Hier
finden Sie die Fragen,
die ich für die Fragestunde vom 27.11.07 eingereicht habe.
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Die EVP will die Schöpfung aus der Schule verbannen!
Dies vermuten besorgte Bürgerinnen und Bürger
nach der Aprilsession des Bernischen Grossen Rates.
Hier die Gründe, warum die EVP einen Vorstoss nicht unterstützte,
der verlangte, dass in der Schule Evolution und Schöpfung als „gleichberechtigte
Alternativen“ gelehrt werden müssen:
Die Schöpfungsgeschichte ist gemäss bernischem
Lehrplan bereits heute Bestandteil des Unterrichts. Zudem kann
die Evolutionstheorie als Erklärungsversuch niemals eine „gleichberechtigte
Alternative“ zur Schöpfungsgeschichte sein, denn wissenschaftliche
Erkenntnisse ändern sich - der Glaube an den Schöpfer hat ein
unverrückbares Fundament.
- oder vielleicht doch nicht?
Im Zusammenhang mit der Kontroverse um das neue
NMM-Lehrmittel "NaturWert" hat sich die EVP im November 2007
mit mehreren Vorstössen und einer pointierten Medienmitteilung
für eine faire Behandlung des Schöpfungsglaubens in unserer
Volksschule eingesetzt. Lesen und hören Sie nachfolgend
einige Medienreaktionen:
DRS Regionaljournal BE FR VS 8.11.2007, 17.30 Uhr
Glaubenskrieg um ein neues bernischen Schul-Lehrmittel - der
Erziehungsdirektor handelt.
Die Wissenschaft bemängelt, der religiöse Schöpferglaube
werde in einem neuen bernischen Schul-Lehrmittel zu stark gewichtet im
Vergleich zur naturwissenschaftlich anerkannte Evolutionstheorie. Der
Erziehungsdirektor Bernhard Pulver bereitet dem Streit ein Ende. Das Lehrbuch
wird überarbeitet. (Link
3:16).
Info 3, 08. November 2007, 17.00-17.20 h, DRS
3 und DRS 4 News
Ein Berner Schulbuch mit umstrittenen, biblischen Passagen muss umgeschrieben
werden. (Link
ab 2:04 und 12:08)
Berner Rundschau 28.11.07 Kanton
(...) «NaturWert» verunsichert
Die zwei EVP-Grossräte Marc Jost (Thun) und Ruedi Löffel (Münchenbuchsee)
sowie Christoph Ammann (SP/Meiringen) brachten die widersprüchlichen
Medienmeldungen zum Lehrmittel «NaturWert» des Bernischen
Lehrmittelverlages aufs Tapet. Experten hatten kritisiert, das Lehrmittel
stehe den Kreationisten nahe. Diese in Amerika tätige Bewegung stellt
die Evolutionslehre Darwins infrage und will der Schöpfungslehre
der Bibel mehr Gewicht verleihen. Erziehungsdirektor Bernhard Pulver (Grüne)
sagte, er habe nach gründlichem Durchlesen des fraglichen Abschnitts
entschieden, dass das Lehrmittel zu überarbeiten sei. «Damit
habe ich meine Verantwortung als Erziehungsdirektor wahrgenommen»,
sagte Pulver.
Der Regierungsrat wolle, dass die Lehrkräfte die Entstehung des Lebens
auf der Grundlage von wissenschaftlichen Fakten behandeln. «Das
schliesst nicht aus, dass auch religiöse und ethische Aspekte gelehrt
werden. Was auch stattfindet.» Die Schöpfungsgeschichte
sei in unserem Kulturraum wichtig und müsse im Unterricht Platz haben.
«Wichtig ist jedoch auch, dass Religion und wissenschaftliche Fakten
nicht gegeneinander ausgespielt werden.» (...)
sda 27.11.07
Heikle Mischung aus Religion und Wissenschaft
Das Lehrmittel «NaturWert» ist heute Dienstagmorgen
wegen einer umstrittenen Passage zur Evolutionstheorie in der Fragestunde
des Grossen Rates zur Sprache gekommen. Erziehungsdirektor Bernhard Pulver
sagte, die Vermischung von Religion und Wissenschaft sei heikel.
Pulver erklärte, er habe den Entscheid betreffend Überarbeitung
der in die Kritik geratenen Passage nach genauer Lektüre getroffen.
