Berner Rundschau online 19.03.07

Doppelter Pukelsheim noch nicht spruchreif

Der Grosse Rat drängt nicht darauf, bei Grossratswahlen auf das unter dem Namen doppelter Pukelsheim bekannt gewordene Zuteilungsverfahren umzustellen. Der Rat diskutierte am Montag über dieses Auswertungssystem.
Daniel Kast (CVP/Bern) und Ruedi Löffel (EVP/Münchenbuchsee) rühmten in ihrem Postulat die «bisher unerreichte Abbildungsgenauigkeit aller abgegebenen Stimmen» durch Pukelsheim. Darin sei es dem im Kanton Bern bei kantonalen Wahlen angewendeten System Hagenbach-Bischoff überlegen.
Die mathematische Genauigkeit von Pukelsheim bestritten weder die Regierung noch die Mehrheit des Grossen Rates. Das Parlament war aber mit der Regierung der Meinung, Pukelsheim sei in der Praxis noch nicht erprobt. Bei den Parlamentswahlen im Kanton Zürich kommt es Mitte April erstmals in einem Kanton zur Anwendung.
Es gebe im Moment keine Veranlassung, das bewährte bisherige System rasch durch ein noch nicht erprobtes abzulösen. Die Staatskanzlei werde aber die interkantonale Entwicklung beobachten und insbesondere zur Kenntnis nehmen, welche Erfahrungen Zürich bei den bevorstehenden Wahlen mache.
Das Postulat wurde, weil chancenlos, zurückgezogen. Das heisse aber nicht, dass man das Anliegen fallen lasse, sagte Daniel Kast zum Schluss. (sda/dge)

 

>>> Hier finden Sie die Motion, die im Berner Grossen Rat im Juni 2014 eingereicht wurde.

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