Bund 24.02.10
„…um einen möglichst hohen Beitrag aus dem Sportfonds
zu erwirken“
Der vertrauliche Bericht zum Sportfonds-Beitrag an die Stades
de Bienne fördert Erschreckendes zutage. Dölf Barben
Dass grobe Fehler passiert waren, wurde am 16. Oktober letzten Jahres
klar. An einer Pressekonferenz legten die Grossräte Heinz Siegenthaler
(bdp) und Ruedi Löffel (evp) dar, warum der Beitrag aus dem Sportfonds
für die Bieler Sportstadien von 24 auf unter 12 Millionen Franken
zu korrigieren sei. Zu diesem Schluss war die Finanzkontrolle gekommen.
Ihr Bericht war von der Steuerungskommission in Auftrag gegeben worden
- weil die Kommissionsmitglieder Siegenthaler und Löffel ein „ungutes
Bauchgefühl“ bekommen hatten.
Der Bericht sollte unter Verschluss bleiben. Kürzlich aber ist dem
.Bund» eine Kopie zugespielt worden. Die Lektüre fördert
erschreckende Einzelheiten zutage - Einzelheiten, die an der Pressekonferenz
nicht erwähnt wurden.
Die „Gesuchsprüfung und Beitragsfestsetzung“ sei durch
die Polizei- und Militärdirektion „nicht mit der gebotenen
Sorgfalt“ erfolgt, die Berechnung beruhe auf einer falschen Ausgangslage,
lautet der eine Teil der Kritik. Und zur Stadt Biel heisst es: Vereinbarungen
mit dem Generalunternehmer HRS Real Estate AG (vormals HRS Hauser Rutishauser
Suter AG) „erwecken den Eindruck, dass die Stadt Biel und die HRS
die Erstellungskosten nachträglich erhöht haben, um einen möglichst
hohen Beitrag aus dem Sportfonds zu erwirken.“ (...)
«Schon eine Befriedigung»
Die Einzigen, die bei dieser Geschichte eine gewisse Genugtuung zu verspüren
scheinen, sind Heinz Siegenthaler und Ruedi Löffel, die alles ins
Rollen brachten. Nachdem er erste Zweifel geäussert habe, sei ihm
beschieden worden, er könne nicht rechnen, sagt Löffel. Das
habe ihm keine Ruhe gelassen. Als Mitglied eines parlamentarischen Begleitgremiums
sei es «schon eine Befriedigung» zu erfahren, wie ein Bauchgefühl
derart klar bestätigt werde.
(alles
lesen)
Berner Zeitung online 29.12.09
Schritt um Schritt gings mit dem Stadion abwärts
(...) Eigentlich hatte schon das ganze laufende Jahr fürs neue
Langnauer Eisstadion nichts Gutes verheissen. (...) Definitiv düster
sah es nach der Hiobsbotschaft von letzter Woche aus. Damals machte der
Kanton klar, dass er neue Sportanlagen nur noch mit höchstens 2 Millionen
Franken aus dem Sportfonds unterstützen will. Ursprünglich hatte
Langnau von dieser Seite her mit 7,5 bis 10 Millionen gerechnet. (weiterlesen)
Bieler Tagblatt 17.10.09 Front
Weniger Kantonsgeld für Stadien
Für die «Stades de Bienne» soll es
maximal 10,9 Mio. Franken vom Kanton
geben. Der Regierungsrat hatte das Doppelte versprochen.
Der Präsident der Steuenungskommission,
Heinz Siegenthaler (BDP Rüti), und der
Vorsitzende des zuständigen Ausschusses, Ruedi Löffel (EVP,
Münchenbuchsee)
orientierten gestern in Bern, wieviel Geld die «Stades de Bienne»
aus dem Sportfonds
erhalten sollen. Rild: Adrian Streur
Journal du Jura 17.10.09 Front
Les Stades de Bienne sont-ils menacés?
TOUR DE VIS Selon la Commission de pilotage du Grand
Conseil (photo), la
subvention de 24,5 mios de fr. que le Conseil exécutif a proposé
de prélever sur
le Fonds du sport pour la construction des stades de Bienne est trop élevée.
Berner Zeitung 17.10.09
Das «ungute Gefühl» bestätigt
Die Finanzkontrolle stellt der Polizeidirektion im Umgang mit
dem Sportfonds kein gutes Zeugnis aus: Sie hat den Beitrag an «Stades
de Bienne» falsch berechnet und nicht gemerkt, wie schlecht es um
den Fonds wirklich steht. Susanne Graf
«Jenseits» wäre es gewesen, wenn der Kanton Bern dem
Projekt «Stades de Bienne» aus dem Sportfonds 24,5 Millionen
hätte zukommen lassen. Das sagte Grossrat Ruedi Löffel (EVP,
Münchenbuchsee), als er gestern als Mitglied der Steuerungskommission
vor den Medien über das Resultat einer Sonderprüfung informierte.
