Hier
finden Sie den Text
meines Vorstosses, der von der
Berner Regierung unterstützt und vom Grossen Rat
am 1. Sept. 2009 überwiesen wurde.
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20 Minuten online 14.05.10
Kurzer Prozess mit Hooligans
Für drei Fans endete ein Fussballmatch in St. Gallen mit
einer gesalzenen Rechnung, in Aarau kam es zu Anzeigen und Stadionverboten.
Nach dem Fussballmatch FC St. Gallen gegen AC Bellinzona vom Donnerstagabend
hat die Staatsanwaltschaft drei St. Galler Fans im Schnellverfahren bestraft.
Zwei waren nach Spielende über die Absperrgitter gestiegen, ein dritter
war trotz Stadionverbots am Match. Die drei Fans wurden noch am Donnerstag
abgeurteilt, wie die Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte. Zwei von
ihnen erhielten bedingte Geldstrafen von 2000 Franken sowie Bussen von
600 und 800 Franken. Der dritte wurde mit 1200 Franken gebüsst. Zudem
müssen die Fans Verfahrenskosten bezahlen.
Anzeigen und Stadionverbote in Aarau
In Aarau wurden bereits vor dem Spiel Aarau gegen GC zwei Personen durch
die Polizei vom Brügglifeld entfernt, wie die Kantonspolizei Aargau
berichtet. Der eine, ein 16-jähriger Aargauer versuchte trotz Stadionverbot
ins Brügglifeld zu gelangen. Er wurde auf den Polizeiposten geführt,
wo er seinem Vater übergeben wurde. Er muss zudem mit einer Anzeige
rechnen. Angezeigt wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte wird auch ein
19-jähriger Aargauer, welcher als Steinewerfer ermittelt werden konnte.
(...) (whr/sda)
Berner Zeitung 20.04.10 / Leserbriefe
Ohne uns!
Ausgabe vom 17. April. «Gewalt im Sport. Polizei übernimmt
die Hoheit im Fussballstadion»
Fussballspieler werden für ein «einfaches» Ballspiel
mit Millionensalären belohnt, und jeder Manager eines Vereins dieser
Klasse verdient sich dumm. Hingegen wird jeder, der ein Unternehmen führt,
für alle zur Kasse gebeten (Steuern, Abgaben) und ist für den
Betrieb und seine Mitarbeiter auch selbst verantwortlich. Beim Fussball(-verein)
zahlt jetzt die Allgemeinheit für ein Problem, das meiner Meinung
nach von dem gelöst werden muss (in jeder Hinsicht), der auch dafür
verantwortlich ist: dem Klub.
Das Ganze erinnert mich an die UBS: Manager zocken ab, und wir (die einfache
Mittelschicht) bezahlen für ein paar ganz wenige, die uns den Stinkefinger
zeigen – genau die Mittelschicht, die auch hauptsächlich die
Saläre der Fussballspieler bezahlt.
Künden wir doch einfach unser Konto bei der UBS, dann sind wir wenigstens
moralisch nicht mehr mit diesem Betrieb verbunden. Wir könnten auch
die Stadien boykottieren. Sollen doch die Krawallmacher und die Polizei
ihren Privatkrieg allein austragen. Es ist ja in jedem Fall unser Geld,
das uns da so ganz ohne unsere Mithilfe abgenommen wird...
Christoph A. Zulauf, Moosseedorf
Bund 17.04.10
YB wird die Mustervereinbarung der Justizdirektoren nicht unterzeichnen
Die Mustervereinbarung zur Bekämpfung der Gewalt im Sport
bringe für Bern nichts Neues, sagt YB-Chef Stefan Niedermaier. Bernhard
Ott
Stefan Niedermaier ist gelassen. Die gestern präsentierte Mustervereinbarung
für Profi-Fussballklubs betreffe den BSC YB nur am Rande. Im Bereich
Sicherheit gebe es seit Dezember 2009 eine Vereinbarung zwischen YB, SCB
und der Stadt Bern, die sich bewährt habe. Die Mustervereinbarung,
welche die Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD),
der Fussballverband und die Profiliga gestern präsentiert haben,
betreffe vor allem jene Klubs, die noch keine Sicherheitsvereinbarung
hätten. Niedermaier sieht denn auch keinen Grund, einen neuen Vertrag
zu unterzeichnen. «In Bern gibt es keine grossen Probleme mit der
Gewalt.»
So gebe es im Stade de Suisse Wankdorf seit jeher Arresträume und
Räume zur Einvernahme von verdächtigen Personen. Zudem verstehe
es sich von selbst, dass ein polizeilicher Einsatzleiter einen Match abbrechen
könne, wenn Menschenleben akut gefährdet seien. «Wenn
die Gefahr gross ist, braucht es keine Vereinbarung, um ein Spiel abzubrechen.»
Auch bezüglich der Sicherheitskosten
sieht Niedermaier keinen Anlass, einen neuen Vertrag zu unterzeichnen.
Gemäss der bestehenden Vereinbarung mit der Stadt Bern beteiligen
sich die beiden Klubs mit je 60'000 Franken an den Kosten für die
Polizeieinsätze vor den Stadien. Seit einem Urteil des Bundesgerichts,
wonach ein Klub bis zu 80% der Sicherheitskosten bei sogenannten Hochrisikospielen
tragen muss, wird dieser Betrag als zu gering kritisiert. «Was heisst
zu wenig?», fragt Niedermaier rhetorisch. Die Sicherheit im Stadion
koste YB jährlich zwei Millionen Franken. Dazu kämen bauliche
Massnahmen für mehrere Zehntausend Franken, die aufgrund der Vereinbarung
mit der Stadt notwendig geworden seien, sagt Niedermaier. (...)
Massive Vorwürfe an KKJPD
Bei der YB-Fanarbeit empfindet man die Mustervereinbarung gar als Störmanöver.
