M O T I O N
Anwendung des „doppelten Pukelsheim“
bei Grossratswahlen
1. Bei Grossratswahlen werden die Sitze mit der doppeltproportionalen
Divisormethode mit Standardrundungen (doppelter Pukelsheim) ermittelt.
2. Das Verfahren wird so ausgestaltet, dass jede Wählerstimme möglichst
gleichwertig in die Ermittlung der Sitze einbezogen wird (möglichst
hohe Erfolgswertgleichheit).
Begründung:
- Der doppelte Pukelsheim führt zu einer bisher unerreichten Abbildungsgenauigkeit
der politischen "Wählerlandschaft" auf die Zusammensetzung
des Grossen Rates.
- Der doppelte Pukelsheim ist das Zuteilungsverfahren, mit dem die beste
Erfolgswertgleichheit erreicht wird. Erfolgswertgleichheit bedeutet, dass
jede abgegebene Stimme mit dem gleichen Gewicht zum Wahlergebnis beiträgt.
Der doppelte Pukelsheim ermöglicht innerhalb des ganzen Wahlgebietes
(Kanton) die gleiche Verwirklichung des Erfolgswertes und schafft damit
eine unverfälschte proportionale Verteilung über das ganze Kantonsgebiet.
Mit dem doppelten Pukelsheim wird die Zahl der gewichtslosen Stimmen auf
ein Minimum begrenzt.
- Der doppelte Pukelsheim verwirklicht den Grundsatz, dass alle Wählerinnen
und Wähler über die gleichen Rechte verfügen deutlich besser
als das bis anhin verwendete Verfahren Hagenbach-Bischoff. Der doppelte
Pukelsheim ist somit das demokratischere Verfahren. Er bringt für
die Parteien eine Verbesserung der Wahlgerechtigkeit.
- Der doppelte Pukelsheim ist ein echtes Proporzverfahren. Die Sitze werden
proportional zur Wählerstärke der Parteien verteilt. Das bis
anhin verwendete Verfahren Hagenbach-Bischoff ist nur ein Schein-Proporzverfahren.
So braucht eine Partei, um in einem Wahlkreis mit 10 Sitzen 5 Vollmandate
zu erreichen nicht 50 % der Stimmen, wie dies den Proporzregeln entspricht,
sondern lediglich 45,45 %. Bei der Restmandatverteilung werden grosse
Parteien systematisch bevorzugt. Dies stellt einen weiteren Verstoss gegen
die Regeln der Proportionalität dar.
Bern/Münchenbuchsee, 12.06.07
Daniel Kast, CVP; Ruedi Löffel, EVP
mitunterzeichnet von 17 weiteren Grossratsmitgliedern aus EVP, EDU,
PSA und CVP
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