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Medienberichte über
Wahlkämpfe- und siege der EVP bis
und mit Frühling 2006.
Hier finden Sie die neueren Medienberichte.
Hier
finden Sie die Wahlplattform
der EVP zu den eidgen. Wahlen von 2003.
Sie ist zwar nicht mehr ganz aktuell, bringt aber die Politik der EVP
ausgezeichnet auf den Punkt.
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Bund 11.04.2006 / Berner Wahlen
Grosse Parteien merklich kleiner
Bei den Grossratswahlen hat die SVP vor SP und FDP am meisten Stimmenanteile
verloren, am meisten zugelegt haben die Grünen. Auch EVP, EDU und
PSA haben im verkleinerten Parlament mehr Sitze als im alten Rat der
200 (...).
SVP und FDP verfügen über keine Mehrheit mehr im neuen Grossen
Rat, allerdings erreichen die Bürgerlichen mit Hilfe von CVP/Entente,
EDU und SD/FPS eine Mehrheit von 83 Stimmen. Rot-Grün kommt –
inklusive Sukkurs der PSA – auf 64 Stimmen. In vielen Fällen
wird die EVP mit ihren 13 Sitzen das Zünglein an der Waage spielen
können.
Gut vergleichbar mit 2002 ist die Stimmbeteiligung – sie ist leicht
von 28,2 Prozent auf 29,7 Prozent gestiegen (...).
EVP: Weiter im Aufwind
Die EVP konnte ihren Stimmenanteil um 1,3 Prozentpunkte auf 7,3 Prozent
steigern und gehört damit nebst Grünen, EDU und PSA zu den
Parteien, die im verkleinerten Parlament mehr Mandate holten als im
Rat der 200. Die Strategie der EVP, in verschiedenen Wahlkreisen mit
mehreren Listen anzutreten, so eine Fülle von Kandidaten zu präsentieren
und sich überdies mit gleich zwei Kandidaten an den Regierungsratswahlen
zu beteiligen, ist aufgegangen – die
EVP hat in sämtlichen Wahlkreisen Stimmenanteile gewonnen.
EVP: «Tendenz stimmt»
Neben den Grünen ist die EVP die zweite grosse Siegerin der Wahlen
vom Wochenende. Ihre beiden Regierungsratskandidaten Marianne Streiff
und Heinz Dätwyler blieben zwar erwartungsgemäss weit hinter
den Kandidierenden der grossen Blöcke zurück. Im Grossen Rat
aber konnte die EVP trotz der Verkleinerung von 200 auf 160 Sitze zum
vierten Mal in Folge Mandate hinzugewinnen. Neu besetzt die EVP 13 Sitze
(bisher 11). Ihren Wähleranteil steigerte sie um 1,3 auf 7,3 Prozent.
Dabei konnte sie praktisch in allen Amtsbezirken zulegen, einzig in
Saanen und Seftigen musste die EVP leichte Einbussen hinnehmen..
Ruedi Löffel ist «happy»
EVP-Stratege und Grossrat Ruedi Löffel (Münchenbuchsee) zeigte
sich gestern hocherfreut über das gute Abschneiden seiner Partei.
Er sei «happy», dass man das gesteckte Wahlziel von zwölf
Sitzen sogar noch um einen Sitz übertroffen habe. Allerdings wurme
es ihn, dass die EVP den 14. Sitz im Berner Jura nur gerade um 400 Stimmen
verfehlt habe. «Aber dafür haben wir Patrick Gsteiger in
den Bernjurassischen Rat gebracht.»
Einmal mehr war die EVP mit einem Grossaufgebot von Kandidatinnen und
Kandidaten zu den Parlamentswahlen angetreten. Auf 18 Listen buhlten
300 Kandidierende um die Wählergunst. Diese hätten «sehr
gut gearbeitet», sagte Löffel. So seien beispielsweise über
100 000 persönliche Werbekarten gedruckt worden. Nach diesem Erfolg
brauche es nun «nur noch ein ,Spürli‘», dann
sei der seit langem angestrebte zweite Nationalratssitz in Reichweite.
«Die Tendenz stimmt», lautet Löffels Fazit.
Politisches «Schmiermittel»
Der kommenden Legislatur blickt er mit grosser Spannung entgegen. Dank
den zusätzlichen zwei Sitzen habe sich die Ausgangslage für
die EVP stark verbessert. Angesichts der knappen Mehrheitsverhältnisse
im Parlament werde ihre Position als «Schmiermittel» zwischen
den grossen politischen Blöcken an Bedeutung zunehmen – allenfalls
in Zusammenarbeit mit GFL, CVP und EDU. Die EVP werde sich auch weiterhin
von keiner Seite vereinnahmen lassen, betont Löffel. «Wir
gehen unseren eigenen Weg, sind aber auf alle Seiten hin gesprächsbereit.»
(bwb)
Bund 10.04.2006 / Front
Grosser Rat: Grüne und EVP gewinnen
Die knappe bürgerliche Mehrheit im Grossen Rat ist gekippt. Wahlsieger
sind die Grünen und die EVP, Wahlverlierer SVP und FDP, aber auch
die SP.
Als einzige der grösseren Parteien
haben die Grünen (+3 Sitze) und die EVP (+2) ihre Mandatszahl im
verkleinerten Grossen Rat erhöhen können – sie sind
klare Sieger dieser Wahlen. Grösste Verliererin
ist die SVP. Aber auch die FDP und die SP haben Mandate eingebüsst.
Im neuen Grossen Rat kommen SVP und FDP, die bisher eine knappe Mehrheit
hatten, auf 73 der 160 Sitze, SP und Grüne auf 61. Das Zünglein
an der Waage wird künftig vor allem die EVP mit ihren 13 Sitzen
spielen können. (...)
Berner Rundschau 10.04.2006 / Region BE
Grüne und EVP legen deutlich zu
Grossratswahlen: Mitteparteien
spielen künftig das Zünglein an der Wage
Kleinere Parteien gehen gestärkt aus den gestrigen Wahlen hervor.
Zu den Gewinnern gehören die Grünen und die EVP. Auch die
EDU legte zu. Die SVP verliert deutlich, und auch FDP und SP müssen
Federn lassen. Christoph Aebischer
Die bürgerliche Dominanz im Berner Grossen Rat ist gebrochen. (...)
Zwar bleiben die SP und die Grünen 12 Sitze hinter dem Total der
beiden bürgerlichen Partner zurück. Doch zusammen mit der
EVP ist der Block um einen Sitz stärker als die SVP und die FDP
zusammen. Gemäss Corinne Schärer (GB, Bern) ist die EVP in
den wichtigen Fragen ein guter Partner, für SVP-Fraktionspräsident
Heinz Siegenthaler (Büren a. A.) hingegen «ein Fähnchen
im Wind». Das Zünglein an der Waage könnten für
die Bürgerlichen fortan die CVP, die gestärkte EDU und die
Parteien rechts aussen spielen.
Das Einbrechen der SVP führt Siegenthaler eindeutig auf die Wahlreform
zurück: «Sie wurde von rot-grüner Seite mit Unterstützung
der FDP vor allem zur Schwächung unserer Partei durchgeboxt»,
klagt er. Denn mehr Effizienz hätten die 8 statt 27 Wahlkreise
nicht gebracht. Einen weiteren Verlustposten ortet
er bei den kirchennahen Wählerinnen und Wählern: «Viele
wandern zunehmend von der SVP zur EVP ab.»
(...)
EVP: Die Mehrheits-Macherin
Wie die Grünen legte auch die EVP zu. Sie holte statt den 12 anvisierten
Sitzen gar 13 und wird fünftgrösste Fraktion im Parlament.
Parteipräsident Heinz Dätwyler beansprucht selbstbewusst eine
eigenständige Rolle für die Partei. «Wir können
jetzt Mehrheiten bilden», sagt er. Das werde nicht immer mit derselben
Seite sein. «Da werden wir auch Leute verägern», ist
sich der sonst so konsensbewusste Politiker im Klaren. In sozialpolitischen
und gesundheitspolitischen Fragen werde die Partei eher mit Rot-Grün
stimmen, in finanzpolitischen hingegen eher bürgerlich. Im Klartext:
Die EVP hat ein Ohr für sozial Schwächere und ist im Prinzip
gegen Spitalschliessungen. Auch Atomstrom ist bei der Mehrheit der Frakion
unbeliebt. Hingegen soll weiter gespart werden, damit die Staatsschuld
abgebaut werden kann. Man müsse die Haltung aber immer sorgfältig
abwägen, damit im Kanton nicht ein Zickzackkurs resultiere, schiebt
Dätwyler nach. (...)
Die Abgewählten
1689 Personen kandidierten für einen der 160 Sitze im Grossen Rat.
156 Bisherige wollten es noch einmal wissen, und traten zu den Wahlen
an. Doch allen hat es nicht gereicht. Sie wurden abgewählt:
Wahlkreis Oberaargau: (...) Thomas Grimm (EVP).
Mit wechselnden Mehrheiten politisieren
Kommentar von Christoph Aebischer
Rot-Grün frohlockt: Die bürgerliche Mauer im Grossen Rat ist
nach der Wahlschlappe von gestern nicht mehr so hoch. Zusammen mit einer
rot-grünen Regierung sehen die links der Mitte stehenden Grossrätinnen
und Grossräte einem neuen politischen Alltag entgegen.
Doch das Politisieren wird im Kanton Bern dadurch nicht einfacher. Im
Gegensatz zum Regierungsrat hat im Parlament kein Erdrutsch stattgefunden.
Zwar liess die aktuelle Schwäche der FDP, gepaart mit dem als unsympathisch
taxierten SVP-Mehrheitsanspruch bei den Regierungsratswahlen, die bürgerliche
Seite bluten. Und die Grünen schreiben einen schweizweiten Trend
fort und legen auch im Kanton Bern deutlich zu. Doch auch das Wahlsystem
hat seine vorausgesagten Effekte gezeitigt: Die Verzerrung zu Ungunsten
der kleineren Parteien ist mit den grösseren Wahlkreisen beseitigt
worden. Die Politlandschaften ist nun facettenreicher. Die
Schlüsselrolle darin ist vor allem einer Akteurin vorbehalten.
Die EVP ist ebenfalls gestärkt aus dem Wahlsonntag hervorgegangen.
Die Mittepartei mit einem klaren Wertekodex machte schon am Wahlabend
klar, dass sie sich nicht rechts oder links einbinden lässt. Sie
will sachpolitisch und von Fall zu Fall entscheiden, in welches Boot
sie sich setzt. Ohne die EVP aber reicht die rot-grüne Hausmacht
nicht, um den bürgerlichen Block zu knacken. Als Steigbügelhalter
muss die EVP gewonnen werden. Allianzen dürften in den kommenden
vier Jahren hüben wie drüben aufwändiger zu schmieden
sein. Schlechter müssen die politischen Entscheidungen darob nicht
werden.
Während finanzpolitisch wohl weiterhin der bürgerliche Kurs
gesteuert wird, sind sozial- und umweltpolitisch neue Impulse zu erwarten.
Die Gefahr besteht jedoch, dass ein Zickzack-Kurs eine kohärente
Politik verunmöglicht. Dass es nicht so weit kommt, wird vermehrt
in der Hand der Mitteparteien liegen. Sie werden noch stärker als
bisher ihre politische Verantwortung wahrnehmen müssen.
20 Minuten 31.03.2006 / Bern/Region
Peinliche Panne: APG hängte die falschen Wahlplakate auf
BERN - Wirbel um Wahlplakate der EVP: In Münchenbuchsee
wurden Plakate aus Thun aufgehängt – gerade in der heissesten
Phase des Wahlkampfs.
In Münchenbuchsee hingen EVP-Plakate mit den Thuner Kandidaten
«Das zerrt an meinen Nerven», sagt EVP-Grossrat Ruedi
Löffel. Als er vorgestern in Münchenbuchsee aus dem Zug stieg,
lachten fünf Thuner EVP-Kandidaten von einem Wahlplakat. «Dabei
hätte da doch unter anderem mein Kopf hängen sollen»,
sagt Löffel. Ihm war klar: Da war ein Fehler passiert – die
Allgemeine Plakatgesellschaft (APG) hatte die falschen Vorlagen verwendet.
Löffel schrieb der APG ein erbostes Mail. «Jetzt ist die
entscheidende Phase des Wahlkampfs», sagt er. Nicht zuletzt wegen
der Verkleinerung des Grossen Rats kämpft die EVP um jede Stimme.
Löffel forderte nun, dass die Plakate sofort ausgetauscht werden.
Othmar Casutt von der APG gibt den Fehler zu: «Bis gestern um
12.45 Uhr sind alle Plakate ausgetauscht worden.» Ausserdem will
die APG zusätzliche Plakate für die EVP kleben, verspricht
Casutt. Das Verhältnis Löffel – APG sei aber sowieso
heikel: «Für Herrn Löffel ist die APG grundsätzlich
ein Feindbild – weil wir die Alkohol- und Tabakplakate aufkleben,
gegen die er kämpft.» Dazu Löffel: «Feindbilder
habe ich keine – ich bin einfach froh, dass der Fehler so schnell
korrigiert wurde.» Andrea Abbühl
TeleBärn Wahlvorschau-Beiträge 20.03.2006 und 28.03.2006
Wer wird wieder gewählt? Wer wird abgewählt? Link
(EVP ab 1:22)
Welche Parteien werden gewinnen, welche verlieren? Link
(EVP ab 2:15)
Bund 22.03.2006 / Kanton Bern
Eine Partei im Dauerspagat
Parteien vor der Wahl: Die EVP
ist politisch schwer einzuordnen – und versucht dies als Stärke
zu verkaufen
Ein Löffel Ökologie, eine Prise Schuldenabbau,
ein gerüttelt Mass Sozialstaat: Das politische Kochrezept der EVP
hat für jeden Geschmack etwas zu bieten. Sie gibt sich pragmatisch
und offen – doch wenn es um christliche Grundsätze geht,
hört die Toleranz auf. Stefan von Below
«Du sollst dir kein Bildnis machen»: An dieses Gebot aus
der Bibel fühlt sich erinnert, wer sich einen Eindruck von der
Politik der Evangelischen Volkspartei EVP der letzten vier Jahre verschaffen
will. Ein scharfes Profil der Partei, die mit elf Sitzen die viertgrösste
Fraktion im Grossen Rat stellt, ist nicht auszumachen. So heterogen
wie ihre Wählerbasis – linksliberal in den Städten,
rechtskonservativ in vielen Landgemeinden – erscheint auch ihre
Politik auf kantonaler Ebene. Klar ist nur eines:
Wer die EVP einzig als religiöse Partei sieht, macht es sich zu
einfach.
Das illustriert ein Blick auf die Vorstösse, mit denen sie sich
im Grossen Rat profiliert hat. Erfolgreich setzte sich die EVP gegen
den Verkauf von Tabakwaren an Minderjährige, für die Einschränkung
der Tabak- und Alkoholwerbung und für rauchfreie öffentliche
Innenräume ein. Zusammen mit SP und Grünen erreichte sie,
dass mehr Kantonsgeld für familienexterne
Kinderbetreuung floss. Aber auch der Ausbau
des Kantonspolizei-Bestandes zwecks Abbau der Überstunden
geht auf eine EVP-Motion zurück. Weitere Vorstösse befassten
sich mit Bildungs- und Gesundheitsfragen, aber auch mit aktuellen Themen
wie etwa dem Debakel um den Mitholz-Tunnel. Ein bunter Mix also –
ohne dass auf den ersten Blick ein Schwerpunkt erkennbar wäre.
«Eigenartig diffus»
Bezeichnend für das unscharfe Profil der EVP ist ihre Charakterisierung
durch Grossräte anderer Parteien. Als «schwer fassbar»,
«heterogen» und «eigenartig diffus» wird ihre
politische Ausrichtung beschrieben, wobei die EVP von Bürgerlichen
klar als links stehend, von Linken und Grünen aber mitunter als
zu bürgerlich empfunden wird. Finanzpolitisch stehe sie «klar
nicht auf unserer Seite», sagt ein FDP-Grossrat, ein Ratskollege
aus der SVP hingegen sieht gerade in diesem Bereich «viele Gemeinsamkeiten».
Zusammen mit SVP-Vertretern hat die EVP das bürgerliche
Nein-Komitee zur Steuersenkungsinitiative der Wirtschaftsverbände
auf die Beine gestellt – für Parteistratege Ruedi Löffel
«eine der grössten Leistungen der Legislatur».
Wegen ihres Einsatzes gegen Steuersenkungen wird die EVP von SP-Grossräten
als finanzpolitisch zuverlässige Partnerin betrachtet. Handkehrum
weist ihr Bekenntnis zu Schuldenabbau und Sparsamkeit auf Berührungspunkte
mit den Bürgerlichen hin.
Wer auf der Suche nach Klarheit das auf die Wahlen hin überarbeitete
Parteiprogramm zur Hand nimmt, kommt nicht viel weiter. Die Forderungen
nach Steuererleichterungen für Familien,
höheren Kinderzulagen und zusätzlichen Kindertagesstätten
sind darin ebenso enthalten wie diejenigen nach dem Abbau
von Staatsschulden und Subventionen und nach der «Überprüfung
der staatlichen Aufgaben». Ökologie,
Gesundheit und soziale Sicherheit sind der EVP ebenso ein Anliegen wie
eine «starke und sozialverträgliche Wirtschaft».
Kein Zweifel, dieses Programm hat für jeden Geschmack etwas zu
bieten.
«Einerseits und andererseits»
Ein Problem scheint die EVP mit der Unschärfe ihres Profils nicht
zu haben. «Für mich ist es ein Kompliment,
wenn jemand sagt, er könne uns nicht einordnen», sagt Löffel.
Das heisse doch, dass die Partei offen für sachliche Argumente
sei und sich nicht in «ideologischen Schützengräben»
verkrieche. Dank dieser Eigenschaft verfüge die Partei –
die sich als «Schmiermittel» zwischen den politischen Blöcken
sieht – über gute Kontakte zum rechten wie zum linken Lager.