Im sechsseitigen Vertragswerk sei gerade mal ein Satz der Gewaltprävention
gewidmet, sagt Fanarbeit-Sprecher Urs Frieden, Berns Stadtratspräsident
(GB). «Mit ihrer rein polizeilichen Optik torpediert die KKJPD auf
fahrlässige Weise eine Diskussion, die seit längerer Zeit im
Gang ist.» Zudem werde der bestehende Vertrag zwischen YB, SCB und
der Stadt Bern unterlaufen, sagt Frieden.
Berner Zeitung 17.04.10 von Tobias Habegger
Polizei will notfalls Spiele abbrechen
Die Behörden verstärken den Kampf gegen Hooligans.
Sie fordern Arrestzellen im Stadion und Polizeispitzel im Fansektor. Der
Fussballverband zieht mit. Die Klubs sollen zur Unterschrift einer Vereinbarung
gedrängt werden.
Die Polizei übernimmt die Befehlshoheit im Fussballstadion. Bisher
waren die Aufgaben strikt geteilt: Die Klubs und deren private Securityfirmen
waren innerhalb der Stadionmauern für die Sicherheit zuständig.
Draussen sorgte die Polizei für Ruhe. Doch auf die neue Saison hin,
die im Juli beginnt, will die Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren
(KKJPD) ihren Einfluss in den Schweizer Stadien erhöhen. Jede Runde
der Meisterschaft verursache heute Sicherheitskosten der öffentlichen
Hand von rund einer Million Franken, sagte die St.Galler Regierungsrätin
Karin Keller-Sutter gestern an einer Medienkonferenz in Bern. «Die
Bevölkerung ist nicht länger bereit, dies zu bezahlen.»
Polizei will ins Stadion
Ein Fussballstadion sei zwar ein privates Grundstück, wie ein Dancing,
ein Billardklub oder eine Beiz, sagte Hans-Jürg Käser, Polizeidirektor
des Kantons Bern. «Wenn dort aber delinquiert wird, schreitet die
Polizei ein.» Dies sei ihre Kernaufgabe. Wie genau sich die Polizeidirektoren
dieses Eingreifen vorstellen, präsentierten sie gestern in einer
sogenannten Mustervereinbarung. (...) Bis Ende Juni sollen die Fussballklubs
die Vereinbarung unterschreiben – allenfalls unter Anwendung «gewisser
Druckmittel», wie sich Hanspeter Gass, Polizeidirektor von Basel-Stadt,
ausdrückte. Konkret: Vereine, die ihre Unterschrift verweigern, müssen
sich stärker an den öffentlichen Sicherheitskosten beteiligen
– ein Bundesgerichtsurteil aus dem Jahr 2009 erlaubt den Behörden,
80% der Polizeikosten abzuwälzen. Klubs, die kooperieren, profitieren
laut Gass von weiteren Entlastungen.
YB und SCB beteiligen sich jährlich mit je 60000 Franken an den Polizeikosten.
Die YB-Verantwortlichen geben keinen Kommentar zu den KKJPD-Massnahmen
ab. «Unsere Ansprechperson ist in dieser Sache Gemeinderat Reto
Nause», sagt YB-Pressechef Albert Staudenmann. Der angesprochene
Stadtberner Sicherheitsdirektor stellt sich hinter die Berner Grossklubs.
«Die Kostenbeteiligung wird vorerst nicht erhöht», sagt
Nause. Die Stadtbehörden hätten im vergangenen Herbst mit YB
und SCB eine eigene Vereinbarung abgeschlossen. «YB muss die Mustervereinbarung
nicht unterzeichnen. Denn in Bern sind die Forderungen bereits zu 90%
erfüllt.»
20 Minuten online 15.04.10 / Polizeieinsätze
FCSG will weniger bezahlen
Der FC St. Gallen empfindet seinen Beitrag an die Sicherheit
rund ums Stadion als viel zu hoch. Darum hält er eine halbe Million
zurück und feilscht mit der Stadt um offene Rechnungen.
Rund eine Million Franken muss der FC St.?Gallen pro Jahr für das
Polizeiaufgebot rund ums Stadion bezahlen – 60% der Gesamtkosten.
«Das ist viel zu hoch. So tötet man den Fussball», sagt
Präsident Michael Hüppi in einem Interview mit der «Wochenzeitung».
YB beispielsweise müsse nur pauschal 60'000 Franken zahlen. Der FCSG
steht derweil bei der Stadt mit rund einer halben Million Franken in der
Kreide. Es laufen Verhandlungen mit der Stadt. Hüppi fordert eine
höhere Beteiligung der öffentlichen Hand.
«Es gibt einen kleinen Spielraum, doch der Klub muss sich an den
Sicherheitskosten beteiligen», sagt der zuständige Sicherheitsdirektor
Nino Cozzio. (...) An den 60% werde momentan nicht gerüttelt, es
werde aber wohl ein Gesetz erarbeitet, in dem die Beteiligung des Vereins
neu geregelt wird. Wie hoch der Anteil des Klubs dann sein wird, entscheidet
das Stadtparlament. Hüppi ist nicht sehr zuversichtlich: «Weil
wir oft mit Pyros Schlagzeilen machen und diese immer mit Gewalt gleichgesetzt
werden, haben wir in der Öffentlichkeit momentan wenig Goodwill.»
20 Minuten online 17.12.09 / Harte Urteile
Massive Geldstrafen für Hooligans in Luzern
23 Hooligans im Alter zwischen 19 und 28 Jahren haben vom Amsstatthalteramt
Luzern die Rechnung für ihr Tun im April 2009 präsentiert bekommen:
Sie müssen Geldstrafen von bis zu 18 000 Franken zahlen.
Die verurteilten Männer waren im April 2009 bei drei Fussballspielen
an Ausschreitungen beteiligt. Identifiziert und ermittelt wurden sie zum
Teil mittels Öffentlichkeitsfahndung und ermittelt, gaben die Strafuntersuchungsbehörden
am Mittwoch bekannt. Dazu wurden im Internet vorübergehend Fotos
der an den Ausschreitungen Beteiligten gezeigt. Zwei der rechtkräftig
verurteilten Hooligans wohnen im Fürstentum Liechtenstein, die andern
in der Schweiz. (weiterlesen)
Blick online 18.01.10
Hooligans bedrohen Familien der Klubfunktionäre
ST. GALLEN – Oft werden Hooligans aus dem Stadion geworfen
und erhalten Stadionverbot. Das wird zuweilen wieder rückgängig
gemacht – weil die Schläger die Klubfunktionäre bedrohen.