Die Erziehungsdirektion sei letztlich verantwortlich für die Lehrmittel.
Er habe den Entscheid nach Rücksprache mit Verantwortlichen des Verlags
getroffen.
Aufgabe dieses Lehrmittels sei der naturwissenschaftliche Blick auf die
Entstehung der Welt. Im Unterricht habe auch die
religiöse Betrachtungsweise Platz, nur sollten die beiden Sichtweisen
nicht vermischt werden.
Fachleute hatten dem Lehrmittel vorgeworfen, es sei kreationistisch eingefärbt.
Die in den USA entstandene Bewegung der Kreationisten zweifelt die Evolutionslehre
Darwins an und fordert, dass im Biologieunterricht die Schöpfungslehre
der Bibel deutlich stärker gewichtet wird.
Fragen zum Lehrmittel hatten gestellt Marc Jost (EVP/Thun), Ruedi Löffel
(EVP/Münchenbuchsee) und Christoph Ammann (SP/Meiringen).
Bund 21.11.07 Kanton
Noch nicht ausdiskutiert
Das Faltblatt, auf dem die Schöpfungsgeschichte der Evolutionstheorie
gegenübersteht, werde dem Lehrmittel «Naturwert» «bis
auf weiteres nicht mehr beigelegt». Dies hatten Erziehungsdirektion
und Berner Schulverlag nach heftigen Protesten in einer gemeinsamen Presseerklärung
mitgeteilt. Tatsache ist aber, dass der Schulverlag gar nicht daran denkt,
das umstrittene Faltblatt zu entfernen. Im Gegenteil: Er hat es gar noch
für alle zugänglich auf seiner Internet-Seite publiziert. «Die
Bestellungen, die zurzeit eingehen, stammen von Personen, die sich ein
eigenes Urteil bilden wollen», schreibt Verlagsleiter Peter Uhr
einem erstaunten Kunden. Bei telefonischen Bestellungen werde gar explizit
gewünscht, den «inkriminierten Themenbogen» auch zu erhalten.
Beim Schulverlag ist der Kunde also König und
die Erziehungsdirektion hat das Nachsehen. Von dem, was ursprünglich
wie eine griffige Massnahme der obersten Bildungshüter zur Beendigung
des Konflikts ausgesehen hat, bleibt somit nicht mehr viel übrig.
(...) Am 19. Dezember wird nun zunächst an einer öffentlichen
Tagung über Evolution und Schöpfung diskutiert. Anfang 2008
soll die überarbeitete Version dann vorliegen. Wer die Kosten übernimmt,
muss aber wohl noch ausdiskutiert werden. Reto Wissmann
Berner Zeitung 20.11.07 Kanton
Umstrittene Seite ist noch drin
Wer das Schulbuch «NaturWert» bestellt, erhält
noch die unzensurierte Fassung. Bildungsdirektor Bernhard Pulver hatte
vor Wochenfrist erklärt, die umstrittene Seite zu Schöpfung
und Evolution sei entfernt worden.
Es scheidet die Geister, das Lehrmittel «NaturWert»
für 7. bis 9. Klassen der Volksschule (wir berichteten). Jetzt sorgt
das Schulbuch für den Natur-Mensch-Mitwelt-Unterricht (NMM), das
auf einer Seite den Schöpfungsglaube der Evolutionstheorie gegenüberstellt,
auch im Grossen Rat für Gesprächsstoff. Erwin Sommer (Melchnau)
hat namens der EVP-Fraktion eine Interpellation eingereicht, in welcher
er Erziehungsdirektor Bernhard Pulver neun Fragen stellt. Zu diesen hat
Pulver in einem Interview mit dieser Zeitung teilweise bereits Stellung
genommen. Die EVP wird auch noch in der grossrätlichen Fragestunde
nachdoppeln.
«Die Erziehungsdirektion wollte auf keinen Fall ein Zeichen für
den Kreationismus setzen», sagte Pulver vor Wochenfrist. «Darum
habe ich letztlich ganz pragmatisch entschieden und das Faltblatt aus
dem NMM-Lehrmittel ‹NaturWert› entfernen lassen.» Doch
dass das Faltblatt zum Thema Schöpfung und
Evolution jetzt nicht mehr Teil des neuen Schulmittels sei, wie Pulver
gesagt hat, entspricht nicht der Realität.
