Hier
finden Sie den Vorstoss
zur ZAS,
den ich für die Fragestunde der März-Session 2010 eingereicht
habe.
________________________________________________________________________________________
Thuner Tagblatt 22.04.10
Teure Rettungsfahrt nach Saufgelage
Ein junger Thuner muss ein Saufgelage teuer bezahlen: Er hat
die Kosten der Rettungsfahrt ins Spital zu berappen, obwohl seine Alkoholvergiftung
nicht so schlimm wie befürchtet war. Dies entschied das Verwaltungsgericht.
Nora Scheidegger
Im Sommer 2008 trafen Passanten in Thun auf einen offensichtlich sturzbetrunkenen
jungen Mann. Der damals 19-jährige Thuner war nicht ansprechbar und
hatte einen schnellen und schwachen Puls. Als der Rettungsdienst eintraf,
war er aber schon wieder bei Bewusstsein. (...) Die Sanitäter vermuteten
eine Alkoholvergiftung und wollten ihn ins Spital bringen. Der junge Mann
lehnte dies zuerst ab, liess sich dann aber doch dazu überreden.
Im Spital wurde der Verdacht auf eine Alkoholvergiftung bestätigt.
Der junge Mann blieb über Nacht dort, konnte jedoch am nächsten
Morgen wieder entlassen werden.
Mit Gewalt ins Spital?
Kurze Zeit später flatterte die Rechnung für
die Rettungsaktion dem trinkfreudigen Mann ins Haus: 744
Franken sollte er dem Spital bezahlen. Er weigerte sich und machte
vor der Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) geltend, er sei
«mit Gewalt ins Fahrzeug gezerrt und gegen seinen Willen im Spital
festgehalten worden». Nachdem die GEF ihm Recht gab, gelangte das
Spital ans Verwaltungsgericht. Das Gericht schenkte diesen Aussagen des
jungen Mannes keinen Glauben: «Seine Darstellungen sind nicht glaubwürdig»,
heisst es im kürzlich veröffentlichten Urteil. (...) Man müsse
den Rettungskräften einen gewissen Beurteilungsspielraum zubilligen,
wenn es darum geht, eine konkrete Lage einzuschätzen. In diesem Fall
wusste das Team, dass der junge Mann wegen seines Alkoholkonsums bewusstlos
geworden war. «Der Schluss auf eine Alkoholvergiftung ist da naheliegend.»
Dass sie ihn deshalb zu einer Spitaleinweisung überredeten, sei «nicht
zu beanstanden».
Man dürfe nicht vergessen, dass die Rettungskräfte – wären
sie unverrichteter Dinge abgezogen – den Vorwurf riskiert hätten,
einen bewusstlosen und offensichtlich betrunkenen jungen Mann einfach
seinem Schicksal überlassen zu haben. Dass die Alkoholvergiftung
im konkreten Fall glimpflich verlaufen sei, spreche nicht gegen das Vorgehen
der Rettungskräfte. (...)
BZ / Thuner Tb / Berner Oberländer / BT 24.03.10 / KOMA-TRINKEN
Kanton soll Schraube anziehen
Ausnüchterungszellen für Koma-Trinker: Was Zürich
hat, fordert der EVP-Grossrat Ruedi Löffel auch für Bern. Dafür
müsse der Kanton allerdings erst die rechtlichen Grundlagen schaffen,
sagt Polizeidirektor Hans-Jürg Käser. Andrea Sommer

EVP-Grossrat Ruedi Löffel verlangt von Polizeidirektor Hans-Jürg
Käser die Einrichtung
einer zentralen Ausnüchterungsstelle in Bern. Bild: Urs Baumann
Wer in Zürich im Vollrausch randaliert, pöbelt oder am Boden
liegt, riskiert, in der Zentralen Ausnüchterungsstelle zu erwachen.
Bewachung und medizinische Betreuung gewährleisten private Firmen.
Und: Die Kosten dafür muss der Patient selber berappen.
Das Zürcher Pilotprojekt hat es dem EVP-Grossrat Ruedi Löffel
angetan. In einer Interpellation wollte er von Polizeidirektor Hans-Jürg
Käser (FDP) wissen, ob die Einrichtung solcher Ausnüchterungsstellen
auch im Kanton Bern möglich ist. Zudem fragte Löffel, was Käser
davon halte, dass Eltern zum Abholen ihrer ausgenüchterten Sprösslinge
und zum Gespräch bestellt werden können.