Im Übrigen, so Löffel, sei man sich auch fraktionsintern oft
nicht einig. «Bei uns gibt es fast immer ein einerseits und ein
andererseits.» Zielkonflikte kämen durchaus vor, sagte Parteipräsident
Heinz Dätwyler unlängst vor den Medien. «Dort muss man
halt Prioritäten setzen.» Wer lösungsorientiert denke,
müsse hin und wieder «den Spagat machen», fügte
Fraktionschefin Marianne Streiff hinzu.
Trotz ihrer politisch äusserst heterogenen Basis scheint das der
EVP ohne grössere Konflikte zu gelingen. Das zeigte sich beispielsweise
beim richtungsweisenden Strategieentscheid zu den Regierungsratswahlen:
Während sich etliche Städter für ein Zusammengehen mit
Rot-Grün aussprachen, entschied die Mehrheit für eine Allianz
mit der CVP – ohne dass es darob zu bösen Worten gekommen
wäre. Von Flügelkämpfen zwischen den tendenziell eher
links stehenden Städtern und den eher konservativen Landvertretern
in der Partei will Löffel nichts wissen. Es gebe lediglich «engagierte
Diskussionen», sagt er. «Danach entscheidet die Mehrheit.»
Die Grenzen der Toleranz
Als pragmatische, sachorientierte und diskussionsbereite Partei der
Mitte versucht sich die EVP zu verkaufen – als eine Partei also,
die Extremlösungen ablehnt und von jedermann wählbar ist.
Und doch hat auch ihre Toleranz Grenzen – nämlich dann, wenn
es um christliche Grundsatzfragen geht. So kämpfte die EVP ebenso
geschlossen gegen die Fristenlösung beim Schwangerschaftsabbruch
wie gegen die Gleichstellung homosexueller Partner mit Ehepaaren –
in beiden Fällen erfolglos. Er habe zwar «keine Probleme
mit der Meinungsvielfalt», sagt Löffel dazu – bei solchen
Fragen aber werde von parteiinternen Abweichlern Enthaltung erwartet.
EXTRA
Von links-grün bis bürgerlich
Die elf EVP-Vertreterinnen und -Vertreter im Grossen Rat decken trotz
ihrer gemeinsamen Parteizugehörigkeit politisch ein breites Spektrum
ab. Zentrale Figuren waren während der vergangenen Legislatur Fraktionschefin
Marianne Streiff (Köniz) und Ko-Geschäftsführer Ruedi
Löffel (Münchenbuchsee), die beide eher dem linken Flügel
zuzuordnen sind. Streiff – Lehrerin, Familienfrau und Gemeinderätin
– tat sich besonders mit einer überparteilichen Motion zum
Ausbau der familienexternen Kinderbetreuung hervor. Löffel, Projektleiter
beim Blauen Kreuz, sorgte mit seinen Vorstössen zur Alkohol- und
Tabakprävention für Schlagzeilen.
Heinz Dätwyler (Lotzwil), seit einem Jahr Parteipräsident,
wird über die Parteigrenzen hinweg als kompetenter Finanzpolitiker
geschätzt. Als erster EVP-Parlamentarier präsidierte er 2004/05
den Grossen Rat. Seine Rede zur Eröffnung der BEA 2005 sorgte wegen
ihrer kapitalismuskritischen Untertöne für Aufsehen.
Eher dem bürgerlichen Lager zuzurechnen sind der Alt-Parteipräsident
Walter Bieri (Thun) und der Frutiger Grossrat Markus Grossen. Beide
zeichnen sich durch ihre gewerbefreundliche Haltung aus. Auffallend
ist im Übrigen der hohe Anteil an Lehrkräften. Vier der elf
EVP-Grossräte gehören diesem Berufszweig an – was sich
in ihren Vorstössen niederschlägt. (bwb)
Berner Zeitung Oberaargau 20.03.2006 / LESERBRIEF
Ausgabe vom 17. März 2006 «Reto Steiner: Sauer auf Wirtschaftsverband»
Wirtschaftsfeindlich?
Eines ist sicher: Das ständige Schlechtreden des Wirtschaftsstandorts
durch die selbsternannten Wirtschaftsgurus des HIV schadet dem Kanton
Bern mehr als die differenzierte Politik der EVP-Grossratsfraktion.
Wer definiert, was wirtschaftsfreundlich und was wirtschaftsfeindlich
ist? Sind Alkoholwerbeverbote wirtschaftsfeindlich, wenn sie den Jugendschutz
fördern und so Gesundheits- und Sozialkosten in Millionenhöhe
einsparen? Ruedi Löffel
DRS Regionaljournal BE FR VS 3.03.2006, 06.30, 07.30 und 08.00 Uhr
Berner Wahlen 06: Wahlpodium in Lyss - Geschenke an die Frauen (3:10)
(und dazu ein Steuersenkungs-Bildungs-Rap von Ruedi
Löffel, EVP)
Link
20 Minuten 7.03.2006 / Bern/Region
Ruedi Löffels Bieridee zur Wahl
BERN - "Ich habe mich über die penetrante Werbung einer
Biermarke geärgert", sagt Ruedi Löffel, EVP-Grossratskandidat
und Mitarbeiter des Blauen Kreuzes. Die Bierverkäufer hatten ihre
Autos mit Stickern beklebt. "Was die können, kann ich
schon lange", dachte sich Löffel - und bestellte Kleber mit
EVP-Wahlwerbung. Ab dieser Woche kurven nun 100 Autos als mobile Wahlplakate
herum. Löffel: "Wir versprechen uns davon eine grosse Resonanz."
Inspiration Bier: Ruedi Löffel. (Bild: 20 Minuten)
DRS Regionaljournal BE FR VS 3.03.2006, 17.30 Uhr
Berner Wahlen 06: Ruedi Löffel von der EVP auf der Anklagebank
(11:55)
Link
DRS Regionaljournal BE FR VS 27.02.2006
Berner Wahlen 06: Die Ausgangslage mit dem Berner Politologen Hans
Hirter (9:05)
"D'EVP het i de letschte Jahr sehr guet gwirtschaftet.
(...)
Äs isch die Partei wo am erschte cha profitiere vor Schwechi vo
de grosse Parteie..."
Link
Bund 23.02.2006 / Stadt & Region Bern
Das Rätselraten vor der Premiere
Viele offene Fragen vor den Grossratswahlen
im Wahlkreis Mittelland - in dem am 9. April erstmals gewählt
wird (...)
Lesen im Kaffeesatz
(...) Schwierig werden die Voraussagen für die christliche Allianz
aus Evangelischer Volkspartei (EVP), CVP und Eidgenössisch-Demokratischer
Union (EDU). Es gibt Modelle, die für alle drei Gruppen je einen
Sitz vorsehen – andere sprechen von zwei Mandaten für die
EVP und einem für die EDU. (...)
EVP: Zwei Sitze halten
Die Verteidigung ihrer beiden Mandate hat sich die EVP
auf die Fahnen geschrieben, wie Geschäftsführer Ruedi Löffel
sagt. Zu diesem Zweck tritt sie mit einer Stamm- und einer Jugendliste
an. Eine wichtige Rolle spielen werde auch die christliche Allianz,
sagt Löffel. Allerdings wollen sich EVP, CVP und EDU nicht gegenseitig
die Wähler abspenstig machen. Die Rollen in diesem Bündnis
sind klar aufgeteilt: Die EVP spricht insbesondere Nichtwähler
in der Mitte an, die in der Agglomeration wohnen, die EDU positioniert
sich rechts und die CVP hofft auf enttäuschte FDP-Wähler.
(...)
DRS Regionaljournal BE FR VS 24.01.2006, 06.30, 07.30 und 08.00 Uhr
156 bisherige Parlamentarier/-innen wollen wieder ins Berner Kantonsparlament
(1:28)
Nach Eingabeschluss der Wahllisten zeigt sich die EVP als die
Partei mit den meisten Wahllisten.
Link
Berner Rundschau + Grenchner Tagblatt 11.01.2006 / Kanton BE Zeitung
Mehr Sitze trotz verkleinertem Rat
EVP Die Mittepartei will in den Wahlkreisen Emmental
und Seeland zulegen
Mindestens zwölf Grossratsmandate will die EVP am Wahlabend
vom 9. April haben. Das wäre trotz Ratsverkleinerung von 200 auf
160 Sitze ein Mandat mehr. Die Parteileitung begründet ihre Zuversicht
mit den jüngsten Wahlerfolgen. Bruno Utz

OPTIMISTISCH Parteipräsident Heinz Dätwyler
(l.), Fraktionschefin Marianne Streiff und Co-Geschäftsführer
Ruedi Löffel. uz
Bild: Langenthaler Tagblatt / Berner Rundschau
«Wir machen nicht in Zweckoptimismus, zwölf Sitze sind realistisch»,
nannte gestern Co-Geschäftsführerin Barbara Streit das Wahlziel
der EVP. Ihr Geschäftsführer-Kollege, Grossrat
Ruedi Löffel, untermauerte die Hoffnungen mit Fakten: Seit den
Grossratswahlen 2002 seien 13 neue Ortsparteien und die Regionalpartei
Jura bernois gegründet worden. Die Zahl der Parteimitglieder sei
kontinuierlich auf 1258 angestiegen.
Bei zurückliegenden Wahlen habe die EVP in zahlreichen Gemeinden
Anteile von weit über 20 Prozent erreicht. So etwa in Frutigen,
Grosshöchstetten, Oeschenbach, Rohrbachgraben und Lotzwil. Und
bei ihrem ersten Antreten in Oberdiessbach sei die EVP 2005 auf Anhieb
stärkste Partei geworden. Die vom Volk beschlossenen grösseren
Wahlkreise erachte die EVP als Vorteil. Von den bisher gemeldeten 301
Kandidaten - einige wenige Listenplätze seien noch offen - seien
115 Frauen (38 Prozent) und 186 Männer. Alle elf Bisherigen kandidierten
erneut. In sieben Wahlkreisen trete die EVP mit zwei oder sogar drei
Listen an. Eine davon besetze in der Regel die Junge EVP, so auch im
Oberaargau.
Sitzgewinn im Emmental und Seeland
Die besten Chancen für je einen Sitzgewinn rechne sich die EVP
in den Wahlkreisen Emmental und Seeland aus. Neben den Erfolgen bei
Gemeindewahlen sprächen auch die zahlreichen prominenten Kandidierenden
dafür. Genannt wurden etwa der Burgdorfer Solarpionier Josef Jenni,
Pia Riedwyl (Stadträtin Biel) oder der Oberwiler Gerhard Bakaus.
Schwierigkeiten räumte Löffel im Wahlkreis Oberaargau ein.
Mit vier Grossräten stelle dieser Wahlkreis aktuell die grösste
EVP-Delegation. Um alle wieder nach Bern zu bringen, müsste der
Wähleranteil von bisher acht Prozent beinahe verdoppelt werden,
zeigte Löffel auf. Chancenlos sei das Unterfangen aber nicht. «Die
drei Oberaargauer Listen sind personell stark besetzt und geografisch
gut abgestützt.»
Listenverbindung und vorkumuliert
In den meisten Wahlkreisen sind Listenverbindungen mit der EDU und,
wo die Partei antritt, mit der CVP beschlossen. Zudem würden bisherige
Grossräte und andere bekannte Kandidierende vorkumuliert. Auf den
Oberaargauer Listen treffe dies für die Grossräte Heinz Dätwyler
(Lotzwil), Erwin Sommer (Melchnau), Ruedi Löffel (Münchenbuchsee)
und Thomas Grimm (Burgdorf) zu. Auch die Langenthaler Stadträtin
Michèle Rentsch (JVP) werde so gestärkt.
Rück- und Ausblick
Fraktionspräsidentin Marianne Streiff (Oberwangen) erinnerte an
zahlreiche EVP-Vorstösse und Engagements in der zu Ende gehenden
Legislatur. Der von ihr gespannte Bogen reichte vom Ausbau der familienergänzen-den
Kinderbetreuung, der Bekämpfung der Lese- und Schreibschwäche,
der Sicherstellung von Langzeitpflege-plätzen für Alzheimer-
und Demenzkranke bis zur Suizidprävention bei Jugendlichen und
der Bekämpfung des Alkohol- und Tabakmissbrauchs. Vom Rat beschlossene
Werbe- und Verkaufsbeschränkungen basierten auf Vorstössen
der EVP. Bei der Bildung setze sich die Partei für ein Angebot
ein, das auf christlich-abendländischem Denken beruhe und die Kinder
und Jugendlichen ernst nehme und sie optimal fördere.
Neues Partei- und Legislaturprogramm
Die Bedeutung des «E» für die EVP sei im neuen, auf
die Wahlen 2006 hin aktualisierten Parteiprogramm verankert, betonte
Parteipräsident Heinz Dätwyler. Der Buchstabe E stehe
für ehrlich, engagiert, erfrischend, echt, eckig, vor allem aber
auch für evangelisch. Seine Partei unterstütze die
Ehen und Familien, «die Bausteine unserer Gesellschaft».
Bezüglich der Kantonsfinanzen bevorzuge die EVP weiterhin den Abbau
der Schulden. Denn, «ein überschuldeter Staat ist nie ein
sozialer Staat». Gezielte Steuersenkungen befürworte die
EVP einzig im Rahmen der Gelder, wie sie dem Kanton durch den Neuen
Finanzausgleich des Bundes zufliessen werden. Die EVP habe immer wieder
die Finanzpolitik der Regierung unterstützt.
Bund 11.01.2006 / Kanton Bern
Die EVP übt sich in Zuversicht
Obwohl statt 200 neu nur noch 160 Sitze zu vergeben
sind, will die EVP bei den Grossratswahlen zulegen
Mit einem Grossaufgebot von 300 Kandidierenden auf 18 Listen
will die EVP ihre Sitzzahl im Grossen Rat von elf auf mindestens zwölf
steigern. Dieses Ziel sei realistisch, findet die Parteispitze.
Stefan von Below
Einen möglichen Einwand nahm Barbara Streit gleich vorweg. «Wir
wollen nicht einfach Zweckoptimismus verbreiten», sagte die Ko-Geschäftsführerin
der EVP Kanton Bern zu Beginn der gestrigen Medienorientierung, «wir
wollen zeigen, dass unsere Ziele realistisch sind.» Ob das zutrifft,
wird sich am 9. April weisen – wenn statt 200 erstmals nur noch
160 Grossrätinnen und Grossräte ins Kantonsparlament gewählt
werden. Die EVP, die heute mit elf Mandaten die viertgrösste
Fraktion stellt, will bei den Grossratswahlen mindestens zwölf
Sitze ergattern. Wenn alles perfekt laufe, lägen aber auch 13,
14 oder sogar 15 Sitze im Bereich des Möglichen, sagte Ko-Geschäftsführer
Ruedi Löffel. «Jetzt gerätst du aber leicht
ins Visionäre», kommentierte Streit trocken.
Eine Partei im Aufwind
Woher nimmt die Evangelische Volkspartei ihren – in eigenen Worten
– «berechtigten Optimismus»? Zur Erklärung verwies
Löffel auf die positiven Resultate in den Gemeindewahlen vom vergangenen
Herbst: Überall dort, wo die EVP zu den Wahlen antrat, gewann sie
Wähleranteile hinzu (vgl. «Bund» vom 30. 11. 2005 -
etwas weiter unten). Seit Jahren fühlt sich die Partei,
die sich als Alternative zu den grossen Blöcken links und rechts
zu positionieren sucht, im Aufwind. Seit 1998 ist die Mitgliederzahl
von 900 auf 1258 gestiegen, die Zahl der Ortsparteien erhöhte sich
im selben Zeitraum dank 17 Neugründungen auf 44. In den letzten
Grossratswahlen 2002 konnte die EVP ihre Sitzzahl von acht auf elf steigern,
während sich der Wähleranteil von 4,4 (Wahlen 1998) auf 6
Prozent erhöhte.
Wie bei den vergangenen Wahlgängen tritt die Partei auch 2006 wieder
mit einer Vielzahl Kandidierender an. Insgesamt gehen in den neu nur
noch acht Wahlkreisen 115 Frauen und 186 Männer auf 18 Listen an
den Start, wobei Listenverbindungen mit der EDU und teils auch mit der
CVP zusätzliche Mandate bringen sollen. Gut ein Drittel der Kandidierenden
sind weniger als 30 Jahre alt. Alle elf bisherigen Grossrätinnen
und Grossräte treten erneut an. Besonders gute Chancen auf einen
Sitzgewinn rechne man sich im Emmental und im Seeland aus, sagte Löffel.
«Aber auch im Berner Jura machen wir uns Hoffnungen.»
Heikel: Bern, Thun, Oberaargau
Schwieriger dürfte das Halten der bisherigen Sitze in den Städten
Bern und Thun werden, wo sich die Verkleinerung des Grossen Rats laut
Löffel am stärksten auswirken wird. «Ganz klar am schwierigsten»
werde es aber im Wahlkreis Oberaargau, wo mindestens einer der vier
bestehenden Sitze gefährdet sei. Um diese Sitzzahl halten zu können,
müsste die Partei ihren Wähleranteil beinahe verdoppeln. «Dazu
hoffen wir auf unsere Top-Listen», sagte Löffel.
Parteiprogramm überarbeitet
Die EVP steigt nicht nur mit zahlreichen Kandidierenden, sondern auch
mit einem überarbeiteten Parteiprogramm ins Rennen um die 160 Grossratssitze.
Wie es dem bisweilen als unscharf kritisierten Profil der Partei entspricht,
zeichnet sich das Programm vor allem durch seine ausserordentliche Breite
aus. Die Forderung nach höheren Kinderzulagen und mehr Kindertagesstätten
ist darin ebenso enthalten wie diejenige nach dem Abbau von Schulden
und Subventionen sowie nach der Überprüfung der staatlichen
Aufgaben. Parteipräsident Heinz Dätwyler strich daneben die
«grüne Seite» der EVP hervor, während Fraktionschefin
Marianne Streiff auf die Erfolge der Partei in der Familien-, Bildungs-
und Gesundheitspolitik hinwies.
Berner Zeitung + Bieler Tagblatt 11.01.2006 / Kanton Bern / GROSSER
RAT
Die EVP will einen Sitz mehr
Bei den Grossratswahlen vom 9. April will die EVP des Kantons
Bern 12 Sitze erobern, einen mehr als heute. Trotz Verkleinerung des
Kantonsparlaments von 200 auf 160 Mitglieder findet die Parteileitung
dieses Ziel realistisch.