Noch keine neue Fassung
«Jetzt ausgelieferten Lehrmitteln legen wir einen Zettel bei, auf
dem der Sachverhalt erläutert wird. Sobald der Themenbogen neu überarbeitet
ist, werden wir diesen allen Bestellern nachliefern», sagt Peter
Uhr, Verlagsleiter des bernischen Lehrmittelverlags. Das heisst: Die umstrittene
Passage ist noch drin.
«Wer in den letzten Tagen das Lehrmittel ‹NaturWert›
bestellt hat, verlangte ausdrücklich die ursprüngliche, jetzt
umstrittene Fassung», erklärt Uhr. «Im Moment haben wir
von Schulen noch keine Bestellungen von ganzen Klassensätzen.»
Derzeit werde der in die Kritik geratene Themenbogen, wie mit der Erziehungsdirektion
vereinbart, überarbeitet, sagt Uhr. Der Text werde so geändert,
«dass niemand mehr davon ausgehen kann, dass wir den Schöpfungsglaube
und die Evolutionstheorie gleichsetzen wollten».
In St.Gallen kein Problem
Dass es eine thematische Gratwanderung sei, ist sich Verlagsleiter Uhr
bewusst. Jedoch sei es gerade die Idee dieses Lehrmittels, Werthaltungen,
Werturteile, Positionierungen zu einem umstrittenen gesellschaftspolitischen
Thema darzustellen.
Dass das Lehrmittel «NaturWert» jetzt zu einem kantonalbernischen
Politikum wird, erstaunt Peter Uhr nicht. Dies sei jedoch die falsche
Ebene: «Die Schaffung von Lehrmitteln für die Volksschule kann
künftig kaum mehr auf kantonaler Ebene, sondern muss vermehrt gesamtschweizerisch
– im Rahmen von HarmoS – gelöst werden.»
Übrigens: In anderen Kantonen, zum Beispiel St.Gallen, hat das neue
Lehrmittel für Sekundar- und Realschulen keine Kontroversen ausgelöst.
Urs Egli
Berner Rundschau 9.11.07 Kanton
Pulver nimmt Kritik ernst
Die Kritik am bernischen Oberstufen-Lehrmittel «NaturWert»
zeigt Wirkung: Die kantonale Erziehungsdirektion (ERZ) will die umstrittene
Passage zur Entwicklung des Lebens auf der Erde überarbeiten lassen.
Die ERZ ist der Meinung, dass eine sensiblere Darstellung der beiden Erklärungsansätze
zum Entstehen von Universum, Erde und Leben notwendig ist, wie das kantonale
Amt für Information gestern mitteilte. In einem naturwissenschaftlichen
Lehrmittel gehöre die biblische Schöpfungslehre nicht auf die
gleiche Stufe wie die Evolutionstheorie von Charles Darwin. (...)
EVP: «Überstürzte Reaktion»
Die EVP des Kantons Bern hat die «überstürzte Reaktion»
von Erziehungsdirektor Bernhard Pulver bedauert. Es sei «falsch
und unangemessen», dass ein paar mediale Äusserungen ausserkantonaler
Wissenschafter gereicht hätten, um eine Überarbeitung zu verordnen.
Die EVP verlangt, das zensurierte Faltblatt sei weiter zu verwenden. Sowohl
die Evolutionstheorie wie die biblische Schöpfungsgeschichte könnten
Lernende dazu anregen, sich über die Entstehung des Lebens eine Meinung
zu bilden. (sda)
«Der Bund» 9.11.07 Wissen / Leserbriefe
Blatt wird überarbeitet
Das umstrittene Faltblatt des neuen Lehrmittels «NaturWert»
muss überarbeitet werden. Dies haben Erziehungsdirektor Bernhard
Pulver (grüne) und der Berner Schulverlag gestern beschlossen. Die
Trennung von wissenschaftlicher Erkenntnis und Religion sei zu wenig deutlich,
heisst es in einer Mitteilung. In einem naturwissenschaftlichen Lehrmittel
dürfe der Schöpfungsglaube nicht auf die gleiche Stufe wie die
Evolutionstheorie gestellt werden. Das Faltblatt «Schöpfung
und Evolution» werde dem Lehrmittel ab sofort nicht mehr beigelegt.
Stattdessen erhalten die Kunden ein Informationsblatt mit Hinweisen zur
Einordnung der Theorien. Wer die Kosten trägt und bis wann das überarbeitete
Faltblatt vorliegt, ist noch nicht klar.