Gewalttätige Fans vermiesen dem normalen Stadiongänger den Spass
am Fussball. Am liebsten würden die Klubs die Hooligans für
immer aus den Stadien verdammen. zu verbannen. Doch gegen das Stadionverbot
haben die Hooligans ein einfaches – aber erschreckendes –
Mittel gefunden.
Die St. Galler Justizdirektorin Karin Keller-Sutter sagte im Interview
mit der «Mittellandzeitung»: «Ich weiss, dass Vereinsfunktionäre
massiv bedroht wurden, damit sie Stadionverbote zurücknehmen.»
Familien werden bedroht
Laut Insidern würden Funktionäre am Telefon bedroht oder sogar
zuhause aufgesucht. Dort würden die Hooligans auch vor Gewaltandrohung
gegen die Familien nicht Halt machen, um wieder ins Stadion zu gelangen.
Mit Erfolg: Aus Angst werden die Hooligans dann trotz Verbot wieder in
die Stadien gelassen. Gegenüber der «Basellandschaftlichen
Zeitung» bestätigt Roger Müller von der Swiss Football
League diese Vorfälle. Er fügt an, dass in bestimmten Fällen
das Stadionverbot auch nicht durchgesetzt werde, weil sonst die Situation
am Eingang zu eskalieren drohe.
Knast statt Busse
Die Justizdirektorin Karin Keller-Sutter will diese Situation nicht mehr
hinnehmen und fordert seit einiger Zeit eine härtere Gangart. (...)
Die Erfahrung zeige, dass es richtig sei, die Täter aus ihrem Umfeld
zu nehmen. Die Schnellrichter im St. Galler Stadion seien eine gute Sache:
«Diese Sprache verstehen die Ultras.» Karin Keller-Sutter
erzählt von einem Rädelsführer der Hooligans der üblen
Sorte, der in der Untersuchungshaft plötzlich ganz leise geworden
sei und mit seinem Mami habe telefonieren wollen. St. Gallen solle Vorbild
für den Rest der Schweiz werden. «Wir haben in der Konferenz
der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren die Staatsanwaltschaften
aufgefordert, sich über einheitliche Strafrahmen und Bussenkataloge
zu verständigen.» (num)
Limmattaler Tagblatt / MLZ 13.01.10
«Wir brauchen Polizei im Stadion»
Was Zürcher Sportklubs gegen gewalttätige Fans unternehmen
und wieviel die Stadt fordert.
Gestern präsentierten die Grossklubs Grasshoppers, FCZürich
und ZSCLions ihre Strategie gegen Gewalt bei Sportanlässen. Zeitgleich
publizierte die Stadt die neuen Regeln zur Verrechnung der Kosten von
Polizeieinsätzen. Martin Reichlin
In Zukunft, das hatte der Zürcher Stadtrat im vergangenen Sommer
beschlossen, müssen sich die Sportvereine an
den Kosten von gut vier Millionen Franken beteiligen, die der Öffentlichkeit
pro Jahr durch die Polizeieinsätze im Umfeld von Fussball - und Eishockeyspielen
entstehen. Gestern nun wurden die Grundregeln publiziert, nach denen die
Umwälzung der Kosten auf die Vereine ab sofort stattfindet.
Demnach gilt: Von der erfassten Gesamtleistung, das heisst der Anzahl
Einsatzstunden der Stadtpolizei Zürich während eines Sportanlasses,
werden pro Spiel 200 Stunden im Sinne einer «polizeilichen
Grundversorgung» abgezogen, wie das Polizeidepartement schreibt.
Damit ist die Polizeiarbeit, die bei einem normalen
Match ohne Ausschreitungen geleistet wird, in der Regel gedeckt und für
die Sportklubs also gratis.
Der restliche Einsatz wird den Vereinen künftig grundsätzlich
verrechnet. Bei einem Hochrisikospiel mit Ausschreitungen können
das über 1000 Arbeitsstunden der Stadtpolizisten sein. Da jede
Stunde Fr 110,50 kostet, plus einen Zuschlag von fünf Prozent
für die Einsatzmittel der Polizeibeamten, käme auf den Sportverein
somit eine Rechnung von gut 116000 Franken zu. Allerdings können
die Klubs die Kosten reduzieren, indem sie einen Katalog von Massnahmen
zur Verhinderung von Gewalt umsetzen. Themen darin sind unter anderem
Einschränkungen
des Alkoholausschanks im Stadion, der Einsatz von Videoüberwachung
im Stadion, die Kommunikation der Klubs mit Fangruppierungen, die Eingangskontrollen
oder die Zusammenarbeit mit der Polizei.
Werden die Massnahmen zu 100Prozent umgesetzt, reduziert sich der Kostenanteil
des Klubs auf 50% der verbleibenden Kosten. Bei Erfüllung der Massnahmen
zur Hälfte beträgt der Rabatt entsprechend 25% der Restkosten.
Ziel der neuen Verrechnungsregeln, so das Polizeidepartement, sei nicht,
den Klubs möglichst hohe Kosten aufzubrummen. Die notwendigen Polizeieinsätze
rund um die Fussball - und Hockeyspiele sollen jedoch verringert werden,
sodass die Stadtpolizisten künftig wieder vermehrt der Bevölkerung
im Alltag zur Verfügung stehen. Es stehe den Klubs offen, weitere
Massnahmen zu realisieren, um dieses Ziel zu erreichen und damit die Kosten
für Polizeieinsätze zu reduzieren. (...)
20 Minuten online 29.12.09 / Gewalt in Sportstadien
Wie weiter mit den Hooligans?
Seit Jahren setzt die Schweiz auf Härte, um die Gewalt in
Fussballstadien zu bekämpfen. Doch Polizeiaufgebote und Stadionverbote
allein lösen das Problem nicht. Immer lauter ertönt der Ruf
nach einer Politik, die auch auf Prävention setzt - und dies
bis hinein in die Fankurven.