Von Zweckoptimismus will Barbara Streit, Geschäftsführerin
der EVP Kanton Bern, nichts wissen, wenn es um die Zielsetzung für
die Grossratswahlen vom 9. April geht: «12 Sitze sind realistisch.»
Und dies, obwohl heuer nicht mehr 200, sondern nur noch 160 Grossrätinnen
und Grossräte zu wählen sind. Die Geschäftsleitung begründet
ihren Optimismus zum einen mit dem seit 1990 stetig gestiegenen Wähleranteil
bei den Grossratswahlen (1990: 3,4 Prozent, 2002: 6 Prozent). Zum andern
sollen die Erfolge der jüngsten Wahlen in verschiedenen Gemeinden
auch auf kantonaler Ebene durchschlagen.
Positiv auswirken sollen sich für die EVP zudem die Listenverbindungen
mit der EDU und der CVP. Damit, dass die EDU häufig rechts aussen
politisiert und damit meist weit entfernt von der EVP-Linie steht, hat
Geschäftsführer und Grossrat Ruedi Löffel keine Probleme.
Listenverbindungen hätten «primär wahlarithmetische»
Gründe. Und damit habe die EVP gute Erfahrungen gemacht. Fast die
Hälfte der EVP-Fraktion sei nämlich auf Grund von Listenverbindungen
im Grossen Rat, sagte Löffel auf Anfrage. Am Schluss der Wahl zähle
nur das Resultat. Die Geschäftsleitung habe sich für Listenverbindungen
mit der CVP und der EDU entschieden, ergänzt EVP-Kantonalpräsident
Heinz Dätwyler.
Je einen Sitzgewinn erhofft sich die EVP in den Wahlkreisen Emmental,
Seeland und Berner Jura. In den Wahlkreisen Oberaargau, Stadt Bern und
Thun dagegen sieht die EVP je einen Sitz gefährdet. ue
DRS Regionaljournal BE FR VS 10.01.2006, 17.30 Uhr
EVP will mehr Sitze trotz kleinerem Parlament (2:43)
12 Sitze im Grossrat sind das Ziel, wenn es optimal laufe seien gar
14 Sitze möglich, rechnet Parteistratege Ruedi Löffel.
Link
BZ Burgdorf und Emmental 20.12.05 / EVP
Kandidaten nominiert
Die EVP Burgdorf-Fraubrunnen hat für die Grossratswahlen im kommenden
April nominiert. Die Partei steigt im Wahlkreis
Oberaargau mit der Liste 2 ins Rennen. Diese wird von
den beiden bisherigen Grossräten Thomas Grimm, Burgdorf, und Ruedi
Löffel, Münchenbuchsee, angeführt. Dahinter folgen
9 Frauen und 12 Männer. Ziel der EVP ist es, ihre vier Sitze im
Wahlkreis Oberaargau zu verteidigen. pd
Die Grossratskandidaten:
Thomas Grimm, Burgdorf (bisher, kumuliert); Ruedi Löffel-Wenger,
Münchenbuchsee (bisher, kumuliert); Verena Aeppli-Kobel, Jegenstorf;
Brigitte Bühlmann, Kirchberg; Doris Flückiger, Utzenstorf;
Elisabeth Frei-Wegmüller, Urtenen; Therese Hänzi, Burgdorf
(Stadträtin); Béatrice Kuster Müller, Burgdorf; Erika
Pfister-Gabriel, Fraubrunnen; Katja Ursina Schenkel, Münchenbuchsee
(Vizepräsidentin GGR); Christina Wenger-Martin, Burgdorf; Martin
Aeschlimann, Burgdorf (Stadtrat); Daniel Bonomi-Razanasoa, Bätterkinden;
Erich Hirzel-Guanella, Hindelbank; Matthias Hügli, Münchenbuchsee
(Gemeinderat); Matthias Kaderli, Büren zum Hof; Daniel Kehrli,
Hasle; Peter Leuenberger, Münchenbuchsee; Jean-Claude Mäder,
Jegenstorf (Gemeinderat); Johannes Moser, Hasle; Stephan Schranz, Kirchberg;
Daniel Suter, Moosseedorf; Matthias Zünd, Jegenstorf.
Bund 09.12.2005 / Front und Kanton Bern
EVP steigt mit CVP ins Rennen
Regierungsrat Die EVP tritt gemeinsam mit der CVP
zu den Regierungsratswahlen vom kommenden April an. Das haben die EVP-Delegierten
gestern Abend beschlossen. Die CVP hatte zuvor mehrmals ihr Interesse
an einer «konstruktiven Allianz» mit der EVP im
Sinne eines dritten Pols neben den Bürgerlichen und den rot-grünen
Parteien signalisiert. Die EVP-Delegierten nominierten die
Könizer Gemeinderätin Marianne Streiff-Feller und den Lotzwiler
Grossrat und Kantonalpräsidenten Heinz Dätwyler. (bwb) Seite
35
Die christliche Allianz steht
Die EVP steigt zusammen mit der CVP ins Rennen um einen
Sitz im Regierungsrat – Rot-Grün erhält
einen Korb (...) Stefan von Below
«70 Prozent der Wählerinnen und Wähler haben
die grossen Blöcke satt», sagte Ko-Geschäftsführer
Ruedi Löffel gestern Abend vor den EVP-Delegierten. Die Regierungsratswahlen
vom kommenden April böten der Partei Gelegenheit, sich zusammen
mit der CVP als Alternative zu den Bürgerlichen und zu Rot-Grün
– gleichsam als ein «Schmiermittel» im politischen
Getriebe – zu positionieren.
Die Mehrheit der Delegierten hiessen die Anträge der Geschäftsleitung
gut. Mit 65 zu 22 Stimmen sprachen sie sich dafür aus, statt wie
bisher im Alleingang zusammen mit der CVP in die Regierungsratswahl
zu steigen. In der vorangegangenen Abstimmung über den allfälligen
Listenpartner waren 76 Stimmen auf die CVP und bloss 8 auf die rot-grünen
Parteien entfallen. Damit ist die christliche Allianz mit der CVP besiegelt.
(...)
Gsteiger ausgestiegen
Die EVP steigt mit zwei Kandidierenden ins Rennen um einen Regierungssitz:
mit der 48-jährigen Grossrätin und Könizer Polizeivorsteherin
Marianne Streiff-Feller und mit dem 53-jährigen Grossrat und Kantonalpräsidenten
Heinz Dätwyler aus Lotzwil. Beide wurden gestern einstimmig und
mit Applaus nominiert. Patrick Gsteiger, Gemeindepräsident von
Perrefitte und Generalsekretär des Conseil régional, der
im Vorfeld ebenfalls Interesse an einer Kandidatur angemeldet hatte,
wäre nur im Fall einer Rot-Grün-Mitte-Allianz zur Verfügung
gestanden.
Dem Richtungsentscheid war eine längere Diskussion vorausgegangen.
«Eine echte Wahlchance hat nur, wer auf einer der beiden grossen
Listen kandidiert», führte Löffel zu Beginn aus. In
der Folge sprachen sich etliche Delegierte für einen gemeinsamen
Wahlzettel mit der SP und den Grünen aus (....) Handkehrum sprachen
sich zahlreiche Delegierte vom Land für eine Allianz mit der CVP
aus. Ein Zusammengehen mit den rot-grünen Parteien würden
die Wähler auf dem Land nicht verstehen, was sich negativ auf die
Grossratswahlen auswirken könnte, wurde argumentiert. «Wenn
ihr wollt, dass die EVP nicht nur in den Städten, sondern im ganzen
Kanton Bern wirksam ist, müsst ihr die Rot-Grün-Mitte-Allianz
ablehnen», sagte ein Oberländer.
«Stimmen von links und rechts»
«Wenn wir mit der CVP zusammenspannen, können wir links und
rechts die Stimmen der Unzufriedenen abräumen», fügte
ein anderer hinzu. Andernfalls, wurde argumentiert, werde die EVP lediglich
zur «Wasserträgerin» für die rot-grünen Parteien.
«Dort will ich aber kein Wasser hintragen», sagte Grossrat
Gerhard Baumgartner (Ostermundigen). Etwas Kritik gabs allerdings auch
für die CVP. Diese habe sich im Unterschied zur EVP für die
Sonntagsverkäufe eingesetzt und trage «das C nur noch aus
Kostengründen im Namen», sagte etwa ein Emmentaler.
DRS Regionaljournal BE FR VS 9.12.2005, 06.30, 07.30 und 08.00 Uhr
EVP und CVP mit gemeinsamer Liste bei Regierungsratswahlen im Kt. Bern
(2:00)
Dies ist ein Novum. Nominiert sind Marianne Streiff und Heinz Dätwyler
von der EVP und Konrad Hadener von der CVP.
Link
Bund 30.11.2005 / Gemeindewahlen Kanton Bern Herbst 2005
Die EVP siegt und siegt und siegt
Die Bilanz des Wahlherbsts im Kanton Bern:
Die Evangelische Volkspartei (EVP) gewinnt in jeder Gemeinde dazu, in
der sie angetreten ist – die SVP verliert weiter
(...) Renzo Ruf
Ein Trend setzt sich fort: Die beiden bürgerlichen Parteien stehen
unter Druck. Bei den Regierungswahlen in 36 Gemeinden im deutschsprachigen
Kantonsteil, die in den letzten drei Monaten stattfanden, verloren SVP
und FDP 14 ihrer 156 Gemeinderäte. (...) Wobei hier der
Erfolg der EVP hervorgehoben werden muss. Bei elf Gemeinderatswahlen
trat die Evangelische Volkspartei in diesem Herbst an – und samt
und sonders gewann sie dabei Wähleranteile hinzu. Auch in den Gemeinden,
in denen sie seit langen Jahren eine etablierte Kraft ist und damit
nicht den Reiz des Neuen besitzt, legte die EVP zu. Ihre Deputation
wuchs von sieben auf elf Gemeinderäte. (...)
Und nun: Die Grossratswahlen
Von besonderem Interesse sind diese Zahlenspielereien auch, weil bereits
in vier Monaten das neue Kantonsparlament gewählt wird. Trotz gewissen
Unschärfen lassen sich aus den vorliegenden Zahlen vier Schlüsse
ziehen. (...) Die Wahlmaschine der EVP läuft und läuft
und läuft. Immer mehr Wähler sehen in der Evangelischen Volkspartei
eine valable Alternative zu den Grossparteien. (...)
Bund 18.11.2005 / REGIERUNGSRATSWAHLEN 2006
EVP allenfalls mit Streiff
Bei der Evangelischen Volkspartei (EVP) steht Marianne Streiff in
den Startlöchern für eine Kandidatur für die Regierungsratswahlen.
Wie Grossrat Ruedi Löffel auf Anfrage sagte, sei diese Option ein
offenes Geheimnis. Am übernächsten Wochenende will Streiff
in Köniz ihren Gemeinderatssitz verteidigen. Vorher ist von ihr
kein Entscheid zu erwarten. Streiff führt im Grossen Rat die elfköpfige
EVP-Fraktion an. 2002 hatte sie bereits für den Regierungsrat kandidiert.
Damals erzielte sie knapp 18 000 Stimmen. (db)
Bund 17.11.2005 / REGIERUNGSRATSWAHLEN 2006
Grüne vor Zerreissprobe
Nach den bürgerlichen Nominationen für die Regierungsratswahlen
herrscht Unruhe im rot-grünen Lager. Bei der SP scheint sich die
Situation zu klären – bei den Grünen hingegen zeichnen
sich heftige Auseinandersetzungen ab.
(...) Die SP-Geschäftsleitung hat beschlossen, an drei Kandidierenden
(inklusive Jura-Kandidatur) festzuhalten. «Mit einer Zweierliste
werden wir nicht stärker», sagte Marti gestern. Und: «Der
Rückzug der SP-Jura-Kandidatur macht keinen Sinn.» Die SP,
so versprach Marti, werde jetzt die Gespräche mit Grünen und
EVP weiterführen, damit dem bürgerlichen Sechserticket eine
«ganz starke Liste» entgegengestellt werden könne.
(...)
Unklar ist die Situation bei den Grünen. (...) Für Nico Lutz
vom GB-Wahlausschuss ist die zentrale Frage, mit welcher Aufstellung
Rot-Grün «der Unverschämtheit der SVP» begegnen
soll. Die Strategie ist für ihn klar: Mit zusätzlichen Kandidierenden
das absolute Mehr hinaufschrauben und einen zweiten Wahlgang anpeilen,
bei dem die SVP-Wähler dann daheim bleiben. Optimal wäre für
ihn eine Sechserliste (3 SP, 1 GFL, 1 GB, 1 EVP). (...)
EVP: Kalte Schulter für Rot-Grün
Für die EVP scheint das Zusammenspannen mit SP und Grünen
derweil in den Hintergrund zu treten. Wie Ruedi Löffel gestern
sagte, «hat die Option CVP an Farbe gewonnen», nachdem die
SP den Anspruch auf drei Linien bekräftigt hat. Die CVP war erst
unlängst an die EVP herangetreten. Ihr Ziel: «ein liberal-soziales
Bündnis der dynamischen Mitte» («Bund» vom 10.
11.). Gestern hat die EVP-Geschäftsleitung
bereits beschlossen, bei den Grossratswahlen Listenverbindungen mit
CVP und EDU zu empfehlen. Für die Listengestaltung bei den Regierungswahlen
lässt die EVP die Option Rot-Grün zwar noch offen. Zentral
ist dabei laut Löffel die Frage nach den Auswirkungen auf die Grossratswahlen.
Bei einem Zusammengehen mit Rot-Grün würde – das hätten
Reaktionen auf die laufende Diskussion bereits gezeigt – ein Teil
der Basis verärgert, vor allem im Emmental und im Oberland. (sw/db)
Berner Rundschau 11.11.2005 / Kanton BE Zeitung
Ist das das bürgerliche Fünferticket?
Morgen nominiert die SVP ihre Kandidaten für die
Regierungswahlen 2006. Am Montag ist die Reihe an der FDP. Möglich
ist alles, sogar die traditionelle Fünferliste. Bruno
Utz
Die Ausgangslage für die Wahlen vom 9. April 2006 ist so spannend
wie lange nicht mehr: Neben dem Sozialdemokraten Samuel Bhend geben
die Freisinnigen Dora Andres und Mario Annoni - er vertritt auch den
garantierten Bern-Jura-Sitz - das Regieren auf. Ebenso Elisabeth Zölch
(SVP).
Werden SVP und FDP wie seit 1990 stets mit einer gemeinsamen Fünferliste
die Wahlen bestreiten? «So hats der Parteivorstand soeben entschieden»,
sagt SVP-Geschäftsführer Christoph Neuhaus. Der Delegiertenversammlung
werde eine gemeinsame Liste beantragt. «Davon . (...)
EVP kein Partner für Bürgerliche
Kein Interesse zeigt Matyassy an einer Liste mit der EVP. «Ich
bin dagegen und nicht für wahltaktische Spielchen zu haben.»
Auch Christoph Neuhaus winkt bezüglich EVP ab. «Derzeit sieht
es nicht nach einem Zusammengehen aus.» Von diesen beiden Parteien
habe er nichts mehr gehört, räumt EVP-Präsident und Regierungskandidat
Heinz Dätwyler ein. Die SP habe jedoch positiv reagiert. «Wenn
wir uns inhaltlich auf ein Minimum an Zielen einigen können, finde
ich eine gemeinsame Liste SP/GFL/EVP attraktiv», bestätigt
SP-Präsidentin Irène Marti Anliker. Aktuell werde eine solche
Liste besonders dann, wenn die Bürgerlichen mit sechs oder sieben
Leuten anträten. Die EVP-Delegierten stellen
die Weichen am 8. Dezember. Die SP nominiert am 12. Dezember.
Bund 10.11.2005 / WAHLEN 2006
Die CVP klopft bei der EVP an
Nach ihren Wahlerfolgen in anderen Kantonen wittert die CVP auch im
Kanton Bern Morgenluft. Laut einem gestern veröffentlichten Communiqué
strebt die Partei eine gemeinsame Beteiligung an den Regierungsratswahlen
mit der EVP «im Sinne eines liberal-sozialen Bündnisses der
dynamischen Mitte» an. Gespräche seien im Gang, Entscheide
fielen aber erst Anfang Dezember. Die CVP-Ortsparteien haben zehn Tage
Zeit, um Kandidaten für eine gemeinsame Regierungsratsliste mit
der EVP zu suchen. (...)
Laut Mediensprecher Stefan Meierhans möchte sie sich zusammen mit
der EVP als «dritter Pol» neben dem bürgerlichen und
dem rot-grünen Block etablieren. Zwischen CVP und EVP gebe es zwar
«Differenzen in Sachfragen, aber von der grundsätzlichen
Ausrichtung her stehen wir uns recht nahe».
Das bestätigt auch EVP-Kantonalpräsident Heinz Dätwyler.
Dennoch sei offen, ob seine Partei das Angebot annehmen werde. Dätwyler
lässt durchblicken, dass er einer Allianz mit Rot-Grün den
Vorzug geben würde – falls diese parteiintern mehrheitsfähig
sei. (bwb)
Bund 22.10.2005 / REGIERUNGSRATSWAHLEN 2006
Braut mit limitierter Auswahl
Rot-grüne oder bürgerliche Regierungsratsliste?
Noch ist die EVP unentschlossen - dabei ist wohl schon alles klar Die
Evangelische Volkspartei hat am Donnerstag den Entscheid vertagt, «wie
und mit wem» sie sich an den Regierungsratswahlen beteiligen will.
Das Problem dabei: Die für sie aussichtsreichste Variante kommt
für sie praktisch nicht in Frage.
Vom Mauerblümchen zur umworbenen Braut: So könnte man die
Entwicklung der Evangelischen Volkspartei in den letzten Jahren umschreiben.
