sda 3.9.07
Grosser Rat genehmigt Geschäftsbericht des Kantons
Der Grosse Rat hat am Montag die Jahresrechnung 2006 des Kantons
Bern zur Kenntnis genommen. Ein Teil der Rednerinnen und Redner mahnte
vor finanzpolitischem Übermut, ein anderer vor neuen Belastungen
für das Personal.
Finanzdirektor Urs Gasche hatte bei der Präsentation der Jahresrechnung
zum neunten Mal in Folge schwarze Zahlen präsentiert. Die Rechnung
sieht bei Ausgaben von 8,87 Mrd. und einem Ertrag von 9,03 Mrd. Franken
einen Ertragsüberschuss von 169 Mio. Franken vor. Die Schulden konnten
um 124 Mio. Franken abgebaut werden.
Der Kanton Bern sei damit auf dem richtigen Weg, lobte Blaise Kropf (Grüne/Bern)
namens der Steuerungskommision. Zentral sei aus Sicht der Kommission,
dass der Schuldenabbau fortgesetzt werde. Die positive Entwicklung dürfe
nicht durch eine Lockerung der Ausgabenpolitik oder durch eine falsche
Einnahmenpolitik aufs Spiel gesetzt werden.
Die Verletzlichkeit des Kantons Bern durch die Zinsenlast
sei wegen der hohen Schuldenlast weiterhin hoch. Ein weiteres Risiko
sei die Revision des Krankenversicherungsgesetzes auf Bundesebene. Mehrbelastungen
für den Kanton von rund 240 Mio. Franken seien hier nicht auszuschliessen.
(...) EVP-Sprecher Ruedi Löffel mahnte, die neun positiven Abschlüsse
finanzierten die acht vorangehenden Defizite nur zu einem Viertel. Es
brauche deshalb eine Fortführung der bisherigen Finanzpolitik.
(...) Der Rat nahm die Jahresrechnung und den Geschäftsbericht ohne
Gegenstimme zur Kenntnis.
Berner Rundschau 1.9.07
Diesmal sinds 100 Millionen
Budget 2008 Finanzdirektor Urs Gasche präsentiert
erneut schwarze Zahlen
Mit 100 Millionen Franken Gewinn in der Laufenden Rechnung rechnet Finanzdirektor
Urs Gasche (SVP) nächstes Jahr. Das Personal erhält zwei Prozent
mehr Lohn. Und über zusätzliche Ferien wird verhandelt. Bruno
Utz
«Im Verhältnis zum Gesamtetat von 9,150 Milliarden Franken
sind die 100 Millionen Gewinn nicht berauschend», sagte Gasche.
Das auf der Basis des «politisch Machbaren» erstellte Budget
2008 sei aber befriedigend. Mit dem Budget und den Zahlen im Aufgaben+Finanzplan
2009 bis 2011 setze der Kanton seine stabile und zuverlässige Finanzpolitik
fort. Die Vorgaben der Defizitbremse und auch der im Februar 2008 zur
Abstimmung kommenden Schuldenbremse würden stets eingehalten. Das
sei übrigens bereits seit 1998 der Fall, als der Kanton die seither
ununterbrochen andauernde Rückkehr in die schwarzen Zahlen schaffte.
(...)
Friede, Freude, Eierkuchen? - Fast!
Reaktionen Parteien und Verbände sind mit Zahlen zufrieden
- weniger mit deren Folgen
Die Parteien haben das Budget 2008 des Kantons Bern mit Genugtuung aufgenommen.
Nun zeige sich, dass auch eine rot-grüne Regierung gut haushalte,
sagt die SP. Als Erfolg bürgerlichen Sparwillens stellt die SVP das
Budget dar.
(...) Der Volksvorschlag «Steuersenkungen mit Augenmass» ermögliche
eine gezielte Prioritätensetzung», schreiben SP und Grüne.
Und die SP mahnt, der Aufgabendialog dürfe nicht zu einem einseitigen
Sparprogramm verkommen.
Auch die EVP warnt vor Euphorie und neuerlichen Steuersenkungsgelüsten:
«Es muss das Ziel der bernischen Finanzpolitik
bleiben, die Schulden mittelfristig auf ein erträgliches Niveau zu
senken.»
Der Regierungsrat will das Lohnsummenwachstum im Budget 2008, wie im laufenden
Jahr, bei zwei Prozent belassen. Die EVP bezeichnet dies als richtig.
(...)
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