Das Postulat wurde im Grossen Rat am 09.04.09 eingereicht
und am 10.12.09 zurückgezogen, weil die Prüfung durch die
Regierung
keine Möglichkeiten zur Umsetzung zeigte.

Die Medienreaktionen dazu finden Sie hier.

 

P O S T U L A T  

Integration fördern – das Potenzial der MigrantInnenorganisationen besser nutzen

Der Regierungsrat wird beauftragt zu prüfen, ob und wie mit dem Abschluss verbindlicher Leistungsvereinbarungen mit ausländischen Kulturvereinen und MigrantInnenorganisationen die Integration von AusländerInnen gezielter und effizienter gefördert werden könnte.

Den Körperschaften könnten beispielweise folgende Aufgaben und Funktionen im Integrationsbereich übertragen werden:
- Rolle als Ansprechpartnerinnen für kantonale und kommunale Stellen in Fragen, die z.B. berufliche, gesellschaftliche oder soziale Probleme von MigrantInnen betreffen.
- Leistung von Übersetzungsdiensten
- Förderung des kulturellen Austausches und Dialogs mit der einheimischen Bevölkerung (z.B. Zusammenarbeit mit Vereinen und Durchführung gemeinsamer Veranstaltungen)
- Durchführung von Integrationskursen
- Beratung bei Integrationsprojekten

Begründung:

Für die erfolgreiche Integration sind alle beteiligten Kräfte gefordert, in erster Linie natürlich die MigrantInnen selber. Vor allem für AusländerInnen, welche ungenügend in unsere Gesellschaft eingegliedert sind, kann es sich als hilfreich erweisen, bei den Integrationsbemühungen auf die Unterstützung von Landsleuten mit dem gleichen kulturellen Hintergrund zählen zu können.
Gerade ausländische Kulturvereine oder MigrantInnenorganisationen könnten dabei eine wichtige „Türöffnerfunktion“- und Vermittlerrolle wahrnehmen. Ihr Potenzial als vernetzende Akteure für integrationsspezifische Fragen sowie für die Motivation von MigrantInnen zur Teilnahme an integrationsfördernden Aktivitäten gilt es deshalb auszuloten und gegebenenfalls zu nutzen.
Aufgrund der knappen finanziellen Ressourcen des Kantons könnte es sich zudem als sinnvoll erweisen, für Integrationsaktivitäten und -projekte auf bereits bestehende Organisationen und deren Strukturen zurückzugreifen. Mit einer solchen Zusammenarbeit könnte gleichzeitig segregierenden Bestrebungen von rein auf die „Pflege der Heimatkultur“ und „Identitätserhaltung“ ausgerichteten MigrantInnen entgegengewirkt werden..

Nidau / Münchenbuchsee, 09.04.09
Philippe Messerli EVP / Ruedi Löffel, EVP

mitunterzeichnet von weiteren EVP-Grossratsmitgliedern

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