Bezüglich Sitzzahl im Grossen Rat erhob sie sich aus der Bedeutungslosigkeit
in den 70er-Jahren zu beachtlicher Grösse: Bei den letzten Wahlen
errang sie 11 Sitze. Damit ist sie nach SVP (67 Sitze), SP (58) und
FDP (36) die viertstärkste Partei im Bernbiet. Trotz
verkleinertem Kantonsparlament (160 statt 200 Sitze) will die EVP bei
den Wahlen im April laut Geschäftsführer Ruedi Löffel
mindestens zwölf Sitze erreichen.
Den zweiten FDP-Sitz im Visier
Mit dem Wähleranteil ist auch das Selbstbewusstsein gewachsen.
Und schon wird die Sitzverteilung in der bernischen Regierung nicht
mehr als gottgegeben hingenommen. Offen wird angezweifelt, ob die «schwächelnde
FDP» überhaupt noch Anspruch habe auf ihren traditionellen
zweiten Sitz. Hier liege der Ausgangspunkt für die Überlegungen,
die im Hinblick auf die kommenden Wahlen angestellt wurden, sagt Ruedi
Löffel. Bisher stieg die EVP stets allein in die Regierungsratswahlen
- ihr Scheitern war dabei so sicher wie das Amen in der Kirche. Diesmal
zieht die EVP erstmals in Betracht, «Neuland zu betreten»
und gemeinsam mit anderen Parteien in die Wahlen zu steigen.
Wähleranteil als Mitgift
Dabei zeigt sich eines: Mit ihrem Wähleranteil wird sie als begehrenswerte
Braut wahrgenommen. SP und Grüne sähen sie gerne auf ihrer
Liste, wie SP-Präsidentin Irène Marti sagte. Der Grund liegt
auf der Hand: Laut GFL-Geschäftsführerin Christine Häsler
würde die Chance auf einen dritten Rot-Grün-Mitte-Sitz markant
erhöht, wenn die «sechs bis acht Prozent» Wähleranteil
der EVP «abgeholt» werden könnten. Auch inhaltlich
stünde dem Zusammengehen nicht viel im Weg. Nachdem SP und Grüne
diese Woche mit der EVP zusammengekommen waren, sprach Häsler von
«grossen inhaltlichen Übereinstimmungen mit punktuellen Abweichungen».
Die EVP hat auch noch andere - vergleichsweise stille - Verehrer: SVP-Präsident
Hermann Weyeneth hat diese Woche angedeutet, die EVP würde durchaus
auf die bürgerliche Liste passen («Bund» vom Donnerstag).
Gespräche fanden bereits statt. Kein Wunder, hat die EVP Mühe,
sich zu entscheiden.
Grosse Frage: Wie und mit wem?
An der Kantonalvorstandssitzung von diesem Donnerstag hat sie denn auch
den Entscheid einstimmig vertagt, «wie und mit wem sie sich an
den Regierungsratswahlen beteiligen will». Am 8. Dezember soll
eine ausserordentliche Delegiertenversammlung «in dieser Beziehung»
Klarheit schaffen.
Die Diskussion zeigte laut Ruedi Löffel, dass «sehr viele»
ein Bündnis möchten. Argumente gebe es für beide Seiten.
In welche Richtung es die 38 Anwesenden eher zog, wollte Löffel
nicht verraten, um die Debatte nicht vorzubelasten. Die EVP will sich
mit ihrem Entscheid «möglichst viele Optionen offen halten»,
heisst es in der Mitteilung zur Sitzung vom Donnerstag. So zieht sie
unter Umständen auch eine Jura-Kandidatur in Betracht. Genannt
wird in diesem Zusammenhang der Gemeindepräsident von Perrefitte,
Patrick Gsteiger, der dieses Jahr von der FDP zur EVP übergetreten
ist.
Eiskalte Schulter der FDP
Ob für die EVP aber tatsächlich noch so viele Optionen offen
sind, ist eine andere Frage. Dies hängt vor allem mit der Haltung
der FDP zusammen. Parteipräsident Johannes Matyassy wiederholte
gestern klipp und klar, «mit der EVP wenig bis nichts am Hut»
zu haben.
Und vor allem: Er habe der SVP gesagt, man wolle die EVP nicht auf einer
gemeinsamen Liste haben. Da stellt sich die Frage, was es für die
EVP heisst, wenn die SVP ihr einen allfälligen freien Platz auf
der bürgerlichen Liste zwar überlassen möchte, die FDP
aber auf ein exklusives Zusammensein mit der SVP pocht. Die Antwort
liegt auf der Hand: «Im Vordergrund» steht für die
SVP nach wie vor der langjährige Listenpartner FDP, wie Weyeneth
gestern sagte. Und: Sollte dieser bezüglich Exklusivität Forderungen
stellen, hätte dies «einen relativ grossen Einfluss».
So ist es wahrscheinlich, dass die EVP ab Mitte November nur noch über
zwei Optionen verfügen wird: rot-grüne Liste oder erneuter
Alleingang. Die SVP wird am Samstag, 12. November, ihre Entscheide zur
Listengestaltung fällen, die FDP zwei Tage später. Der Zugang
zur rot-grünen Liste dürfte dagegen noch lange offen bleiben.
Berner Zeitung 28.09.2005, Region Bern, Münchenbuchsee
EVP-Kandidaten für den Grossrat
Die EVP Münchenbuchsee
hat den bisherigen Grossrat Ruedi Löffel für die Wiederwahl
ins Kantonsparlament nominiert. Ebenfalls im nächsten Frühjahr
in den Grossen Rat wollen Matthias Hügli, Gemeinderat in Münchenbuchsee,
und Katja Schenkel, Vizepräsidentin des hiesigen Parlaments. mgt/pst
sda 9.08.2005 / Bern EVP
Dätwyler steigt ins Rennen
Der Lotzwiler Grossrat und alt Grossratspräsident Heinz
Dätwyler steigt für die EVP ins Rennen um einen Sitz in der
Berner Kantonsregierung. Antreten wird die EVP voraussichtlich im Alleingang
oder zusammen mit SP und Grünen.
Der 54-jährige Dätwyler gab seine Kandidatur am Dienstag in
Langenthal bekannt. Dätwyler ist diplomierter Handelslehrer, EVP-
Kantonalpräsident und seit 1994 Mitglied des Grossen Rates. 2004/2005
war er Grossratspräsident. Seine Arbeit in dem Amt habe er gut
gemacht, sagte Dätwyler. Den erreichten Bekanntheitsgrad sowie
Akzeptanz und Goodwill wolle er im Interesse der EVP ausnutzen.
Dätwyler ist der erste EVP-Politiker, der formell ins Regierungsratsrennen
steigt. Am 25. Augugst soll er von der Regionalpartei Oberaargau zu
Handen der Kantonalpartei vornominiert werden. Definitiv entscheidet
der rund 50-köpfige Parteivorstand am 20. Oktober über die
EVP-Kandidatur.
Kandiat aus dem Berner-Jura?
In den nächsten Wochen können aber auch andere Orts- oder
Regionalparteien Kandidaten ins Rennen schicken. Im Gespräch sind
etwa die Grossräte Ruedi Löffel (Münchenbuchsee), Marianne
Streiff- Feller (Oberwangen), und Niklaus Gfeller (Rüfenacht).
Möglich wäre auch eine Kandidatur aus dem Berner Jura: Patrick
Gsteiger, der 37-jährige Generalsekretär des Conseil régional
du Jura bernois und Gemeindepräsident von Perrefitte, wechselte
vor wenigen Monaten von der Freisinnigen zur EVP. Eine Regionalpartei
will die EVP im Berner Jura allerdings erst im September gründen.
Listengestaltung: Alles offen
Noch nicht entschieden hat die EVP über die Listengestaltung. Nach
dem am Montag bekannt gegebenen Verzicht von SP-Regierungsrat Bhend
auf ein erneutes Antreten hatten GFL und GB der EVP Avancen für
eine gemeinsame Rot-Grün-Mitte-Liste mit der SP gemacht. Eine RGM-Liste
gehöre für die EVP zu den möglichen Alternativen, sagte
Dätwyler auf Anfrage. Geprüft werde aber auch eine gemeinsame
Liste mit den Bürgerlichen und ein Alleingang.
Ticket mit Bürgerlichen kaum realistisch
Im Hinblick auf den Gewinn eines Regierungsitzes sei ein Zusammengehen
mit den Bürgerlichen am erfolgversprechendsten, die Realisierungschancen
seien realistischerweise aber als klein einzustufen. Dätwyler betonte
aber, es würden mit allen möglichen Partnern weitere Gespräche
geführt. (...).
Berner Zeitung / Bieler Tagblatt 11.05.2005 / Lyss-Seeland
Bibeltreue wollen Boden gutmachen
Während die EVP in der Region Bern langsam, aber stetig
wächst, verläuft der Aufbau im Seeland harzig. Nun hat die
Partei in Lyss einen Gemeinderatssitz im Visier. Ein hoffnungsloses
Unterfangen? Im Gegenteil, meint die Parteispitze. Erich Goetschi
In Meikirch verbuchte sie letzten Herbst einen Sitz. In Ittigen auch.
Und in Zollikofen schrammte die EVP bei den Gemeindewahlen 2004 haarscharf
an einem Gemeinderatsposten vorbei. 2003 kippte sie in Münchenbuchsee
gar die FDP aus der Exekutive. Und in vier Jahren will die Volkspartei
in allen sechs Parlamentsgemeinden der Region Bern in der Exekutive
vertreten sein. Und damit auch in Lyss. Dort hat die Partei jüngst
gleich vier Kandidierende für den Gemeinderat nominiert und gab
sich ziemlich selbstbewusst. «Als kleine Partei grosser Wahlsieger
werden», liess sich EVP-Präsident Stefan Hochstrasser verlauten.
Ein vierter Sitz im Parlament ist das erklärte Ziel, noch besser
wäre ein fünfter. Im Herbst sind Wahlen. Und Lyss habe brachliegendes
Potenzial, ist Ruedi Löffel, Geschäftsführer der Kantonalpartei,
überzeugt. «Aber man muss die Leute mobilisieren.»
Trotzdem scheint die Zielvorgabe gar hoch innerhalb der Lysser Parteienlandschaft.
Hier dominieren FDP und SP. Die EVP spielt lediglich eine Nebenrolle.
Interesse ist generell tief
Es sind die stetig kleinen Schritte der letzten Jahre, welche
die EVP im Kanton zu einem ernst zu nehmenden Partner in der Kommunalpolitik
machen. Heute ist die EVP die viertgrösste Partei im Kanton.
Vor allem im Oberaargau und im Emmental wurden in der jüngeren
Vergangenheit wacker neue Ortssektionen gegründet. Neun waren es
in der Region Bern seit 1994. Doch von Meikirch einmal abgesehen, fiel
mit Büren eine einzige Neugründung aufs Seeland. Hier stockt
der Aufbau, während es andernorts boomt. Zwar gelte das Seeland
nicht generell als hartes Pflaster, meint Ruedi Löffel: In Biel
war die EVP schon zu Gründungs- zeiten 1919 präsent, ab 1979
in Nidau, und seit 1988 existiert eine Sektion in Lyss. Doch auch für
Löffel ist klar, «dass die Entwicklung besser sein könnte».
Mögliche Erklärungen gibt es: Generell sei das Interesse für
Politik im Seeland tiefer als in den benachbarten Regionen, hält
Löffel fest. Er leitet dies aus der Stimmbeteiligung bei nationalen
und kantonalen Urnengängen ab.
Bedürfnis meist abgedeckt
Auch findet die von christlichen Werten geprägte Partei weniger
Anklang, je entfernter eine Gemeinde vom bibeltreuen Berner Oberland
oder Emmental liegt. Das hält Löffel einerseits für Spekulation.
Andererseits sei dieser Schluss «sicher nicht falsch». Das
Seeland gilt politisch als weltoffen. Dazu gibt es hier viele kleine
Gemeinden. Und das politische Bedürfnis ist durch die ansässigen
Parteien weit gehend abgedeckt. Nischen lassen sich nur schwer finden,
weiss der EVP-Geschäftsführer. Der Aufwand für den Aufbau
wäre «unverhältnismässig» gross. Fuss fassen
will man in den nächsten Jahren in grösseren Dörfern.
Oder dort, wo bei National- und Grossratswahlen der EVP-Wähleranteil
bei über acht Prozent liegt. In Schüpfen etwa. Oder in Studen.
Dort will Löffel 2006 EVP-Sektionen gründen. «Weil hier
ein Sitz im Gemeinderat möglich wäre.» Seedorf und Pieterlen,
so Löffel, sollen bald folgen.
Sektionen sind geplant
Löffel gilt als politischer Optimist. Auch innerhalb
der eigenen Partei. In Lyss etwa stuft die auf der Wahlliste kumulierte
Karin Segessenmann ihre Chance als gering ein. «Aber eine kleine
haben wir.» Klappts nicht, läge ein Trostpflästerchen
schon heute bereit. Mit Christine Schnegg wird 2006 erstmals die EVP
das Gemeindeparlament präsidieren - Wiederwahl vorausgesetzt. Politischer
Erfolg, weiss Parteistratege Löffel, kann manchmal schnell erodieren.
Berner Rundschau / Grenchner Tagblatt 07.05.2005 / Front Zeitung +
Kanton BE Zeitung
Tanz um die 160 Sitze hat bereits begonnen
Wahlen 2006: Parteiverantwortliche lassen sich erstmals in
die Karten blicken - ob alle Trümpfe stechen?
Am 9. April 2006 finden die nächsten Grossratswahlen statt. Dann
wird vieles anders sein: Statt 200 sind noch 160 Mitglieder zu wählen,
statt 27 Wahlkreise gibts noch 8. Gewohnt ist, dass jede Partei für
sich ein grösseres Stück aus dem Wahlkuchen schneiden möchte.
Bruno Utz
Rückblick: Am 14. April 2002 waren sitzmässig die
EVP, die Grüne Freie Liste (GFL), die SVP und die nur in der Stadt
Bern angetretene junge Alternative Wahlsieger. Das kürzere
Ende steckten die 29,45 Prozent der stimmberechtigten Bernerinnen und
Berner, die an die Urne gingen, der FDP und vor allem der Freiheitspartei
zu. Letztere verlor sogar alle vier Mandate und ist seither nicht mehr
im Grossen Rat vertreten.
Bei den nächstes Jahr anstehenden Erneuerungswahlen gelten
erstmals seit langem neue Spielregeln. Die wichtigste betrifft
die im September 2002 vom Volk abgesegnete Verkleinerung des
Kantonsparlamentes um 40 Sitze: Statt 200 sind neu im Rathaus
noch 160 Sitze zu besetzen. Als Wahlkreise gelten zudem nicht mehr die
Amteigrenzen. Gegen den Willen der SVP, aber trotzdem sehr deutlich,
hat das Stimmvolk nämlich auch grössere Wahlkreise beschlossen.
(...)
FDP will wieder nach oben
(...) 30 Mandate beanspruchen die Freisinnigen für sich. Erreicht
werden soll dieses Wahlziel mit einem Wähleranteil von 18 %. (...)
SVP wartet Eingaben aus Regionen ab
Jeder dritte Grossrat ist derzeit einer der SVP. Soll das nächstes
Jahr so bleiben? «Wir haben noch keine Zahlen definiert»,
erklärt SVP-Geschäftsführer Christoph Neuhaus. (...)
Als Minimalziel nennt er «den Wähleranteil auf unserem hohen
Niveau halten». (...)
SP will höheren Wähleranteil
(...) «Wir streben einen Wähleranteil von 28 % an»,
sagt Andreas Blaser, Vizepräsident der Kantonalpartei. Sitzmässig
sollen mindestens 45, «falls uns das Proporzglück hold ist
sogar 50» SP-Grossrätinnen und -Grossräte an der Eröffnung
der Legislatur 2006/10 teilnehmen können. (...)
EVP will das Dutzend voll machen
Schritt für Schritt ist die EVP in den letzten
Jahren gewachsen. «Das wollen wir auch 2006 tun», erklärt
EVP-Geschäftsführer Ruedi Löffel. Trotz Ratsverkleinerung
visiere die evangelische Mittepartei sitzmässig ein volles Dutzend
an. «Im Oberaargau wird es sehr schwierig,
unsere vier Mandate zu halten. Wir rechnen aber mit je einem Sitzgewinn
im Emmental und im Seeland. Und auch im Jura sieht es gut aus»,
sagt Löffel. Mitte April sei beispielsweise Patrick Gsteiger, Generalsekretär
des Conseil regional du jura bernois und Gemeindepräsident von
Perrefitte, aus der FDP aus- und in die EVP eingetreten. Nachdem verschiedene
weitere Personen ihr Mitmachen zugesichert hätten, werde am 8.
September 2005 die EVP Berner Jura gegründet.
Grüne und EDU wollen aufstocken
Parteien mit besonders ambitiösen Wahlzielen gibt es selbstverständlich
auch. Die Grüne Freie Liste und das Grüne Bündnis haben
Ende April beschlossen, unter ein gemeinsames Dach zu rücken. Als
«Grüne Kanton Bern» wird eine Steigerung des Wähleranteils
um einen Drittel angestrebt. Und die Sitzzahl soll - inklusive der Jungen
Alternative Stadt Bern - von 15 auf 20 gesteigert werden.
Am anderen politischen Ende - rechts - peilt auch die EDU viel an. Die
Partei will ihre Sitzzahl von 4 auf 8 gleich verdoppeln. Damit könnten
die EDUler erstmals als eigene Fraktion antreten und ihre Position noch
mehr stärken. Nach Angaben von Parteisekretärin Daniela Francioli
hofft die EDU auf «gute Listenverbindungen, vor allem mit der
EVP». Dann sei das Ziel erreichbar. Die acht Mandate habe die
Partei mittels der Resultate 2002 auf die neuen Wahlkreise hochgerechnet.
Journal du Jura 19.04.2005
PARTI ÉVANGÉLIQUE | Une section Jura bernois
en septembre
Patrick Gsteiger en poisson-pilote...
Quatrième formation politique du Grand Conseil avec
onze députés, le Parti évangélique compte
bien en compter un douzième en 2006 grâce à Patrick
Gsteiger. Malgré la cure d'amincissement du parlement...
