Die in ein Postulat umgewandelte Motion wurde am 21.01.08 im Grossen Rat
mit 27 Ja zu 112 Nein-Stimmen abgelehnt.

Die Medienreaktionen dazu finden Sie hier.

Die Medienreaktionen zur Motion die 2014 eingereicht wurde, finden Sie hier.

 

M O T I O N 

Anwendung des „doppelten Pukelsheim“
bei Grossratswahlen

1. Bei Grossratswahlen werden die Sitze mit der doppeltproportionalen Divisormethode mit Standardrundungen (doppelter Pukelsheim) ermittelt.
2. Das Verfahren wird so ausgestaltet, dass jede Wählerstimme möglichst gleichwertig in die Ermittlung der Sitze einbezogen wird (möglichst hohe Erfolgswertgleichheit).

Begründung:

- Der doppelte Pukelsheim führt zu einer bisher unerreichten Abbildungsgenauigkeit der politischen "Wählerlandschaft" auf die Zusammensetzung des Grossen Rates.
- Der doppelte Pukelsheim ist das Zuteilungsverfahren, mit dem die beste Erfolgswertgleichheit erreicht wird. Erfolgswertgleichheit bedeutet, dass jede abgegebene Stimme mit dem gleichen Gewicht zum Wahlergebnis beiträgt. Der doppelte Pukelsheim ermöglicht innerhalb des ganzen Wahlgebietes (Kanton) die gleiche Verwirklichung des Erfolgswertes und schafft damit eine unverfälschte proportionale Verteilung über das ganze Kantonsgebiet. Mit dem doppelten Pukelsheim wird die Zahl der gewichtslosen Stimmen auf ein Minimum begrenzt.
- Der doppelte Pukelsheim verwirklicht den Grundsatz, dass alle Wählerinnen und Wähler über die gleichen Rechte verfügen deutlich besser als das bis anhin verwendete Verfahren Hagenbach-Bischoff. Der doppelte Pukelsheim ist somit das demokratischere Verfahren. Er bringt für die Parteien eine Verbesserung der Wahlgerechtigkeit.
- Der doppelte Pukelsheim ist ein echtes Proporzverfahren. Die Sitze werden proportional zur Wählerstärke der Parteien verteilt. Das bis anhin verwendete Verfahren Hagenbach-Bischoff ist nur ein Schein-Proporzverfahren. So braucht eine Partei, um in einem Wahlkreis mit 10 Sitzen 5 Vollmandate zu erreichen nicht 50 % der Stimmen, wie dies den Proporzregeln entspricht, sondern lediglich 45,45 %. Bei der Restmandatverteilung werden grosse Parteien systematisch bevorzugt. Dies stellt einen weiteren Verstoss gegen die Regeln der Proportionalität dar.

Bern/Münchenbuchsee, 12.06.07
Daniel Kast, CVP; Ruedi Löffel, EVP

mitunterzeichnet von 17 weiteren Grossratsmitgliedern aus EVP, EDU, PSA und CVP

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