen, die ich für die Fragestunde des Grossen Rates vom 8.4.08 eingereicht habe.
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Berner Zeitung 28.06.08 / Inselspital

75 Euro-Patienten wurden eingeliefert

Prof. Heinz Zimmermann, Chefarzt Notfallzentrum, zieht eine positive Euro-Bilanz. (...) "Weil es an den Berner Spieltagen nicht heiss und schwül war, hatten wir weniger Kreislauf-Patienten und Alkoholisierte", sagt Zimmermann. (...) Insgesamt betreute das Inselspital 75 Euro-Patientinnen und -Patienten, vorwiegend Schweizer. (...)

 

Berner Zeitung 27.06.08 / Fanzonen

8,5 Millionen Liter Bier

Wie Stadtpräsident Alex Tschäppät gestern sagte, wurden in den vergangenen drei Wochen rund 8,5 Millionen Liter Bier in den Berner Fanzonen und im Stade de Suisse gezapft. "Eine bemerkenswerte Marke, wenn man bedenkt, dass es anfangs doch recht kühl war", so Tschäppät. mar
Anm. lö: Wow, wirklich sehr bemerkenswert - wenigstens eine Schweizer Spitzenleistung an dieser EURO'08

 

20 Minuten online 23.05.08

Euro 08: 1500 holländische Hooligans gesperrt

Exzessive Trunkenheit, Sachbeschädigungen, körperliche Gewalt: Etwa 1500 niederländische Fans, die in ihrer Heimat Stadionverbot haben, werden auch an der Euro 2008 nicht in die Schweizer Stadien gelassen. Viele von ihnen werden aber in Bern weilen.
Dies teilte der Niederländische Fussballverband am Freitag mit. Die entsprechenden Namen seien an die schweizerischen Behörden übergeben worden, hiess es. Die Fussballfreunde auf der Schwarzen Liste liessen sich in niederländischen Stadien die diversesten Delikte zuschulden kommen.
Die Bewegungen von Risiko-Fans würden von der niederländischen und der schweizerischen Polizei genauestens überwacht, teilte der Verband weiter mit. (...) Die Zahl der gesperrten Fans hat seit der Fussballweltmeisterschaft um 50% zugenommen: 2006 waren «erst» 1000 niederländische Fans mit einem Stadionverbot belegt.
Mehrere zehntausend niederländische Fans werden zur Fussballeuropameisterschaft in der Schweiz erwartet. Die Schätzungen bewegen sich zwischen 30 000 und 80 000 Personen. Sie werden zur Hauptsache in und um Bern logieren, weil ihre Mannschaft in der Bundesstadt in der ersten Runde der Gruppe C spielt. Quelle: SDA/ATS

 

Berner Rundschau 9.04.08 / Kanton

Jugend vor Alkohol schützen

Euro 08 Grossräte stellen Polizeidirektor Hans-Jürg Käser zahlreiche Fragen
In den Euro-08-Fanzonen müssen mindestens drei alkoholfreie Getränke günstiger angeboten werden als Bier. Das sagte gestern in der grossrätlichen Fragestunde Polizeidirektor Hans-Jürg Käser (FDP). Bruno Utz
Jeder Organisator einer Fanzone müsse ein Jugendschutzkonzept erstellen, sagte Käser. Bei grösseren Anlässen sei das Konzept den Bewilligungsbehörden einzureichen. Verbindlich vorgeschrieben sei zudem, dass Hinweisschilder mit den Jugendschutzbestimmungen in mehreren Sprachen an den Kassen, Theken und Wänden anzubringen sind. Käser informierte die beiden Fragesteller aus den Reihen der EVP, Marianne Streiff (Oberwangen) und Ruedi Löffel (Münchenbuchsee), dass das Verkaufspersonal von der Fachstelle Berner Gesundheit in den Bereichen Jugendschutz, Ausweiskontrolle und Umgang mit alkoholisierten Personen geschult werde. Käser weiter: «Jeder Ausschankbetrieb in einer Fanzone muss zudem mindestens drei verschiedene, gängige alkoholfreie Getränke zu einem tieferen Preis anbieten als das billigste alkoholhaltige Getränk in der gleichen Menge.» Für die Kontrolle zur Einhaltung der Bestimmungen seien die Gemeinden zuständig.

 

Bund 9.04.08 / Anita Bachmann / Bernseite

Zwei Becher

Gestern nahm Polizeidirektor Hans-Jürg Käser im Grossen Rat Stellung zu Jugendschutzmassnahmen und Alkoholprävention an der Euro 08. Ein Alkoholverbot oder der Ausschank von Leichtbier könne in jedem Fall geprüft werden – was die zuständigen Regierungsstatthalterämter aber genau bewilligen würden, entziehe sich der Kenntnis des Regierungsrats. Er verwies auf das Handbuch Bewilligungen Kanton Bern. Zudem empfahl er den Gratisausschank von Wasser ebenso wie die Mengenbeschränkung pro Alkoholkauf auf zwei oder vier Becher. (ba)

 

«Wir haben alles gemacht»

