
Erziehungsdirektor und Antragsteller analysieren
das ZPK-Budget. (abl)
Bund 10.9.08 / Simon Jäggi
ZPK soll ein Zentrum bleiben
Das Zentrum Paul Klee erhält vom Kanton 350'000 Franken
mehr pro Jahr – noch mehr Geld wird es aber nicht geben. Solle es
seinem Namen gerecht werden, dann brauche das Zentrum jährlich sechs
Millionen Franken Subventionen – das sagt die Leitung schon lange.
Der Kanton ist nun bereit, bis 2011 mehr zu zahlen – mit Bedingungen
allerdings. (...)
Zweifel am Zentrumsgedanken
Dass das ZPK einen Fixstern am bernischen Kulturhimmel darstellt, das
war gestern im Grossrat unbestritten. Zu diskutieren gab in der über
zweistündigen Debatte aber die Frage, was die Ausstrahlung des Zentrums
ausmacht – die Bilder Klees oder das Gesamtangebot des Zentrums,
das neben Ausstellungen auch ein spartenübergreifendes Rahmenprogramm
veranstaltet. «Die meisten Besucher kommen
wegen Klee, die Eigenveranstaltungen locken kaum Leute an», meinte
Ruedi Löffel (evp). Mit seinem Vorschlag, der Kulturinstitution
im Schöngrün nur noch in diesem Jahr einen Beitrag von 350'000
Franken zu gewähren, reichte Löffel den restriktivsten Antrag
ein. (...)
Die bürgerlichen Anträge wurden allesamt abgelehnt – angenommen
wurde aber der Antrag der Steuerungskommission, dass bis 2011 kein zusätzliches
Geld mehr in die ZPK-Kasse fliessen darf. Dass die sechs Millionen Franken
Subventionen genug sein müssten – da waren sich gestern alle
Rednerinnen und Redner einig. In der Schlussabstimmung hiess das Parlament
schliesslich die Subventionserhöhung mit 84 zu 53 Stimmen bei 10
Enthaltungen gut.
Berner Zeitung 10.9.08
Geld für Paul Klee
Die Debatte war hart – am Schluss erhöhte der Grosse
Rat den Kantonsbeitrag an das Zentrum Paul Klee auf 3,1 Millionen Franken.
(…) Mit dem gestrigen Entscheid stellte sich der Grosse Rat hinter
das ZPK und den Regierungsrat. Die Fronten verliefen ungewöhnlich:
Auf der Befürworterseite erhielten SP und Grüne ausgerechnet
von der neuen BDP Sukkurs. Deren Ex-Kollegen von der SVP, die FDP, die
EDU sowie die EVP wollten den Kredit dagegen nicht für vier Jahre
aufstocken.
Am weitesten ging - ebenfalls unerwartet - die EVP, die nur für 2008
mehr Geld sprechen und das ZPK zu Einsparungen auffordern wollte. Ruedi
Löffel (EVP, Münchenbuchsee) begründete dies so: Die allermeisten
Besucher kämen wegen der Klee-Ausstellungen, also könne man
getrost bei den «unrentablen» Rahmenveranstaltungen in den
Sparten Literatur, Tanz, Musik, Theater sparen. (...)
Zuletzt obsiegten die Linke und die BDP. Der Kredit wird für vier
Jahre erhöht - einzige Bedingung: Bis und mit 2011 sind keine weiteren
Beiträge aus ordentlichen Staatsgeldern mehr möglich.
Berner Rundschau 10.9.08
Ausstellungsraum vs. Kulturzentrum
Das Zentrum Paul Klee erhält bis 2011 vom Kanton jährlich
350'000 Franken mehr Subventionen. Der Grosse Rat bewilligte gestern den
Kredit nach stundenlanger Diskussion.
Das Parlament tat sich sehr schwer mit dem Antrag des Regierungsrates:
Der kantonale Subventionsanteil für die Jahre 2008 bis 2011 sei um
350'000 Franken zu erhöhen. Somit steige der jährliche Staatsbeitrag
auf 3,105 Millionen Franken pro Jahr. Erziehungsdirektor Bernhard Pulver
(Grüne) betonte jedoch: «Wir bewilligen nicht einfach mehr
Geld, wir bestellen beim ZPK auch eine entsprechende Leistung.»
Internationale Ausstrahlung
Das ZPK sei neben dem «Ballenberg» die einzige kantonale Kulturinstitution,
die sogar international mithalten könne. Von den angepeilten jährlich
150'000 bis 160'000 Besuchern kommt die Hälfte aus dem Ausland. Pulver
verwies auch darauf, dass er im Zusammenhang mit der Subventionsaufstockung
zusammen mit der Stadt Bern Szenarien habe ausarbeiten lassen. Der Regierungsrat
setze auf das Szenario 2. Dieses würde es dem ZPK erlauben, sein
Wechselausstellungsprogramm und spartenübergreifende Aktivitäten
zu finanzieren.
