Bund 25.05.2005 / Vermischtes "Apropos"

Bis er sah, dass es gut war

In ihrer neusten Informationszeitung bringts die Evangelische Volkspartei des Kantons Bern wieder einmal auf den Punkt. Die Ehe sei weiterhin zu privilegieren, heisst es da im Zusammenhang mit dem Partnerschaftsgesetz. Und dass Homosexualität «Ausdruck einer Identitätsproblematik» und letztlich als eine «beziehungsmässige und sexuelle Zerbrochenheit» zu bezeichnen sei. Und dass sich viele Homosexuelle auf «ihre angeblich unveränderlichen Neigungen berufen». Angeblich unveränderlich will hier wohl heissen: In Tat und Wahrheit ist die Neigung veränderlich. Umpolbar.
Wie aber sähe eine umgepolte Welt aus? Wären alle verheiratet? Nichtraucher? Beim Blauen Kreuz? Hätten alle vier Kinder? Und gäbs auch die Geisterfahrer nicht mehr, die für die Richtiggepolten die gefährlichsten Falschgepolten darstellen? Wie die EVP-Welt aussähe, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Interessant ist aber, dass es eine solche Welt noch nie gegeben hat – und warum es sie nie gegeben hat.
Wir blättern zurück. Rund zwei Milliarden Jahre. In eine Zeit, als Gott noch eifrig am Code des Lebens arbeitete. Einzeller hatte er bereits hingekriegt. Jede Menge. Und das Beste: Sie konnten sich selber kopieren – jedoch nicht immer ganz perfekt. Das muss ihn gehörig geärgert haben – bis er sah, dass es gut war. Wenn er sein Programm nämlich laufen liess, entstand wegen der gelegentlichen Kopierfehler dann und wann etwas Neues, Anderes, Erstaunliches, Unglaubliches – lauter Dinge, auf die er gar nie gekommen wäre. Wie jeder Programmierer tut er seither so, als hätte er das, was aus seinem Code erwuchs, von allem Anfang an so gewollt. Was ihm seine grössten Fans auch abkaufen.

Kommentar: Welch erhabenes Gefühl muss es sein, wenn man die Zeitung nutzen kann, um anonym auf Andersdenkenden rumzuhacken. Leider ist der schreibenden Person entgangen, dass es nebst der Evolutionstheorie auch noch die biblische "Theorie" gibt, wonach Gott den Menschen als Mann und Frau geschaffen hat...

 

Berner Rundschau / MLZ; 19.05.2005 / Kanton BE Zeitung

Angst vor neuen Forderungen

5. Juni Nein-Komitee zum Partnerschaftsgesetz

Vor der Abstimmung über das Partnerschaftsgesetz haben sich im Kanton Bern 39 Grossräte von SVP, EVP, EDU, SD und CVP zu einem Nein-Komitee zusammengeschlossen. Das Gesetz sei ein Schritt hin zur Forderung nach einem Adoptionsrecht, es diskriminiere andere Formen des Zusammenlebens und eröffne Missbrauchsmöglichkeiten im Ausländerrecht, heisst es in einer Mitteilung des Komitees. Die Ehe garantiere den Fortbestand der Gesellschaft und müsse deshalb privilegiert werden.
Ausser 19 Mitgliedern der christlichen Parteien und der Schweizer Demokraten gehören dem Komitee auch 20 SVP-Parlamentarier an, wie EVP-Grossrat Ruedi Löffel auf Anfrage sagte. Der Vorstand der SVP Kanton Bern hat mit fünf gegen drei Stimmen bei mehreren Enthaltungen zum Partnerschaftsgesetz die Ja-Parole beschlossen, ebenso die Junge SVP des Kantons Bern. (sda, uz)

