Hier
finden Sie den Text des Vorstosses, der im Bernischen Grossen Rat am 2.9.13 behandelt und
zwar gutgeheissen, aber leider als "erfüllt" abgeschrieben wurde.
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Sessionsbericht Nationalrat / Frühling 2015

Zivildiensteinsätze an Schulen ermöglichen

Den Inhalt der Motion von Marianne Streiff hat der Bundesrat vollumfänglich in die Botschaft zur Änderung des Zivildienstgesetzes aufgenommen. Seither hat leider die Sicherheitspolitische Kommission, die sich mit der Vorlage beschäftigt hat, mit einer knappen Mehrheit entschieden, diesen neu eingefügten Tätigkeitsbereich „Schulwesen“ aus der Vorlage zu streichen. In der Sondersession werden die beiden „Lager“ – die Mehrheit der SIK und im Gegensatz dazu die Kantone, die nämlich den Einsatz von Zivis in der Volksschule unterstützen – über die Anträge entscheiden. Der praktische Nutzen von Zivildienstlern in der Schule hat sich aber bereits erwiesen für alle Akteure. Die Präsenz der Zivis als Assistenten im Unterricht, in Lagern, in der Pausenaufsicht, in der Aufgabenhilfe, am Mittagstisch oder im Hausdienst hat sich bereits als Gewinn für alle herausgestellt. Entsprechende Pilotprojekte beweisen den Erfolg. Trotzdem und nicht nachvollziehbar wurde die Motion mit 104:78 Stimmen abgelehnt.

 

Bund 28.08.14

Zivildienstleistende auch in Schulen einsetzen

Zivildienstleistende sollen künftig auch in Schulen eingesetzt werden können. Der Bundesrat hält trotz Kritik in der Vernehmlassung an diesem Vorschlag fest. Weil sich seit der Abschaffung der Gewissensprüfung immer mehr junge Männer für den Zivildienst entscheiden, fehlen Einsatzplätze. Deshalb sollen Einsätze neu auch in der Spitex, auf Alpen und an Schulen möglich sein. (sda)

 

Berner Zeitung 12.06.12

Zivildienstler sollen Lehrer entlasten

Der EVP-Politiker Ruedi Löffel möchte, dass Zivildienstler in den Schulen zum Einsatz kommen und dort die Lehrer entlasten. Noch lässt dies das Gesetz aber kaum zu. Stephan Künzi
Zivildienstler im Klassenzimmer – warum nicht? Ruedi Löffel ist überzeugt von der Idee. Der EVP-Politiker und Leiter der Suchtpräventionsstelle des Blauen Kreuzes beschäftigt selber junge Männer, die bei ihm als Alternative zum Militärdienst einen Einsatz zugunsten der Allgemeinheit leisten. Sie helfen mit bei Lagern und in der Jugendarbeit, sind mit der mobilen alkoholfreien Cocktailbar unterwegs, unterstützen das angestammte Team im Büro – die Erfahrungen, die er mache, sagt Löffel, seien durchwegs positiv.
Zivildienstler könnten genauso gut auch in der Schule arbeiten, spinnt Löffel den Faden weiter. Profitieren könnten beide Seiten. Er erinnert daran, dass zivile Einsatzplätze gefragter denn je sind, seit die Gewissensprüfung weggefallen und damit der Druck, Militärdienst zu leisten, gesunken ist. Und er weist darauf hin, dass viele Lehrer froh über eine zusätzliche Unterstützung wären. Weil immer häufiger stärkere und schwächere Kinder in der gleichen Klasse unterrichtet werden und dies mehr Zeit und mehr Kraft braucht.
Vor diesem Hintergrund will Löffel erreichen, dass sich die Schulen in seiner Wohngemeinde Münchenbuchsee in dieser Art stärken. Um dem Anliegen Nachdruck zu verschaffen, hat er im örtlichen Parlament ein Postulat eingereicht.

Nicht vor 2014
Nur – im Moment sind im Kanton Bern solche Einsätze kaum möglich. Die Erziehungsdirektion beruft sich dabei auf das Eidgenössische Zivildienstgesetz, das die Möglichkeiten für den Ersatzdienst abschliessend umreisst. Es sieht unter anderem Arbeiten zugunsten der Umwelt oder Tätigkeiten in der Landwirtschaft und im sozialen Bereich vor. Zivildienstler können demnach höchstens dann in einer Schule zum Zug kommen, wenn Behinderungen eine besondere Betreuung nötig machen.
In den letzten Monaten ist allerdings Bewegung in die Sache gekommen. So halfen im Kanton Zürich bereits vereinzelt Zivildienstler in Klassen aus, die kurz zuvor Kinder aus Sonderschulen aufgenommen hatten. Und der Kanton Bern liess eine Studie ausarbeiten, die sich ausführlich mit den Einsatzmöglichkeiten von Zivildienstlern im Unterricht auseinandersetzt. Ihr Fazit: Eine solche Mitarbeit kann Sinn machen, vor allem in den Tagesschulen, in den Lagern oder auch bei der Betreuung einzelner schwächerer Schüler im normalen Unterricht. Lehrerstellen im eigentlichen Sinn dürften indes nicht durch Zivildienstler besetzt werden. Die Verantwortung für die Klassen müsse bei den ausgebildeten Pädagogen bleiben.
Die Studie regt an, die Schule in Zukunft ausdrücklich als Einsatzgebiet für den Zivildienst vorzusehen und das Gesetz entsprechend anzupassen. Weil ein solcher politischer Prozess kaum ohne intensive Debatte vonstatten gehen wird, sind erste reguläre Einsätze im Klassenzimmer nicht vor 2014 möglich.

Wie in Münsingen
Ruedi Löffel stört das wenig. Mit seinem Vorstoss auf Gemeindeebene wolle er in erster Linie auf das Thema aufmerksam machen, Druck von unten erzeugen, sagt er. Er tut dies nicht allein. Kurz vor ihm hat Parteikollege Dieter Blatt einen ähnlichen Vorstoss eingereicht – im Gemeindeparlament von Münsingen.

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