Schwere Fälle in die Insel
Gestern, in der Fragestunde des Grossen Rates, nahm Käser Stellung
zu den Fragen. Das Gesetz erlaube bereits heute einen Gewahrsam oder Aufenthalt
in einer Ausnüchterungsstelle. Bei Jugendlichen sei die Orientierung
respektive Genehmigung durch das Jugendgericht nötig. «Hingegen
fehlen die gesetzlichen Grundlagen für eine entsprechende Kostenverrechnung
und Bewachung durch private Sicherheitsdienste», so Käser.
Weiter stehe das Inselspital, in dessen Notaufnahme heute viele Koma-Trinker
landen, der Idee einer Ausnüchterungsstation positiv gegenüber.
Dabei habe jedoch die ärztliche Triage einen hohen Stellenwert. Käser:
«Schwere Fälle gehören weiterhin ins hochspezialisierte
Notfallzentrum.»
Eltern in die Pflicht nehmen
Die Idee, dass Eltern ihre ausgenüchterten Sprösslinge abholen
müssen und dabei gleich zum Gespräch gebeten werden, erachtet
Käser als prüfenswert. Seit Anfang Jahr, so der Polizeidirektor
weiter, würden entsprechende Massnahmen ausgearbeitet. Werden heute
minderjährige Koma-Trinker ins Spital eingeliefert, dann erfahren
die Eltern oft nichts von den Eskapaden ihrer Sprösslinge. Denn ist
der Patient noch ansprechbar, müssen sich die Ärzte an ihre
Schweigepflicht halten.
Löffel, der sich von Käsers Antworten in seiner Forderung nach
Ausnüchterungsstellen bestärkt sieht, schiebt nun eine Motion
nach. Darin verlangt er vom Kanton die Einrichtung einer zentralen Ausnüchterungsstelle.
«Der Kanton soll dies rasch umsetzen und dadurch die Notaufnahmen
der Spitäler entlasten», sagt Löffel. Dabei sei auch die
Möglichkeit einer mobilen Einrichtung zu prüfen, die bei Grossanlässen
gleich vor Ort zum Einsatz kommen könne. Zudem solle der Kanton gesetzliche
Grundlagen schaffen, damit Koma-Trinker künftig selber für ihre
Behandlungskosten aufkommen. «Es kann nicht sein, dass die Allgemeinheit
via Krankenkasse für diese Exzesse bezahlen muss.» (Link)
Bund 24.03.10
Kanton möchte eine zentrale Ausnüchterungsstelle
Der Kanton Bern möchte eine zentrale Ausnüchterungsstelle
schaffen. Dies hat der Regierungsrat dem Berner Kantonsparlament am Dienstag
im Rahmen der Fragestunde bestätigt.
Mit einer solchen Stelle könnten die Notfallaufnahmen in
Spitälern sinnvoll entlastet werden. Ruedi Löffel (evp/ Münchenbuchsee)
erfuhr auf seine Frage auch, dass der Kanton die Gesetzesgrundlage schaffen
möchte, um die Kosten einer Einweisung den Patienten oder deren Eltern
aufzubürden. Mitte März nahm in Zürich eine zentrale Ausnüchterungszelle
ihren Betrieb auf. Dort werden Patienten von Sicherheits- und medizinisch
geschultem Personal betreut. Und auch in Zürich müssen die Patienten
den nicht ganz billigen Aufenthalt selber berappen.
20 Minuten 24.03.10
Kanton will eine Ausnüchterungsstelle
Erfolg für Grossrat und Präventionsfachmann Ruedi
Löffel (EVP): Seine Frage nach einer zentralen Ausnüchterungsstelle
(ZAS) für Betrunkene hat der Regierungsrat am Dienstag positiv beantwortet.
Eine solche Stelle mit medizinisch geschultem Personal soll die
Notaufnahmen der Spitäler entlasten. In Zürich ist die ZAS seit
Mitte März in Betrieb. Wie dort soll auch im Kanton Bern die gesetzliche
Grundlage geschaffen werden, um die Kosten für den Aufenthalt den
Süffeln selbst in Rechnung stellen zu können.