«In anderen Domänen findet dieses Prinzip Anwendung, also warum
nicht auch im Sport?», fragt Thomas Gander, Geschäftsführer
der Fanarbeit Schweiz. Mit der Fanarbeit in Basel ist Gander einer der
Pioniere der Präventionsarbeit in der Schweiz. Zwar brauche es Sanktionen,
räumt der Sozialarbeiter ein. Aber für sich allein «verstärkt
die Repression das Problem». (weiterlesen)
Berner Zeitung 20.10.09 / Kommentar von Tobias Habegger
SCB und YB sollen mehr bezahlen
Die Verantwortung der Berner Grossklubs hört nicht an den Stadiontoren
auf. Von SCB-CEO Marc Lüthi oder YB-Chef Stefan Niedermaier braucht
es mehr, als zu betonen, wie viel sie für die Sicherheit auf den
Rängen ausgeben. Kaum jemand unterstellt ihnen, sie würden das
Wohl ihrer Zuschauer in den Stadien vernachlässigen. Doch viele kritisieren,
wie wenig sie an die Polizeieinsätze ausserhalb beisteuern. Das viele
Geld, das Lüthi in eine Videoüberwachung steckt, oder die Summe,
mit der Niedermaier den Gästesektor ausbaut, sind eigennützige
Investitionen in die Zukunft der Klubs. Das gilt für fast alle Massnahmen,
auf welche sich YB und der SCB mit der Stadt geeinigt haben. Die Kosten
für die Polizisten aber, die rivalisierende Fangruppen voneinander
trennen, bezahlen weiterhin im Wesentlichen die Steuerzahler.
Von den Klubs darf verlangt werden, einen grösseren Teil davon zu
übernehmen. Weder der SCB noch YB stehen vor dem Ruin. Wie sagte
doch Niedermaier an einer Medienkonferenz vor einem Jahr: «Wenn
ich unseren Gewinn veröffentliche, tanzt morgen Stadtpräsident
Alexander Tschäppät an und will mehr Geld für die Sicherheit.»
20 Minuten online 13.11.09
Nur noch mit der «Fancard» ins Stadion
Schweizer Fussball- und Eishockeyfans sollen sich ab der Saison
2011/2012 mit einer so genannten «Fancard» ausweisen, wenn
sie ein Spiel der obersten Liga besuchen wollen. So soll die Identifizierung
von Gewalttätern an Fussball- und Eishockeyspielen erleichtert werden.
Auch «Spotter» sollen eingesetzt werden.
Als weitere Massnahme fordert die Konferenz der kantonalen Polizei- und
Justizdirektoren (KKJPD), dass Gastclubs künftig eigene Sicherheitsbegleiter
stellen, und zwar mindestens zwei Begleiter auf hundert Fans.
Der Kanton, in dem das Spiel stattfindet, müsse zudem drei so genannte
«Spotter», also polizeiliche Szenenkenner, pro Spiel aufbieten,
schreibt die KKJPD in einer Mitteilung. Wichtig sei es, dass dabei immer
die gleichen Leute eingesetzt würden.
Auch die Stadien sollen künftig mehr in die Pflicht genommen werden:
Geht es nach der KKJPD, müssen Stadionordnung und Sicherheitskonzept
künftig von den zuständigen Behörden genehmigt werden.
(...)
sda 29.09.09 / Erste Schnellverfahren
Knast statt nur Kontrolle
Nach dem Fussball- Meisterschaftsspiel zwischen dem FC St. Gallen
und dem Grasshopper-Club Zürich haben acht GC-Anhänger die neue
Härte kennengelernt: Sie wurden im Schnellverfahren behandelt und
in Haft gesetzt.
Statt Aufnahme der Personalien umgehende Festnahme: Gegen acht
GC-Anhänger sind die ersten Schnellverfahren eröffnet worden.
Ein Untersuchungsrichter ordnete die Festnahme der Fans an. Am Donnerstagmittag
sassen die acht Männer noch immer in Haft, wie Benjamin Lütolf,
Sprecher der St. Galler Stadtpolizei, (...)
Haft dauert an
Die Inhaftierung von Hooligans nach einem Spiel sei ein Novum, so Lütolf.
Früher hätte die Polizei die Personalien der Randalierer aufgenommen
und sie dann wieder laufen gelassen. Nun würden die Tatbestände
sofort abgeklärt; im Vordergrund stehen Gewalt und Drohung gegen
Beamte, Landfriedensbruch und Sachbeschädigungen.
Für die acht festgenommenen Zürcher Hooligans hat das beschleunigte
Verfahren in einem ersten Schritt etwas ganz Neues zur Folge: Sie
können am Tag nach dem Match, an dem sie randalierten, nicht in der
Schule, am Arbeitsplatz oder am Familientisch erscheinen. Ob sie
ein Strafbescheid oder ein Gerichtsurteil treffen wird, ist offen. (...)
20 Minuten online 29.09.09
Fussball-Chaoten prügeln Polizisten spitalreif
Nach dem Spiel FCZ gegen den FCB ist es gestern Abend in Zürich
zu Ausschreitungen zwischen «Fussballfans» und der Polizei
gekommen. Chaoten stoppten weiter den Bahnverkehr und attackierten einen
Zivilpolizisten. Auch in St. Gallen flogen die Fetzen. (...)
20 Minunten online 18.10.09 / Millionen in Sand gesetzt
Hooligans behindern «normale» Polizeiarbeit
Die Schweizer Steuerzahler zahlen jährlich mehr als 25 Millionen
für Einsätze ihrer Polizeien zur Überwachung gewaltbereiter
Hockey- und Fussballfans. Doch nicht nur die monetären Kosten sind
hoch: wenn Polizisten am Wochende Hooligans jagen müssen, haben sie
während der Woche weniger Zeit für Kontrollen und Präventionsarbeit.
(Link)
Bund 13.10.09 / Leserbriefe
zu «Fussballfans haben leider ein Imageproblem» Bund vom 7.10.09
Hopp YB!
