Die Motion wurde am 6.6.12 vom Grossen Rat behandelt und
mit 86 zu 48 Stimmen in Form eines Postulates gutgeheissen.

Die Medienbeiträge zu dieser Thematik finden Sie hier.

 

M O T I O N

Förderung Tiefenwärmenutzung - Bodenschätze in der Schweiz nutzen

Der Regierungsrat wird beauftragt, geeignete Massnahmen einzuleiten, damit Projekte im Bereich Tiefenwärmenutzung vorangetrieben und in Zukunft erfolgreich umgesetzt werden können.

Begründung:

In der Energie-Sondersession hat der Grosse Rat der Energiewende zugestimmt. Um nach dem geordneten Atomausstieg genügend Strom aus erneuerbaren Quellen in der Schweiz produzieren zu können, ist es wichtig, heute die zukunftsweisenden Weichen zu stellen und neuen Technologien den Weg zu ebnen.
Die Erde birgt einen riesigen und unerschöpflichen Energievorrat. Mehr als 99 Prozent der Erdmasse ist wärmer als 1‘000° Celsius. Energieproduktion aus Erdwärme ist nachhaltig und CO2-neutral.
Heute existiert z. B. ein Projekt, das auf den Grundgedanken des ETH-Verfahrensingenieurs Kurt Brunnschweiler basiert. Brunnschweiler hat ein Modell entwickelt, das die Wärmeenergie mittels eines geschlossenen Wasserdampfkreislaufs aus 8 bis 10 Kilometern Tiefe in Form von Strom und Wärme an die Oberfläche bringt.
Für den Bau des benötigten Tiefenschachts mit ca. 10 Metern Durchmesser ist der Einsatz von modifizierten Standardtechnologien, vor allem aus dem Berg- und Tunnelbau, geplant.
Die Erschliessung geothermischer Energiequellen in Form eines Bauwerks unterscheidet sich damit wesentlich von den heute angewendeten Technologien. Die reine Stromproduktion basiert auf Standardtechnologien in einem geschlossenen Wasserdampfkreislauf.
Die Entwicklungskosten (ohne den Bau) belaufen sich auf ca. 80 Millionen Franken. Diese Kosten teilen sich in Pre-Engineering- (5 Millionen) und Engineeringaufwände (75 Millionen) auf. Von der Wirtschaft sind für 40 Millionen Franken Zusicherungen gesprochen. Auflage ist, dass diese Unternehmen Eigenleistungen erbringen können. Um die Phase Pre-Engineering zu starten, fehlen noch 1,5 Millionen Franken.
Genaue Zahlen zur Wirtschaftlichkeit lassen sich erst nach dem Engineering berechnen. Vergleichbare Tunnelbauten (Gotthard-Basistunnel) zeigen, dass die Stromgestehungskosten im einstelligen Rp./kWh-Bereich liegen könnten..

Münchenbuchsee, 16.06.11
Maria Iannino Gerber (Hinterkappelen, Grüne), Peter Moser (Biel/Bienne, FDP), Ruedi Löffel (Münchenbuchsee, EVP)

keine Mitunterzeichnende

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