Langenthaler Tagblatt / MLZ 31.03.11

Gesundheitsdirektor Perrenoud punktet

Bern Der Grosse Rat unterstützt den Zusammenschluss von Inselspital und Spital Netz Bern AG.
In der Region Bern stehen die Zeichen weiterhin auf Zusammenschluss zwischen Inselspital und Spital Netz Bern: Der Grosse Rat hat einen Kredit für die Fortsetzung der Projektarbeiten genehmigt. Das Kantonsparlament bewilligte die 1,95 Millionen Franken mit 126 zu 11 Stimmen. Es stellte sich damit klar hinter die Idee, das Berner Universitätsspital und die Spital Netz Bern AG mit ihren fünf Akutspitälern Ziegler, Tiefenau, Aarberg, Riggisberg und Münsingen in Bern und Umgebung zum grössten Spital der Schweiz zu vereinen. Derzeit betreibt das Inselspital rund 925 Betten, die Spital Netz Bern AG rund 520.Wie dieser Zusammenschluss aussehen soll, ist noch nicht bestimmt. Zur Diskussion stehen eine Fusion oder die Bildung einer Holding, unter deren Dach das Inselspital und die Spital Netz Bern AG weiter bestehen würden.

Grundsätzliches Lob für Perrenoud
Im Grossen Rat erhielt Gesundheits- und Fürsorgedirektor Philippe Perrenoud (SP) am Dienstag Lob für das Projekt. «Endlich kommt Bewegung in die Debatte über die Spitalversorgung in Bern», sagte etwa Blaise Kropf namens der Grünen. Und Ruedi Löffel ( EVP/Münchenbuchsee) sagte namens der Finanzkommission, diese empfehle den Kredit einstimmig zur Annahme. Mit dem neuen Gebilde könne die Konkurrenz zwischen Spital Netz Bern und Insel abgebaut werden. Die Grundversorgung werde künftig am richtigen Ort erbracht und mit dem Zusammenschluss stiegen die Chancen für einen Spitalneubau in Bern. Dort sieht die Finanzkommission laut Löffel die Vorteile des Projekts.
(...) Völlig chancenlos war eine Planungserklärung der FDP, welche die Privatspitäler in Bern ins Projekt einbeziehen wollte. Der Rat wies das Ansinnen mit 19 zu 119 Stimmen zurück. (...)

Als Sprecher der Finanzkommission zum Spitalzusammenschluss

Berner Zeitung 31.03.11

Kaum Opposition gegen Berner Grossspital

Der Grosse Rat stellte sich gestern klar hinter die Pläne der Regierung, die in Bern das grösste Spital der Schweiz «bauen» will. Er erwägt sogar eine Fusion.
Das ambitionierteste Projekt der Berner Kantonsregierung stirbt keines frühen Todes: Sie kann die Arbeiten für den Zusammenschluss von Inselspital und Spital Netz Bern AG, zu der die Stadtspitäler Tiefenau und Ziegler gehören, fortsetzen. Der Grosse Rat stellte sich gestern unmissverständlich hinter das Projekt. Insbesondere hiess er mit 126 gegen 11 Stimmen einen Kredit von 2 Millionen Franken für die weiteren Arbeiten gut. (...)
Ruedi Löffel (EVP, Münchenbuchsee) verwies im Namen der Finanzkommission auf die grosse Hoffnung, die mit dem Projekt verbunden ist. Künftig sollen die «richtigen Fälle» am «richtigen Ort» behandelt werden: Ein Spitalteil (Insel) erbringt nur Spitzenmedizin, der andere (Spital Netz) nur Grundversorgung.
Die Regierung will nun im Herbst dieses Jahres den neuen Verwaltungsrat wählen, der ab 2012 – als eine Art Verlobung – beide Spitäler gleichzeitig führen soll. Ende Jahr will sie entscheiden, ob und wie die Spitäler zusammengeschlossen werden. Das letzte Wort hat der Grosse Rat.

 

Bund 25.02.11

Inselspital/Spitalnetz: Finanzkommission tendiert zu einer Holding

Die vorberatende Kommission des Grossen Rats begrüsst ein Zusammengehen der beiden Spitäler. In welcher Form auch immer.
Das Inselspital und die Spitalnetz Bern AG sollen und wollen sich bis in vier Jahren in irgendeiner Form zusammenschliessen.
Das ist seit zwei Monaten bekannt («Bund» vom 22. Dezember). Nun hat die Finanzkommission des Grossen Rats einem Projektkredit von 1,95 Millionen Franken zugestimmt, wie sie gestern mitteilte. Mit diesem Geld sollen die beiden Unternehmen geprüft, die zukünftige Strategie entwickelt sowie die Organisation, die Rechtsform und die Prozesse definiert werden. Definitiv über den Kredit entscheiden wird der Grosse Rat in der Märzsession. Durch den Zusammenschluss der beiden Unternehmen wird das grösste Spital der Schweiz entstehen: Das Universitätsspital Insel ist mit seinen 925 Betten bereits das grösste Spital im Kanton Bern, die Spitalnetz Bern AG verfügt über 520 Betten an verschiedenen Orten in Bern und Umgebung.
Der Zusammenschluss soll vor allem deshalb erfolgen, damit der Medizinalstandort Bern und das Inselspital als Universitätsspital gestärkt werden können. Zudem sollen Kosten eingespart werden. Noch unklar ist aber, in welcher Form sich die beiden Unternehmen zusammenschliessen sollen. Infrage kämen die vollständige Verschmelzung (Fusion) oder das Zusammenführen zweier unabhängiger Tochterunternehmen unter einem gemeinsamen Dach (Holding). In einem internen Bericht geht der Regierungsrat davon aus, dass eine Fusion mehrere zehn Millionen Franken kosten würde. Im schlimmsten Fall könnte sie auch zu einer Überforderung des Systems führen («Bund» vom 8. Februar).

Entscheide «so rasch wie möglich»
Die Unklarheit in dieser wichtigen Frage hat in beiden Unternehmen für Verunsicherung gesorgt. Aus diesem Grund erwartet die Finanzkommission «so rasch wie möglich Entscheide zur Art des Zusammenschlusses», wie es in der gestrigen Mitteilung heisst. Denkbar sei aus Sicht der Finanzkommission beides – eine Fusion oder eine Holding, sagte Kommissionsmitglied Ruedi Löffel (EVP, Münchenbuchsee) auf Anfrage.
Wichtig sei vor allem, dass sich die beteiligten Partner nun rasch zu dieser Frage äusserten, damit anschliessend ein politischer Entscheid gefällt werden könne. Löffel räumte ein, dass eine Fusion wohl «die viel grössere Herausforderung» darstellen würde. Nebst dem Aufwand und den Kosten spiele auch der Zeitfaktor eine Rolle. Bevorzugt die Finanzkommission – und damit wohl auch der Grosse Rat – die Holding-Lösung? «Das darf man so interpretieren», sagte Löffel.

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