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des Vorstosses, der im Bernischen Grossen Rat am 24. November 09 behandelt
wurde.
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20 Minuten online 04.12.09
Wer ist für eine Imam-Ausbildung zuständig?
Imame sollen in der Schweiz ausgebildet werden. Das wünschen
sich muslimische Gemeinden und einige Politiker. Doch die Zuständigkeit
ist unklar. Die Universitätskonferenz will sich des Themas nicht
annehmen.
Die Minarett-Abstimmung verleiht dem Thema neue Aktualität:
Die Imame, islamische Vorbeter, sollen ihre Ausbildung in der Schweiz
erhalten, um so die Integration der Muslime zu stärken. Dieser Meinung
ist der Genfer FDP-Nationalrat Hugues Hiltpold, der mit Eingaben und Briefen
für sein Anliegen kämpft. Doch bisher will sich noch keine politische
Instanz des Themas annehmen. Am gestrigen Donnerstag hat sich die Universitätskonferenz
SUK für nicht zuständig erklärt, wie deren Präsidentin,
die Zürcher Bildungsdirektorin Regine Aeppli, gegenüber 20 Minuten
Online sagt. «Wir können als kantonale Bildungsdirektoren religiösen
Gemeinschaften ohne öffentlich-rechtliche Anerkennung keine Vorschriften
zur Ausbildung ihrer Prediger und Seelsorger machen», sagt sie.
Die SUK habe keine Befugnis, den Universitäten den Aufbau von bestimmten
Studienangeboten zu verordnen. Diesen Entscheid hat die SUK laut Aeppli
einstimmig gefällt.
Universitäten ist Ausbildung freigestellt
Trotz des negativen Entscheides kann sich Regine Aeppli eine Imam-Ausbildung
in der Schweiz vorstellen. «Wenn es eine Nachfrage nach einem solchen
Studienangebot gibt, und eine Universität über die notwendige
akademische Kompetenz verfügt, steht es ihr frei, einen solchen Lehrgang
auf die Beine zu stellen», sagt die Zürcher Bildungsdirektorin.
Diese Autonomie gilt aber auch beim Geld. «Die Universitäten
bekommen einen Globalbeitrag für Lehre und Forschung und nicht Beiträge
für einzelne Studiengänge», sagt Aeppli zu einer möglichen
Unterstützung der Imam-Ausbildung durch den Kanton.
Noch unklar ist, wo ein möglicher Imam-Lehrgang anzusiedeln wäre,
da es in der Schweiz noch keine entsprechende Tradition gebe. «An
den Theologischen Fakultäten der Schweizer Universitäten ging
es bisher vor allem um die Ausbildung von Pfarrern und Priestern, in Zürich
mehrheitlich protestantischen, in Freiburg und Luzern von katholischen»,
sagt Aeppli. Die Auseinandersetzung mit dem Islam findet derzeit laut
Aeppli vor allem im religionswissenschaftlichen Bereich statt, also beispielsweise
am Religionswissenschaftlichen Institut der Universität Zürich.
Vor diesem Hintergrund schliesst sie darum nicht aus, dass die Schweizer
Universitäten einen Studiengang zur Ausbildung von Imamen aufbauen
können, der auch internationale Anerkennung findet.
Hochschul-Rektoren beraten über Angelegenheit
Die Universitätskonferenz war vom Bund in der Sache Imam-Ausbildung
angegangen worden, nachdem der Bundesrat dies in seiner Antwort auf die
Interpellation von Nationalrat Hiltpold zugesichert hatte. Mit dem gestrigen
Entscheid ist die Sache aber bereits erledigt für die SUK. Mit
dem Thema Imam-Ausbildung sollen sich nun die Rektoren der Schweizer Hochschulen
beschäftigen. Der Bund wird an die Rektorenkonferenz CRUS gelangen.
Diese habe ihr Interesse signalisiert, sagt Martin Fischer, Kommunikationschef
des zuständigen Staatssekretariats für Bildung und Forschung.
«Es muss nun darum gehen, auf der akademischen Ebene der Hochschulen
die verschiedenen offenen Fragen zu diskutieren, insbesondere auch in
engem Kontakt mit der muslimischen Gemeinde.» Der CRUS-Präsident
Antonio Loprieno, Rektor der Universität Basel, hat vom Thema erfahren,
will sich aber noch nicht dazu äussern.
Berner Zeitung online 15.11.09
Folgt schon bald die nächste eidgenössische Abstimmung zum
Islam?
Evangelische Politiker wollen die Bundesverfassung ändern:
Ein Religionsartikel soll das Christentum laut «Sonntag» als
Leitkultur verankern.
Im Sog der Anti-Minarett-Initiative mache jetzt auch
die Evangelische Volkspartei (EVP) mobil – und schalte sich mit
der Forderung nach einer Verfassungsänderung in die Islam-Debatte
ein: «Wir werden einen Vorstoss für einen Religionsartikel
in der Bundesverfassung aufstarten», sagt Joel Blunier, Generalsekretär
der EVP. «Der neue Artikel soll das Zusammenleben der Religionsgemeinschaften
regeln und die christliche Tradition als Leitkultur in der Bundesverfassung
verankern», so Blunier zur Zeitung «Sonntag».
Die Parteileitung habe das weitere Vorgehen an der letzten Vorstandssitzung
diskutiert: «Wir machen einen parlamentarischen Vorstoss oder lancieren
eine Volksiniative», sagt Blunier. Da die Bundesverfassung geändert
werden muss, wird das Volk auf jeden Fall über den Religonsartikel
abstimmen. Mit dem Vorstoss wollen die evangelischen Politiker Leitplanken
setzen für Muslime und andere Religionen – und nehmen auch
die Imame ins Visier. Die EVP fordert «eine staatliche Qualitätskontrolle
bei der Ausbildung der Imame». (weiterlesen)
Berner Zeitung 22.07.09
Imame an Schweizer Hochschulen
Imame könnten künftig an Schweizer Hochschulen ausgebildet
werden. Darüber sind sich die muslimische Gemeinde in der Schweiz,
Behörden und Hochschulen einig. Heftiger Widerstand ist programmiert.
Forscher der Universität Zürich führten für
die Nationalfondsstudie «Imamausbildung und islamische Religionspädagogik
in der Schweiz?» rund 100 Interviews mit Exponenten der islamischen
Gemeinde. Sie befragten zudem etwa 40 Vertreter anderer Religionsgemeinschaften,
Behörden, Parteien, Hochschulen sowie Rechtsexperten.
Wie Projektleiter Ulrich Rudolph vom Orientalischen Seminar der Uni Zürich
gestern vor den Medien darlegte, hatten sich die Befragten mehrheitlich
dafür ausgesprochen, Imame und islamische Religionslehrer in der
Schweiz auszubilden. Heute werden die Imame der Schweizer Muslime im Ausland
ausgebildet, für moslemische Religionslehrer gibt es in der Deutschschweiz
einen privaten Kurs. Die meisten Befragten hielten diese Situation für
unbefriedigend.
Imam als Brückenbauer
Die Moslems wünschten sich akademisch ausgebildete Imame, die neben
fundierten Islamkenntnissen auch über gute Kenntnisse der lokalen
Landessprache, des Rechts und der Politik verfügen. Gewünscht
wurde zudem, dass an den öffentlichen Schulen ein islamischer Religionsunterricht
nach dem Modell des christlichen eingeführt wird. (weiterlesen)
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