Regierung und Parlament hätten seinerzeit die vom ZPK vom Kanton
und der Stadt geforderten 6 Millionen Franken Subventionen jährlich
nicht bewilligt, weil das Zentrum wegen seiner grossen Starterfolge -
im ersten Jahr zählte das ZPK 300'000 Besucher - sogar finanzielle
Reserven habe anlegen können. Jetzt aber benötige das Zentrum
die ursprünglich vorgesehene Summe. Pulver appellierte an den Rat,
er solle die vom ZPK benötigten 350'000 Franken für die Jahre
2008 bis 2011 bewilligen. Es sei sein Ziel, dass der Kanton 2012 ein ZPK
übernehmen könne, das auch künstlerisch hohe Erwartungen
erfülle. «Es wäre falsch, das ZPK unterfinanziert im Regen
stehen zu lassen», so Pulver.
Zahlreiche Änderungsanträge
Dem Grossen Rat lagen gestern mehrere Abänderungsanträge vor.
Mit Nuancen, die sich jedoch auf die künftige Ausrichtung des ZPK
teilweise stark auswirken könnten, verlangten SVP, FDP und EVP zeitliche
Einschränkungen. Die EVP wollte die 350'000
Franken lediglich fürs 2008 bewilligen. In den Folgejahren müsse
das ZPK diese Summe einsparen, indem es sich überwiegend aufs Bilderausstellen
konzentriere, argumentierte Antragsteller Ruedi Löffel (Münchenbuchsee).
(...)
In einer Abstimmungskaskade obsiegte schliesslich der (...) Antrag der
Steuerungskommission (SK). Die SK verband die Zusatzsubvention bis 2011
von jährlich 350'000 Franken mit dem Verzicht auf weitere Staatsgelder
in der gleichen Zeitperiode. Dieser Forderung schloss sich auch der Regierungsrat
an.
In der Schlussabstimmung passierte der regierungsrätliche Kreditantrag
mit obiger Ergänzung mit 84 zu 53 Stimmen bei 10 Enthaltungen. (uz)
DRS Regionaljournal BE FR VS 9.09.2008, 17.30 Uhr
Grosser Rat BE - Das Zentrum Paul Klee bekommt mehr Subventionen (Link
2:53).
sda 9.9.08
Parlament bewilligt zähneknirschend mehr Geld
Das Zentrum Paul Klee in Bern erhält vom Kanton mehr Geld.
Der bernische Grosse Rat hat am Dienstag aber nur zähneknirschend
einer Erhöhung der Beiträge für die Jahre 2008 bis 2011
zugestimmt. Sein Ja knüpfte er auch noch an Bedingungen.
Während dieser Zeit erhält das ZPK 350'000 Franken
mehr pro Jahr. Damit kommt die Institution auf jährliche Beiträge
von insgesamt 6 Mio. Franken. Diesen Betrag hatte das Zentrum schon von
Anbeginn an gefordert. Allerdings ist damit das Ende der Fahnenstange
erreicht, wie die meisten Grossrätinnen und Grossräte am Dienstag
unüberhörbar deutlich machten. Das Parlament stimmte deshalb
einem Antrag der Steuerungskommission zu, wonach in den Jahren 2008 bis
2011 kein zusätzlicher Kantonsbeitrag aus ordentlichen Staatsmitteln
mehr möglich ist.
Aus den Reihen der Bürgerlichen lagen Anträge vor, noch restriktiver
mit den Beiträgen umzugehen. FDP und SVP wollten nur für zwei
Jahre Geld sprechen. Die EVP wollte nur Geld für
ein Jahr sprechen und verlangte, dass «das ZPK beim unrentablen
Eigenveranstaltungsprgramm abbauen soll», wie Ruedi Löffel
(EVP/Münchenbuchsee) betonte.
Fixstern am Berner Kulturhimmel
Erziehungsdirektor Bernhard Pulver (Grüne) strich die Bedeutung des
ZPK hervor. Neben dem Freilichtmuseum Ballenberg sei das ZPK im Kanton
Bern die einzige Kulturinstitution, die eine Chance habe in der Liga der
grossen Häuser mitzuspielen.
50% der ZPK-Besucher stammten aus dem Ausland, die Institution sei also
auch touristisch für den Kanton wichtig. Dieser Fixstern mit internationaler
Ausstrahlung am Berner Kulturhimmel dürfe nicht einfach erlöschen,
sagte Pulver.
In der Schlussabstimmung hiess das Kantonsparlament die Erhöhung
der Subventionen mit 84 zu 53 Stimmen bei 10 Enthaltungen gut.
Opfer des eigenen Erfolgs?
Das Zentrum ist seit 2005 in Betrieb. Den stets steigenden
Finanzbedarf begründete Stiftungsratspräsident, alt Regierungsrat
Peter Schmid, damit, dass die Institution quasi Opfer ihres Anfangserfolgs
geworden sei.
Im Eröffnungsjahr zählte es runde 300'000 Besucherinnen und
Besucher. Die Subventionsbeiträge basierten auf diesen Zahlen. Als
dann der Besucherstrom in den Folgejahren abnahm, klaffte ein Loch in
der Kasse. Heute kommt das Zentrum auf rund 150'000 Besucher pro Jahr.Kritiker
geisselten diese Argumentation stets als politische Erpressung. Der Berner
Stadtrat zückte erst kürzlich die gelbe Karte und wies einen
Nachtragskredit von 660'000 Franken für das ZPK vorderhand zurück.
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