Die Alkoholpräventionsmassnahmen an der Euro 08 sind streng – der bernische Regierungsrat nimmt Stellung
Übermässiger Alkoholkonsum ist eine Gefahr an der Euro 08. Die Abgabe von Gratiswasser oder gar ein Alkoholverbot gehen den Verantwortlichen aber zu weit. Sie wollen das Gewerbe nicht vergraulen und das Fussballfest nicht verderben.
Im vollgestopften Tram Richtung Stade de Suisse unterhalten sich zwei junge Männer auf dem Weg zu einem Fussballmatch über die Euro 08. Einer konnte gleich für zwei Spiele Karten ergattern, der andere ging offensichtlich leer aus. «Ich habe zwar keine Tickets, aber dafür einen Freipass zum Saufen», sagt er. Wie er während der drei Wochen jeden Tag auch noch in seinem Lehrbetrieb arbeiten soll, sei ihm noch nicht klar. Dass an der Euro 08 viel getrunken wird und dass damit auch die Hemmschwelle für Gewalt sinkt, ist den Sicherheitsverantwortlichen der Stadt und des Kantons Bern klar: Die täglichen Gefahren würden beim Alkohol und nicht primär beim Hooliganismus lauern.
Seit der Fussballeuropameisterschaft 2004 in Portugal verbietet die Uefa den Alkoholausschank in den Stadien. Ein Alkoholverbot auch ausserhalb des Stadions, wie dies Grossrat Ruedi Löffel (evp, Münchenbuchsee) mit einem Postulat überprüfen lassen wollte, ist aber weder politisch tragfähig noch rechtlich möglich: «In unserer Kultur sind alkoholische Getränke Genussmittel und alltägliches Konsumgut», schreibt der Regierungsrat. Es wäre Willkür gegenüber der Gewerbefreiheit, sagt Berns Projektleiter der Euro 08, Marcel Brülhart. Bundesrat Samuel Schmid erinnerte in diesem Zusammenhang bereits vor zwei Jahren in einer Debatte im Nationalrat an die lukrativen Sponsoringverträge, ohne die so grosse Sportveranstaltungen nicht durchgeführt werden könnten. Stephan Zingg, stellvertretender Regierungsstatthalter in Thun, sagt: «Gibt es keinen Alkohol, kommen auch keine Leute.»

Jugendschutz ganz zuoberst
An den Regierungsstatthalterämtern liegt es nun auch, angemessene Auflagen zum Handel mit alkoholischen Getränken zu machen. Im entsprechenden Handbuch zum Bewilligungsverfahren im Kanton Bern steht der Jugendschutz ganz zuoberst – Hinweisschilder in den Landessprachen, Englisch und der jeweiligen Sprache der in Bern anwesenden Nationalmannschaften sollen die unter 16-Jährigen vom Alkoholkonsum und die unter 18-Jährigen vom Konsum von Spirituosen und Alcopops abhalten. Wer zudem in Fanmeilen oder UBS-Arenen Alkohol ausschenken will, muss mindestens drei gängige alkoholfreie Getränke günstiger anbieten als das billigste alkoholische Getränk und seine Mitarbeiter schulen. (...)

Wasser zwei Franken günstiger
In der Stadt Bern, in der an Spieltagen bis zu 100’000 Fussballfans erwartet werden, seien die Auflagen noch strenger, sagt Regierungsstatthalterin Regula Mader. So ist beispielsweise in den Fanbereichen auch der Verkauf von Wein und Spirituosen verboten, und die Preisunterschiede sind festgelegt. Vier Deziliter Bier kosten fünf Franken und gleich viel Mineralwasser muss nicht nur günstiger sein, sondern soll drei Franken kosten. Viel versprechen sich die Regierungsstatthalter von den Mehrwegbechern: «Man muss den Becher immer wieder füllen und kann nicht mit Vorrat herumlaufen», sagt Mader.
Damit werden die wichtigsten Empfehlungen, die von der Arbeitsgruppe Alkoholprävention Euro 2008 erarbeitet wurden, umgesetzt. Löffel würde mit Gratiswasser oder Leichtbier mit nur 2,4 Alkoholprozent aber gerne weiter gehen. Der offizielle Sponsor Carlsberg hätte mit dem niedrigprozentigen Feldschlösschen auch das entsprechende Produkt. «Die Erfahrung zeigt, dass diejenigen, die sich betrinken wollen, einfach entsprechend vorkonsumieren», sagt Pressesprecher von Feldschlösschen, Markus Werner.
Bei der Berner Euro-08-Projektleitung sei sowohl Gratiswasser als auch das Leichtbier diskutiert worden, mit keinem von beiden soll aber das einheimische Gewerbe konkurrenziert werden. Felsenau als lokaler Bierproduzent hat beispielsweise kein Leichtbier. Der Preis von drei Franken für Wasser und der Verzicht auf den Verkauf von Wein und Spirituosen in den Fanzonen seien ein grosser Schritt. «Gratiswasser in Bern ist absurd – das gibt es an jedem Brunnen», sagt Mader. Ob diese allenfalls als Trinkwasserquellen beschriftet werden, ist noch nicht klar: «Man könnte es machen», sagt Brülhart. Das letzte Wort bezüglich Gratiswasser ist noch nicht gesprochen: Der Entscheid zu einem entsprechenden Vorstoss von Stadträtin Barbara Streit (evp) ist noch ausstehend. «Das, was man machen kann, haben wir gemacht», sagt Mader zur Alkoholprävention an der Euro 08.

18 Liter Bier pro Person und Tag
«Es wird Alkohol angeboten, deshalb wird auch Alkohol getrunken», sagt Franz Märki, Pressesprecher der Kantonspolizei Bern. Es gebe immer Leute, die übermässig konsumierten. Problematisches Fanverhalten von Gästen wird in Bern nicht erwartet; nur die grosse Anzahl von Fans sei eine Herausforderung. Erfahrungen während der Fussballweltmeisterschaft zeigten, dass unter einheimischen Fans eine gute und sportliche Stimmung zu erwarten sei.