Nach dem positiven Bescheid der Regierung doppelt Löffel jetzt mit
einer verbindlichen Motion nach, «damit der Kanton die Idee rasch
umsetzt.» Wichtig sei zudem, dass bei Minderjährigen zwingend
die Eltern informiert würden und diese ihren Nachwuchs selbst abholen
müssten, so Löffel. Zu prüfen sei auch eine mobile Ausnüchterungsstelle,
die bei Grossanlässen zum Einsatz kommen könnte. (nj)
Blick am Abend 23.03.10
Regierung sagt Ja
BERN. In Bern soll es eine zentrale Ausnüchterungsstelle geben.
Die Regierung hat heute einen entsprechenden Antrag von EVP-Grossrat Ruedi
Löffel bejaht. Die alkoholisierten Patienten müssen die Einweisung
selber berappen.
sda / Berner Zeitung online / derbund.ch 23.03.10
Kanton Bern möchte eine zentrale Ausnüchterungsstelle
Der Kanton Bern möchte eine zentrale Ausnüchterungsstelle
schaffen. Dies hat der zuständige Regierungsrat dem Berner Kantonsparlament
am Dienstag im Rahmen der Fragestunde bestätigt.
Mit einer solchen Stelle könnten die Notfallaufnahmen in Spitälern
sinnvoll entlastet werden. Ruedi Löffel (EVP/ Münchenbuchsee)
erfuhr auf seine Frage
auch, dass der Kanton die Gesetzesgrundlage schaffen möchte, um die
Kosten einer Einweisung den Patienten oder deren Eltern aufzubürden.
Mitte März nahm in Zürich eine zentrale Ausnüchterungszelle
ihren Betrieb auf. Dort werden Patienten von Sicherheits- und medizinisch
geschultem Personal betreut. Und auch in Zürich müssen die Patienten
den nicht ganz billigen Aufenthalt selber berappen.
20 Minuten 16.03.10
Suff ausschlafen soll teuer werden
Seit dem letzten Wochenende ist in Zürich die schweizweit erste
Zentrale Ausnüchterungsstelle (ZAS) in Betrieb. Dorthin werden stark
Berauschte gebracht, um ihren Rausch auszuschlafen. Ein Aufenthalt kostet
600 bis 950 Franken. Damit werden die Notfallstationen der Spitäler
und die Polizei entlastet.
«Diese Idee scheint mir nachahmenswert», sagt EVP-Grossrat
Ruedi Löffel. Er wird sie deshalb in der Fragestunde des Grossen
Rats thematisieren. «Spannend finde ich das Ganze auch deshalb,
weil die Kosten den Betrunkenen selbst in Rechnung gestellt werden.»
Zudem müssten die Eltern ihre Sprösslinge abholen, falls diese
minderjährig sind. Vom Regierungsrat will Löffel nun wissen,
was er von einer Berner Ausnüchterungsstelle hält. sah
Berner Zeitung 16.03.10
Betrunkene sollen für Ausnüchterung selber bezahlen
Ausnüchterungszellen für Koma-Trinker: Was Zürich
seit letzter Woche hat, wünscht sich Grossrat Ruedi Löffel auch
für Bern. Ein Anliegen, das auch der städtische Polizeidirektor
unterstützt. Einzig das Inselspital ist skeptisch.
Die Notaufnahme des Inselspitals behandelt immer mehr Koma-Trinker. Eine
Patientengruppe, die nur schon deshalb personalintensiv ist, weil die
Betrunkenen oft randalieren oder gar Ärzte und Pflegende tätlich
angreifen. In Zürich kommen solche Patienten seit letztem Freitag
nicht mehr in die Spitäler, sondern in die Zentrale Ausnüchterungsstelle
(ZAS). Dort werden sie von Sicherheits- und medizinischem Personal betreut.
Und: Sie müssen die Kosten für ihre Behandlung selber bezahlen.
Verursacher sollen bezahlen
Eine Einrichtung, die auch für Bern wünschenswert wäre,
findet der EVP-Grossrat Ruedi Löffel. Dies vor allem, weil so die
Koma-Trinker die von ihnen verursachten Kosten selber tragen müssten.
Auch hofft Löffel, dass eine ZAS die Notaufnahmen der Spitäler
entlasten würde. Dass die Zürcher die Eltern minderjähriger
Koma-Trinker verständigen und in die Pflicht nehmen, begrüsst
der Grossrat ebenfalls. Der Arzt in der Notaufnahme dagegen muss sich
an die Schweigepflicht halten, sofern der Patient ansprechbar ist.