Pierre-Alain Brenzikofer
Le malheur des uns fait le bonheur des autres! En quittant les radicaux
pour le compte du Parti évangélique, Patrick Gsteiger
a plongé ses anciens amis dans un abîme de perplexité.
Par contre, il a galvanisé une formation jusqu'ici peu implantée
dans le Jura bernois. Et qui compte bien obtenir un siège au
Grand Conseil en 2006 dans les trois districts.
Hier, tant Walter Bieri que Ruedi Löffel, respectivement président
et administrateur du PEV, se sont réjouis de l'arrivée
de la nouvelle recrue. Le premier nommé espère bel et
bien que le PEV devienne très actif dans le Jura bernois. Selon
lui, Patrick Gsteiger est quelqu'un de fort connu dans la partie francophone
du canton. Quant au principal intéressé, il a rappelé
qu'un important travail avait déjà été fait
dans sa région: «Mon transfert a en quelque sorte fait
figure de révélateur pour un parti offrant une véritable
alternative...»
Marié et père de deux filles adolescentes, Patrick Gsteiger
est donc maire de Perrefitte, secrétaire du Conseil régional
et secrétaire-caissier de l'Association des maires et présidents
de bourgeoisie du district de Moutier. Côté foi, il appartient
à l'Eglise évangélique baptiste de Moutier. Après
avoir passé quinze ans sur les bancs du Parti radical, il a mené
une réflexion personnelle sur son engagement politique histoire
de déceler si celui-ci coïncidait avec ses aspirations propres
et ses convictions de chrétien. De quoi se rendre compte qu'il
n'était pas vraiment à l'aise au sein d'un PRD. «Bref,
a-t-il expliqué hier, à Berne, au cours d'une conférence
de presse, j'ai cherché un parti qui défende mieux les
valeurs morales comme la famille, la justice, la solidarité et
la dignité de l'être humain. Au PEV, j'ai trouvé
la possibilité de vivre ma foi personnelle dans un engagement
politique concret. Par ailleurs, je suis content d'adhérer à
un parti indépendant des groupes d'intérêt.»
Plaidoyer pour le centre
Le nouvel Evangélique - des évangélistes, la Bible
n'en compte que quatre - s'est surtout dit persuadé que dans
la politique actuelle, les partis du centre avaient un véritable
rôle à jouer pour mener une politique plus consensuelle:
«Ce terrain n'est que peu occupé dans le Jura bernois qui
a besoin que des hommes et des femmes, membres des autorités
ou engagés dans la vie politique et associative, mènent
une politique basée sur une responsabilité évangélique.
Le PEV a de grands projets pour le Jura bernois et je veux l'aider à
les concrétiser, a conclu Patrick Gsteiger. Il est certain que
d'autres suivront et adhéreront également à ce
parti...»
Hier, à Berne, le PEV a présenté un autre membre
de la future section du Jura bernois en la personne de Jürg Gyger,
de Courtelary. Lequel a rappelé que dans le Jura bernois, le
PEV avait déjà participé à une campagne
pour le Grand Conseil ainsi qu'aux empoignades pour le Conseil national.
Pour cet éducateur au home de Courtelary, des contacts seront
pris rapidement pour toucher un maximum de personnes.
A Tramelan en septembre
Surtout, Jürg Gyger a révélé que l'assemblée
constitutive de la section Jura bernois du PEV aurait lieu au CIP, à
Tramelan, le jeudi 8 septembre pour être précis.
Enfin, le député et administrateur du parti, Ruedi
Löffel, a rappelé qu'en 2002, Robert Habegger avait obtenu
à lui seul presque 4% des suffrages dans le district de Moutier.
Du côté de Courtelary, la liste n'avait recueilli que 2,2%
des voix. Mais le PEV affirme cependant que l'intérêt est
bien réel. Surtout qu'en 2006, le Jura bernois ne constituera
plus qu'un seul cercle électoral: «Nous disposons actuellement
de onze mandats au Grand Conseil. Mais même avec la réduction
du parlement à 160 membres, nous comptons obtenir notre douzième
fauteuil dans le Jura bernois», a martelé Ruedi Löffel.
Avec au minimum une liste complète de douze noms dans cette région.
A l'échelon du futur Conseil du Jura bernois, les Evangéliques
s'engageront également. Selon Patrick Gsteiger, ce sont les gens
qui composeront cette nouvelles instance qui décideront ou non
de son efficacité: «Là aussi, nous ne manquons pas
de personnes intéressées.» Et la formation ne compte
pas s'arrêter là. Elle déposera aussi des listes
en 2006 lors de diverses élections communales. Seigneur, savent-ils
vraiment ce qu'ils font?
DRS Regionaljournal BE FR VS 18.04.2005, Mittag
EVP Kanton BE expandiert - will auch im Berner Jura Fuss fassen (2:39)
Der Generalsekretär des bernjurassischen Regionalrates ist von
der FDP zur EVP übergetreten
Link
Journal du Jura 1. APRIL(SCHERZ) 2005
SUCCESSION DE MARIO ANNONI | A peine constitué, le nouveau
parti affiche clairement ses ambitions
Patrick Gsteiger porte-flambeau des Evangéliques pour l'Exécutif
Secrétaire du Conseil régional, mais surtout
transfuge du Parti radical au profit du Parti évangélique,
Patrick Gsteiger est le premier candidat officiel à la succession
de Mario Annoni. Est-il l'arbre qui cache pour l'instant la forêt
évangélique? Pierre-Alain Brenzikofer
Décidément, ça n'a pas traîné! Quelques
jours seulement après avoir fait part de son intention de quitter
le Parti radical du Jura bernois pour le Parti évangélique,
le secrétaire du Conseil régional et maire de Perrefitte
Patrick Gsteiger annonce clairement la couleur. Oui, son nouveau parti
le lance dans la course au gouvernement. Oui, il sera le seul représentant
des Evangéliques dans cette bataille.
Patrick Gsteiger, qui ne trouvait plus ses marques au sein du Parti
radical, s'est forcément rappelé de sa dimension chrétienne
à l'heure de rallier de plus évangéliques couleurs.
«Je connais depuis quelque temps les dirigeants bernois de ma
nouvelle formation, avoue-t-il. Ce sont eux qui m'ont convaincu de faire
le saut. Ils m'ont surtout demandé de constituer une véritable
section dans le Jura bernois.»
Essai décisif?
Depuis huit ans, le Parti évangélique tente de faire son
nid dans les trois districts en profitant des élections cantonales
et fédérales. Jusqu'ici, pourtant, il ne pouvait s'appuyer
que sur des Alémaniques de souche et d'accent généralement
issus de la communauté mennonite. Des seconds couteaux, en quelque
sorte, uniquement connus au sein de leurs chapelles.
Mais grâce à Patrick Gsteiger, l'administrateur
du parti, le député de Münchenbuchsee Ruedi Loeffel,
espère franchir une étape supplémentaire: «Nous
savons que le Jura bernois représente un terreau profondément
chrétien, nous a-t-il confié hier. Nous espérons
donc désormais pouvoir y confectionner des listes de premier
plan, tant pour le Conseil du Jura bernois que pour le Grand Conseil.
Patrick Gsteiger, notre nouvelle recrue, a été
chargé de cette importante mission. Eu égard à
sa notoriété, il sera notre fer de lance en terre francophone.»
Dans ce contexte, il semblait logique de galvaniser la campagne en faisant
du maire de Perrefitte le candidat du parti au Conseil exécutif:
«Notre comité a entériné ce choix à
l'unanimité, révèle Ruedi Loeffel. Il s'agit pour
nous de faire enfin un geste concret envers le Jura bernois, mais surtout
de réveiller la foi parfois somnolente de certains habitants
des trois districts.»
La pointe de l'iceberg
Quant au principal intéressé, il a accepté avec
enthousiasme ce nouveau défi. Ancien sergent de la police de
sûreté, actuel secrétaire du Conseil régional
et maire de sa commune, il peut s'enorgueillir d'un cursus professionnel
qui lui permettra d'être à l'aise dans toutes les situations.
Par contre, pas question d'en savoir plus sur les listes évangéliques
pour le Conseil du Jura bernois et le Grand Conseil: «Vous apprendrez
tout cela en temps utile, se marre Patrick Gsteiger. Mais je puis d'ores
et déjà vous promettre quelques belles surprises...»
Quid des partis frères?
Et les autres partis d'obédience chrétienne, dans tout
ça? Responsable de l'intransigeante Union démocratique
fédérale pour le Jura bernois, Marc Früh, maire de
Lamboing, se réjouit déjà de batailler en faveur
de Patrick Gsteiger: «Nous avions un peu prévu de présenter
notre propre candidat. Mais après mûre réflexion,
je crois que nous ne disperserons pas nos forces. Je suis pour l'union
sacrée des chrétiens, même si le Parti évangélique
se situe un peu trop à gauche de l'échiquier politique
à mon goût.»
Quant au PDC, son fer de lance Hubert Frainier s'est montré plus
mitigé: «Franchement, l'œcuménisme a ses limites.
Et puis, nous autres catholiques, nous nous méfions toujours
un peu des représentants des communautés religieuses.
Sans oublier qu'au niveau de la Question jurassienne, Patrick Gsteiger
n'est pas franchement notre tasse de thé...»
Le mot de la fin, on le laissera cependant au principal intéressé.
Croit-il vraiment en ses chances? «Si l'UDC et les radicaux partent
ensemble au combat, la bataille sera dure. Si tel ne devait pas être
le cas, le jeu s'annonce très ouvert. Mais, avec les convictions
qui m'animent, je garde la foi, car je sais mener le bon combat...»
Quant à nous, fidèles au message biblique, nous continuerons
de prier pour nos autorités...
Berner Rundschau / Grenchner Tagblatt 21.03.2005, Kanton BE
Mit Heinz Dätwyler als Präsidenten in die Wahlen 2006
EVP: Walter Bieri hört nach sieben Jahren auf - die Kantonalpartei
wählt in Uetendorf den neuen Parteipräsidenten
Ab August präsidiert Heinz Dätwyler (53) die EVP Kanton Bern.
Die Delegierten wählten den Lotzwiler in Uetendorf einstimmig.
Bei den Wahlen 2006 wollen die EVPler im Grossen Rat mindestens einen
Sitz zulegen. Bruno Utz (...)
Mindestens zwölf Sitze
Im April 2006 finden die Erneuerungswahlen für Regierung und Parlament
statt. Dann werden die Bernerinnen und Berner erstmals statt 200 noch
160 Räte wählen können. Das hindert die EVP-Strategen
nicht, eine Aufstockung der aktuell elf Sitze auf mindestens deren zwölf
als Wahlziel zu definieren. Gemäss dem Geschäftsführer,
Grossrat Ruedi Löffel (Münchenbuchsee), liegen sogar noch
mehr Mandate drin: «Wenn wir einen engagierten Wahlkampf
führen.» Dazu gehöre vor allem die Werbung von Sympathisanten,
welche mit der EVP-Zeitung bedient werden. Die zahlreichen Erfolge bei
den vergangenen Gemeindewahlen führte Löffel vor allem auf
den Ausbau der Adresskartei zurück. «Bei den letzten Grossratswahlen
bedienten wir 17 800 Adressen mit unserer Zeitung, jetzt sind des bereits
24 200.» Als weiteres Erfolgsrezept pries Löffel an: «Die
besten Leute müssen auf die Listen.» Die «besten»
heisse in diesem Fall auch, jene Leute, welche am meisten Stimmen machen.
(...)
Für die Regierungswahlen hat der EVP-Vorstand ein Antreten beschlossen.
2006 möchte die Partei mit einer gemeinsamen Liste mit einer der
drei Regierungsparteien SVP, FDP oder SP bestreiten (...)
Berner Rundschau 12.03.2005, Front + Kanton BE
EVP sucht starken Partner für Regierung
WAHLEN: Partei will 2006 nicht alleine antreten
Die EVP sucht für die Regierungsratswahlen vom April 2006 einen
starken Listenpartner. Die Geschäftsleitung der Partei hat beschlossen,
Sondierungsgespräche mit allen drei Regierungsparteien aufzunehmen.
Gestern signalisierten SVP, FDP und SP Gesprächsbereitschaft. Seine
Partei müsse aber zuerst die eigene Ausgangslage klären, erklärte
SVP-Präsident Hermann Weyeneth. Erst dann könne über
die Listengestaltung gesprochen werden. Genau gleich argumentiert Johannes
Matyassy, Präsident der FDP. Und SP-Präsidentin Irène
Marti Anliker rechnet, dass die EVP auf die SP zukomme: «Das Angebot
der SP ist eine neue Option.» Gemäss Ruedi Löffel, EVP-Geschäftsführer
und Grossrat, hat seine Partei einiges anzubieten: «Bei den Wahlen
2002 erhielten wir einen Wähleranteil von 6 Prozent. Und wir befinden
uns weiterhin im Aufschwung.» Die EVP verfüge über mehrere
geeignete Kandidaten für den Regierungsrat. (uz) Seite 13
6 Prozent Wähleranteil als Brautgeschenk
Regierungswahlen 06
Die EVP als grösste Nichtregierungspartei sucht einen starken Listenpartner
In 384 Tagen wählen die Berner Regierung und Parlament neu: Am
9. April 2006 will die EVP das Rennen um die sieben Regierungssitze
erstmals mit einem starken Listenpartner bestreiten. SVP, SP und FDP
sind für Gespräche offen.
Bruno Utz
Wir möchten unseren Aufschwung der letzten Jahre nutzen.
Und wir haben genug fähige Leute, welche bereit sind, Regierungsverantwortung
zu tragen», sagt auf Anfrage EVP-Geschäftsführer Ruedi
Löffel. Die Geschäftsleitung habe sich deshalb entschieden,
das Gespräch mit den drei Regierungsparteien SVP, SP und FDP zu
suchen. Ziel sei eine gemeinsame Liste mit einer der drei Regierungsparteien.
Die EVP wolle nächstes Jahr nicht nur eine Statistenrolle ausüben,
wie das mit dieser Grösse im Alleingang bei Majorzwahlen üblich
sei. Die EVP habe aber einiges zu bieten, verweist Löffel auf ein
2002 erzielten Wähleranteil von 6 Prozent. Mit Verweis auf die
damals «magere» Wahlbeteiligung von 28,17 Prozent schiebt
Löffel nach: «Wir könnten bei einer guten Ausgangslage
sicher noch einige Leute zur Wahlteilnahme mobilisieren.»
Zulegen im Grossen Rat
Löffel macht kein Geheimnis daraus, dass die EVP auch nächstes
Jahr bei den gleichzeitig mit den Regierungswahlen stattfindenden Grossratswahlen
zulegen will. «Ich erwarte zwölf Sitze für uns. Und
das trotz der Ratsverkleinerung von 200 auf 160 Mitglieder», verkündet
Löffel stolz. Eine Analyse der Wahlkreise habe zu diesem
Resultat geführt.
SVP: «Nichts gleich ausschliessen»
Zurück zu den Regierungswahlen. Die EVP könne sich ein zusammengehen
mit jeder der drei Regierungsparteien vorstellen, betont Löffel.
Gesellschaftspolitisch sei die Differenz zur FDP wohl am grössten,
beantwortet er eine Frage. Die EVP habe aber auch mit den Freisinnigen
Gemeinsamkeiten, genau wie mit der SP oder der SVP. Eine Umfrage unter
den drei Parteipräsidenten zeigt, alle sind für Gespräche
offen. «Ich will nichts zum Vornherein ausschliessen und lehne
die Möglichkeit eines Zusammengehens nicht sofort ab», erklärt
SVP-Präsident Hermann Weyeneth. Nach seiner Meinung ist
die EVP durchaus eine bürgerliche Mittepartei. Wichtiger
als die Frage nach einem allfälligen Listenpartner sei derzeit
die Klärung der eigenen Situation. «Wir müssen wissen,
wer von unseren drei Regierungsräten Urs Gasche, Werner Luginbühl
und Elisabeth Zölch zur Wiederwahl antritt», präzisiert
Weyeneth.
FDP: «Reden kann man immer»
Gleich schätzt Johannes Matyassy die Ausgangslage ein. «Reden
kann und soll man immer miteinander, kommentiert er das EVP-Novum. «Erst
wenn entschieden ist, ob Dora Andres und Mario Annoni wieder kandidieren,
können wir aber beurteilen, wie wir zu den Wahlen antreten wollen.»
Matyassy räumt ein, dass seitens des bisherigen Listenpartners
SVP Vorbehalte gegen eine erneute Kandidatur von Mario Annoni gemacht
werden. «Dass SVPler gegen Annoni <schiessen>, beeindruckt
mich aber nicht.» Wenn die FDP ein Annoni-Problem hätte,
dann hätte die SVP ein Problem Gasche. Weshalb? «Bei der
Steuersenkungsinitiative hat der Finanzdirektor nicht sehr souverän
agiert», erklärt Matyassy.
SP: «EVP soll auf uns zukommen»
«Grundsätzlich finde ich es gut, wenn die EVP das Gespräch
sucht», sagt SP-Präsidentin Irène Marti Anliker. Die
Bündnisfrage müsse vor jeder Wahl neu gelöst werden.
Die Voraussetzungen könnten sich ändern. Kann das bisherige
Fünferticket von SP, GFL und GB mit einer EVP-Person aufgestockt
werden? «Das wäre eine Option. Bevor wir solches erwägen
können, müssen aber konkrete Gespräche geführt werden
- mit allen Betroffenen.» Sie rechne nun damit, dass die EVP an
die SP herantreten werde. Sicher sei derzeit in Sachen Wahlen fast nur
eines, der SP-Nominationsparteitag vom 12. Dezember.
Berner Zeitung / Bieler Tagblatt 11.03.2005, Kanton BE
EVP will weg vom Alleingang
WAHLEN: Anders als bisher sucht die EVP für die Regierungswahlen
2006 Anschluss bei einer Regierungspartei.
In einem Jahr wählen die Berner/-innen Parlament und Regierung
neu. Für die Regierungswahl hat die Geschäftsleitung der EVP
jetzt einen Grundsatzentscheid gefasst: Sie will mit einer Regierungspartei
zusammenspannen.