(...) Wie das kürzliche Spitzenspiel YB - FCZ bewiesen hat, geht
es aber auch ohne eine einzige Pyro. Bravo! Was meinen Respekt und meine
Bewunderung verdient hat, ist die wunderschöne, von den Fans organisierte
und durchgeführte Choreografie. Auch das Aarau-Spiel verlief ohne
jegliche Pyros. (...) Es darf nicht sein, dass einige Dutzend Unverbesserliche
nicht nur dem Ruf der übrigen Fans schaden, sondern mit ihren Fackeln
auch noch Brandschäden an Stadionsesseln hinterlassen. Solche Leute
haben an einem Sportanlass nichts zu suchen! Wenn sie nicht mittels Video-Überwachung
zu ermitteln sind, so muss dies durch entsprechende Präsenz an Sicherheitsleuten
im Fansektor geschehen. (...)
Problem Sport – Problem Pyro?
Mitnichten . . . Bei 25000 Zuschauern im Stadion sind 20 bis 30 Querschläger
anwesend, welche mehr kaputt machen als alle übrigen zu schaffen
vermögen. (...) Solange die Klubs nicht gewillt sind, gegen diese
wohlbekannten Störenfriede vorzugehen, solange werden sie uns auf
der Nase herumtanzen, und solange kann ich die Klubs auch nicht mehr ernst
nehmen.
Berner Zeitung 09.10.09 / Polizeikosten
Nause schont YB und SCB
Sicherheitskosten für YB- und SCB-Spiele sollen nicht mit
Steuergeldern bezahlt werden, sagen Berner Stadträte.
Seit der Grosse Rat 2002 die Billettsteuer abgeschafft hat, werden die
Polizeikosten, die bei YB- und SCB-Partien für die Sicherheit anfallen,
grösstenteils mit Steuergeldern bezahlt. Diese betragen bei Hochrisikospielen
bis zu 250'000 Franken. Zwar beteiligen sich die Klubs seit diesem Sommer
an den Kosten – mit je 60'000 Franken pro Jahr, einem Bruchteil
der effektiven Kosten. Diese werden auf jährlich 5 Millionen geschätzt.
Im Stadtrat wurden Vorstösse eingereicht, die diese Praxis kritisieren.
Gestern hat der Gemeinderat eine Interpellation der Grünen Partei
Bern beantwortet. Und: Die Sportklubs werden erneut geschont – die
Regierung will nichts ändern. YB und SCB seien für die Stadt
Bern mehr als nur ein Kostenfaktor, sagt Polizeidirektor Reto Nause (CVP)
auf Anfrage. «Deshalb will ich den Sportklubs keine Rechnung in
Millionenhöhe schicken.» Nause will stattdessen den Aufwand
reduzieren: «Fussball- und Eishockeyspiele müssen künftig
wie früher wieder aus der polizeilichen Grundversorgung abgedeckt
werden.» In Zahlen heisst dies: «Selbst Hochrisikospiele sollen
mit 80 bis zu 100 Polizisten über die Bühne gehen.» (...)
TOB
Bund 23.09.09 / Gewalt bei Sportanlässen
«Aburteilen! Drei Tage weg!»
Verwaltungsratspräsident Andreas Blank des EHC Biel fordert
mehr repressive Mittel im Umgang mit Krawallmachern: «Hooligans,
die beim Randalieren ertappt werden, sollten sofort hinter Gitter.»
Timo Kollbrunner (...)
Sie fordern also repressivere Massnahmen? Ist die Bieler Polizei nicht
streng genug?
Ich finde, in diesem Bereich geht zu wenig. Ich glaube, die gesetzlichen
Grundlagen für ein härteres Vorgehen wären vorhanden. Die
Polizei könnte durchaus auch Präventivhaft anordnen. Von mir
aus gesehen, sollten Täter, die auf frischer Tat ertappt werden,
sofort hinter Gitter. Und zwar nicht nur, damit ihre Personalien aufgenommen
werden. Nein: aburteilen, drei bis vier Tage weg. Dann müssen sie
sich zu Hause, am Arbeitsplatz erklären und merken vielleicht, dass
es nicht um ein Spiel geht. (Link)
Berner Zeitung 14.09.09 / Gewalt bei Sportanlässen
Kanton will Hooligans das Spiel verderben
Auch Freiburg will friedliche Sportveranstaltungen und tritt
als einer der letzten Kantone dem entsprechenden Konkordat bei.
Mit der Änderung des Gesetzes über «Massnahmen zur Wahrung
der inneren Sicherheit» hatte der Bund eine Grundlage zur Eindämmung
des Hooliganismus geschaffen. Da diese Massnahmen bis Ende 2009 befristet
sind, übernimmt nun ein interkantonales Konkordat die Fortsetzung.
Der Grosse Rat hat den Beitritt zu diesem Konkordat termingerecht zum
Auftakt der Eishockeysaison einstimmig beschlossen. (...)
Gleichzeitig mit dem Beitritt zur interkantonalen Vereinbarung hat der
Grosse Rat eine Änderung des Polizeigesetzes beschlossen. Damit wird
die Möglichkeit geschaffen, für den Ordnungs- und Schutzdienst
bei Sport- und Kulturveranstaltungen Gebühren zu erheben. (...)
Berner Zeitung online 13.09.09
Hockey-Krawalle: 60 Fans festgenommen
60 Eishockey-Fans des HC Genf-Servette sind am Samstagnachmittag
in Freiburg festgenommen worden. Die Polizei musste eingreifen, um eine
Keilerei mit Anhängern des HC Fribourg- Gottéron zu verhindern.
Einzelne Genfer waren bereits an den Krawallen vom Vorabend in Biel beteiligt,
als Fangruppen des HC Genf-Servette und des EHC Biel aufeinander los gingen.
(...) Einige von ihnen führten verbotene Pyrotechnika mit sich. (...)