Löffel will deshalb in der Fragestunde der laufenden Grossratssession
vom kantonalen Polizeidirektor Hans-Jürg Käser (FDP) wissen,
ob im Kanton Bern die rechtlichen Grundlagen vorhanden sind, um eine solche
Ausnüchterungsstelle einzurichten. Zudem fragt Löffel, inwiefern
eine ZAS die Notaufnahme des Inselspitals entlasten könnte.
In der Stadt Zürich ermöglichen das kantonale Polizeigesetz
und eine Verordnung des Stadtrats eine Weiterverrechnung von Sicherheitskosten.
«Wer vorsätzlich oder grobfahrlässig einen Polizeieinsatz
auslöst, kann finanziell belangt werden», sagt Robert Soos,
Sprecher des Polizeidepartements der Stadt Zürich. Die Rechnung könne
gleich bar oder per Einzahlungsschein beglichen werden.
Nause für Zürcher Lösung
Auch im Kanton Bern ist es möglich, von der Polizei erbrachte Leistungen
dem Verursacher zu belasten – falls dies die Gesetzgebung vorsieht.
Regierungsrat Hans-Jürg Käser will der Fragestunde im Grossen
Rat nicht vorgreifen und äusserte sich gestern nicht zu Löffels
Forderung. Unterstützung erhält Grossrat Ruedi Löffel vom
städtischen Polizeidirektor Reto Nause (CVP). Auch er würde
eine ZAS in Bern begrüssen. (weiterlesen)
suedkurier.de 16.03.10
Reger Betrieb in Zürcher Zelle
Zürich/Stuttgart (dpa) Teuer wie ein Luxushotel und schon
gut besucht: In Zürich hat die neue Zentrale Ausnüchterungsstelle
(ZAS) am vergangenen Wochenende ihren Betrieb aufgenommen. „Es ist
alles gut angelaufen und es gab schon mehrere Personen, die eingeliefert
wurden“, sagte eine Polizeisprecherin.
Für Erstaunen in der Öffentlichkeit hatte der hohe
Preis für eine „Übernachtung“ gesorgt. 950 Franken
(652 Euro) kostet die Nacht in der Ausnüchterungszelle. Dafür
bekäme man auch ein Zimmer im edlen Hotel Dolder Grand auf dem Zürichberg.
(...)
In Zürich (380 000 Einwohner) werden pro Jahr rund 600 „Gäste“
in den zwölf neuen Zellen erwartet, die von einer privaten Firma
medizinisch betreut und mit Videokameras überwacht werden. In der
Landeshauptstadt Stuttgart (592 000 Einwohner) landeten 2009 etwa 2700
Sturzbetrunkene in der Zelle der Zentralen Ausnüchterungseinheit
(ZAE). Ob die in Zürich Eingelieferten alle den hohen Obolus entrichtet
haben, sagte die Sprecherin nicht. Man wolle in ein paar Wochen ein Fazit
ziehen, ob sich die Einrichtung bewährt hat. Sicher sei aber: Trotz
der enormen Preis werde die ZAS defizitär sein. (Link)
Blick am Abend 15.03.10
Betrunkene zur Kasse bitten
IDEE > Ruedi Löffel will wie Zürich eine Zentrale
Ausnüchterungsstelle – zur Entlastung der Spitäler.
Seit dem Wochenende sammelt die Stadtpolizei in Zürich Leute
ein, die betrunken oder drogenberauscht negativ auffallen und bringt sie
in die Zentrale Ausnüchterungsstelle (ZAS). Dort betreuen geschultes
medizinisches Personal und Sicherheitleute die Berauschten. Die Betrunkenen
aber müssen das Ausnüchtern selbst berappen. Wer innert dreier
Stunden wieder auf den Beinen ist, bezahlt 600 Franken. Dauert es länger
als drei Stunden, stellt die Stadt 950 Franken in Rechnung.
«Die
Zentrale Ausnüchterungsstelle ist für Bern nachahmenswert»,
sagt EVP-Grossrat Ruedi Löffel. «Sind die Betrunkenen minderjährig,
werden die Eltern zum Abholen ihrer Sprösslinge in die ZAS bestellt,
wo auch ein Gespräch mit Mitarbeitern des Sozialdepartementes auf
sie wartet», sagt Löffel. «Ich sehe den Vorteil vor allem
darin, dass die Eltern die Kosten übernehmen müssen und so in
die Pfl icht genommen werden.» Das habe einen erzieherischen Effekt.
Ausserdem könnten so die Notfallaufnahmen der Spitäler entlastet
werden, welche die Betrunkenen bisher grösstenteils betreuen mussten.