Das Sommermärchen

Die Fussballweltmeisterschaft in Deutschland 2006 galt als friedlich und perfekt organisiert. Dazu haben offensichtlich auch die deutschen Medien ihren Beitrag geleistet. «Der Erfolg der deutschen Nationalmannschaft und das Fussballfest stand im Vordergrund, über gewisse andere Aspekte wurde weniger berichtet», sagt Franz Märki, Mediensprecher der Kantonspolizei Bern. Grossrat Ruedi Löffel (evp, Münchenbuchsee) spricht gar von einem Abkommen mit den Medien. Dass es auch Alkoholexzesse und Gewalt gegeben habe, sei erst später bekannt geworden. Etwa durch den BBC-Dokumentarfilm «Hooligans: Ein anderes Sommermärchen», eine Anspielung auf den Spielfilm «Deutschland – Ein Sommermärchen». Ein Journalist filmte undercover die wüstesten Szenen der deutschen Fussballweltmeisterschaft ausserhalb der Fussballstadien. Englische und polnische Fans lieferten sich mit deutschen Fans regelrechte Strassenschlachten. Die Bilder zeigen, dass jeweils immer auch Alkohol im Spiel war: Bevor sie aufeinander losschlagen, trinken sie Bier in rauen Mengen und fluchen lallend über die Gegner in die Kamera. Englische Fans haben sich sogar gegenseitig verprügelt, als gerade keine anderen da waren. (ba)

 

20 Minuten 6.04.08

Trotz Nein: EVP verteilt an EM Gratiswasser

An der Euro 08 soll es in den Fanzonen für die Fans kein Gratis-Trinkwasser geben. Dies die Antwort der Basler Regierung auf eine entsprechende Interpellation des EVP-Grossrats Heinrich Ueberwasser.
Nun will er ein «kulturelles Zeichen setzen»: Mit mobilen Ständen will er Gratiswasser unter die Fans bringen. «Ich will so die Gemütlichkeit des Fussballs unterstützen», so Ueberwasser. Nun sucht er noch Helfer: «Zwei Fussballteams an Leuten würden ausreichen.»

 

Bund 8.03.08 Front + Bern

Angst vor Alkohol

Vorbereitungen für die Sicherheit an der Euro 08
Drei Monate vor der Euro 08 werden die Vorbereitungsarbeiten für die Sicherheit konkreter. So rechnet die Kantonspolizei Bern mit bis zu 100000 Fans, wovon sich mehr als zwei Drittel in den Fanzonen der oberen Altstadt aufhalten werden. Am meisten Sorgen bereitet den Sicherheitsverantwortlichen der erwartete übermässige Alkoholkonsum. 100 Ausnüchterungsplätze und eine Notbarriere für betrunkene Aareschwimmer sollen das Schlimmste verhindern. (...)

«Beim Alkohol lauert die Gefahr»

Die Szenarien für die Sicherheitskräfte der Euro 08 reichen vom Terroranschlag bis zur Alkoholleiche in der Aare
(...) An den Spieltagen in Bern werden bis zu 100'000 Besucher erwartet, wovon sich jeweils 30'000 im Stade de Suisse und die anderen in den Fanzonen aufhalten werden. «Es ist nicht schwer vorauszusagen, dass die Farbe Orange dominieren wird», sagte Käser. Mit den zahlreich erwarteten Holländern wird allerdings auch eine grosse Trinkfreudigkeit verbunden. Beim Alkohol würden auch «die täglichen Gefahren lauern» und nicht etwa primär beim Hooliganismus. Die Ausnüchterungsstrukturen sind für 100 Alkoholleichen geplant. (...)

 

sda / 20 Minuten online 7.03.08

Bern bereitet sich auf Staus und betrunkene Fans vor

Die Spiele der Euro 2008 in Bern sollen ein unvergessliches Fussballfest und keine «Euro der Angst» werden. Die Eckpfeiler des Sicherheitskonzepts stehen. Hauptprobleme dürften der Alkoholkonsum und das Verkehrsaufkommen sein.
Die Erfahrungen aus Deutschland hätten gezeigt, wo die täglichen Gefahren lauerten, sagte Regierungsrat Hans-Jürg Käser am Freitag vor den Medien in Bern. Im Vordergrund stünden nicht Hooligans, sondern die Auswirkungen des übermässigen Alkoholkonsums der Fans und die Probleme, die sich aus der örtlichen Massierung von Menschen ergäben. (...) Bern wolle aber keine «Euro der Angst», sondern ein unvergessliches Fussballfest, betonte Käser.

 

NEWS 15.02.08

Polizei verschärft Alkoholverbote

ZÜRICH/BASEL. Die Polizei will Fussballfans, die sich mit Alkohol volllaufen lassen und randalieren trockenlegen. Gestern durfte erstmals eine Coop-Filiale während vier Stunden keinen Alkohol mehr verkaufen. (...) wegen des Uefa-Cup-Spiels FC Zürich - HSV. Coop hofft auf eine einmalige Massnahme, die Stadtpolizei Zürich macht jedoch klar, dass es auch künftig Alkoholverbote rund um Fussballstadien gibt, weil die bisherigen Erfahrungen positiv seien. Die Basler Polizei prüft ähnliche Massnahmen (...).
Nulltoleranz-Politik der Zürcher Stadtpolizeit: Diese verbietet bei "Hochrisiko-Spielen" stadionnahen Betrieben - Lokalen, Bars, Shops und Tankstellen - den Alkoholverkauf. (...)
"Erste Erfahrungen zeigen, dass die Ausschreitungen deutlich zurückgegangen sind", sagt Michael Wirz, Sprecher der Stadtpolizei. Deswegen lasse die Polizei die Verordnung weiter laufen.
Das Zürcher Modell wird Schule machen: Zeitweilige Alkoholverbote rund um das Stadion St. Jakob sind nun auch in Basel ein Thema. "Ja wir prüfen solche Massnahmen", bestätigt Polizeisprecher Klaus Mannhart. (...)

