M O T I O N
Projekt «Holz und Energie im Kanton Bern»
und kantonale Waldpolitik
Holz- und Energieprojekte, wie jenes, das im seeländischen Müntschemier
entwickelt wird, dürfen die kantonale Politik der nachhaltigen Waldbewirtschaftung
und namentlich den Grundsatz der Bevorzugung diversifizierter und standortgerechter
Wälder nicht in Frage stellen.
Begründung:
Im Anschluss an die Präsentation des Projekts in Müntschemier
wurde folgende Medienmitteilung veröffentlicht:
«Für die angestrebte zusätzliche Nutzung des Rohstoffes
Holz braucht es in der Schweiz weitere industrielle Verarbeitungskapazitäten.
Das Projekt "Holz und Energie im Kanton Bern" ermöglicht
zudem eine dezentrale CO2-neutrale Energieproduktion, schafft Arbeitsplätze
und löst beachtliche Investitionen aus. [...]
Das Projekt "Holz und Energie im Kanton Bern" umfasst im Endausbau
eine Grosssägerei mit einer Einschnittkapazität von 1 Mio. Kubikmetern
(Nadel-)Rundholz pro Jahr, ein Holzheizkraftwerk mit einer Leistung von
40 Megawatt und einer integrierten Pelletsproduktion von 120'000 Tonnen
pro Jahr.»
Ein solches Projekt wird einer Umweltverträglichkeitsprüfung
(UVP) unterzogen. Eine definitive Meinung über die Machbarkeit kann
somit erst nach dieser Analyse abgegeben werden. Es wird hingegen angegeben,
dass der grösste Teil der Nachfrage aus Nadelholz bestehen wird.
Es ist daher zu befürchten, dass die grosse Nachfrage, die ein solches
Projekt auslösen kann, die Waldeigentümer antreiben wird, Nadelhölzer
zu bevorzugen (schnelleres Wachstum, leichte und vielfältige Nutzung
usw.), und zwar auch dort, wo diese Baumart nicht standortgerecht sind.
Die heutige Waldpolitik des Kantons begünstigt heimische Baumarten
und standortgerechte Bestände. Es ist daher wichtig, dass der Kanton
diesen Aspekt von Anfang an beurteilt und das Projekt auch unter diesem
Blickwinkel analysiert.
Les Reussilles / Münchenbuchsee, 29.01.08
Yves Leuzinger, Grüne; Ruedi Löffel, EVP
mitunterzeichnet von 4 weiteren Grossratsmitgliedern
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