Das Ende des Alleingangs
Bislang war die EVP immer im Alleingang angetreten und hatte bei einem
Mayorzverfahren wie der Regierungsratswahl keinerlei Chancen. Der Kuchen
wurde jeweils unter den beiden Blöcken der Rot-Grünen (SP,
GB, GFL) und der Bürgerlichen (SVP, FDP) aufgeteilt, das heisst,
die Zauberformel hiess: 2 SP, 2 FDP und 3 SVP. Der Strategiewechsel
bei der EVP könnte diesmal aber Wirkung zeigen. Denn nimmt man
den Wähleranteil aus den letzten Grossratswahlen, so bringt die
EVP eine Mitgift von 6 Prozent in die Wahlehe. Für die Rolle des
Züngleins an der Waage reicht das je nach Konstellation allemal.
(...)
Gespräche mit allen
EVP-Geschäftsführer Ruedi Löffel sagt
auf Anfrage, dass das Gespräch sowohl mit SP, SVP und FDP gesucht
werde. Die Präferenzen dürften in der EVP auseinander gehen.
Denn es ist kein Geheimnis, dass die Land-EVP weit konservativer politisiert
als etwa die EVP in Bern und Umgebung. In der Stadt Bern etwa hat die
EVP 1992 der Rot-Grün-Mitte-Koalition zum Durchbruch verholfen.
Otto Zutter
DRS Regionaljournal BE FR VS 9.11.2004, 17.30 Uhr
Die EVP ist auf dem Vormarsch (3:51)
Vier Wahlsonntage - vier Wahlsiege: die EVP besetzt in verschiedenen
Gemeinden Exekutiv-Sitze von bisherigen Parteien. Link
FACTS 15. Juli 2004
Ungläubige, hört die Signale!
Seit einem halben Jahr legt die Evangelische Volkspartei wieder
zu und ist zum Symbol für das Comeback der Religion in der Politik
geworden. Für Schub sorgen die Freikirchen und ihre Jungschar.
(...)
Real ablesbar ist das Erstarken christlicher Denkmuster am Vordringen
der EVP. Keine andere Partei hat in den vergangenen Monaten so zugelegt
wie die Evangelische Volkspartei. Gemäss der jüngsten Umfrage
der Meinungsforscher von Isopublic erreichen die Evangelischen derzeit
einen Wähleranteil von 6,9 Prozent. Vor Jahresfrist waren es noch
2,3 Prozent. Matthias Kappeler von Isopublic spricht von einem «signifikanten
Anstieg». (...)
«Der christliche Fundamentalismus predigt nicht nur von Gott,
sondern von Lebenshaltungen», sagt der Berner Politologe Andreas
Ladner und erkennt: «Die Parallelität zwischen den Freikirchen
und der EVP ist offensichtlich.» Das Erstarken der Evangelischen
Volkspartei belegt den Trend: Die Religiosität kehrt in die Politik
zurück.
Gesellschaftspolitisch konservativ
In die Polarisierung zwischen links und rechts greift die EVP ein –
mit klar linken und ebenso klar rechten Positionsbezügen. In sozialen
und ökologischen Fragen schlägt sie sich ins linke Lager,
half etwa aktiv bei der Beerdigung des Steuerpakets und begrüsst
die «Poststellen»-Initiative der Gewerkschaften. In gesellschaftspolitischen
Fragen hingegen politisiert die EVP konservativ und sammelt eifrig Unterschriften
gegen das Gleichstellungsgesetz für gleichgeschlechtliche Partnerschaften.
«Wir versuchen, die grosse Gerechtigkeitslücke zu füllen»,
begründet Zentralpräsident Aeschbacher das soziale Engagement
seiner Partei, «das ist für mich die Umsetzung des Evangeliums.»
In gesellschaftlichen Fragen aber, sagt Aeschbacher, «möchten
wir an den guten alten Werten festhalten.» (...)
Peter Selb vom Institut für Politikwissenschaft an der Uni Zürich,
Koautor der jüngsten Selects-Studie über die Parteienlandschaft,
glaubt nicht an eine Wanderbewegung unter den Konfessionsparteien, konkret
an eine Abwanderung von der CVP zur EVP: «Das würde ich bezweifeln.»
Das Phänomen EVP ist tatsächlich anders zu erklären.
Da ist einerseits ihre stark auf Wachstum ausgerichtete zentrale Parteistruktur.
Anderseits profitiert sie von der engen Vernetzung mit den gut organisierten
freikirchlichen Kreisen. (...)
Im Bernbiet hat die EVP innerhalb von fünf Jahren gleich
ein Dutzend Lokalsektionen gegründet. Und erzielte – mitten
in SVP-Hochburgen – auf Anhieb fantastische Erfolge.
Zudem haben sich die Auftritte der EVP-Exponenten stark modernisiert.
Aus den schüchternen Evangelikanern mit bleichen Gesichtern und
knöchellangen Röcken sind kecke Jungpolitikerinnen und Jungpolitiker
geworden, die auf grossformatigen Plakaten lachen und an Bahnhöfen
Giveaways verteilen. «Christsein hat heute etwas mit dem praktischen
Leben in dieser Welt zu tun und mit Mitgestalten in dieser Gesellschaft»,
erklärt der Berner EVP-Kantonalsekretär Ruedi Löffel.
Gerade die jungen Menschen in den Freikirchen entwickelten eine höhere
Sensibilität für soziale Ungerechtigkeit und Umweltsünden.
«Das ist ein grosses Potenzial», weiss Parteisekretär
Löffel. Tatsächlich gehören mehr als die Hälfte
der knapp über 1000 Berner Parteimitglieder einer Freikirche an.
Die Mitglieder der evangelisch-reformierten Landeskirche sind in der
Minderheit. Die zahlreichen Kirchenaustritte kümmern die EVP deshalb
wenig.
Namen für einen höheren Zweck
Frau und jung – darauf setzt die EVP. Von den rund 250 Kandidierenden
für die Nationalratswahlen waren rund 100 unter 30 Jahre alt. Verheizt
fühlen sich die Chancenlosen nicht, sie geben ihren Namen für
einen höheren Zweck her. «Das ist nicht verstaubt»,
beschreibt SVP-Nationalrat Hermann Weyeneth das Erscheinungsbild der
EVP. (...)
Urs Zurlinden
Professor Hans Geser glaubt an die wachsende Bedeutung der
Religion in der Schweizer Innenpolitik.
FACTS: Herr Geser, wie ist der Stellenwert des Glaubens in der Politik?
HANS GESER: Grösser, als man glaubt. Unsere Religion hat die Gesellschaft
geformt, ist verantwortlich für die Menschenrechte, für soziale
Werte. (...)
FACTS: Wie sehen Sie die Position der EVP als stark christliche Partei?
GESER: Sie hat sehr viele Frauen gewonnen. Vor zwanzig Jahren war die
EVP noch eine sehr männliche Angelegenheit. Keine andere Partei
hat sich so stark feminisiert wie die EVP. Ebenso hat sie in letzter
Zeit relativ viele Junge angesprochen.
FACTS: Gibt es eine Verbindung zwischen neuen christlichen Jugendbewegungen
und der EVP?
GESER: Das scheint augenfällig, bedarf aber genauerer empirischer
Forschung.
FACTS: Wird der Glaube in der Politik an Bedeutung zunehmen?
GESER: Meine These lautet, dass andere Einflussfaktoren von politischen
Einstellungen wie etwa die soziale Klassenzugehörigkeit schwächer
werden. Stärker werden demgegenüber Wertevorstellungen. (...)
Bei uns gelten eher noch die säkularen Werte der 68er-Generation.
Noch sind wir ein Sonderfall in dieser Welt. In Zukunft kann aber auch
bei uns mit einem stärkeren Einfluss der Religion auf die Politik
gerechnet werden.
BZ Kanton Bern, 16. März 2004
EVP will 11 Sitze halten
Der kantonalbernische EVP-Geschäftsführer und -Grossrat
Ruedi Löffel rechnet sich für die kantonalen Wahlen 2006 gute
Chancen aus, die heutigen elf Mandate halten zu können oder noch
welche dazuzugewinnen. Und dies, obwohl das Kantonsparlament dann von
200 auf 160 Mitglieder verkleinert sein wird. Löffel begründete
seine Zuversicht an der Delegiertenversammlung der EVP Kanton Bern in
Oberburg mit dem auf 5,2 Prozent gestiegenen Wähleranteil bei den
Nationalratswahlen 2003. mgt
News www.livenet.ch 16.03.2004
EVP: Aufwind im Kanton Bern
Konstanz und Glauben an die Zukunft zeigte die Evangelische Volkspartei
(EVP) des Kantons Bern an ihrer jährlichen Delegiertenversammlung
letzten Freitag in Oberburg bei Burgdorf. Das Präsidium (Walter
Bieri und die Vize Monika Wandel und Gerhard Baumgartner) und die Geschäftsleitung
wurden von den rund 60 Delegierten einstimmig und mit Applaus für
eine weitere Amtszeit bestätigt. Mit Heinz Dätwyler aus Lotzwil
bei Langenthal stellt die EVP dieses Frühjahr erstmals den Grossratspräsidenten.
Grund zur Zuversicht sieht auch Grossrat Ruedi Löffel, der über
"Die Verkleinerung des Grossen Rats - die grosse Chance für
die EVP" sprach. Dank ihrer glaubwürdigen und unabhängigen
Position der Mitte habe die EVP - schon jetzt viertgrösste Partei
im Kantonalparlament - ihren Wähleranteil bei den Nationalratswahlen
2003 auf den bisherigen Höchststand von 5,2% steigern können.
Unermüdliche Arbeit im Hintergrund
Die Zahl der Mitglieder (43% Frauen) und Ortssektionen wächst kontinuierlich,
und der Adressstamm mit Sympathisanten konnte in den letzten Jahren
deutlich ausgebaut werden. Löffel ist in der kantonalen EVP-Geschäftsstelle
für diese Arbeit zuständig. Er sieht gute Chancen, 2006 die
Mandatszahl von 11 Grossrätinnen und Grossräten auch bei einem
von 200 auf 160 Mitglieder verkleinerten Parlamant zu halten oder gar
auszubauen. Im Seeland und im Emmental soll ein Sitz dazugewonnen werden.
(...)
EVP des Kantons Bern: www.evp-pev.ch/be
Berner Rundschau 15.03.2004, Kanton BE
Die Kräfte werden für die Wahlen gebündelt
OBERBURG Weniger Grossräte ab 2006 - doch die EVP soll
das nicht weiter stören
Im Betrieb der Jenni Energietechnik AG in Oberburg hat die Delegiertenversammlung
der EVP stattgefunden. Die geplante Statutenänderung
wurde um ein Jahr hinausgeschoben. EVP-Geschäftsführer
Ruedi Löffel blickt den nächsten Grossratswahlen zuversichtlich
entgegen.
Es braucht ein neues Denken. Mir scheint die Einteilung der acht Wahlkreise
- ausser im Oberaargau - logisch und nachvollziehbar», sagte Ruedi
Löffel in seinem Referat zu den Delegierten der EVP.
In der Verkleinerung des Grossen Rates erkennt Löffel eine grosse
Chance für die Partei. «Ich glaube daran, dass wir dereinst
zwölf Sitze haben werden.» Insbesondere in den beiden Regionen
Emmental und Seeland sieht er für die Partei ein besonderes Potenzial.
Mehr Abonnenten
Deutlich hat sich die Abonnenten-Zahl der EVP-Parteizeitung
vor allem in diesen beiden Gebieten, aber auch im Oberland, vergrössert.
«Das zeigt, dass immer mehr Leute unserer Partei Sympathie entgegen-bringen»,
freute sich Geschäftsführer Löffel. 22 000 Abonnenten
sind es mittlerweile, welchen die EVP-Zeitung zugestellt
wird. Eine Zunahme der Adressen garantiere eine gute Grundlage für
den Wahlkampf.
Fleissige Werberinnen und Werber blieben an diesem Abend nicht unbelohnt.
Wer besonders erfolgreich war, durfte von Ruedi Löffel einen Inserate-Gutschein
für die EVP-Zeitung entgegennehmen. Eine zusätzliche,
süsse Belohnung erhielt die erst vor kurzem gegründete EVP
Lotzwil: Bei deren Gründung zählte sie 17 Parteimitglieder.
Nur wenige Tage später waren es bereits über 20.
Der Geschäftsführer hielt die Delegierten zu mehr Präsenz
in der EVP-Zeitung an. Insbesondere die Ortsparteien
seien zu ermuntern, die Zeitung vermehrt als Plattform für das
Bekanntmachen ihrer Aktivitäten zu nutzen. Dies unter dem Motto
«Tue Gutes und sprich darüber».
Zeit gut nutzen
Zwei Jahre haben die Parteimitglieder der Evangelischen Volkspartei
nun noch Zeit, sich für die Grossratswahlen 2006 stark zu machen.
Ruedi Löffel empfahl, sich nicht nur über Persönlichkeiten,
die bereits im Rat sitzen, Gedanken zu machen, sondern auch über
andere, die willig und kompetent seien mitzupolitisieren.
Ein Anliegen aus den Reihen der Delegierten war die Beziehung zum Berner
Jura. Der Kanton Bern habe seine Brückenfunktion wahrzunehmen und
gerade diese Region besonders zu pflegen. Die Kräfte der Parteimitglieder
müssten indessen gebündelt werden, sagte der Geschäftsführer.
Den Grossratswahlen seien im Moment Prioritäten beizumessen. (...)
Der Bund, Kanton Bern,15.03.2004
Optimismus bei EVP trotz verkleinertem Grossem Rat
KANTON BERN An ihrer Versammlung in Oberburg haben die Delegierten
der EVP-Kantonalpartei Präsident Walter Bieri (Goldiwil) und die
beiden Vize Monika Wandel (Wabern) und Gerhard Baumgartner (Ostermundigen)
für eine weitere Amtszeit bestätigt. In Bezug auf die Wahlen
2006 zeigte sich Grossrat Ruedi Löffel (Münchenbuchsee) optimistisch,
dass die Zahl von elf EVP-Mandaten trotz Verkleinerung des Kantonsparlaments
von 200 auf 160 Mitglieder gehalten oder sogar noch ausgebaut werden
kann. (pd)
Der Bund 12.09.2003
Politik nonstop - WAHLVERANSTALTUNG
Wer Nationalrätin, Nationalrat werden will, muss über eine
robuste Verfassung verfügen. Diese Konstitution jedenfalls könnte
von Nutzen sein an jenem Politiker-Härtetest, den sich Radio BE1
ausgedacht hat: In Zusammenarbeit mit dem «Bund» veranstaltet
BE1 am kommenden Wochenende einen 24-Stunden-Wahlmarathon im Restaurant
Côté Sud im Bahnhof Bern.
Mit dabei sind Vertreter aller Parteien, die mit Bernern im Nationalrat
vertreten sind:
CVP: Norbert Hochreutener, Remo Galli;
EDU: Christian Waber, Alfred Schneiter;
EVP: Walter Donzé, Ruedi Löffel;
FDP: Brigitte Bolli, Kurt Wasserfallen;
GB: Franziska Teuscher;
GFL: Barbara von Escher;
SD: René Liechti, Peter Bühler;
SP: Ursula Wyss, Peter Vollmer;
SVP: Hans Lauri, Hermann Weyeneth.
Der Marathontalk, an dem jede Politikerin, jeder Politiker 12 Stunden
lang teilnimmt, beginnt am Samstag um 16 Uhr. Pro Stunde wird ein Themengebiet
diskutiert. Nebst Ausführlichem zur Politik und zur Persönlichkeit
der Kandidaten sollen laut BE1-Pressetext dem Dauerpolitisierern noch
andere Erkenntnisse abgewonnen werden können. Zum Beispiel: «Wo
befinden sich die Grenzen der Debattierlust? Wie lange können Politikerinnen
und Politiker mitreden? Wie gut sind die Argumente nach zehn Stunden
Polittalk?» Publikum kann vor Ort mitdiskutieren. (mic)
Der Bund, Samstag, 19. Juli 2003, Ressort Kanton
Parteien im Sommer: Die EVP
Die EVP gehört zu den wenigen Parteien, die auch in diesen
trotz hochsommerlichen Temperaturen wirtschaftlich frostigen Zeiten
immer noch kräftig an Mitgliedern zulegen. Und mühelos
gelingt es ihr jeweils, für allergattig Wahlen eine regelrechte
Flut von Kandidierenden zu finden. Auch für die Nationalratswahlen,
für die sie nun gar mit drei vollen Listen antritt. Immerhin ist
es ihr bislang erfolgreiches Rezept, mit möglichst vielen Kandidierenden
möglichst viele Freunde, Bekannte und Verwandte an die Urnen zu
locken. Da kommts natürlich gelegen, lebt die Partei äusserst
aktiv ihre eigene Politik, die Familienpolitik zumal. Davon zeugt zum
Beispiel Grossrat Ruedi Löffel. Er hat seine Aufgabe als Geschäftsführer
(Basisarbeit!) wörtlich genommen und der EVP schon mal, weitsichtig
wie er ist, «fünf minderjährige Meitli» beigesteuert
(Anm. RL: Die fünfte Tochter ist und bleibt eine Zeitungsente.).
Bereits seit Jahren fruchtet die Familienpolitik der Zwygarts:So kandidiert
auf der Jungen Liste Jonathan Zwygart, Sohn des alt EVP-Nationalrats
Otto Zwygart junior, seinerseits Sohn des alt EVP-Nationalrats Otto
Zwygart senior. Aber auch Grossrätin Marianne Streiff und der frühere
Spiezer Gemeindepräsident Urs Winkler waren nicht untätig.
Mit ihren Söhnen Marco Streiff und Philip Winkler haben auch sie
aktiv zur aktuellen, üppigen Nationalratslistengestaltung der EVP
beigetragen.
