Auf dieser Seite finden Sie Medienberichte über
Wahlkämpfe- und siege der EVP bis und mit Frühling 2006
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Hier finden Sie die neueren Medienberichte.

Hier finden Sie die Wahlplattform der EVP zu den eidgen. Wahlen von 2003.
Sie ist zwar nicht mehr ganz aktuell, bringt aber die Politik der EVP ausgezeichnet auf den Punkt.
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Bund 11.04.2006 / Berner Wahlen

Grosse Parteien merklich kleiner

Bei den Grossratswahlen hat die SVP vor SP und FDP am meisten Stimmenanteile verloren, am meisten zugelegt haben die Grünen. Auch EVP, EDU und PSA haben im verkleinerten Parlament mehr Sitze als im alten Rat der 200 (...).
SVP und FDP verfügen über keine Mehrheit mehr im neuen Grossen Rat, allerdings erreichen die Bürgerlichen mit Hilfe von CVP/Entente, EDU und SD/FPS eine Mehrheit von 83 Stimmen. Rot-Grün kommt – inklusive Sukkurs der PSA – auf 64 Stimmen. In vielen Fällen wird die EVP mit ihren 13 Sitzen das Zünglein an der Waage spielen können.
Gut vergleichbar mit 2002 ist die Stimmbeteiligung – sie ist leicht von 28,2 Prozent auf 29,7 Prozent gestiegen (...).

EVP: Weiter im Aufwind
Die EVP konnte ihren Stimmenanteil um 1,3 Prozentpunkte auf 7,3 Prozent steigern und gehört damit nebst Grünen, EDU und PSA zu den Parteien, die im verkleinerten Parlament mehr Mandate holten als im Rat der 200. Die Strategie der EVP, in verschiedenen Wahlkreisen mit mehreren Listen anzutreten, so eine Fülle von Kandidaten zu präsentieren und sich überdies mit gleich zwei Kandidaten an den Regierungsratswahlen zu beteiligen, ist aufgegangen – die EVP hat in sämtlichen Wahlkreisen Stimmenanteile gewonnen.

EVP: «Tendenz stimmt»

Neben den Grünen ist die EVP die zweite grosse Siegerin der Wahlen vom Wochenende. Ihre beiden Regierungsratskandidaten Marianne Streiff und Heinz Dätwyler blieben zwar erwartungsgemäss weit hinter den Kandidierenden der grossen Blöcke zurück. Im Grossen Rat aber konnte die EVP trotz der Verkleinerung von 200 auf 160 Sitze zum vierten Mal in Folge Mandate hinzugewinnen. Neu besetzt die EVP 13 Sitze (bisher 11). Ihren Wähleranteil steigerte sie um 1,3 auf 7,3 Prozent. Dabei konnte sie praktisch in allen Amtsbezirken zulegen, einzig in Saanen und Seftigen musste die EVP leichte Einbussen hinnehmen..

Ruedi Löffel ist «happy»
EVP-Stratege und Grossrat Ruedi Löffel (Münchenbuchsee) zeigte sich gestern hocherfreut über das gute Abschneiden seiner Partei. Er sei «happy», dass man das gesteckte Wahlziel von zwölf Sitzen sogar noch um einen Sitz übertroffen habe. Allerdings wurme es ihn, dass die EVP den 14. Sitz im Berner Jura nur gerade um 400 Stimmen verfehlt habe. «Aber dafür haben wir Patrick Gsteiger in den Bernjurassischen Rat gebracht.»
Einmal mehr war die EVP mit einem Grossaufgebot von Kandidatinnen und Kandidaten zu den Parlamentswahlen angetreten. Auf 18 Listen buhlten 300 Kandidierende um die Wählergunst. Diese hätten «sehr gut gearbeitet», sagte Löffel. So seien beispielsweise über 100 000 persönliche Werbekarten gedruckt worden. Nach diesem Erfolg brauche es nun «nur noch ein ,Spürli‘», dann sei der seit langem angestrebte zweite Nationalratssitz in Reichweite. «Die Tendenz stimmt», lautet Löffels Fazit.

