Hier
finden Sie den Text des Vorstosses, der im Bernischen Grossen Rat am 6.6.12 behandelt und
mit 86 zu 48 Stimmen in Form eines Postulates gutgeheissen wurde.
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Bund online 22.12.14

60 Millionen in einem Erdloch versenkt

Nicht genug heisses Wasser und Erdbeben: Das gescheiterte Geothermieprojekt der Stadt St. Gallen kostet rund 60,2 Millionen Franken. Eine kleine Hoffnung ruht noch auf dem gefundenen Erdgas.
Die Suche nach Erdwärme zur Energiegewinnung in St. Gallen kostet 60,2 Millionen Franken. Davon soll der Bund 16 Millionen über eine Risikogarantie decken. Der Rest geht zu Lasten der Stadt. Noch am Laufen sind Untersuchungen über eine mögliche Erdgasförderung.
Dies geht aus der am Montag veröffentlichten Vorlage «Abschreibung des Geothermieprojekts» des Stadtrats hervor. Der Stadtrat hatte im Mai 2014 beschlossen, das Projekt abzubrechen. Durch die rund 4450 Meter tiefe Bohrung hatte nicht genügend Heisswasser angezapft werden können, und im Juli 2013 kam es zu einem Erdbeben.

Erdgas gefunden
Dafür wurde im Bohrloch auf Erdgas gestossen. Derzeit wird noch geprüft, ob sich eine Gasförderung lohnen würde. Der Stadtrat äussert sich dazu skeptisch: Er erachte die Projektrisiken zur Nutzung des Gases derzeit als hoch, heisst es in der Vorlage.
Die Gesamtkosten betragen knapp 60,2 Millionen Franken. Darin eingeschlossen sind auch 5,1 Millionen Franken für bevorstehende Investitionen wie Kontrollen, Verschluss des Bohrlochs und Rückbau des Bohrplatzes. Rund 8 Millionen Franken hat die Stadt bereits abgeschrieben.
Der Bund übernimmt mit einer Risikogarantie die Hälfte der Bohr- und Testkosten des Geothermieprojekts. Dies seien «bei einer konservativen Betrachtung mindestens 16 Millionen Franken», schreibt der Stadtrat. Damit muss die Stadt noch rund 36 Millionen Franken abschreiben oder über Rückstellungen decken. (rub/sda)

 

Bieler Tagblatt online 20.09.12

Geringes Erdbebenrisiko wegen Geothermie-Bohrungen in St. Gallen

2013 beginnt in St. Gallen die erste Tiefenbohrung für das geplante Geothermie-Kraftwerk. Dass dadurch Erdbeben ausgelöst werden, ist laut Experten unwahrscheinlich. Zur Überwachung hat der Schweizerische Erdbebendienst sechs neue Messstellen eingerichtet.
(sda) In Basel musste 2006 ein Versuch zur Nutzung der Erdwärme aus fünf Kilometern Tiefe abgebrochen werden, weil es zu Erdbeben kam. In St. Gallen sei dieses Risiko sehr klein, sagte Stefan Wiemer vom Schweizerischen Erdbebendienst der ETH am Donnerstag vor den Medien. Die Projekte in Basel und St. Gallen seien verschieden. In Basel sei es zu den Erdstössen gekommen, weil man unter grossem Druck grosse Mengen Wasser in die Tiefe gepresst habe. In St. Gallen wird in einer Tiefe von gut 4000 Metern eine Gesteinsschicht angebohrt, die laut den Probebohrungen von Natur aus heisses Wasser führen soll. Dieses Wasser soll an die Oberfläche gepumpt werden. Nach dem Entzug der Wärme für das Kraftwerk soll das abgekühlte Wasser durch eine zweites Bohrloch wieder in den Untergrund gepumpt werden. (…)
Das Geothermie-Projekt in St. Gallen ist das erste solche Projekt in der Schweiz. (…)
Laut geologischen Abklärungen wird unter der Stadt St. Gallen in 4000 Metern Tiefe heisses Wasser vermutet. Gewissheit bringen aber erst die Bohrungen. Die Stimmberechtigten der Stadt hatten das Erdwärme-Projekt im Umfang von 160 Millionen Franken im November 2010 gutgeheissen.

 