Löffel will in der Fragestunde des Parlaments deshalb vom Regierungsrat
wissen, was er von der Idee einer ZAS hält und welche rechtlichen
Grundlagen bereits vorhanden sind, um eine Ausnüchterungsstelle auch
in Bern einzurichten.
Tagesanzeiger 13.03.10
Alkoholexzesse nehmen massiv zu
Eine noch unveröffentlichte Studie des Berner Inselspitals
zeigt: Koma-Trinken greift nicht nur bei jungen Menschen um sich. Die
Zahl der Alkoholvergiftungen steigt auch bei Erwachsenen stark an.
Maurice Thiriet
Im Schnitt werden in der Schweiz täglich sechs
Jugendliche zwischen 10 und 23 Jahren im Spital stationär
wegen einer Alkoholvergiftung oder einer -abhängigkeit behandelt.
Tendenz steigend. Ein ähnlicher Trend ist nun auch bei den Erwachsenen
zu beobachten. Eine Studie des Inselspitals Bern
zeigt erstmals, dass ambulante Einrichtungen mit einer zunehmenden Zahl
von Komatrinkern konfrontiert sind. Und zwar altersunabhängig:
Von 2000 bis 2007 ist der Anteil an alkoholvergifteten Patienten auf der
medizinischen Notfallstation des Inselspitals von 1,4 auf 3,3 Prozent
gestiegen. Absolut hat sich die Fallzahl im fraglichen Zeitraum von 134
(2000) auf 373 (2007) nahezu verdreifacht. (...)
Hans-Peter Kohler, bis 2006 Leiter der medizinischen Notfallstation des
Inselspitals und heute Klinikdirektor der Berner Spitäler Tiefenau
und Ziegler, wundert nicht, dass es vermehrt erwachsene Komatrinker gibt.
«Wenn ein solches Trinkverhalten mit 16 Jahren eingeübt und
von niemandem unterbunden wird, dann setzt sich das auch im Erwachsenenalter
fort», sagt Kohler. (...)
Zeit online 16.12.09 / Alkoholmissbrauch
Alkohol muss teurer werden
Zitternd lag er auf dem Fußweg und erbrach sich, als Passanten
ihn fanden. Mehr als zwei Promille Alkohol fanden die Ärzte im Blut
des Jungen, der vor Kurzem mit einer lebensgefährlichen Alkoholvergiftung
in eine Berliner Klinik eingeliefert wurde. Er war erst sieben Jahre alt.
Ein Extremfall, sagt die Polizei. Aber kein Einzelfall.
Das sogenannte Binge Drinking unter Kindern und Jugendlichen ist ein gefährlicher
Trend. Noch nie mussten so viele Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene
deshalb behandelt werden: 25'700 Zehn- bis Zwanzigjährige
kamen 2008 nach neusten Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Deutschland
mit akuter Alkoholvergiftung ins Krankenhaus.
Auch die Trinkgewohnheiten vieler Erwachsener sind bedenklich:
1,3 Millionen Deutsche gelten als alkoholabhängig, fast zehn Millionen
trinken im Übermaß. 73.000 Todesopfer fordert der Alkohol hierzulande
jedes Jahr. In Europa ist er nach Nikotinsucht und Bluthochdruck der drittstärkste
Risikofaktor für Krankheit und Tod.
Endlich ruft die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jetzt zum systematischen
Kampf gegen Alkoholmissbrauch auf. Sie plant eine globale Strategie und
appelliert an die Regierungen, entschlossener zu handeln.
Welches die effektivsten Mittel sind, haben Wissenschaftler kürzlich
im Fachmagazin
The Lancet beschrieben. Eine höhere Alkoholsteuer etwa senkt
den Konsum deutlich, vor allem bei Jugendlichen und harten Trinkern, das
haben zahlreiche Studien gezeigt. (weiterlesen)
Bund 11.07.09 / Leserbrief zum Beitrag "Kaserne zur Ausnüchterung",
Bund 2. Juli 2009
Ausnüchtern selbst bezahlen
Mutig. Die Stadt Zürich buchtet Jugendliche und junge Erwachsene
auf deren eigene Kosten in der alten Kaserne ein. (...)
Wann ahmen dies die Berner Stadtväter nach und entlasten so die Berner
Spitäler von unnötigen Kosten? (...)
Corina Schertenleib, Bern
zurück
|