(Anm. R. Löffel: Nur der Berner Grosse Rat "weiss es besser" >>> Prüfauftrag im Hinblick auf die EURO 08)

 

espace.ch 31.10.07

Für Alkoholverbot in Stadien

In Schweizer Sportstadien soll ein generelles Alkoholverbot gelten. Dies findet eine klare Mehrheit der espace.ch-User.
64% sprechen sich in einer Umfrage für ein entsprechendes Verbot ein. Für 36% der Teilnehmer gehört das Bier zum Stadionbesuch.
In jüngster Vergangenheit kam es vermehrt zu Ausschreitung während und nach Fussballspielen zwischen gegnerischen Fans, oftmals nach reichlichem Alkoholkonsum.

 

Berner Zeitung + Bieler Tagblatt 28.06.07

Runder Tisch gegen Gewalt im Sport

(...) sda. Vertreter von Swiss Olympic, Sportverbänden und Ligen sowie Bund und Kantonen trafen sich Mittwoch in Bern zum zweiten Runden Tisch zur Gewaltbekämpfung im Sport. Bundesrat Samuel Schmid zog anschliessend vor den Medien eine positive Bilanz der bislang geleisteten Arbeiten. «Ich stelle eine einhellige Übereinstimmung fest.» (...)
Geprüft werden auch Massnahmen gegen Alkoholmissbrauch, so etwa die konsequente Wegweisung stark Alkoholisierter, die Schaffung von Alternativen (Preispolitik, Leichtbier) sowie, bei Hochrisikospielen, die temporäre Beschränkung des Alkoholausschanks.

 

Bieler Tagblatt 15.06.07 LESERFORUM Carte Blanche

Risiko klein halten

«Chunsch Nami o cho schutte?» Unzählige Male pedalte ich mit anderen Jungs Richtung Bellechasse zur holprigen Wiese, die uns damals als Fussballplatz diente (den schmucken Platz «im Spitz» in Müntschemier gabs noch nicht). Heute, gut 30 Jahre später, geniesse ich den Fussball eher als Zuschauer. Meine Vorfreude auf die Euro 08 ist vergleichbar mit derjenigen auf einen schulfreien Nachmittag fürs Fussballspielen.
«Chunsch hinech o cho luege?» wird in Biels Fan-Zone und an vielen anderen Orten Tausende von Fussballbegeisterten zusammenführen. Ich wünsche mir, dass die Euro 08 für alle Beteiligten zum ungetrübten Volksfest wird. Damit dies gelingt, braucht es vorgängig einen Blick auf mögliche Störfaktoren und Risiken.
Das Risiko, dass die Schweizer Nati früh ausscheidet und dies auf die Stimmung drückt, können nur die direkt Beteiligten eindämmen. Um mögliche Probleme im Zusammenhang mit übermässigem Alkoholkonsum müssen sich die Verantwortlichen vor Ort kümmern. Sachbeschädigungen, Pöbeleien und Raufereien sollen das fröhliche Fest nicht beeinträchtigen. Deshalb scheint es mir wichtig, dass die Bewilligungsbehörden gewisse Präventionsmassnahmen in Betracht ziehen.
Wie wäre es beispielsweise, wenn gratis (Mineral)-Wasser abgegeben würde? Ein Sponsor liesse sich bestimmt finden und das Image Biels als gastfreundliche Stadt würde gefördert. Eine breite Palette an preiswerten, alkoholfreien Getränken ist ebenfalls wünschenswert. Auch deshalb, weil in der Fan-Arena viele Jugendliche und Familien mit Kindern zugegen sein werden.
Mehrwegbecher helfen den Abfallberg verkleinern und unterstützen den Jugendschutz, weil so weniger Alkohol an Minderjährige weitergegeben wird. Prüfenswert ist zudem eine Beschränkung des Alkoholverkaufs auf Niederpromillebier. Spirituosen haben in den Fan-Meilen sowieso nichts zu suchen.
Die Durchführung des weltweit drittgrössten Sportanlasses bietet der Schweiz die einmalige Chance, einen Werbespot in die ganze TV-Welt zu senden. Ein bewusster Umgang mit der Gefahrenquelle Alkohol trägt dazu bei, dass die Euro auch in den Fan-Zonen vor Ort zum unvergesslichen Fussballfest wird.

RUEDI LÖFFEL

Ruedi Löffel-Wenger ist Projektleiter Suchtprävention beim Blauen Kreuz und EVP-Grossrat aus Münchenbuchsee.

In dieser Rubrik erhalten Persönlichkeiten aus der Region eine Plattform:
Hier können sie auf Anfrage der Redaktion pointiert Stellung nehmen; ihre Meinung braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.

 

20 Minuten online 24.05.07

Meisterschafts-Showdown: Gitterstäbe statt Bier

Das Derby zwischen dem FCZ und GC gilt als Hochrisikospiel. Nebst einem Alkoholverbot sollen neue Gitterzäune im Stadion für Sicherheit sorgen.
Das Gebiet rund um das Zürcher Hardturm-Stadion wird heute zur Sicherheitszone. Die Stadtpolizei gab deshalb bereits Tage vor dem Derby zwischen den Zürcher Stadtrivalen die Direktive aus, den Alkoholkonsum am Spieltag einzuschränken. Von 16 Uhr bis morgens um 2 Uhr wird darf heute deshalb in den Beizen rund ums Stadion nur Leichtbier ausgeschenkt werden. Im Stadion selber herrscht ein striktes Alkoholverbot. (...)
(Anm. R. Löffel: Offenbar war mein Prüfauftrag im Hinblick auf die EURO 08 doch nicht so abwegig?!)