Nur, wir fragen uns besorgt: Welche Folgen wird dieser historisch heisse
Sommer für die EVP haben, wenns draussen an der Sonne schöner
ist als drinnen, daheim im kuscheligen, warmen Bett? Wer kümmert
sich da noch um die Nachwuchsförderung? Wir kennen die Antwort
nicht. In jedem Fall aber wünschen wir der EVP einen fruchtbar,
äh einen furchtbar kalten Winter. (Heidi Gmür)
Der Bund, Donnerstag, 3. Juli 2003, Ressort Stadt & Region
MÜNCHENBUCHSEE: EVP peilt Sitzgewinn bei Gemeindewahlen an
Die Evangelische Volkspartei (EVP) hat die Wahlziele für die Gemeindewahlen
im Oktober festgelegt: Nebst dem erstmaligen Einzug in den Gemeinderat
möchte die Mittepartei im Buchser Gemeindeparlament von drei auf
vier Sitze zulegen. Als Spitzenkandidaten schickt die EVP für die
Exekutive wie erwartet die Parlamentarier Matthias Hügli und Toni
Mollet sowie Grossrat Ruedi Löffel ins Rennen, wie die Partei in
einem Communiqué schreibt. (rr)
Der Bund, 18. März 2003, Ressort Kanton
EVP will zweiten Nationalratssitz
WAHLEN Als «durchaus realistisch» bezeichnete der Geschäftsführer
der bernischen EVP, Grossrat Ruedi Löffel (Münchenbuchsee),
das Ziel der Partei, bei den Nationalratswahlen vom 19. Oktober einen
zweiten Sitz zu ergattern. Zumal, «wenn alle daran glauben und
mitreissen am Karren», wie Löffel an der Delegiertenversammlung
laut Pressemitteilung sagte. Derzeit sitzt Walter Donzé (Frutigen)
für die bernische EVP im Nationalrat. Die EVP ging bei den Grossratswahlen
vom letzten Jahr als eigentliche Wahlsiegerin aus dem Rennen hervor.
Mit elf Grossratssitzen stellt sie seither die viertgrösste Fraktion
im Parlament. Dank den drei Sitzgewinnen hatte sie damals die GFL überflügelt,
obschon diese weiterhin die wählerstärkere Partei bleibt.
Wie Kantonalpräsident Walter Bieri an der Delegiertenversammlung
festhielt, konnte die Partei im letzten Jahr und im Gegensatz zu den
anderen Parteien zudem einen Mitgliederzuwachs verzeichnen. Der Bestand
stieg netto um 60 Personen auf «den Höchststand» von
1047. (ktn)
20 Minuten, 18. März 2003
EVP will zweiten Sitz
BERN - Die EVP des Kantons Bern will an den Nationalratswahlen
vom kommenden Herbst einen zweiten Sitz erobern. Laut EVP-Geschäftsführer
Ruedi Löffel ist dieses Ziel durchaus erreichbar.
20 Minuten, 8. Januar 2003
EVP will zweiten Berner Sitz
MÜNCHENBUCHSEE - Die EVP Münchenbuchsee hat Grossrat Ruedi
Löffel als Nationalratskandidaten nominiert. Ziel: Die EVP will
einen zweiten Berner Sitz erringen.„ Bei der heutigen Polarisierung
ist es nötig, dass Parteien mit differenzierter Politik mehr Gewicht
bekommen“, so Löffel. Er hat sich in Bern mit seinem Kampf
für eine Jugend ohne Alkohol einen Namen gemacht.
Langenthaler Tagblatt, Emme, 7. Januar 2003
Löffel will in den Nationalrat - EVP Münchenbuchsee nominierte
Geschäftsführer
Die EVP Münchenbuchsee nominierte Grossrat Ruedi Löffel
zuhanden des EVP-Kantonalvorstandes als Nationalratskandidaten. Löffel
arbeitet als Projektleiter auf der Fachstelle für Suchtprävention
des Blauen Kreuzes und ist gleichzeitig Geschäftsführer
der kantonalen EVP. Seine politischen Schwerpunkte sind Suchtfragen
und die Finanzpolitik. Die kantonale EVP wird die Nationalratslisten
am Donnerstag, 9. Januar, in Bern verabschieden. Die Berner EVP plant,
mit einer Haupt- und einer jungen Liste an den Wahlen teilzunehmen.
BZ-Region Bern, Montag, 6. Januar 2003
Löffel nominiert
Die EVP Münchenbuchsee hat Grossrat Ruedi Löffel zuhanden
des EVP-Kantonalvorstandes als Nationalratskandidaten nominiert. Löffel
arbeitet als Projektleiter auf der Fachstelle für Suchtprävention
des Blauen Kreuzes und ist Geschäftsführer der kantonalen
EVP.
Tages-Anzeiger; 2002-08-06; Seite 7
Inland
Berner EVP verstärkt Netzwerk
Beharrliche Basisarbeit als Erfolgsrezept: Nach ihrem Wahlsieg im
Frühjahr will die Evangelische Volkspartei (EVP) weiter wachsen.
Von Peter W. Frey, Bern
"Ich glaube, das hat mit ethischen Vorstellungen zu tun."
Nationalrat Hermann Weyeneth, Präsident der Berner SVP, hielt nach
den Grossratswahlen vom 14. April 2002 eine plausible Erklärung
parat, warum seine Partei Stimmen vor allem an die kleine Evangelische
Volkspartei (EVP) verlor hatte: "Normalgläubige laufen der
Kirche eher davon, aber die, welche bleiben, machen intensiver mit -
auch in der Politik", sagte Weyeneth in einem "Tages-Anzeiger"-Interview.
(TA vom 16. 4. 2002)
Die EVP erzielte mit sechs Prozent Wähleranteil ihr bestes Resultat,
seit sie 1970 zum ersten Mal für das Kantonsparlament kandidierte
und gewann zu ihren bisherigen acht Sitzen deren drei dazu. Weyeneths
Analyse lässt Ruedi Löffel, Jugendarbeiter beim Blauen Kreuz
Bern und Teilzeit-Geschäftsführer der Berner EVP, schmunzeln.
Das mit der Ethik stimme schon, meint er - für den Wahlsieg der
EVP gibt es aber nicht nur nach Löffels eigener Analyse eine ganze
Reihe von andern Gründen. Da ist einmal das Berner Machtkartell,
das mit einem kurzen Unterbruch in den Achtzigerjahren seit mehr als
sechzig Jahren Bestand hat. SVP und FDP verfügen zusammen über
die absolute Mehrheit im Grossen Rat und nehmen fünf der sieben
Sitze im Regierungsrat für sich in Beschlag; der SP werden die
zwei restlichen Mandate überlassen.
Siebzehn Neugründungen bis 2005
Dass sich über die Jahre hinweg wenig bewegt, stärkt die
Attraktivität von Parteien ausserhalb des Kartells. Nach Einschätzung
des Politologen Hans Hirter von der Universität Bern hat die EVP
etwa bei der SVP jene Wählerinnen und Wähler geholt, die einen
"Degout der Machtausübung" hatten: "Die EVP gilt
als jene Partei, die bei Machtspielen nicht mitmacht".
Dazu kommt, dass die Partei sich gut positioniert sieht für Wählerinnen
und Wähler, denen die Werteorientierung in der Politik zentral
ist: "Die aktuelle Lebensrechtsdiskussion um den Schwangerschaftsabbruch
hat uns sicher genützt im Wahlkampf", sagt Löffel, im
April selbst neu in den Grossen Rat gewählt: "Je verunsicherter
eine Gesellschaft ist, desto offener sind die Leute für eine Wertediskussion.
Das spielte sicher mit." Diese Faktoren allein vermögen noch
nicht zu erklären, weshalb die EVP im Kanton Bern an Wähleranteil
und auch an Mitgliedern stetig zulegt.
Die Erfolge der Partei - auch auf kommunaler Ebene - haben viel mehr
zu tun mit langfristig angelegter Basisarbeit, "Knochenarbeit",
wie der Berner EVP-Präsident Walter Bieri aus Thun präzisiert.
Seit 1999 wurden acht neue Ortsparteien gegründet, und auf Geschäftsführer
Ruedi Löffels Liste "Geplante, mögliche, erhoffte Gründungen"
bis 2005 stehen die Namen von nicht weniger als siebzehn weiteren Gemeinden.
Eine Gründung angestrebt wird vor allem dort, wo die Chancen auf
Grund der Parteistärke bei eidgenössischen und kantonalen
Wahlen als gut eingeschätzt werden. "Häufig kenne ich
niemanden an dem Ort", sagt Löffel, wenn er von Bern aus telefonisch
mit der Suche nach lokalen EVP-Gründern beginne. Aber meist finde
er Interessierte, die bereit seien, sich zu engagieren: "Wenn wir
drei Leute haben, kann man etwas machen." In Zollikofen waren fünf
Leute an der Gründungsversammlung der lokalen Partei, und auf Anhieb
wurden zwei EVP-Kandidaten ins Gemeindeparlament gewählt.
Löffel betont, er gehe nie aktiv auf Leute zu, die bereits in
einer anderen Partei engagiert seien: "Die siebzig Prozent, die
heute nicht wählen gehen, das ist unser Potenzial." Wichtiges
Vehikel für die Aktivierung ist das in 18 000 Exemplaren fünfmal
im Jahr verschickte Informationsblatt, wie Parteipräsident Walter
Bieri sagt: "Die Medien können wir nicht zu Hilfe nehmen."
Die meisten Aktiven in der EVP hätten einen echten Bezug zu christlichen
Grundwerten und seien in der reformierten Landeskirche oder in Freikirchen
aktiv, doch "einen Christlichkeitstest ablegen muss niemand, der
bei uns mitmacht", erklärt EVP-Geschäftsführer Löffel.
Vielen "zu stark religiös eingefärbt"
Will die Partei als grösste Nicht-Regierungspartei weiter an
Stärke zulegen, kann sie sich aber nicht allein auf eine evangelisch-kirchlich
engagierte Wählerschaft stützen. Nach Einschätzung des
Berner Politologen Hans Hirter hat die EVP dieses Wählerpotenzial
heute "sehr gut ausgeschöpft". Für grössere
Zugewinne sei die Partei aber doch "zu stark religiös eingefärbt".
Ruedi Löffel mag dies nicht entmutigen. Auf Grund von detaillierten
Analysen habe die Partei vor den Grossratswahlen 2002 genau gewusst,
wo gute Chancen für Sitzgewinne bestanden: "Und dort haben
wir sie auch geholt." Wenn Löffel deshalb für "spätestens
2007" einen zweiten Nationalratssitz für die Berner EVP prophezeit,
wird er auch dies schon berechnet haben.
EVP in zehn Kantonen vertreten
Die EVP wurde 1919 in Brugg AG gegründet aus "der Überzeugung,
dass sich christlicher Glaube auch in konkretem politischem Engagement
ausdrücken muss". Sie nimmt für sich in Anspruch, die
erste Volkspartei der Schweiz zu sein und ist im Moment in acht Kantonen
im Grossen Rat, Kantonsrat oder Landrat vertreten. In zehn Kantonen
stellt die Evangelische Volkspartei Vertreterinnen und Vertreter in
Gemeindeparlamenten.
Die grösste Fraktion stellt die Partei seit den Wahlen im April
2002 mit elf Mitgliedern im Berner Grossen Rat, gefolgt vom Zürcher
Kantonsrat mit neun und dem Aargauer Grossen Rat mit acht Mitgliedern.
Im Nationalrat ist die Partei mit Walter Donzé (BE), Heiner Studer
(AG) und Ruedi Aeschbacher (ZH) vertreten. Während im Kanton Bern
die Zahl der Parteimitglieder stetig stieg und im Februar das tausendste
Mitglied gefeiert werden konnte, verharrte deren Zahl im Kanton Zürich
in den letzten fünf Jahren bei rund 1440 Personen. Zu ihren besten
Zeiten zwischen 1983 und 1987 hatte die EVP im Kanton Zürich einen
Wähleranteil von 7,5 Prozent und stellte 14 Kantonsratsmitglieder.
Im Moment beträgt ihr kantonaler Wähleranteil 5,6 Prozent.
(pwf)
Langenthaler Tagblatt-HEADLINES. 17.04.2002 - 07:56
Der Wahlsieg der EVP hat einen Namen: Ruedi Löffel
Münchenbuchsee Der neue Grossrat im Amt Fraubrunnen hat in
seinem Amt als kantonaler Geschäftsführer bereits einiges
bewegt. Viel Knochenarbeit, eine klare Strategie und ein aktiver Geschäftsführer
sind Gründe für den Wahlsieg der EVP. Dahinter steht der Geschäftsführer
Ruedi Löffel. Der Münchenbuchseer kann auch einen persönlichen
Erfolg verbuchen: Er wurde Grossrat im Amt Fraubrunnen. Beat Waldmeier.
In welchem der Reiheneinfamilienhäuser die Familie Löffel
in Münchenbuchsee wohnt, ist schon von weitem ersichtlich: An der
Haustür prangt neben anderem ein Plakat mit der Aufschrift "Herzliche
Gratulation". Und im Haus drin stehen verschiedene Blumensträusse.
"Das Plakat haben die Nachbarn aufgehängt und einer der Sträusse
stammt vom Gemeindepräsidenten von Münchenbuchsee", erklärt
der neugewählte Grossrat des Amts Fraubrunnen. Die EVP hat dort
den zusätzlichen Sitz geholt, der dem Amt zugesprochen worden war
- überraschend für viele, weniger für Löffel selber,
ausser, dass gerade er selber auf ihm Platz nehmen wird.
Bald auch in Utzenstorf?
Wer mit ihm über die Wahlen diskutiert, merkt schnell, dass der
Geschäftsführer der EVP über jedes Amt des Kantons genau
im Bild ist und eine klare Strategie verfolgt. Stehen irgendwo Gemeindewahlen
an, lässt sich Löffel vom Zentralsekretariat in Zürich
die Adressen aller Personen aus jenem Ort geben, welche mit der EVP-Zeitung
beliefert werden. Daraufhin ruft er diese an und motiviert sie zur Teilnahme
an den Wahlen. Gelingt dies, so ist die Gründung einer Ortspartei
der nächste Schritt. Mit Utzenstorf und Tramelan sind die nächsten
Anläufe bereits gegeben.
Der Erfolg lässt sich sehen: Seit seinem Amtsantritt vor zweieinhalb
Jahren ist die Zahl der EVP-Mitglieder im Kanton um 100 auf jetzt über
1000 angestiegen. In keinem anderen Kanton kann die EVP einen solchen
Zuwachs vermelden. Damit nicht genug: Den Ortsparteien stellt die Berner
Zentrale Vorlagen für Handzettel, Plakate und weiteres Werbematerial
zur Verfügung. So kann der administrative Aufwand für die
einzelne Sektion gesenkt werden.
"Aussenminister" der Partei
Der Erfolg ist indes nicht nur in der Strategie begründet, sondern
auch in der Person Löffels. "Ich kann gut auf Leute zugehen
und bin nicht aufs Maul gefallen", sagt der Geschäftsführer,
der zu 80 Prozent als Projektleiter beim Blauen Kreuz arbeitet. Bei
der Partei arbeitet Barbara Streit zu 30 Prozent, er zu 20 Prozent:
"Sie ist in der EVP für die Fraktion und das Sekretariat zuständig,
ich für den Aussendienst." Manchmal koste es schon Überwindung,
den Leuten zu telefonieren, und er sei auch schon ins Leere gelaufen.
"Es hat selten einer darauf gewartet, dass ich ihn anrufe".
Er versuche den Leuten bewusst zu machen, dass man etwas bewegen könne
in der Politik. Gerade im Zusammenhang mit der "Lebensrechtsdiskussion",
also beispielsweise der Abstimmung über den Schwangerschaftsabbruch,
zeige er die Bedeutung auf. "Wenn Du jetzt sagst, es gehe Dich
nichts an...", sei eines seiner Argumente für Unentschlossene.
Mitbegründer der RGM
Er sei angefressen, sagt er von der Politik. Es ist beileibe nicht
so, dass Ruedi Löffel aus dem politischen Nirwana aufgetaucht ist,
denn schon vor zehn Jahren sass er im Stadtrat von Bern (Anm.: das stimmt
nicht, ich war damals Präsident) der Stadtberner EVP), dann in
Köniz. "Ich war Mitbegründer der RGM-Mehrheit (Rot-Grün-Mitte)
anfangs der Neunzigerjahre". Das habe der Berner Sektion grosse
Kritik eingebracht, vor allem aus dem Oberland. Der Stadt/Land-Konflikt
sei auch in der EVP heute noch da, doch viel weniger als noch vor zehn
Jahren. Die EVP sei eine Volkspartei, und da gebe es mitunter unterschiedliche
Ansichten, was aber nicht weiter schlimm sei.
Löffel wäre nicht Löffel, wenn er nicht auch längerfristig
denken würde. Er sieht politisch eine Zusammenarbeit in der Mitte
zwischen CVP, EVP und GFL, weg vom Blockdenken, von dem der Wähler
genug habe. Das Flirten mit der Mitte dürfte die EDU nicht freuen,
mit denen die EVP in den meisten Amtsbezirken eine Koalition eingegangen
ist. Das sei oftmals eine Frage der Wahlarithmetik, er selber sieht
die EVP mehr im Zentrum und weniger rechts, wie es die EDU ist, sagt
Löffel. Dass deren Wähler zur EVP abwandern könnten,
glaubt er nicht. Zudem wolle die Partei nicht Wechselwähler, sondern
Neuwähler für sich gewinnen.
Töchter als Wahlkampfhelfer
Mit der Wahl als Grossrat muss Löffel seine Prioritäten ändern.
Dass er vom September bis im Januar fast ausschliesslich für die
EVP arbeiten konnte, verdanke er der Überzeit beim Blauen Kreuz.
Die Jahresarbeitszeit für die EVP sei damit für das Jahr 2002
schon fast aufgebraucht, sagt er schmunzelnd. Was er ändern will,
weiss er noch nicht.
Beim Blauen Kreuz wird er wohl auf Verständnis stossen, sind mit
Geschäftsführer Daniel Lüscher (im Grossen Rat) und Präsident
Otto Zwygart (im Nationalrat) auch Politiker in seinem Umfeld. Verständnis
erlebt der 39-Jährige auch in seinem privaten Umfeld, denn seine
Frau und die vier Töchter haben ihn schon bisher unterstützt.
Die Mädchen verschickten selber Karten und hängten Plakate
auf. "Das haben sie aus eigenem Antrieb gemacht", sagt er
schmunzelnd und auch mit Freude. Von seinem letzten Hobby Volleyball
will er sich aber nicht trennen, obwohl er sein Ziel mit Konsequenz
verfolgt. Das nächste ist das Amt eines Nationalrats.