Das Berner Kantonsparlament hat entschieden, dass die Sicherheitskosten
bei Sportveranstaltungen mehr als bis anhin nach dem Verursacher-Prinzip
abgerechnet werden sollen. Die Kosten für den Kanton stiegen aufgrund
der gewaltbereiten Fans und Ausschreitungen in den letzten Jahren um das
Zehnfache an. Bezahlt haben immer die Steuerzahler. Keine Freude an dieser
neuen Regelung haben die Sportklubs, es könnten massive Mehrkosten
auf sie zukommen. Rolf Dietrich berichtet (2:35) Link
20 Minuten 02.09.09
Sicherheit: Vereine sollen mehr zahlen
Der Grosse Rat hat am Dienstag beschlossen, dass die Sportvereine künftig
mehr zu den Sicherheitskosten beitragen müssen. Er hat einen EVP-Vorstoss
abgenommen, der fordert, dass die Kosten verstärkt nach dem Verur¬sacherprinzip
abgerechnet werden. Grossrat Ruedi Löffel betonte, es gehe um die
Kosten, die im Rahmen von Gewaltexzessen bei grossen Sport-Events in den
vergangenen Jahren stark zugenommen hätten, nicht um die ordentlichen
Sicherheitskosten. Der Regierungsrat hatte daraufhin zu bedenken gegeben,
dass die Mehrkosten nicht von der kleinen Minderheit der gewaltbereiten
Fans übernommen werden könnten, sondern dass man die Klubs und
Stadionbetreiber stärker in die Pflicht nehme. Heute berappen der
SC Bern und YB nur je 60'000 Franken an die Sicherheitskosten. sah
Regibern 02.09.09 Morgen
Sicherheitskosten bei Sportveranstaltungen - Verursacher sollen zahlen
(2:20) Link
Berner Rundschau 02.09.09
Sportveranstalter werden zur Kasse gebeten
Übermässige Sicherheitskosten bei Sportveranstaltungen
soll der Kanton verursachergerecht überwälzen können. Die
Steuerzahler sollen nicht mehr dafür aufkommen.
Jetzt müsse damit Schluss sein, dass die Steuerzahler für die
von Chaoten und Randalen verursachten ausserordentlichen Sicherheitskosten
bei Sportanlässen berappen müssten, findet Grossrat Ruedi Löffel
(EVP/Münchenbuchsee). Per Motion forderte er gestern deren verursachergerechte
Überwälzung auf die Veranstalter und die weiteren Nutzniesser
wie Stadionbetreiber und Besucher. Mit seinem Anliegen stiess Löffel
auf breite Unterstützung. (...) mit 112 zu 25 Stimmen bei 2 Enthaltungen
überwies der Rat die Motion. Polizeidirektor Hans-Jürg Käser
will nun mit den diversen Akteuren das Gespräch und nach Lösungen
suchen. Käser: «Wir wollen nur die durch Auswüchse entstehenden
Kosten in Rechnung stellen, nicht die für den üblichen Ordnungsdienst.
(uz)
sda / bernerzeitung online 01.09.09
Sportvereine sollen Polizeieinsätze finanzieren
Die steigenden Sicherheitskosten bei Sportveranstaltungen sollen
im Kanton Bern verstärkt nach dem Verursacherprinzip abgerechnet
werden. Das Kantonsparlament hat am Dienstag eine entsprechende Motion
überwiesen.
Ruedi Löffel (EVP/Münchenbuchsee) forderte, dass für ausserordentliche
Ordnungsdiensteinsätze bei Sportveranstaltungen künftig keine
zusätzlichen Steuergelder mehr aufgewendet und die Kosten möglichst
verursachergerecht weiterverrechnet werden. Es gehe nicht um die ordentlichen
Sicherheitskosten, sondern um Kosten, die im Rahmen von Gewaltexzessen
bei grossen Sportveranstaltungen in den vergangenen Jahren stark zugenommen
hätten, betonte Löffel.
Kleine Minderheit
Die kleine Minderheit an gewaltbereiten Fans, die die hohen Sicherheitskosten
verursache, könne die Kosten nicht vollumfänglich selber tragen,
gab die Regierung in ihrer Antwort zu bedenken. Aus diesem Grund müssten
die Kosten grösstenteils von denjenigen Akteuren getragen werden,
die direkt oder indirekt vom sportlichen oder volkswirtschaftlichen Nutzen
der Veranstaltungen profitierten. Dies seien namentlich Sportverbände
und -vereine, Stadionbetreiber, Veranstaltungsbesucher und bis zu einem
gewissen Grad auch die Allgemeinheit.
Deutlich überwiesen
Der Regierungsrat zeigte sich bereit, sich zusammen mit den diversen Akteuren
für die Ausarbeitung von Massnahmen einzusetzen, mit denen die Kosten
für den Ordnungsdienstaufwand an Sportveranstaltungen gesenkt werden
können. Ausserdem unterstützte er eine möglichst verursachergerechte
Weiterverrechnung der Sicherheitskosten. (...) Der Rat überwies den
Vorstoss
aus den Reihen der EVP mit 112 gegen 25 Stimmen bei 2 Enthaltungen. Link
20 Minuten online 26.08.09
Blutige Hooligan-Schlacht erschüttert England
(...) Es ist eines von Englands grössten Hassduellen: West Ham vs.
Millwall. Auch am Dienstag musste die Partie (3:1 nach Verlängerung)
aufgrund von randalierenden Fans dreimal unterbrochen werden – oder
anders formuliert: Die Schlacht zwischen den Hooligans wurde ab und zu
durch ein Fussballspiel unterbrochen. Dreimal stürmten Fans den Platz.
Kaum war die Partie beendet, ging es richtig zur Sache. Link
Regibern 20.08.09
Sicherheitskosten bei Sport-Veranstaltungen - Regierung
verlangt Verursacher-Prinzip und legt dies breit aus. (2:24)
Link
Bund 20.08.09
Hooligans sollen zahlen
REGIERUNGSRAT Der Kanton Bern will sich dafür einsetzen,
dass nach Ausschreitungen bei Sportveranstaltungen die direkt und indirekt
Verantwortlichen zur Kasse gebeten werden. Der Regierungsrat empfiehlt
einen entsprechenden Vorstoss
aus den Reihen der EVP zur Annahme. Sie befürworte in solchen Fällen
das Verursacherprinzip, teilt die Regierung mit. Der Vorstoss verlangt,
dass der Kanton bei Sportveranstaltungen keine zusätzlichen Steuergelder
aufwendet und die Kosten möglichst verursachergerecht weiterverrechnet.
