Die Motion wurde vom Grossen Rat am 13.9.06
nach eingehender Diskussion
mit 82 : 57 gutgeheissen.

Die Medienreaktionen dazu finden Sie hier.

 

M O T I O N  

Schluss jetzt mit unerwünschtem Rauch im Gastgewerbe!

Öffentlich zugängliche Innenräume von Gastgewerbebetrieben sollen rauchfrei werden. Der Regierungsrat wird beauftragt, dem Grossen Rat eine entsprechende Änderung des Gastgewerbegesetzes vorzulegen.
Ausgenommen von der Regelung sind „Fumoirs“ (von den übrigen Bereichen abgetrennte und mit eigener Lüftung versehene Räume).

Begründung:
Dass Passivrauchen Gesundheitsschäden verursacht, ist längst bekannt und unbestritten. Neuste Untersuchungen (Joaquin Barnoya and Stanton A. Glantz; Cardiovascular Effects of Secondhand Smoke: Nearly as Large as Smoking; Circulation, May 2005; 111: 2684 - 2698. www.circulationaha.org) kommen sogar zum Schluss, dass die durch Passivrauchen ausgelösten Herz- und Kreislaufschäden durchschnittlich nur 10 bis 20 Prozent tiefer sind, als beim aktiven Rauchen.
Ende Januar 2006 erkannten die Behörden des US-Bundesstaats Kalifornien Tabakrauch offiziell als einen giftigen Luftschadstoff, der Tod und schwere Krankheit verursachen kann. Passivrauch wird als ebenso schädlich eingestuft wie die giftigsten Luftschadstoffe aus Autoverkehr und Industrie (California Environment Protection Agency. Air Resources Board, California Identifies Second-Hand Smoke as a „Toxic Air Contaminant“, News Release 06-03 January 26, 2006 www.arb.ca.gov).
Gemäss dem Bericht über den Schutz vor Passivrauch, der vom Bundesrat im Frühjahr 2006 verabschiedet wurde, verursacht das Passivrauchen in der Schweiz jährliche Kosten in der Grössenordung von 500 Millionen Franken. Ein Rauchverbot in geschlossenen Räumen bewirke u.a. eine Abnahme von Krankheitsfällen, Reinigungskosten und von Schäden an Mobiliar.
In Gastgewerbebetrieben sind besonders viele Menschen, sowohl Gäste wie Angestellte, in hohem Mass und sehr oft unfreiwillig dem Tabakrauch anderer ausgesetzt. Ein wirksamer Schutz vor Passivrauch existiert bisher nicht. Auch bei leistungsstarken Lüftungsanlagen bleiben die hochgiftigen Gase des Tabakrauchs in den Innenräumen zurück. Deshalb wünscht sich eine bedeutende Mehrheit der Bevölkerung einen Ausbau des Schutzes vor unerwünschtem Passivrauch.

Es wird Dringlichkeit verlangt, damit das Anliegen bei der geplanten Teilrevision des Gastgewerbegesetzes umgesetzt werden kann.

Münchenbuchsee, 06.06.06
Ruedi Löffel, EVP; Philippe Messerli, EVP; Hans Michel, SVP; Ueli Spring, SVP

mitunterzeichnet von weiteren 16 Grossratsmitgliedern aus EVP, SVP und EDU


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