Politisches «Schmiermittel»
Der kommenden Legislatur blickt er mit grosser Spannung entgegen. Dank den zusätzlichen zwei Sitzen habe sich die Ausgangslage für die EVP stark verbessert. Angesichts der knappen Mehrheitsverhältnisse im Parlament werde ihre Position als «Schmiermittel» zwischen den grossen politischen Blöcken an Bedeutung zunehmen – allenfalls in Zusammenarbeit mit GFL, CVP und EDU. Die EVP werde sich auch weiterhin von keiner Seite vereinnahmen lassen, betont Löffel. «Wir gehen unseren eigenen Weg, sind aber auf alle Seiten hin gesprächsbereit.» (bwb)

 

Bund 10.04.2006 / Front

Grosser Rat: Grüne und EVP gewinnen

Die knappe bürgerliche Mehrheit im Grossen Rat ist gekippt. Wahlsieger sind die Grünen und die EVP, Wahlverlierer SVP und FDP, aber auch die SP.
Als einzige der grösseren Parteien haben die Grünen (+3 Sitze) und die EVP (+2) ihre Mandatszahl im verkleinerten Grossen Rat erhöhen können – sie sind klare Sieger dieser Wahlen. Grösste Verliererin ist die SVP. Aber auch die FDP und die SP haben Mandate eingebüsst. Im neuen Grossen Rat kommen SVP und FDP, die bisher eine knappe Mehrheit hatten, auf 73 der 160 Sitze, SP und Grüne auf 61. Das Zünglein an der Waage wird künftig vor allem die EVP mit ihren 13 Sitzen spielen können. (...)

 

Berner Rundschau 10.04.2006 / Region BE

Grüne und EVP legen deutlich zu

Grossratswahlen: Mitteparteien spielen künftig das Zünglein an der Wage

Kleinere Parteien gehen gestärkt aus den gestrigen Wahlen hervor. Zu den Gewinnern gehören die Grünen und die EVP. Auch die EDU legte zu. Die SVP verliert deutlich, und auch FDP und SP müssen Federn lassen. Christoph Aebischer
Die bürgerliche Dominanz im Berner Grossen Rat ist gebrochen. (...)
Zwar bleiben die SP und die Grünen 12 Sitze hinter dem Total der beiden bürgerlichen Partner zurück. Doch zusammen mit der EVP ist der Block um einen Sitz stärker als die SVP und die FDP zusammen. Gemäss Corinne Schärer (GB, Bern) ist die EVP in den wichtigen Fragen ein guter Partner, für SVP-Fraktionspräsident Heinz Siegenthaler (Büren a. A.) hingegen «ein Fähnchen im Wind». Das Zünglein an der Waage könnten für die Bürgerlichen fortan die CVP, die gestärkte EDU und die Parteien rechts aussen spielen.
Das Einbrechen der SVP führt Siegenthaler eindeutig auf die Wahlreform zurück: «Sie wurde von rot-grüner Seite mit Unterstützung der FDP vor allem zur Schwächung unserer Partei durchgeboxt», klagt er. Denn mehr Effizienz hätten die 8 statt 27 Wahlkreise nicht gebracht. Einen weiteren Verlustposten ortet er bei den kirchennahen Wählerinnen und Wählern: «Viele wandern zunehmend von der SVP zur EVP ab.» (...)

EVP: Die Mehrheits-Macherin
Wie die Grünen legte auch die EVP zu. Sie holte statt den 12 anvisierten Sitzen gar 13 und wird fünftgrösste Fraktion im Parlament. Parteipräsident Heinz Dätwyler beansprucht selbstbewusst eine eigenständige Rolle für die Partei. «Wir können jetzt Mehrheiten bilden», sagt er. Das werde nicht immer mit derselben Seite sein. «Da werden wir auch Leute verägern», ist sich der sonst so konsensbewusste Politiker im Klaren. In sozialpolitischen und gesundheitspolitischen Fragen werde die Partei eher mit Rot-Grün stimmen, in finanzpolitischen hingegen eher bürgerlich. Im Klartext: Die EVP hat ein Ohr für sozial Schwächere und ist im Prinzip gegen Spitalschliessungen. Auch Atomstrom ist bei der Mehrheit der Frakion unbeliebt. Hingegen soll weiter gespart werden, damit die Staatsschuld abgebaut werden kann. Man müsse die Haltung aber immer sorgfältig abwägen, damit im Kanton nicht ein Zickzackkurs resultiere, schiebt Dätwyler nach. (...)