Die Steuerungskommission des Grossen Rates war stutzig geworden, als die
Regierung Anfang Jahr auf Antrag der Polizeidirektion dem Grossen Rat
einen derart hohen Beitrag beantragen wollte. Denn als die Bieler im 2007
über ihre Stadienneubauten abstimmten, war die Rede von einem möglichen
Beitrag von 12 Millionen Franken gewesen (wir berichteten). Auf die Frage,
wieso das Projekt plötzlich doppelt so viel zugut haben sollte, bekam
die Steuerungskommission keine zufrieden stellende Erklärung. Ein
«ungutes Gefühl» hat sich laut Löffel breit gemacht,
woraufhin die Kommission dem Grossen Rat beantragte, das Geschäft
von der Traktandenliste der Aprilsession zu streichen. Der Finanzkontrolle
erteilte sie dann den Auftrag, die Sache genauer unter die Lupe zu nehmen.
Knapp 11, nicht 24,5
Nun liegen die Resultate vor – und die Mitglieder der Steuerungskommission
sehen sich in ihrem «unguten Gefühl» bestätigt.
Präsident Heinz Siegenthaler (BDP, Rüti b. Büren) und Ruedi
Löffel erklärten gestern, die Polizeidirektion habe die Sportfondsbeiträge
auf falschen Grundlagen berechnet. Sie hätte von 77 Millionen Franken
ausgehen müssen, berechnete den Beitrag aber auf Grund eines neuen
Gesuches der Stadt Biel, das mit knapp 132 Millionen auch nicht beitragsrelevante
Erstellungskosten im Umfang von 55 Millionen Franken enthielt. Laut der
Finanzkontrolle darf das Projekt in Biel nicht mit 24,5 Millionen, sondern
mit Beiträgen von 8,4 bis höchstens 10,9 Millionen Franken rechnen.
Warum das in der Polizeidirektion niemand gemerkt hat, darüber konnten
Siegenthaler und Löffel nur rätseln. «Wahrscheinlich stand
die nötige Fachkompetenz nicht zur Verfügung», sagte Siegenthaler.
Löffel sprach von einer möglichen Überforderung und von
Kapazitätsproblemen, die wohl nicht gereicht hätten, das umfangreiche
Projekt «vertieft anzuschauen».
Liquidität gefährdet?
Der zweite Teil der Untersuchung nährt den Verdacht der Überforderung
zusätzlich: Die Finanzkontrolle stellte fest, dass bisher in der
Finanzplanung des Sportfonds von falschen Prognosen ausgegangen wurde.
«Man hat nicht erkannt, wie schnell es gegen null gehen wird»,
sagte Siegenthaler und stellte fest: «Die Liquidität des Sportfonds
ist gefährdet.» Ende 2008 hatte der Fonds laut Löffel
noch einen Bestand von knapp 31 Millionen Franken, davon seien über
24,5 Millionen aber bereits bewilligte Verpflichtungen. Bereits 2012 sei
mit einem negativen Bruttobestand von über 11 Millionen Franken zu
rechnen. «Das heisst: Man würde Gesuchstellern Gelder versprechen,
die man gar nicht mehr hat», sagte Siegenthaler. Damit werde die
Sportfondsverordnung verletzt. Denn diese schreibe vor, dass jederzeit
genügend Reserven vorhanden sein müssten, um grössere Projekte
finanzieren zu können. Seit 2003 werden Projekte mit einem Beitragssatz
von 25 Prozent unterstützt. Diese Beitragspraxis sei anzupassen,
empfiehlt die Steuerungskommission. Seit anderthalb Jahren läuft
in der Polizeidirektion das Projekt «Neue Grundlagen Sportfonds».
Zusätzlich zu den eingeleiteten sind laut Siegenthaler nun aber «geeignete
Sofortmassnahmen» zu ergreifen.
«Ähnliches Resultat»
Die Regierung beschwichtigte in einer Medienmitteilung: Es seien bereits
«Grundlagen für die Beitragspraxis erarbeitet, die sicherstellen,
dass die Liquidität des Sportfonds gewährleistet bleibt».