 

Monatsumfrage Dezember 2006 auf der Website der Freiheitspartei

Es gibt Bier nur auf Hawaii
… nicht aber an der Euro08 in Bern, wenn es nach dem Willen des selbst ernannten EVP Gesundheitsgurus Ruedi Löffel geht. Dieser verlangt nämlich mit einem Vorstoss im Grossen Rat, dass der Ausschank von alkoholischen Getränken auch ausserhalb des Fussballstadions zu verbieten sei. Dem Profilierungsneurotiker genügt das schon von der UEFA verfügte Alkoholverbot in den Stadien und deren unmittelbaren Umgebung nicht. In den Augen Löffels sind nämlich alle Fussballfans, welche die 6 Spiele in Bern verfolgen werden, Randalierer.
Wenn der Sichtkreis Löffels über den christlichen Missionarsrahmen hinaus reichen würde, hätte er erkannt, dass es an der WM 06 in Deutschland trotz Bier, sogar in den Stadien, friedlich geblieben ist. Treffend auch die Reaktion der Berner Regierung, die in ihrer Antwort von Alkohol sei “ein Genussmittel und tägliches Konsumgut” spricht und deshalb Löffels Vorstoss ablehnt.
(Anm. R. Löffel: In Bern werden nur 3 Spiele stattfinden und der Grosse Rat hat längst entschieden... vgl. unten;
zudem erinnere ich noch einmal daran, dass ich lediglich eine Prüfung der Massnahme gefordert habe.)

Befürworten Sie ein Ausschankverbot von alkoholischen Getränken während der EURO 08
(wie vom EVP Gesundheitsguru Ruedi Löffel gefordert) auch ausserhalb des Fussballstadions?
Umfrage-Ergebnis am 21.12.06: Nein 35.59 % < > Ja 64.41 %

 

20 Minuten Bern 24.11.06

Euro 08: Alkohol auch während den Spieltagen

BERN - Rund um die Fussballstadien darf an der Euro 08 auch während den Spieltagen gebechert werden. Das hat der Grosse Rat gestern entschieden. Er lehnte einen entsprechenden Vorstoss ab. In diesem hatte EVP-Grossrat Ruedi Löffel gefordert, dass die Regierung prüfen soll, ob der Alkoholkonsum während der Fussball-Europameisterschaft eingeschränkt werden kann. „Ich bin enttäuscht“, sagt Löffel - auch, weil im fussballbegeisterten Basel der gleiche Vorstoss angenommen worden sei. Der Kanton will präventive Massnahmen fördern und den Jugendschutz grossschreiben.

 

Berner Zeitung Kanton Bern 24.11.06

Euro 08 wird nicht alkoholfrei

Alkoholverbot in den Stadien der Euro 08, aber vor den Stadien darf Alkohol getrunken werden. So will es der Grosse Rat.
«Mir ist längst klar, dass der Polizeidirektor am Schluss seinen Kopf hinhalten muss», sagt Regierungsrat Hans-Jürg Käser. Doch so weit soll es an der Fussball-Europameisterschaft 2008 als Folge von Alkoholexzessen gar nicht erst kommen. Denn in den Stadien, also auch im Stade de Suisse, gilt ein striktes Alkoholverbot. (...).
Ausserhalb des Stade de Suisse hingegen will der Regierungsrat an jenen Tagen, da in Bern Spiele stattfinden, nichts von einem Alkoholverkaufs- und Ausschankverbot wissen. Dies sei nämlich «weder zielführend noch praktisch umsetzbar». Zudem gehe es nicht an, der grossen Mehrheit der Fussballfans den Genuss von alkoholischen Getränken zu untersagen, «um einem eventuell ungebührlichen Verhalten einer verschwindend kleinen Minderheit vorzubeugen», stellt Käser fest und schickt damit die Forderung von Ruedi Löffel (EVP) bachab. Und der Grosse Rat stellte sich gestern mit 94 zu 46 Stimmen hinter Käser.
Keine Differenz zu Löffel haben Regierung und Grosser Rat hingegen beim Jugendschutz an der Euro 08. Ebenso soll in den Fanzonen der Gratisausschank von Mineralwasser geprüft werden. (...) ue

 

Journal du Jura 24.11.06
EURO 2008 | Pas d'interdiction de consommer de l'alcool à l'extérieur du stade à Berne

Une mesure jugée inapplicable

Sabler le champagne aux alentours du stade de Suisse à Berne après la victoire de son équipe favorite à l'Euro 2008 sera possible. La tentative d'interdire la consommation d'alcool est tombée... à l'eau. Par Michael Bassin
L'idée d'interdire l'alcool hors du stade de Berne les jours de match lors du prochain Euro vient du député évangélique Ruedi Löffel. Dans un postulat, il demandait au gouvernement d'envisager un périmètre d'interdiction défini en concertation avec la ville de Berne et les responsables de la sécurité de la compétition de football. Il faut savoir qu'à l'intérieur des stades, et sur demande de l'UEFA, l'alcool sera banni.
Selon l'élu du PEV, il existe un lien de cause à effet entre consommation d'alcool et débordements de violence dans les stades. Pour illustrer son propos, les événements qui ont terni l'année passée le fameux match entre Bâle et Zurich ont été largement utilisés. «C'est un fait qu'un supporter ivre n'est pas seulement dangereux dans l'enceinte du stade», estime-t-il.
Le gouvernement s'opposait à cette requête estimant qu'une interdiction était ni appropriée ni applicable. Le fait de punir une majorité à cause d'une minorité et l'impossibilité de contrôler les magasins et les restaurants ont pesé dans la balance.