Die Abgewählten
1689 Personen kandidierten für einen der 160 Sitze im Grossen Rat. 156 Bisherige wollten es noch einmal wissen, und traten zu den Wahlen an. Doch allen hat es nicht gereicht. Sie wurden abgewählt:
Wahlkreis Oberaargau: (...) Thomas Grimm (EVP).

Mit wechselnden Mehrheiten politisieren
Kommentar von Christoph Aebischer
Rot-Grün frohlockt: Die bürgerliche Mauer im Grossen Rat ist nach der Wahlschlappe von gestern nicht mehr so hoch. Zusammen mit einer rot-grünen Regierung sehen die links der Mitte stehenden Grossrätinnen und Grossräte einem neuen politischen Alltag entgegen.
Doch das Politisieren wird im Kanton Bern dadurch nicht einfacher. Im Gegensatz zum Regierungsrat hat im Parlament kein Erdrutsch stattgefunden. Zwar liess die aktuelle Schwäche der FDP, gepaart mit dem als unsympathisch taxierten SVP-Mehrheitsanspruch bei den Regierungsratswahlen, die bürgerliche Seite bluten. Und die Grünen schreiben einen schweizweiten Trend fort und legen auch im Kanton Bern deutlich zu. Doch auch das Wahlsystem hat seine vorausgesagten Effekte gezeitigt: Die Verzerrung zu Ungunsten der kleineren Parteien ist mit den grösseren Wahlkreisen beseitigt worden. Die Politlandschaften ist nun facettenreicher. Die Schlüsselrolle darin ist vor allem einer Akteurin vorbehalten. Die EVP ist ebenfalls gestärkt aus dem Wahlsonntag hervorgegangen. Die Mittepartei mit einem klaren Wertekodex machte schon am Wahlabend klar, dass sie sich nicht rechts oder links einbinden lässt. Sie will sachpolitisch und von Fall zu Fall entscheiden, in welches Boot sie sich setzt. Ohne die EVP aber reicht die rot-grüne Hausmacht nicht, um den bürgerlichen Block zu knacken. Als Steigbügelhalter muss die EVP gewonnen werden. Allianzen dürften in den kommenden vier Jahren hüben wie drüben aufwändiger zu schmieden sein. Schlechter müssen die politischen Entscheidungen darob nicht werden.
Während finanzpolitisch wohl weiterhin der bürgerliche Kurs gesteuert wird, sind sozial- und umweltpolitisch neue Impulse zu erwarten. Die Gefahr besteht jedoch, dass ein Zickzack-Kurs eine kohärente Politik verunmöglicht. Dass es nicht so weit kommt, wird vermehrt in der Hand der Mitteparteien liegen. Sie werden noch stärker als bisher ihre politische Verantwortung wahrnehmen müssen.

 

20 Minuten 31.03.2006 / Bern/Region

Peinliche Panne: APG hängte die falschen Wahlplakate auf

BERN - Wirbel um Wahlplakate der EVP: In Münchenbuchsee wurden Plakate aus Thun aufgehängt – gerade in der heissesten Phase des Wahlkampfs.