Allerdings gibt der Regierungsrat in seiner Antwort auch zu bedenken,
dass primär einige wenige Personen mit ihrem aggressiven Verhalten
die hohen Sicherheitskosten auslösten. Das Problem sei, dass diese
kleine Gruppe von Hooligans die hohen Kosten nicht selber tragen könne.
Darum müssten zum grössten Teil jene bezahlen, welche von den
Sportveranstaltungen profitierten, also Sportverbände, Clubs, Stadionbetreiber
oder Besucher. Unbeteiligte Steuerzahler sollen durch die stark ansteigenden
Sicherheitskosten bei Sportveranstaltungen aber nicht übermässig
belastet werden. (sda)
Berner Rundschau 19.08.09
Clubs und Hooligans sollen zahlen
Keine Steuergelder für Sicherheitskosten
Von 200 000 Franken auf 2,8 Millionen Franken sind innert weniger Jahre
die Polizeikosten an Sportanlässen im Kanton Bern explodiert. Jetzt
will der Regierungsrat Gegensteuer geben. Er empfiehlt dem Grossen Rat
eine entsprechende Motion
der EVP zur Annahme. Konkret verlangen die Motionäre Ruedi Löffel
(Münchenbuchsee) und Gerhard Baumgartner (Ostermundigen), dass diese
Kosten in Zukunft «möglichst verursachergerecht weiterverrechnet
werden». Zusätzliche Steuergelder dürften dafür nicht
mehr aufgewendet werden.
Dass Problem sei, dass eine kleine Gruppe von Hooligans zwar den hohen
Polizeiaufwand auslösten, die dadurch entstehenden teuren Sicherheitskosten
jedoch nicht vollumfänglich tragen könnten, schreibt der Regierungsrat.
Primäres Ziel müsse sei, die Sicherheitskosten zu senken. Dazu
müssten alle Beteiligten gemeinsam wirksame Massnahmen erarbeiten
und anschliessend auch umsetzen. Erwähnt sind insbesondere Sportclubs,
Verbände und Stadionbetreiber. Falls diese Akteure den ausgehandelten
Verpflichtungen nicht nachkämen, machten sie sich an den Mehrkosten
mitschuldig. Gemäss dem Verursacherprinzip seien diese auf diese
«Mitverursacher» zu überwälzen. «Ich bin erfreut»,
kommentiert Löffel die regierungsrätliche Unterstützung.
Während vieler Jahre habe man es quasi als höhere Gewalt angesehen,
dass die Steuerzahler dafür aufkommen.
Übrigens: Der Nationalrat hat 2007 eine Parlamentarische Initiative
mit dem gleichen Ziel für internationale Sportanlässe abgeschrieben;
sie war mehr als zwei Jahre hängig. (uz)
20 Minuten 19.08.09
Hooligans zur Kasse
BERN. Der Kanton Bern will sich dafür einsetzen,
dass nach Ausschreitungen bei Sportveranstaltungen die direkt und indirekt
Verantwortlichen zur Kasse gebeten werden. Der Regierungsrat sagt ja zu
einem entsprechenden EVP-Vorstoss.
derbund online 20.07.09
Scharmützel nach YB-Heimspiel
Berner Fans haben am Samstag nach dem Fussballspiel YB - FC St.
Gallen die gegnerischen Anhänger angegriffen. Und dies obwohl, die
St. Galler Fans nach dem Spiel im Stadion zurückbehalten wurden,
um Konfrontationen zwischen den Fangruppen zu vermeiden.
(...) Die Polizei habe mehrmals erfolglos versucht, die Berner wegzuweisen,
bestätigte Ursula Stauffer, Sprecherin der Kantonspolizei Bern, (...)
Die Polizei, die die St. Galler Fans eskortierte, musste Gummischrot und
Reizgas einsetzen, um die Gruppen auseinanderzuhalten. Rund ein Dutzend
St. Galler wurden wegen Sachbeschädigungen angehalten. (...) (sis/sda)
20 Minuten online 16.07.09 / St. Gallen
Liverpool-Fan wollte SBB-Angestellten töten
Nach dem Freundschaftsspiel FC St. Gallen gegen FC Liverpool
vom Mittwochabend hat ein betrunkener Liverpool-Fan aus Thun einen SBB-Angestellten
vor einen einfahrenden Zug zu stossen versucht. (...)
Nur durch heftige Gegenwehr und dank der Hilfe weiterer Personen
konnte der SBB-Angestellte dies verhindern. Der 38-jährige Angreifer
wurde von der Kantonspolizei verhaftet. (...) (sda)
Bund 03.07.09
YB verschärft Kontrollen
Schärfere Eingangskontrollen, ein Zaun zwischen dem Stadion
und der S-Bahn-Station Wankdorf, bauliche Vorkehrungen und neues Personal
für die Fanbetreuung: YB schlägt im Bereich der Sicherheit neue
Pflöcke ein.
(...) Zu den repressiven Elementen gehören schärfere
Eingangskontrollen. Die Verantwortlichen wollen auf die neue Saison hin
das Sicherheitspersonal um rund 20% aufstocken, Weiter soll im Stadion
die Präsenz von Sicherheitspersonal erhöht werden, auch im YB-Fansektor.
Nur noch Leichtbier für Gästefans
Auch beim Alkohol wird im Stade de Suisse etwas die Schraube angezogen.
Im Gästesektor soll künftig nur noch Leichtbier ausgeschenkt
werden, in den anderen Sektoren werde je nach Situation entschieden. (...)
Mit Stadionverboten versuche man, Gewalttätige zur Vernunft zu bringen,
erklärte Niedermaier. Schweizweit seien rund 500 Stadionverbote in
Kraft, 61 davon beträfen YB-Fans. (...)