Quel message envoyé?
Hier, Ruedi Löffel a notamment pu compter sur le soutien de l'UDF. «Il faut donner un signal fort aux supporters», a clamé un élu. Ce qui dérangeait aussi plusieurs députés, c'est qu'en refusant le postulat, le gouvernement signifiait qu'il ne voulait même pas examiner la question. «Ce n'est pas une motion. Ce refus d'entrer en matière dès le départ est inacceptable», a regretté Marianne Streiff-Feller, députée du PEV. Une Verte, également favorable au postulat, ajoutait: «Nous députés, nous votons des centaines de milliers de francs pour la prévention et là, le message qui est envoyé va à l'encontre.»
D'autres députés ont été surpris, voire choqués, de certains arguments avancés par le gouvernement. Selon ce dernier, il faut éviter que la réglementation suisse concernant la consommation de boissons alcoolisées soit plus sévère que celle de l'Autriche, pays coorganisateur. «L'image de la Suisse à l'étranger pourrait alors en pâtir, faisant croire que le pays n'a pas le sens de la fête, au point de porter atteinte à son attrait touristique», a-t-il avancé. «C'est incroyable de dire qu'il n'est pas possible de faire la fête sans alcool», s'est offusquée une députée Verte.
Malgré toutes ces remarques, la majorité du Grand Conseil a estimé que cette interdiction allait trop loin. (...).
Juste avant le vote, l'auteur du postulat est encore venu s'exprimer: «Tout le monde dit que Löffel est un taliban, un moralisateur. Non! Je veux juste demander au Conseil exécutif d'examiner la question. Le Parlement bâlois a accepté cette démarche.» Le Parlement bernois n'a pas fait de même puisque 94 députés ont refusé le postulat alors que 46 - dont plusieurs socialistes - l'ont accepté. Le Grand Conseil a quand même accepté deux autres points qui demandent au gouvernement de prêter une attention particulière au respect des dispositions de protection de la jeunesse pendant toute la durée de l'Euro et de favoriser, dans les zones du stade, la consommation de boissons non alcoolisées et les mesures préventives. M.Ba.

 

Bund 24.11.06

Kein Alkoholverbot in der Stadt

Keine Chance hatte ein Postulat von Ruedi Löffel (evp, Münchenbuchsee), worin er die Regierung dazu auffordert, für die drei in Bern stattfindenden Spiele ein Alkoholverkaufs- und Ausschankverbot auch ausserhalb des Stadions zu prüfen. Die Mehrheit des Grossen Rats befand eine solche Massnahme für unverhältnismässig. Der betreffende Punkt des Postulats wurde mit 94 zu 46 Stimmen bei einer Enthaltung abgelehnt. Hingegen steht schon heute fest, dass innerhalb des Stadions ein striktes Alkoholverbot gelten wird.

 

Berner Rundschau 24.11.06 / sda 23.11.06

Nein zu Alkoholverbot

Mit 94 gegen 46 Stimmen sagte der Rat Nein zu einer stärkeren Einschränkung des Alkoholkonsums während der EM. Bereits heute ist klar ist, dass in den Stadien ein Alkoholverbot gelten wird.
Ein Vorstoss aus Kreisen von EVP, EDU und SVP hatte gefordert, ein Verbot des Ausschanks und Verkaufs sei für die Spieltage auch ausserhalb der Stadien zu prüfen.
Ausser der EVP waren alle grossen Fraktionen dagegen: Zwar müsse das Problem des Hooliganismus ernstgenommen werden, das geforderte Verbot sei aber unverhältnismässig und kaum praktikabel, lautete der Tenor. Auch die Regierung hatte sich gegen ein Verbot gestellt.

 

DRS Regionaljournal BE FR VS 23.11.2006, 17.30 Uhr

Alkoholausschank in der Stadt Bern auch während der Euro 08 möglich
Ein Vorstoss des EVP-Grossrates Ruedi Löffel war chancenlos. Er wollte den Verkauf und den Ausschank von Alkohol auch ausserhalb des Stadions verbieten. (Link 3:23).
Anm. lö: Mein Vorstoss verlangte KEIN Verbot, sondern lediglich eine Prüfung!

 

Berner Zeitung Front und Kanton Bern 9.11.06

Kein Bier in Bern?

Soll an der Euro 08 in Bern auch ausserhalb des Stadions kein Alkohol fliessen? Der Grosse Rat diskutiert das.
Der bernische Regierungsrat lehnt ein Alkoholverbot an der Fussball-EM klar ab, wie gestern bekannt wurde. EVP-Grossrat Ruedi Löffel – der Mann, der auch dem Rauchverbot in Restaurants zum Durchbruch verhalf – regt in einem Vorstoss unter anderem dies an: Der Kanton solle an den Euro-08-Spieltagen in Bern den Alkoholausschank auch ausserhalb des Stadions untersagen, um Randalen vorzubeugen.
Der Grosse Rat diskutiert den Vorstoss in der Novembersession. Bisher steht erst fest, dass in den Stadien und in deren unmittelbarer Umgebung ein Alkoholverbot – verfügt von der Uefa – gilt. Die Regierung ist in ihrer Haltung unmissverständlich: Alkohol sei «ein Genussmittel und tägliches Konsumgut». Zudem könne man nicht die Mehrheit bestrafen, nur weil eine Minderheit überborden könnte. Löffel ist damit gar nicht einverstanden. Er wirft der Regierung vor, eine undifferenzierte Position zu vertreten, die zum Alkoholproblem unter Jugendlichen beitrage. Ihre Argumentation folge der Haltung, Feste könnten nur mit Alkohol gefeiert werden, findet Löffel. Und: Er wolle nicht in der ganzen Stadt ein Verbot verhängen. Den Perimeter müssten die Fachleute festlegen. fab