Die EVP verurteilte gestern die «überstürzte
Reaktion des Erziehungsdirektors» und verlangte, das «zensurierte»
Faltblatt sei weiter zu verwenden. «Evolutionstheorie und Schöpfungsgeschichte
können Lernende dazu anregen, über die Entstehung des Lebens
zu diskutieren und sich eine eigene Meinung zu bilden», schreibt
die EVP. Weiterhin gehen auch zahlreiche Reaktionen aus der Leserschaft
beim «Bund» ein.
Wäre Darwin heute Darwinist?
Jahrelang habe ich den Schülern den biblischen Schöpfungsbericht
und die Evolutionstheorie miteinander vorgestellt. Weder ich noch sie
hatten je ein Problem damit. Im Unterricht war es mir immer wichtig, Theorie,
wissenschaftliche Tatsachen und biblische Aussagen klar zu deklarieren.
Genau das wurde aber jahrzehntelang in Schulbüchern und an unseren
Schulen nicht so vermittelt. Die Evolutionstheorie wurde zur wissenschaftlich
fundierten Wahrheit erklärt und die Möglichkeit, dass hinter
der gewaltigen kreativen Vielfalt unserer Erde ein Schöpfer stehen
könnte, völlig ausgeblendet. Dass sich nun gegen ein Lehrmittel,
das verschiedene Aspekte aufzeigen möchte, derart Widerstand regt,
zeigt, dass die Evolutionstheorie längst keine
Theorie mehr ist, sondern zur neuen Religion erhoben wurde. Marlise
Rothenbühler, Tägertschi
«Der Bund» 7.11.07 Front / Kanton / Leserbriefe
Kontroverse um Lehrmittel
Um das neuste Lehrmittel des Berner Schulverlags ist eine Grundsatzdiskussion
entbrannt. Darf die biblische Schöpfungsgeschichte
der Evolutionstheorie gegenübergestellt werden? Das sei nur richtig
und fair, da die Evolution lediglich eine unbewiesene Theorie sei, schreibt
EVP-Grossrat Ruedi Löffel in einem Leserbrief. Die Berner
SP-Fraktionschefin Giovanna Battagliero sieht das ganz anders: «Es
wird gefährlich, wenn Weltanschauung und Wissenschaft als gleichwertig
gegenübergestellt werden.» Die Kontroverse hat bereits innerhalb
des Autorenteams von «NaturWert» begonnen. Eine Autorin mit
evangelikalem Hintergrund hat sich für eine prominente Stellung des
Schöpfungsglaubens stark gemacht, sei dann aber «ausgewechselt»
worden, wie der Projektleiter sagt. Und eine reformierte Theologin konnte
grundsätzlich nicht hinter dem Konzept des Lehrmittels stehen und
habe sich deshalb zurückgezogen. (rw) Seiten 10, 27
Aufregung über Lehrmittel
Schöpfung und Evolution vertragen
sich schlecht – der Streit um «NaturWert» ist entbrannt
Schon bei der Erarbeitung des neuen Lehrmittels sind die Meinungen von
Freikirchlern und reformierten Theologen aufeinander geprallt. Das Endprodukt
des Schulverlags sorgt nun weiter für Diskussionen. Reto Wissmann
«NaturWert», das neuste Lehrmittel des Berner Schulverlags,
ist Teil der etablierten Reihe «Lernwelten Natur-Mensch-Mitwelt».
Da es zudem das Gütesiegel der Interkantonalen Lehrmittelzentrale
(ILZ) trägt, käme es im Normalfall in vielen Kantonen unbesehen
auf die offizielle Lehrmittelliste. Die Kritik eines Professors der Pädagogischen
Hochschule Luzern, der im Oberstufen-Lehrmittel kreationistische Tendenzen
festgestellt hat, löst nun aber eine emotionale Grundsatzdiskussion
über «NaturWert» aus.
Das Lehrmittel will Schülerinnen und Schüler animieren, sich
mit kontroversen Themen wie der Gentechnik, den Tierrechten oder eben
der Frage nach dem Ursprung des Lebens auseinanderzusetzen («Bund»
von gestern). Antworten, was richtig und was falsch ist, gibt es nicht.