Zudem erklärte sie, sie sei bereit, den Beitrag für das Projekt
in Biel neu zu beurteilen. Denn die Regierung geht inzwischen auch von
einer Basis von 77 Millionen Franken aus. Dazu kam sie, nachdem sie von
der Justizdirektion ein Rechtsgutachten erstellen liess. Dieses sei zu
einem «ähnlichen Schluss» gekommen wie die Finanzkontrolle.
Bund 17.10.09
Kontrolleure decken grobe Fehler auf
Der Beitrag aus dem Sportfonds an die Stades die Bienne dürfte
um mehr als die Hälfte reduziert werden.
Die kantonale Polizeidirektion hat den Beitrag falsch berechnet. (...)
(...) Die Regierung hatte das Geschäft Anfang Jahr vorgelegt. Die
Steuerungskommission beantragte in der Folge eine Halbierung des Beitrags.
Vergeblich. Deshalb nahm der Grosse Rat das Geschäft Anfang April
von der Traktandenliste - aufgrund eines «unguten Bauchgefühls»,
wie Löffel sagte. Die Frage war, warum Biel plötzlich 24 Millionen
Franken erhalten sollte, wo doch
2007 bei der Abstimmung über die Stadien von 12 Millionen die Rede
gewesen war. Je mehr sich Siegenthaler und Löffel mit der Sache beschäftigten,
desto mehr Fragen tauchten auf - auch zum allgemeinen Züstand des
Sportfonds, der jährlich mit 12 bis 13 Millionen Franken aus Lotteriegeldern
gespeist wird.
Die Steuerungskommission beschloss, die Finanzkontrolle zu beauftragen,
die Vorlage zu überprüfen.
(...) Siegenthaler und Löffel übten gestern keine Kritik am
zuständigen Polizeidirektor Hans-Jürg Käser (fdp). Löffel
sagte lediglich, womöglich sei die Polizeidirektion beim Gesuch aus
Biel aufgrund der Komplexität überfordert gewesen. (...)
TeleBielingue 16.10.2009, ab 19:00 Uhr NEWS
   
Stades de Bienne: Rückschlag für Biel betreffend Finanzierung
(Link).
NEWS-Beitrag TeleBielingue und Audiobeitrag Radio
Canal3 auf der Seite des Bieler Tagblattes (Link)
Radio Canal3 16.10.2009
Dunkle Wolken über den Stades de Bienne
Aus dem kantonalen Sportfonds wird nicht so viel Geld an die
Bieler Stadien gezahlt wie geplant.
Bei den Berechnungen vom geplanten Beitrag sind Fehler unterlaufen. Autorin:
Franziska Egloff (2:11).
DRS Regionaljournal BE FR VS 16.10.2009, Abend
NR Kantonsbeitrag an Stades de Bienne wird halbiert (0:47)
(Link).
DRS Regionaljournal BE FR VS 16.10.2009, Mittag
Stades de Bienne erhalten nur noch 11 Millionen vom Kanton
(1:33) (Link).
Journal du jura online 16.10.09 / Sportfonds
La subvention cantonale des Stades de Bienne revue à la baisse
La subvention de 24,5 millions de francs que le Conseil exécutif
a proposé de prélever sur le Fonds du sport pour la construction
des stades de Bienne est trop élevée. Telle est la conclusion
à laquelle parvient le Contrôle des finances du canton de
Berne. Le calcul de la contribution reposerait sur une base erronée.
sda 16.10.09 / Sportfonds
Grossratskommission stellt erhebliche Mängel fest
Bern (sda) Bei der Überprüfung des Beitrags des Kantons
Bern an die geplanten Sportstätten Stades de Bienne in Biel ist die
Steuerungskommission des Grossen Rats auf Missstände im Sportfonds
gestossen. Der Beitrag wurde falsch berechnet und es droht ein Finanzloch.
Die Steuerungskommission kam nach der Überprüfung der Unterlagen
durch die kantonale Finanzkontrolle zum Schluss, dass die Berechnungen
der kantonalen Polizei- und Militärdirektion (POM) auf falschen Grundlagen
beruhten. Das sagten zwei Vertreter der Kommission am Freitag vor den
Medien in Bern. Der Sportfondsbeitrag hätte demzufolge nicht auf
der Basis eines zweiten Gesuchs der Stadt Biel berechnet werden sollen,
das für die Sportstätten Kosten von 132 Mio. Franken auswies
- 55 Mio. nicht beitragsberechtigte Erschliessungs- und Infrastrukturkosten
inbegriffen. Vielmehr hätte der Werkpreis von 77 Mio. Franken als
Berechnungsgrundlage gelten müssen. Demzufolge war der Antrag der
Regierung von Januar 2009 mit 24,5 Mio. Franken viel zu hoch angesetzt.