Regierung ist gegen Alkoholverbot

Der bernische Regierungsrat will die Fussballfans an der Euro 08 nicht auf dem Trockenen sitzen lassen: Er hält nichts von einem Alkoholverbot ausserhalb des Stadions. Kostenlos Mineralwasser ausschenken will er auch nicht. Fabian Schäfer
«Euro 2008 ohne Alkohol-Exzesse»: Unter diesem Titel reichte EVP-Grossrat Ruedi Löffel, ein fleissiger Präventionspolitiker, einen Vorstoss ein, der auch aus SVP und EDU Sukkurs erhielt. Löffel warnt vor alkoholbedingten Ausschreitungen und einem «erheblichen Sicherheitsrisiko». Er fordert, die Regierung solle für die Europameisterschaft unter anderem diese Massnahme prüfen: «An Tagen, an denen in Bern ein Spiel stattfindet, wird auch ausserhalb des Stadions kein Alkohol ausgeschenkt und verkauft.»

«Tägliches Konsumgut»
Man schluckt leer und fragt sich: Will Löffel die ganze Stadt trocken legen? «Nein», beschwichtigt dieser, ihm sei auch klar, dass das politisch und praktisch nicht machbar sei. Kanton, Stadt und Euro-Organisatoren sollten den genauen Perimeter, in dem kein Bier fliessen dürfte, zusammen festlegen, so Löffel. Bei der Regierung blitzt er damit ab, wie gestern bekannt wurde. «In unserer Kultur sind alkoholische Getränke Genussmittel und tägliches Konsumgut», lässt ihn die zuständige Polizei- und Militärdirektion von Regierungsrat Hans-Jürg Käser wissen. Und weiter im Text: Es könne nicht angehen, der überwiegenden Mehrheit der Feiernden den Alkohol-Genuss zu untersagen, weil eine «verschwindend kleine Minderheit» sich eventuell «ungebührlich» verhalten könnte. Zudem wäre die Kontrolle des Verbots aufwändig und personalintensiv und die Definition des Perimeters «problematisch». Löffel ist von dieser Antwort «enttäuscht», sie sei undifferenziert. Er erkennt darin die «eingefahrene Schiene», Feste könnten nur mit Alkohol gefeiert werden. «Diese Haltung trägt zu den Alkoholproblemen unter den Jugendlichen bei», warnt Löffel, der beruflich für das Blaue Kreuz Prävention betreibt.


"Undifferenziert"
EVP-Grossrat Ruedi Löffel

Das Hintertürchen
Der Grosse Rat verhandelt den Vorstoss in der Novembersession. Damit setzt sich eine Debatte fort, die im Nationalrat begonnen hat. Die Linke hatte ein Alkoholverbot gefordert und unterlag klar. Bundesrat Samuel Schmid betonte unter anderem, dafür seien die Kantone zuständig, also Bern, Zürich, Basel und Genf. Die Uefa als Organisatorin verhängt nur ein Alkoholverbot in den Stadien sowie im engsten «Sicherheitsring» unmittelbar um die Stadien herum. Ob der Alkohol jenseits dieses Rings endlos fliesst, ist noch unklar. Auch in den Stadtparlamenten Berns und Zürichs sind Vorstösse zum Thema hängig; sie stammen ebenfalls aus der EVP-Küche und regen folglich ebenfalls Alkoholverbote an. Die (zurückhaltende) Haltung des Kantons Bern steht fest, falls der Grosse Rat der Regierung folgt. Diese lässt allerdings ein Hintertürchen offen: Sollten die anderen Euro-Städte oder die übergeordnete Organisation «wider Erwarten» ein Alkohol-Verbot verhängen, «würde sich der Kanton Bern den Massnahmen anschliessen». Für andere Ideen zeigt sich die Regierung schon heute offen: Sie hält es für «möglich», in Fan-Zonen wie an der WM in Deutschland nur Tiefprozentiges, vor allem Bier, eventuell Light-Bier, zuzulassen; «denkbar» sei auch, die Betreiber von Verkaufsständen zu verpflichten, Mineralwasser zu «sehr günstigen Preisen» anzubieten. Aber: Die Regierung will alkohol-freie Getränke nicht subventionieren und auch nicht gratis Mineralwasser auf Staatskosten verteilen.

 

