Langenthaler Tagblatt / MLZ 26.11.10 / Grosser Rat

Einstimmig Ja zu Gotthelf-Zentrum

Parlament bewilligt 3,3 Millionen fürs Gotthelf -Zentrum – und hofft darauf, dass die Erben nun ihr Privatarchiv öffnen.
Ohne grosse Diskussion hat der Grosse Rat gestern einstimmig (eine Enthaltung) Ja gesagt zu einem Kredit von 3,3 Millionen Franken aus dem Lotteriefonds für den Aufbau eines Gotthelf-Zentrums in Lützelflüh. Damit soll in erster Linie das Pfarrhaus, in dem Gotthelf von 1832 bis zum Tod 1854 lebte, gekauft und saniert werden. Bereits 2004 bewilligte das Kantonsparlament aus Anlass des 150. Todestags 6 Millionen für eine historisch-kritische Gesamtausgabe des literarischen Werks. Der gestrige Kredit wurde bereits damals in Aussicht gestellt, lege die 2006 gegründete Stiftung ein gutes Konzept und einen Businessplan vor. Die erste Version stiess im Emmental aber auf Widerstand; seither drehte der Wind. Lützelflüh steht nun ebenso hinter «Gotthelf light», wie die Region Emmental (wir berichteten). Für die ersten Jahre sicherten erste Gemeinden und Sponsoren schon Beiträge zu. Ab 2012, wenn das Zentrum öffnet, muss es sich selber tragen.
Schwieriger gestaltet sich die Situation beim zweiten Standbein der Gotthelf -Stiftung. Albert Bitzius’ Erben konnten sich bisher offenbar nicht dazu durchringen, den Nachlass des beliebten Mundartdichters in eine neu zu gründende Familienstiftung zu überführen. Sie soll der Uni Bern den Nachlass für die Gesamtausgabe zur Verfügung stellen. Daher verband Ruedi Löffel (EVP/Münchenbuchsee) als Kommissionssprecher das Ja mit der «Hoffnung» auf eine baldige Einigung. (sat)

 

Bernerzeitung online / Bund online 25.11.10

Kantonsparlament bewilligt 3,3 Millionen für Gotthelf-Zentrum

Der bernische Grosse Rat hat am Donnerstag 3,3 Millionen Franken zum Aufbau eines Gotthelf-Zentrums am Wirkungsort des berühmten Berner Pfarrers und Schriftstellers in Lützelflüh bewilligt. Dort soll nun ein Museum entstehen.

Das Pfarrhaus Lützelflüh. Bild: Thomas Peter

Die 2006 gegründete Jeremias-Gotthelf-Stiftung wird nun mit dem Geld das heute leer stehende Pfarrhaus von Lützelflüh erwerben, es sanieren und umbauen. Gotthelf lebte im Pfarrhaus von Lützelflüh von 1832 bis zu seinem Tod im Jahr 1854.
Das Parlament stimmte dem Betrag, der dem Lotteriefonds entnommen wird, ohne Gegenstimmen mit einer Enthaltung zu. Es folgte damit den Anträgen der Kantonsregierung und der vorberatenden Kommission.
Die Idee eines Gotthelf-Zentrums gibt es schon seit längerer Zeit. Schon im Jahr 2004 bewilligte der Grosse Rat sechs Millionen Franken für eine Historisch-Kritische Gesamtausgabe des literarischen Werks Gotthelfs. Dies anlässlich des 150. Todestags von Gotthelf.
Damals signalisierte das Kantonsparlament auch, weitere 3 Millionen Franken an das Gotthelf-Zentrum beizutragen, falls die Gotthelf- Stiftung ein gutes Detailkonzept und einen Businessplan vorlege.

Ohnehin Renovation nötig
Die fürs Geschäft zuständige Polizei- und Militärdirektion äusserte zwar zuhanden des Grossen Rats Skepsis, dass das Gotthelf- Zentrum die anvisierte Besucherzahl von 6000 Personen pro Jahr erreicht. Dennoch sei dem Gotthelf-Zentrum eine Chance zu gewähren. Das Pfarrhaus im Besitz des Kantons müsste ohnehin für 1,25 Millionen Franken saniert werden.

Schwierigkeiten bei Gesamtausgabe
Bei seinem Entscheid liess sich das Kantonsparlament offensichtlich auch nicht beeinflussen von einem Bericht in der Zeitung «Der Bund». Sie berichtete kürzlich von grossen Schwierigkeiten bei der Erstellung der Historisch-Kritischen Gesamtausgabe.
Kommissionssprecher Ruedi Löffel sagte vor dem Grossen Rat, der Entscheid sei mit der Hoffnung verbunden, dass die dafür verantwortliche Stiftung gegründet und die fehlenden Dokumente in Privatbesitz erschlossen werden könnten. (vh/sda)

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