Höchstens 8,4 bis 10,9 Mio. Franken dürfe aus dem Sportfonds
nach Biel fliessen, sagten ommissionspräsident Heinz Siegenthaler
(BDP/Rüti bei Büren) und Kommissionsmitglied Ruedi Löffel
(EVP/Münchenbuchsee).
Wenn die Regierung einen neuen Antrag mit Beträgen in dieser Grössenordnung
vorlege, sei die Kommission bereit, darauf einzutreten. Das werde sie
tun, teilte die Regierung noch am Freitag mit. Auch sie habe die Berechnung
überprüfen lassen; der Befund der kantonalen Finanzkontrolle
stimme. (...)
Vorgehen nach Schema X ging nicht
Als die Bieler Stimmberechtigen 2007 an der Urne Grünes Licht für
den Bau der Stades de Bienne gaben, hiess es in der Abstimmungsbotschaft,
aus dem Sportfonds flössen 12 Mio. Franken. Wegen der für sie
unerklärlichen Differenz zu den von der Regierung beantragten 24,5
Mio. Franken schaltete die Grossratskommission die Finanzkontrolle ein.
Auf die Frage, ob für die falsche Berechnung
des Beitrags an die Stades de Bienne die Stadt Biel oder die POM verantwortlich
seien, wies Löffel auf das im Kanton Bern bisher einmalig hohe Beitragsgesuch
hin. Die Ressourcen bei der POM hätten offenbar nicht ausgereicht,
um ein so komplexes Projekt richtig zu bewerten. Aus dem Sportfonds flössen
gemäss Schema X jeweils Beiträge an Turnhallen; ein Projekt
wie die Stades de Bienne sei nun eine Nummer grösser.
Siegenthaler sagte diplomatisch, der Gesuchsteller sei verantwortlich
für die Richtigkeit des Gesuchs, die Prüfstelle für dessen
Prüfung. Und die Aufgabe einer Grossratskommission als Volksvertretung
sei es, kritische und unangenehme Fragen zu stellen.
Bund 02.04.09 / Grosser Rat
Kein Entscheid zu Stades de Bienne
Das Kantonsparlament hat die Debatte über den
umstrittenen Kantonsbeitrag ans Grossprojekt Stades de Bienne von der
Traktandenliste der Aprilsession gekippt. Die Steuerungskommission hatte
dies beantragt, weil es offene Fragen gebe, die geklärt werden müssten.
Der Regierungsrat möchte an das Projekt 24,5 Millionen Franken aus
dem Sportfonds beisteuern, die Steuerungskommission nur 12 Millionen.
(ktn)
Bieler Tagblatt 28.03.09 Front
Kritik an Lobbying für Stadionprojekt
Wichtigstes Geschäft der Aprilsession im Grossen Rat ist
der Beitrag für das Bieler Stadionprojekt – sofern es überhaupt
behandelt wird.
me. Am Donnerstag hat der Verein seeland.biel/bienne allen Grossräten
ein siebenseitiges Argumentarium zugestellt und darin erklärt, weshalb
Biel für das Stadionprojekt 24,5 Millionen Franken aus dem Sportfonds
erhalten soll.
Allerdings ist das Argumentarium nicht überall gut angekommen. Ruedi
Löffel (EVP, Münchenbuchsee), der das Geschäft als Mitglied
der Steuerungskommission im Rat vertreten wird, spricht von beinahe
erpresserischen Methoden, mit denen die Befürworter um Unterstützung
bäten. «Es ist an der Grenze des Erträglichen.»
Ihm missfällt auch, wie Druck auf einzelne Grossratsmitglieder ausgeübt
worden sei. So zum Beispiel auf Heinz Siegenthaler (BDP, Rüti), der
sich als Präsident der Steuerungskomission für die Kürzung
des Betrages auf 12 Millionen Franken stark gemacht hat. Dies weil der
Sportfonds in eine Unterdeckung geraten wird.
«Die Debatte ist derzeit emotional extrem aufgeladen», sagt
Löffel. Um die Diskussion zu versachlichen, könnte er sich vorstellen,
die Debatte auf die nächste Session zu verschieben. Auch wenn er
konkret keine derartigen Pläne hat, gäbe es weitere Gründe
für diesen Schritt. «Angesichts des engen Sessionsprogramms
wäre man allenfalls froh, etwas mehr Luft zu haben.» Die Behandlung
eile auch deshalb nicht, weil für das Stadionprojekt nach wie vor
keine Baubewilligung vorliegt.
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