Bund 9.11.06

Kein Mineral vom Kanton

Den Zigarettenrauch hat er den bernischen Gaststätten schon ausgetrieben. Doch nach dem Nikotin knöpft sich EVP-Grossrat Ruedi Löffel nun eine weitere sündhaft gefährliche Substanz zum Verbieten vor: «Euro 2008 ohne Alkoholexzesse», fordert der Abgeordnete aus Münchenbuchsee in einem dringlichen Vorstoss.
Betrunkene Fussballfans stellten nicht nur in den Stadien ein Risiko dar: «Für den Kanton und die Stadt Bern als Host-City könnten die Sicherheitskosten erheblich ansteigen, wenn es während der Euro 08 nicht gelingt, den übermässigen Alkoholkonsum auch ausserhalb des Stadions einzudämmen.»
An Spieltagen seien deshalb Ausschank und Verkauf von Alkoholika in einem zu vereinbarenden Perimeter ausserhalb des Stade de Suisse zu verbieten, fordert Löffel. In der Antwort appelliert der Regierungsrat zunächst an die Lebensfreude des Postulanten. Die Euro 08 solle «ein grosses Volksfest» werden. Es gehe nicht an, «der Mehrheit der Feiernden den Genuss von alkoholischen Getränken zu untersagen, um einem eventuell ungebührlichen Verhalten einer kleinen Minderheit vorzubeugen». Hätte die Schweiz eine strengere Regelung als das Euro-08-Partnerland Österreich, könnte dies «als Botschaft verstanden werden, dass in der Schweiz nicht gefeiert werden darf», sorgt sich die Regierung: Die Folge: geschmälerte Attraktion als Tourismusdestination.
Keine Bünzli-Schweiz also – und ein Verkaufsverbot sei «weder zielführend noch umsetzbar», findet der Regierungsrat. Die Leute würden ihren Schnaps einfach mitbringen. Zudem wäre die Kontrolle der Restaurants zu aufwändig. Doch die Exekutive will nicht nichts tun: Auf Basis des Gastgewerbegesetzes könnten Verkaufsstände verpflichtet werden, Mineralwasser zu einem sehr günstigen Preis anzubieten – zwecks Jugend- und Gesundheitsschutz. Eines wird es aber «eindeutig» nicht geben, stellt die Regierung klar: «Den Ausschank von Mineralwasser auf Kosten des Kantons.» (swe)

 

20 Minuten 9.11.06

Rat für Alkohol an Euro 08

Der Berner Regierungsrat schliesst ein Alkohol-Verbot während der Euro 08 kategorisch aus.
Ein Grund ist der mögliche Image-Schaden. Es müsse vermieden werden, dass die Schweiz strengere Regelungen erlasse als Österreich. «Dies könnte als Botschaft verstanden werden, dass hierzulande nicht gefeiert werden darf», so die Antwort der Exekutive auf einen politischen Vorstoss.
«Aus präventiver Sicht ist das katastrophal», nervt sich EVP-Grossrat Ruedi Löffel. «Das impliziert doch, dass sich nur mit Alkohol richtig feiern lässt.»
Auch für die Idee, an Matchtagen Gratis-Mineralwasser zu verteilen (20 Minuten berichtete), konnte sich die Regierung nicht erwärmen. «Dabei ergäben sich für den Kanton gar keine Zusatzkosten», so Löffel. «Es liesse sich bestimmt ein Sponsor finden.» Das letzte Wort hat nun der Grosse Rat. (ram)

 

20 Minuten 8.11.06

Idee: Gratis-Mineral gegen Alk-Exzesse an der Euro 08

BERN - Die Euro 08 soll nicht in ein Massenbesäufnis ausarten: Berner Grossräte verlangen nun, dass kostenlos Mineralwasser ausgeschenkt wird.
Zehntausende Fussball-Anhänger werden in 19 Monaten nach Bern strömen, um dem runden Leder zu frönen – und teilweise dem Alkohol.
«Betrunkene Fans stellen ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar», sagt Präventionsfachmann und EVP-Grossrat Ruedi Löffel. «Alles, was übermässigen Alkoholkonsum verhindert, ist deshalb unterstützenswert.»
Das Zürcher Blaue Kreuz prüft derzeit, während dem Fussballspektakel alkoholfreie Cocktails zu Schleuderpreisen anzubieten. «Man könnte aber noch weiter gehen – zum Beispiel, indem Gratis-Mineralwasser abgegeben wird», findet Löffel. Mit mehreren Grossratskollegen fordert er die Regierung in einem Vorstoss dazu auf, entsprechende Massnahmen zu prüfen. Denkbar wäre für Löffel auch, dass an Spieltagen selbst ausserhalb des Stadions kein Alkohol oder bloss Niedrig-Promille-Bier verkauft wird. Raffaela Moresi

 

20 Minuten 6.7.06

EM 08: Politiker sind gegen Alkohol im und ums Stadion

Gegen Bier-Exzesse an der EM 08: An Spieltagen soll auch ausserhalb des Stadions kein Alkohol ausgeschenkt werden, fordern Berner Stadt- und Kantonspolitiker.
«Der Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Gewaltbereitschaft ist unbestritten», sagt EVP-Grossrat Ruedi Löffel. «Damit die Fussball-EM friedlich abläuft, müssen frühzeitig Massnahmen ergriffen werden.» Auf städtischer wie kantonaler Ebene verlangen EVP-Politiker jetzt, dass Alkohol an Matchtagen auch ausserhalb des Stadions tabu ist.
«Viele Fans reisen jeweils bereits am Morgen an und vertreiben sich dann den Tag in der Stadt», so Löffel. «Ausserdem gibt es nach jedem Spiel viele frustrierte Fussball-Anhänger – kommt da noch Alkohol hinzu, kann die Situation schnell eskalieren.» Deshalb reiche es nicht, bloss im Stadion keinen Alkohol auszuschenken.
Für welchen Umkreis das Verbot gelten würde, ist noch unklar. «Denkbar wären auch zeitliche Beschränkungen», sagt Löffel. «Wichtig ist, dass die Regierung dieses emotionale Thema sachlich angeht und Sicherheitsüberlegungen in den Vordergrund stellt.»
Fest steht: Auch Bundesrat Samuel Schmid befürwortet ein Alkoholverbot ausserhalb der Fussballstadien. Die Kompetenzen dafür lägen aber bei den Kantonen, sagte er in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». Raffaela Moresi

 

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