Der Bund, Ausgabe-Nr. 87, 16.04.2002, Ressort Wahlen
"Einzige Alternative zwischen den Blöcken"
EVP/ Mit elf Grossratssitzen stellt die EVP neu die viertgrösste
Fraktion im Parlament. Dank den drei Sitzge-winnen hat sie die GFL überflügelt,
obschon diese weiterhin die wählerstärkere Partei bleibt.
Doch nicht nur Proporzglück verhalf der EVP zum Erfolg. Ihr Rezept:
aktiver Wahlkampf, wo es sich lohnt - und eine veritable Kandidatenflut.
o HEIDI GMÜR
Sie ist schwerlich einzuordnen im politischen Spektrum, spielt auf kantonaler
Ebene eine eher unauffällige Rolle, tut sich selten gross hervor
und leidet zuweilen auch darunter, kaum wahrgenommen zu werden. Und
nun ist die Evangelische Volkspartei (EVP) mit drei Sitzgewinnen die
eigentliche Wahlsiegerin der Grossratswahlen vom Wochenende. In der
kommenden Legislatur wird sie mit neu elf statt wie bislang acht Grossräten
und Grossrätinnen die viertgrösste Fraktion im Parlament stellen.
Sie verdrängt damit die Grüne Freie Liste (GFL) mit ihren
neuerdings zehn Sitzen (bisher neun) auf den fünften Platz - obschon
die GFL mit 6,15 Prozent Wähleranteil (1998: 4,65 Prozent) weiterhin
die wählerstärkere Partei ist als die EVP mit einem Wähleranteil
von neu 5,95 Prozent (4,45). Proporzpech. Oder eben Proporzglück.
Wie auch immer. Die EVP hat ihr Wahlziel - anders als die drei grossen
Regierungsparteien SVP, FDP und SP - nicht nur erreicht, sie hat es
gar um einen Sitz übertroffen. Sonderlich überrascht ist Ruedi
Löffel, Geschäftsführer und neu gewählter EVP-Grossrat
(Münchenbuchsee), darob nicht. Im Gegenteil: "Ich habe damit
gerechnet." Wenns "absolut optimal gelaufen wäre, hätten
wir sogar 14 Sitze holen können". Trotzdem freue er sich "natürlich
henne" über die drei Sitzgewinne.
Ein Sieg der Frommen?
Ist dieser Sieg ein Sieg der Frommen im Kanton Bern? So schwer sich
die EVP ins Links-rechts-Schema zwängen lässt, so wenig sie
sich profiliert mit einer pointierten politischen Haltung, so schlecht
ist sie ohne weiteres einfach nur in die religiöse Ecke zu stellen.
Der Grund für diese Undefiniertheit ist immer der Gleiche: Ihre
heterogene Wählerbasis. Eher links-liberal in städtischen
Gebieten (Beispiel Stadt Bern: Listenverbindung mit der GFL), eher rechts-konservativ
in ländlichen (Beispiel Seeland-Ost: Listenverbindung mit der EDU).
Obschon Ruedi Löffel hofft, dass der Erfolg auch auf eine wachsende
Bedeutung christlicher Werte zurückzuführen ist -"die
Bibel hat eine total aktuelle Bedeutung, gerade wenn ich die Orientierungslosigkeit
etwa bei Jugendlichen beobachte" -, so direkt mag er den Wahlsieg
nicht auf die religiöse Ausrichtung der Partei zurückführen.
Rückmeldungen wie "Super, eine christliche Partei!" gebe
es eigentlich nicht. Zudem sei der häufigste Vorwurf, den er als
Geschäftsführer höre, dass "wir zu tolerant seien,
zu viele Kompromisse machten". Das aber sei eben Politik. Nein,
Löffel ist vielmehr überzeugt, dass zahlreiche Wahlberechtigte
vom "Blockdenken, von den Grabenkämpfen die Nase voll haben".
Und: "Wir sind die einzige Alternative zwischen den Blöcken."
Gerne preist sich die EVP denn als "lösungsorientierte Vermittlerin"
an, sieht sich auch als eine Art "ethisches und moralisches Gewissen".
Oder ein Sieg der Mitte?
Und Löffel glaubt, in dieser Sandwich-Position mit der neuen Stärke
im Kantonsparlament auch etwas bewirken zu können. Gerne hätte
er hierzu eine engere Zusammenarbeit "in Sachfragen" mit der
GFL:"Wenn sie sich nur von der SP, dem rot-grünen Block etwas
lösen könnte." Den Kompromiss, die Mitte, sucht die EVP
immer wieder. Hat sie denn einen Sieg der Mitte errungen? "Ich
glaube nicht, dass man von einem Trend hin zu den Parteien der Mitte
sprechen kann", sagt Politologe Hans Hirter. Auch GFL-Kantonalpräsident
Ueli Stückelberger mag davon nicht sprechen. Er glaubt auch nicht,
dass GFL und EVP als Alternative zu den beiden Blöcken gewählt
wurden. Nicht zuletzt sei die Position der Mitte auf Stufe Kanton eine
schwierige, "weil selten von Gewicht". Da gelte "FDP
und SVP gegen den Rest". Das Gespräch mit der EVP werde aber
sicher gesucht, sagt Stückelberger. Allerdings erwartet natürlich
auch die GFL von der EVP ein Entgegenkommen -und zwar, dass sie sich
linker und vor allem ökologischer positioniere. Dass die EVP christliche
Werte hervorhebe, wäre dagegen "kein Hindernis, solange sie
mit der nötigen Toleranz verbunden sind". Den eigenen Wahlerfolg
führt die GFL im Übrigen darauf zurück, dass "Themen
wie Nachhaltigkeit wieder gefragt sind, besonders auch in ländlichen
Regionen wie im Oberland".
Resultat aktiven Wahlkampfs
Doch wie ist denn nun der Wahlerfolg der EVP erklärbar? "Mit
einem aktiven, gezielten Wahlkampf in Ämtern, in denen sich die
EVP einen Erfolg hatte ausrechnen können", sagt Hirter. Zum
Ziel geführt hat diese Strategie letztlich in den Ämtern Aarwangen,
Aarberg und Fraubrunnen. In allen drei war je ein neues, zusätzliches
Mandat zu vergeben. Folglich hatte die EVP ihre Sitzgewinne nicht zulasten
anderer Parteien verbuchen können. "Wir sagen unseren Leuten
auch, dass sie nicht in erster Linie Wähler und Wählerinnen
der grossen Parteien abwerben sollen", sagt Ruedi Löffel.
Es sei ganz klar, dass sie primär bisherige Nichtwähler angesprochen
und abgeholt hätten. Das Rezept der EVP ist denn äusserst
simpel: Man rekrutiert Wähler im Bekanntenkreis der Kandidierenden.
Und um möglichst viele Bekannte für die EVP an die Urne zu
locken, gilt es daher, auch möglichst viele Kandidierende aufzustellen.
Das Resultat ist eine veritable evangelische Kandidatenflut. Bereits
1998 stiegen 149 Männer und 75 Frauen für die EVP in den Wahlkampf,
dieses Jahr waren es gar 172 Männer und 123 Frauen, die auf 40
Listen in 25 der 26 Amtsbezirke antraten. Damit stellte die EVP heuer
gar den absoluten Kandidaten-Rekord.
"Wir haben aber nicht nur viele Leute, wir haben auch viele gute
Leute", sagt Ruedi Löffel. Solche, die das EVP-Motto "Menschen
für Menschen" auch lebten. Das mit der Parteipolitik sei "gelaufen",
ist er überzeugt: Heute zähle die "persönliche Schiene".
Ein Rezept, glaubt Löffel, das die anderen Parteien beim nächsten
Mal der EVP wohl abschreiben werden.
Berner Zeitung BZ, 16.4.02
EVP und GB legen zu
Eigentliche Gewinnerinnen sind die EVP und das Grüne Bündnis.
Sie legten um je 1,5 Prozent Wähleranteil zu.
(...)
EVP legt drei Sitze zu, FPS fliegt raus
Die EVP hat am Sonntag drei zusätzliche Grossratssitze erobert
und ist damit klare Wahlsiegerin.
«Wir haben ein treues Publikum»: Heinz Dätwyler, Fraktionspräsident
der Evangelischen Volkspartei des Kantons Bern (EVP), analysiert den
Wahlerfolg seiner Partei. Drei Sitze hat die EVP in den Grossratswahlen
vom vergangenen Sonntag zugelegt. Mit den neuen Mandaten aus Aarwangen
(Erwin Sommer, Melchnau) , Fraubrunnen (Ruedi Löffel, Münchenbuchsee)
und Aarberg (Margrit Staub, Lyss) kommt die EVP neu auf elf Sitze im
Kantonsparlament.
«Vernünftige Sachpolitik»
Dätwyler schreibt den EVP-Erfolg vor allem der «vernünftigen
Sachpolitik der Mitte» zu. Diese sei zwar «unspektakulär,
aber letztlich doch die Lösung». Viele gute Kandidatinnen
und Kandidaten mit jeweils einem grossen Umfeld hätten zu Stimmen
geführt. Trotz tiefer Stimmbeteiligung sei es gelungen, die EVP-Wählerschaft
zu mobilisieren. Und: Die Listenverbindung mit der EDU habe zum Erfolg
beigetragen. Marianne Streiff habe zudem mit ihrer Kandidatur für
den Regierungsrat zum guten Grossratsergebnis der EVP beigetragen. Auf
wessen Kosten die EVP die drei Sitze dazugewonnen hat, hat Dätwyler
noch nicht abschliessend eruiert.
EVP und GFL legen zu
«Die grossen drei Parteien haben leicht verloren, die kleinen
leicht zugelegt», sagt Dätwyler. Die genauen Zahlen: EVP
und GFL legten bei den Wähleranteilen beide 1,5 Prozentpunkte zu,
die EVP erreichte mit einem Wähleranteil von 5,95 Prozent elf Sitze,
die GFL mit 6,15 Prozent nur deren zehn.
SVP-Kantonalpräsident Hermann Weyeneth sagte zum EVP-Erfolg, dass
die SVP vor allem auf dem Land an die EVP verloren habe und dass die
tiefe Stimmbeteiligung der SVP geschadet und den kleinen Parteien Auftrieb
gegeben habe.
Blick; 16.4.02
Mit Schwellen-Ruedi wieder im Aufwind - EVP-Wahlerfolge in der Schweiz
BERN - Schwellen-Ruedi als erfolgreicher Krankenpfleger. Seit der frühere
Zürcher Stadtrat Ruedi Aeschbacher (60) die Evangelische Volkspartei
EVP präsidiert, geht es mit der kleinen Partei aufwärts. Am
Wochenende feierte die Aeschbacher-Partei verblüffende Wahlsiege.
Früher nervte er die Zürcher mit seiner progressiven Verkehrspolitik.
Ruedi Aeschbacher war der Erfinder der Schwellen zur Verkehrsberuhigung.
Jetzt verhilft er der fast schon totgesagten Partei zu einer wahren
Wiedergeburt.
Im Kanton Bern ist die EVP mit drei Sitzgewinnen Siegerin der Berner
Grossratswahlen vom Wochenende.
Der Bund, 15.04.02
Im Amt Fraubrunnen ergattert die EVP das neue Mandat.
Im Amt Fraubrunnen ändert sich an der bisherigen Sitzverteilung
nichts - mit einer Ausnahme: Der achte Sitz, den das Amt wegen Bevölkerungszuwachs
neu erhält, geht an die EVP. Mit Ruedi Löffel, Geschäftsführer
der Kantonalpartei, schickt die EVP erstmals einen Vertreter aus dem
Amt in den Grossen Rat. Diesen Sitzgewinn erreichte die EVP dank Proporzglück
und den Listenverbindungen mit der jungen EVP und der EDU. Denn mit
7,2 Prozent der Stimmen liegt sie sogar noch hinter der GFL, die 7,7
Prozent des Stimmenanteils erreichte. Gegenüber 1998 hat die EVP
ihren Wähleranteil aber um 3,7 Prozent gesteigert. Zweite Gewinnerin
ist die SVP, die ihren Anteil um 3,8 Prozent auf 39 Prozent steigern
konnte.
Langenthaler Tagblatt / Berner Rundschau, 15.4.02
EVP räumt auch in Fraubrunnen ab
Im Amt Fraubrunnen war es spannend: Wer macht das Rennen um den achten
Sitz? Das war die grosse Frage im Vorfeld der Wahlen. Nicht die Bürgerlichen,
sondern eine Partei der Mitte holte das Mandat. Der EVPler Ruedi Löffel
ist überglücklich: Der Geschäftsführer der EVP Kanton
Bern aus Münchenbuchsee machte den Sitz gleich selber. Es zeige,
dass die EVP auf dem richtigen Weg sei. «Die Wähler haben
genug von den zwei grossen Blöcken, die keine richtige Sachpolitik
machen.»
«Es war ein positiver Schock für mich»
Reaktionen - Kandidaten kurz nach ihrer Wahl
Mit Champagner wird sicher nicht angestossen», schmunzelte Ruedi
Löffel-Wenger, Projektleiter der Fachstelle Suchtprävention
des Blauen Kreuzes. Der Erwerb des achten Sitzes im Amt Fraubrunnen
ist dem Geschäftsführer der EVP Kanton Bern aber doch ein
Fest wert. «Es war ein positiver Schock», erklärte
der 40-jährige Buchser. «Mein Leben werde ich wohl neu organisieren
müssen», meinte Löffel-Wenger.
Der Bund, 29.01.02
1620 wollen in den Grossen Rat
WAHLEN 2002 / 1620 Männer und Frauen kandidieren bei den Grossratswahlen
vom 14. April 2002.
Bei den letzten Grossratswahlen hat die Zahl der Kandidierenden stetig
zugenommen. Nun scheint der Trend gebrochen:1050 Männer und 570
Frauen drängt es dieses Jahr ins Berner Kantonsparlament - und
das sind 29 Männer und vier Frauen weniger als 1998. Am meisten
Kandidaten stellt diesmal die Evangelische Volkspartei (EVP).
Neben den grossen Parteien SVP, SPund FDP treten einmal mehr die christlichen
Parteien EVP und EDU flächendeckend, mit über 50 Listen und
mit mehreren Hundert Kandidierenden an.
EVP-Kandidatenflut
Den Kandidatenrekord bei den Wahlen 2002 hält die Evangelische
Volkspartei (EVP). Die Partei, die im 200-köpfigen Grossen Rat
acht Sitze hält, steigt mit 295 Männern und Frauen auf 40
Listen ins Rennen, vor vier Jahren waren es erst 224.
Die SVP ist zwar die stärkste Partei im Grossen Rat, aber sie stellt
- wie schon 1998 - nicht die meisten Kandidaten. 1998 war es die FDP,
die am meisten Kandidierende in die Wahlen schickte, diesmal läuft
die kleine Evangelische Volkspartei der SVP den Rang ab: Die EVP portiert
auf 40 Listen 295 Kandidaten - 172 Männer und 123 Frauen.
Bund und BZ, 6.11.01
MÜNCHENBUCHSEE. EVP mit Hügli und Löffel
Die EVP Münchenbuchsee hat zuhanden des EVP-Amtsverbandes Matthias
Hügli und Ruedi Löffel als Grossratskandidaten nominiert.
Hügli ist Leiter des reformierten Seelsorgeteams am Berner Inselspital
und Parlamentsmitglied. Löffel arbeitet als Projektleiter auf der
Fachstelle für Suchtprävention beim Blauen Kreuz und als Geschäftsführer
der EVP Kanton Bern. mg
Bund, 14. April 01
Wer folgt auf Schaer?
REGIERUNGSRAT / In einem Jahr wird im Kanton
Bern eine neue Kantonsregierung gewählt. Simonetta Sommaruga will
nicht als Dori-Schaer-Nachfolgerin kandidieren.
EVP sucht Koalitionspartner
Auch die EVP will ihre «Bereitschaft
zeigen, Regierungsverantwortung zu übernehmen», wie Geschäftsführer
Ruedi Löffel erklärt. «Wir brauchen uns zwar nichts
vorzumachen, aber das Resultat von Walter Donzé war doch ermutigend.»
Donzé holte 1998 29 313 Stimmen. Um die eigenen Chancen zu erhöhen,
ist die EVP noch auf der Suche nach Koalitionspartnern - «wir
sind grundsätzlich offen».
Der Bund 26. März 01
Nationalrat - EVP Bern strebt zweiten Sitz an
pd. Spätestens bei den Nationalratswahlen
von 2007 will die EVP des Kantons Bern einen zweiten Sitz erobern: Dieses
Ziel setzte EVP-Geschäftsführer Ruedi Löffel an der Delegiertenversammlung
vom Freitag in Nidau. Seinen Optimismus begründete Löffel
unter anderem mit der steigenden Mitgliederzahl sowie mit der steigenden
Auflage des Parteiorgans «Berner EVP Politik». Zudem habe
die EVP in letzter Zeit vermehrt an Gemeindewahlen teilgenommen und
in verschiedenen Gemeinden neue Ortssektionen gegründet, beispielsweise
in Huttwil und Belp. Eine weitere Gründung in Zollikofen steht
laut Löffel unmittelbar bevor.
Bund, 29. Mai 00
Kantonale EVP - Ein zweiter Sitz im Nationalrat
Die EVP des Kantons Bern besitze das Potenzial, bei den Wahlen 2003
einen zweiten Nationalratssitz zu gewinnen, sagte Geschäftsführer Ruedi
Löffel an der Delegiertenversammlung der Partei in Lützelflüh. Voraussetzung
dafür seien die flächendeckende und aktive Vertretung der Partei im
Kanton. Oftmals verharrten die Ortsparteien jedoch in einer «christlichen
Demutshaltung», kritisierte Löffel. Präsident Walter Bieri (Goldiwil)
wurde in seinem Amt bestätigt, zu neuen Vizepräsidenten der EVP des
Kantons Bern wählten die Delegierten Monika Wandel (Köniz) und Gerhard
Baumgartner (Ostermundigen).
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