Auf einem Faltblatt für die Schülerinnen
und Schüler zur Entstehung des Lebens wird Darwins Evolutionstheorie
dem biblischen Schöpfungsglauben gegenübergestellt. (...)
Nicht zuletzt wegen der Kritik einer reformierten Theologin, die in der
fachlichen Begleitgruppe mitgewirkt hatte, wurde der Themenbereich überarbeitet.
(...)
Segen der Erziehungsdirektion?
(...) der Generalsekretär der Erziehungsdirektion fand die Überarbeitung
nicht ausreichend. Er persönlich würde das Faltblatt für
die Schüler neu drucken und deutlicher zwischen Wissenschaft und
Glaube unterscheiden, sagt Robert Furrer. Im Verlag habe offenbar niemand
die Brisanz des Themas erkannt. Bruno Bachmann spielt den Ball jedoch
zurück: «Herr Furrer hat die endgültige
Version des Lehrmittels abgesegnet, sonst hätten wir das sicher nicht
so gedruckt.» Ein Entscheid, ob die Erziehungsdirektion eine
Überarbeitung des Lehrmittels verlangt, ist noch nicht gefallen.
Erziehungsdirektor Bernhard Pulver (grüne) wird sich aber damit beschäftigen
müssen.
Obschon noch kaum jemand das druckfrische Lehrmittel gesehen hat, füllt
das Thema bereits die Leserbriefspalten (siehe Seite 10). Auch Politikerinnen
und Politiker schalten sich in die Debatte ein und stecken das breite
Spektrum an Meinungen ab: «Angesichts der Tatsache, dass es sich
bei der Evolutionslehre um eine unbewiesene Theorie handelt, finde ich
die Kritik am Lehrmittel unangebracht. Es ist richtig und fair, dass im
Zusammenhang mit der Entstehung der Arten nicht ausschliesslich die Evolutionstheorie,
sondern auch die biblische Schöpfungsgeschichte als Erklärungsversuch
erwähnt wird», schreibt beispielsweise EVP-Grossrat Ruedi Löffel.
Ganz anderer Meinung ist die Berner SP-Fraktionschefin Giovanna Battagliero:
«Die kritische Darstellung alternativer Sichtweisen zu einem kontroversen
Thema ist nichts Schlechtes. Gefährlich wird es dann, wenn Weltanschauung
und Wissenschaft als gleichwertig gegenübergestellt werden. Denn
was ist der nächste logische Schritt? Lassen wir die Schulkinder
bald zwischen Physik und Magie frei wählen?»
Kontroversen um ein Schulbuch
«Schulverlag zwischen Religion und Wissenschaft», «Bund»
vom 6. November
Angesichts der Tatsache, dass es sich bei der Evolutionslehre um eine
unbewiesene Theorie handelt, finde ich die Kritik am Lehrmittel «NaturWert»
unverständlich und unangebracht. Im Gegenteil: Es ist richtig und
fair, dass im Zusammenhang mit der Entstehung der Arten nicht ausschliesslich
die Evolutionstheorie, sondern auch die biblische Schöpfungsgeschichte
als Erklärungsversuch erwähnt wird. Ruedi Löffel Grossrat
EVP, Münchenbuchsee
«Der Bund» 6.11.07 Front
Der Schöpfungsglaube im Schulzimmer
In seinem neuen Lehrmittel «NaturWert» stellt der Berner
Schulverlag Darwins Evolutionstheorie der biblischen Schöpfungsgeschichte
gegenüber. Die Kinder sollen sich mit verschiedenen Ideen auseinander
setzen und sich eine eigene Meinung bilden, argumentiert der Verlag. In
Wissenschaftskreisen regt sich jedoch Kritik. Teile
des Lehrmittels seien «typisch kreationistisch» – würden
also jenen religiösen Fundamentalisten Vorschub leisten, die
die Genesis wörtlich verstanden haben wollen. Dagegen
wehrt sich der Verlag vehement. «Wir wollten sicher nicht
den Kreationisten eine Plattform bieten», sagt Marketingleiter Daniel
Friederich. Die Erziehungsdirektion ist nun jedoch hellhörig geworden,
nachdem sie vor der Drucklegung das Lehrmittel abgesegnet hatte. Sie prüft
nun, ob die Wissenschaft genügend von der Religion getrennt wurde.
Wenn nicht, wird sie vom Schulverlag eine nachträgliche Überarbeitung
verlangen.
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