Niedermaier bezifferte gestern die Fixkosten für die Sicherheit auf
«rund zwei Millionen Franken pro Jahr». Bei einem Spiel mit
18000 Besuchern stünden jeweils an die 260 Sicherheitsleute im Stadion
im Einsatz. Die eine Hälfte davon seien eigene Leute, die andere
sei Personal einer Sicherheitsfirma. (...)
Berner Zeitung 29.06.09
Städten reisst der Geduldsfaden
Die Städte Bern, Zürich und Basel fordern eine rasche
Lösung des Gewaltproblems im Sport. Der runde Tisch mit Bundesrat
Ueli Maurer habe keine konkreten Ergebnisse gebracht. Jetzt lancieren
die Städte eine eigene Initiative.
(...) Es müsse doch im ureigenen Interesse des Verbandes und der
Klubs sein, das Problem offensiv anzupacken. «Ich kann nur irgendwann
die Rechnungen schicken», stellt Nause klar. Bern biete für
Sportanlässe regelmässig 200 bis 400 Polizistinnen
und Polizisten auf und belaste die Vereine trotzdem nur moderat.
Daran möchte er eigentlich nichts ändern. «Aber dazu muss
ich Vertrauen in die Massnahmen des Verbandes haben können»,
stellt Nause klar. Die Kosten würden schliesslich
zum grössten Teil aus Steuermitteln berappt. (...)
Medienmitteilung des Kantons Bern 15.06.09
Gewalt bei Sportveranstaltungen
Am Samstag wurde Peter Gilliéron zum neuen Zentralpräsidenten
des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV) gewählt. Hans-Jürg
Käser, Regierungspräsident des Kantons Bern, und Reto Nause,
Gemeinderat der Stadt Bern, erhoffen sich vom neuem Präsidenten eine
aktive Unterstützung im Kampf gegen Gewalt bei Fussballspielen. In
einem offenen Brief haben sie ihm einen Forderungskatalog zukommen lassen.
(...) Insbesondere verlangen sie, dass
die Reglemente und Richtlinien der Swiss Football League konsequent angewendet
werden. Sie fordern Peter Gilliéron auf, die Klubs in Zukunft
stärker in die Pflicht zu nehmen, namentlich bei der Umsetzung folgender
Massnahmen:
- Die Klubs haben zusätzliche Anstrengungen bei den Eintrittskontrollen
zu treffen, insbesondere in Bezug auf das Mitführen unerlaubter Gegenstände.
- Die Klubs haben konsequent Stadionverbote auszusprechen und durchzusetzen,
sobald die Voraussetzungen dazu erfüllt sind.
- Verbotene Handlungen innerhalb der Stadien sind von den Klubs rigoros
zu ahnden.
- Sollten die Klubs ihren Pflichten nicht nachkommen, müssen die
Disziplinarbehörden der Swiss Football League schärfere Disziplinarmassnahmen
aussprechen.
Sowohl Regierungspräsident Hans-Jürg Käser wie auch Gemeinderat
Reto Nause sind überzeugt, dass mit einem gemeinsam abgestimmten
Vorgehen von Behörden, Klubs, Stadionbetreibenden und Verbänden
sowie der konsequenten Durchsetzung dieser Massnahmen die Gewalt anlässlich
von Sportveranstaltungen wirksam bekämpft werden kann.
20 Minuten online 04.06.09
Cupfinal-Krawalle: 69 Personen identifiziert
Die Kantonspolizei Bern hat bislang 69 Personen identifiziert,
die in die Krawalle rund um den Cupfinal in Bern verwickelt waren. Zudem
stellen die Ermittler 17 neue Pranger-Fotos ins Internet.
(...) «Gut zwei Drittel der ermittelten Personen gehören
zum Umfeld der YB-Anhänger», sagte Polizei-Sprecher Jürg
Mosimann auf Anfrage von 20 Minuten Online. Verfahren wurden unter anderem
wegen Landfriendensbruch, Verstoss gegen das Betäubungsmittelgesetz
sowie wegen «Gefährdung des Lebens» eingeleitet.
Die Täter konnten mit Hilfe umfangreichen Videomaterials identifiziert
werden: «Nur wenige Videos stammen von Privaten, die allermeisten
Videos sind Aufnahmen von Überwachungskameras», so Mosimann
weiter. (...) (am/sda)
20 Minuten 03.06.09
Hooligans: Politik macht Druck
BERN. Die Gewalt an Sportanlässen beschäftigt
das Berner Kantonsparlament: Eine ganze Reihe von Vorstössen
wurde am Dienstag zu diesem Thema eingereicht.
Grossrat Ruedi Löffel (EVP) verlangt, dass
die Sportveranstalter künftig zur Kasse gebeten werden: «Nur
wenn sie sich an den
Sicherheitskosten beteiligen, haben sie wirklich ein Interesse, dass es
zu keinen Ausschreitungen kommt.» Im besten Fall führe dies
nicht zu einer Erhöhung der Ticketpreise, sondern zu Fortschritten
bei der Gewaltprävention.
Darauf hofft auch Ueli Arm (SP): «Um dem Schwarzpeterspiel ein Ende
zu bereiten, muss die Regierung einen runden Tisch schaffen, an dem Behörden,
Veranstalter und Sicherheitsorgane gemeinsam nach Lösungen suchen.»
Mit einem weiteren Vorstoss verlangt Arm ein kantonales Fanprojekt. mar
Berner Zeitung 30.05.09
YB will handeln
Der politische
Druck auf Sportklubs nimmt auch aus dem Grossen Rat zu. YB-Chef Niedermaier
kündigt Massnahmen an.
Nach den Ausschreitungen rund um den Cupfinal fordern Berner Politiker
von lnks bis rechts, die Polizeikosten bei Sportanlässen auf die
Klubs überzuwälten. Nach Vorstössen im Berner Stadtrat
wurde nun auch im Grossen Rat seitens der EVP ein entsprechender Vorstoss
eingereicht. (...)
Zum zunehmenden politischen Druck und den Vorstössen will sich YB-Chef
Stefan Niedermaier nicht äussern. Doch gesteern hat er angekündigt,
der Klub werde auf die neue Saison hin so oder so weitere Massnahmen ergreifen,
um das Gewaltproblem einzudämmen. (...) TOB
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