Die folgenden Fragen habe ich für die Fragestunde vom 8.4.08 eingereicht.

Die Medienreaktionen dazu finden Sie hier.

 

Alkoholprävention an der EURO

Von meinem Vorstoss „EURO 2008 ohne Alkohol-Exzesse“ wurde am 23.11.06 u.a. folgender Punkt als Postulat an die Regierung überwiesen:
In den Fan-Zonen werden Alternativen zum Konsum von alkoholischen Getränken und andere präventive Massnahmen gefördert. Beispielsweise könnte der Gratisausschank von (Mineral)Wasser dem übermässigen Alkoholkonsum entgegenwirken.
An der Medienorientierung vom 7.3.08 erklärten die Sicherheitsverantwortlichen der Euro, dass ihnen der erwartete übermässige Alkoholkonsum am meisten Sorgen bereite.

Deshalb meine Fragen zur Alkoholprävention:
1. Welche alkoholfreien Alternativen wurden ernsthaft geprüft? Welche werden an der EURO umgesetzt?
2. Welche zusätzlichen präventiven Massnahmen zur Verminderung von Alkoholexzessen sind geplant?

Ruedi Löffel, Grossrat EVP

 

Hier die mündliche Antwort von Regierungsrat Käser:

Das Handbuch «Bewilligung für gastgewerbliche Veranstaltungen anlässlich der Euro 08 im Kanton Bern» sieht bezüglich der Förderung alkoholfreier Getränke Folgendes vor: Ein Alkoholverbot oder der ausschliessliche Ausschank kann geprüft werden. Inwiefern die einzelnen Veranstalter diese Empfehlung umsetzten und wie die Regierungsstatthalterämter die Gesuche mit
entsprechenden Auflagen versahen, entzieht sich der Kenntnis des Regierungsrats. Die Kontrolle der Einhaltung der Bestimmungen und Auflagen ist Aufgabe der Gemeinden.
Jeder Ausschankbetrieb in einer Fanzone muss mindestens drei verschiedene gängige alkoholfreie Kaltgetränke zu einem tieferen Preis anbieten als das billigste alkoholhaltige Getränk gleicher Menge.
Zusätzlich zu den bereits in der Antwort auf Frau Streiffs Frage (s. weiter unten) aufgezählten Punkten enthält das Handbuch folgende präventive Empfehlungen und Auflagen: Den Organisatoren wird empfohlen, auf den Ausschank von Spirituosen zu verzichten und ein breites attraktives Sortiment alkoholfreier Getränke anzubieten. Weiter werden Mengenbeschränkungen
für den Alkoholverkauf empfohlen, beispielsweise pro Kauf nicht mehr als zwei oder vier Becher Bier. Die Getränke dürfen ausserhalb der Gastrobetriebe nur im Offenausschank verkauft werden. An den Ständen sind keine Flaschen oder
Gläser erlaubt. Mit dem Blauen Kreuz und mit der Fachstelle Berner Gesundheit soll eng zusammengearbeitet werden.

und meine Zusatzfrage im Rat:
Wurde der Gratisausschank von Wasser oder Mineralwasser, wie seinerzeit im Postulat überwiesen, bereits in irgendwelcher Form geprüft, und warum wurde er verworfen?
Hans-Jürg Käser, Polizei- und Militärdirektor. Als Empfehlung ging dies an alle Betreiber von Gaststätten und Bars.

auf die Frage von Grossrätin Marianne Streiff-Feller (EVP), "Welche konkreten Massnahmen zur Einhaltung und Durchsetzung
der bestehenden Jugendschutzbestimmungen wurden im Kanton Bern in die Wege geleitet?" antwortete der Polizeidirektor folgendermassen:
Im Handbuch «Bewilligungen für gastgewerbliche Veranstaltungen anlässlich der Euro 08 im Kanton Bern» ist festgelegt, dass jeder Organisator von Fanzonen ein Jugendschutzkonzept zu erstellen hat. Bei grösseren Veranstaltungen ist das Konzept mit den Unterlagen zum Gesuch an die kommunalen Bewilligungsbehörden einzureichen. Das Handbuch enthält folgende verbindliche Auflagen zum Jugendschutz bei der Abgabe von Alkohol: An der Kasse, auf der Theke, an den Wänden und Regalen sind Hinweisschilder zu den geltenden gesetzlichen Jugendschutzbestimmungen betreffend Alkoholausschank anzubringen. Diese Hinweisschilder sind in unseren Landessprachen, weiter in Englisch sowie in den Landessprachen der jeweils anwesenden Fangruppen zu verfassen.
Das Verkaufspersonal ist von der Fachstelle Berner Gesundheit in den Bereichen Jugendschutz, Ausweiskontrollen und Umgang mit alkoholisierten Personen zu schulen.

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