Berner Zeitung 22.06.12 / GEOTHERMIE DIE SCHWEIZ ALS PIONIERIN

Eine neue Bohrtechnik soll Erdbeben verhindern

Die Geothermie in der Schweiz steht vor dem Durchbruch: Noch in diesem Jahr will die Geo-Energie Suisse AG erste Tests mit einem neuen Bohrverfahren starten. Der Kanton und die Stadt Bern indes scheiden als Standorte für die Bohrungen wohl aus.
Für den Atomausstieg ist die Geothermie die grosse Hoffnungsträgerin. Das theoretische Potenzial der Erdwärme ist mit 64000 Terawattstunden gigantisch. (...)
Wie schwierig es ist, in das kristalline Gestein zu bohren, hatte das Geothermieprojekt in Basel gezeigt: 2006 gestartet, musste es 2009 gestoppt werden, weil es im Zuge der Bohrungen zu Erdbeben gekommen war. Zurück blieben ein Imageverlust und Schäden in Millionenhöhe.
Doch jetzt erlebt die Geothermie eine Art Renaissance. Treibende Kraft ist die Geo-Energie Suisse AG, ein Zusammenschluss mehrerer Energieversorger. Präsident ist Daniel Schafer, zugleich CEO des mitbeteiligten Stadtberner Energielieferanten EWB. Im Gespräch mit dieser Zeitung sagt Schafer, dass die Branche einen entscheidenden Schritt vorwärts gemacht habe: So wurde eine neue Bohrtechnik entwickelt – dank diesem Verfahren soll es dereinst keine Erdbeben mehr geben. Die Schweiz wäre weltweit eine Pionierin. (...)
Die neue Technik beflügelt die Pläne von Geo-Energie Suisse: Noch in diesem Jahr sollen für drei Standorte in der Schweiz Bewilligungsverfahren für Testbohrungen eingeleitet werden. Bereits 2014 könnte somit gebohrt werden. Das Ziel ist mindestens eine Testbohrung. Und 2018 will Präsident Schafer «den Beweis haben, dass die Technik funktioniert». Erste Kraftwerke könnten somit in den 2020er-Jahren Strom produzieren.
Wo genau die Tests durchgeführt werden sollen, verrät Schafer nicht. Infrage kommen aber wegen des kristallinen Gesteinsuntergrunds nur das Mittelland und der Jura. Theoretisch wären Testbohrungen also auch in der Stadt oder im Kanton Bern möglich. Doch EWB-Chef Schafer winkt ab: Die Stadt komme «ganz sicher nicht» infrage, der Kanton Bern vermutlich ebenfalls nicht. Die Stadt Bern scheidet unter anderem aus, weil die stimulierte Geothermie nicht in der Nähe von dichten Siedlungsgebieten erprobt werden soll. Der Kanton Bern kommt aller Voraussicht nach nicht infrage, weil die erforderlichen Bewilligungsverfahren für die Bohrungen hier komplizierter sind als in anderen Kantonen. (...)

Anm. lö: In der Debatte um unseren Vorstoss behauptete Regierungsrätin Egger, der Kanton Bern könne zur Förderung der Tiefenwärme nichts tun und beantragte dem Grosen Rat, den Vorstoss abzulehnen...

 

Berner Zeitung 07.06.12 / ENERGIENUTZUNG

Erdwärme suchen

Der Regierungsrat muss jetzt prüfen, welche Massnahmen nötig wären, um die Tiefenwärme nutzen zu können. Diese Forderung aus den Reihen von Grünen, EVP und FDP hiess der Grosse Rat gestern als Postulat gut. ue

 

Berner Zeitung 08.03.12 / Nationalrat

Geothermie-Offensive ist lanciert

Das Parlament hat eine Geothermieoffensive lanciert. Der Bundesratmuss nun ein Programm zur schweizweiten Erkundung des Untergrunds organisieren und finanzieren.Wie schon der Ständerat schlug gestern auch der Nationalrat die Bedenken des Bundesrats in den Wind und stimmte zwe iMotionen von Ständerat Felix Gutzwiller (FDP/ZH) zu. sda.

 

Journal du Jura 15.12.11 CANTON DE BERNE

C'est à l'économie d'assumer les investissements

Une motion demande au gouvernement de soutenir la géothermie profonde
Grâce à la géothermie profonde, les ressources énergétiques pourraient être quasi illimitées. C'est la conviction des trois députés Maria Esther Iannino Gerber (Les Verts, Hinterkappelen), Ruedi Lôffel (PEV, Münchenbuchsee) et Peter Moser (PLR, Bienne).
Dans la foulée de la session spéciale de juin consacrée à la politique énergétique, ils avaient déposé une motion traitant de la géothermie profonde. Ils demandaient au Conseil exécutif de «faire le nécessaire pour que les projets dans ce domaine puissent progresser et être à l'avenir réalisés avec succès».
Pour les trois élus, la réorientation de la politique énergétique induite par la sortie du nucléaire oblige à trouver des solutions novatrices pour assurer une production suffisante d'électricité propre. Or justement, «l'énergie géothermique est durable et neutre en CO2». Dans ce contexte, ils évoquaient un projet en cours de développement. Celui-ci prévoit de forer à huit ou dix kilomètres de profondeur un puits de 10 m de diamètre et de produire de rélectricité et de la chaleur au moyen d'un circuit fermé équipé d'une turbine à vapeur. Selon les auteurs de la motion, l'exploitation de la géothermie sous cette forme est différente des technologies appliquées jusqu'ici. La production d'électricité utilise, quant à elle, des technologies standard.
Le coût de développement de ce projet est de 80 mios de francs, dont 5 pour la pré-ingénierie et 75 pour l'ingénierie. Il manque actuellement 1,5 mio pour commencer la phase de pré-ingénierie. Les trois élus relevaient en outre que le prix de revient de l'électricité pourrait être inférieur à 10 centimes par kilowattheure.

Technologie pas mûre
Si le Conseil exécutif estime que la géothermie est appelée à jouer un rôle de première importance dans le futur, il constate que «cette technologie en est pour l'instant au stade de la recherche et du développement». (...) Par ailleurs, si les coûts de revient de l'électricité géothermique devaient effectivement être inférieurs à ceux de l'électricité nucléaire selon les dires des motionnaires, rien ne devrait empêcher les entreprises d'approvisionnement en énergie d'assumer le financement des projet, assène le gouvernement. Aussi propose-t-il de rejeter la motion.

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