 

mzbern.ch 17.05.2005

PARTNERSCHAFTSGESETZ

Bernisches Nein-Komitee gegründet

Vor der Abstimmung über das Partnerschaftsgesetz haben sich im Kanton Bern 39 Grossräte von SVP, EVP, EDU, SD und CVP zu einem Nein-Komitee zusammengeschlossen. Trotz Ja-Parole des SVP-Vorstands sitzen 20 SVP-Grossräte in dem Nein-Komitee.
Das Gesetz sei ein Schritt hin zur Forderung nach einem Adoptionsrecht, es diskriminiere andere Formen des Zusammenlebens und eröffne Missbrauchsmöglichkeiten im Ausländerrecht, heisst es in einer Mitteilung des Komitees vom Dienstag. Die Ehe garantiere den Fortbestand der Gesellschaft und müsse deshalb privilegiert werden.
Ausser 19 Mitgliedern der christlichen Parteien und der Schweizer Demokraten gehören dem Komitee auch 20 SVP-Parlamentarier an, wie EVP-Grossrat Ruedi Löffel auf Anfrage sagte. Der Vorstand der SVP Kanton Bern hat zum Partnerschaftgesetz die Ja-Parole beschlossen, ebenso die Junge SVP des Kantons Bern. (sda/nim)

 

Journal du Jura du 14.05.2005, Rubrique Forum

Sans objet...

A propos de la votation fédérale du 5 juin prochain sur le Pacs.

Rien ni personne n'empêche des couples homosexuels de s'aimer, de se soutenir et d'être fidèles. Par conséquent, cela ne nécessite pas de nouvel état civil.
Ruedi Löffel, Münchenbuchsee

 

Berner Zeitung 12.5.2005 / Bieler Tagblatt 19.5.05 / Solothurner Zeitung 19.5.2005

Kein neuer Zivilstand / Liebe braucht kein Gesetz

PARTNERSCHAFTSGESETZ Zur Abstimmung vom 5. Juni

Nichts und niemand hindert homosexuelle Paare daran, sich zu lieben, zu unterstützen und sich treu zu sein. Dazu braucht es keinen neuen Zivilstand.
Ruedi Löffel, Grossrat EVP, Münchenbuchsee

 

20 Minuten 10.5.2005

Trotz Pöbeleien: Neues Komitee

Ein neues Komitee aus 39 Berner Grossräten will sich im Abstimmungsendspurt für ein Nein zum Partnerschaftsgesetz stark machen.
«Es war schwierig, Politiker zu finden, die noch den Mut haben, zu ihrer Meinung zu stehen», sagt EVP-Grossrat Ruedi Löffel. Wer sich nämlich gegen das Partnerschaftsgesetz stelle, werde als «hinterwäldlerisch und lieblos» gebrandmarkt.
Sogar mit dem Tod wurden Gegner schon bedroht (20 Minuten berichtete). «Wir sind nicht intolerant», sagt Löffel. «Wir haben eine andere Meinung und möchten sachlich argumentieren.»

 

DRS Regionaljournal BE FR VS 19.2.2004, 12.03 Uhr

Gleichgeschlechtliche Partnerschaften 19.2.04 (3:42)

Noch kein eigenes Gesetz im Kanton Bern für das Registrieren von gleichgeschlechtlichen Paaren.
Grosser Rat will warten, bis der Bund dies gesetzlich regelt (3:42)

Ruedi Löffel (O-Ton): „D'EVP anerchennt, dass es hüt ä Viuzahl vo Läbesforme git - o glichgschlächtlechi. Mier akzeptiere das u schtelle fescht, dass di verschiedene Läbesforme hüt ohni wäsentlechi Ischränkige chöi gläbt u o viles privaträchtlech cha greglet wärde. Äs nöis Ehe-ähnlechs Inschtitut - di itreiti Partnerschaft - isch drum us Sicht vor EVP nid nötig. Bsungers wius nume ä ganz chline Teil vor Bevölkerig würd beträffe u gliichzitig nöii Ungrächtigkeite u Diskriminierige tät schaffe."

Link

 

QUEERSITE - das andere Ufer 19. Februar 2004

Verdient eins an die Löffel: Ruedi Löffel
Der Kanton Bern wartet beim Partnerschaftsgesetz auf den Bund, statt weiter an einem eigenen Gesetz zu arbeiten. Ruedi Löffel von der EVP meldete während der Debatte im Grossen Rat grundsätzliche Bedenken an: Es sei fraglich, ob es wirklich ein Gesetz für eine derart kleine Bevölkerungsgruppe brauche...

zurück