In Münchenbuchsee hingen EVP-Plakate mit den Thuner Kandidaten

«Das zerrt an meinen Nerven», sagt EVP-Grossrat Ruedi Löffel. Als er vorgestern in Münchenbuchsee aus dem Zug stieg, lachten fünf Thuner EVP-Kandidaten von einem Wahlplakat. «Dabei hätte da doch unter anderem mein Kopf hängen sollen», sagt Löffel. Ihm war klar: Da war ein Fehler passiert – die Allgemeine Plakatgesellschaft (APG) hatte die falschen Vorlagen verwendet.
Löffel schrieb der APG ein erbostes Mail. «Jetzt ist die entscheidende Phase des Wahlkampfs», sagt er. Nicht zuletzt wegen der Verkleinerung des Grossen Rats kämpft die EVP um jede Stimme. Löffel forderte nun, dass die Plakate sofort ausgetauscht werden.
Othmar Casutt von der APG gibt den Fehler zu: «Bis gestern um 12.45 Uhr sind alle Plakate ausgetauscht worden.» Ausserdem will die APG zusätzliche Plakate für die EVP kleben, verspricht Casutt. Das Verhältnis Löffel – APG sei aber sowieso heikel: «Für Herrn Löffel ist die APG grundsätzlich ein Feindbild – weil wir die Alkohol- und Tabakplakate aufkleben, gegen die er kämpft.» Dazu Löffel: «Feindbilder habe ich keine – ich bin einfach froh, dass der Fehler so schnell korrigiert wurde.» Andrea Abbühl

 

TeleBärn Wahlvorschau-Beiträge 20.03.2006 und 28.03.2006

Wer wird wieder gewählt? Wer wird abgewählt? Link (EVP ab 1:22)
Welche Parteien werden gewinnen, welche verlieren? Link (EVP ab 2:15)

 

Bund 22.03.2006 / Kanton Bern

Eine Partei im Dauerspagat

Parteien vor der Wahl: Die EVP ist politisch schwer einzuordnen – und versucht dies als Stärke zu verkaufen
Ein Löffel Ökologie, eine Prise Schuldenabbau, ein gerüttelt Mass Sozialstaat: Das politische Kochrezept der EVP hat für jeden Geschmack etwas zu bieten. Sie gibt sich pragmatisch und offen – doch wenn es um christliche Grundsätze geht, hört die Toleranz auf. Stefan von Below
«Du sollst dir kein Bildnis machen»: An dieses Gebot aus der Bibel fühlt sich erinnert, wer sich einen Eindruck von der Politik der Evangelischen Volkspartei EVP der letzten vier Jahre verschaffen will. Ein scharfes Profil der Partei, die mit elf Sitzen die viertgrösste Fraktion im Grossen Rat stellt, ist nicht auszumachen. So heterogen wie ihre Wählerbasis – linksliberal in den Städten, rechtskonservativ in vielen Landgemeinden – erscheint auch ihre Politik auf kantonaler Ebene. Klar ist nur eines: Wer die EVP einzig als religiöse Partei sieht, macht es sich zu einfach.
Das illustriert ein Blick auf die Vorstösse, mit denen sie sich im Grossen Rat profiliert hat. Erfolgreich setzte sich die EVP gegen den Verkauf von Tabakwaren an Minderjährige, für die Einschränkung der Tabak- und Alkoholwerbung und für rauchfreie öffentliche Innenräume ein. Zusammen mit SP und Grünen erreichte sie, dass mehr Kantonsgeld für familienexterne Kinderbetreuung floss. Aber auch der Ausbau des Kantonspolizei-Bestandes zwecks Abbau der Überstunden geht auf eine EVP-Motion zurück. Weitere Vorstösse befassten sich mit Bildungs- und Gesundheitsfragen, aber auch mit aktuellen Themen wie etwa dem Debakel um den Mitholz-Tunnel. Ein bunter Mix also – ohne dass auf den ersten Blick ein Schwerpunkt erkennbar wäre.

«Eigenartig diffus»
Bezeichnend für das unscharfe Profil der EVP ist ihre Charakterisierung durch Grossräte anderer Parteien. Als «schwer fassbar», «heterogen» und «eigenartig diffus» wird ihre politische Ausrichtung beschrieben, wobei die EVP von Bürgerlichen klar als links stehend, von Linken und Grünen aber mitunter als zu bürgerlich empfunden wird. Finanzpolitisch stehe sie «klar nicht auf unserer Seite», sagt ein FDP-Grossrat, ein Ratskollege aus der SVP hingegen sieht gerade in diesem Bereich «viele Gemeinsamkeiten». Zusammen mit SVP-Vertretern hat die EVP das bürgerliche Nein-Komitee zur Steuersenkungsinitiative der Wirtschaftsverbände auf die Beine gestellt – für Parteistratege Ruedi Löffel «eine der grössten Leistungen der Legislatur». Wegen ihres Einsatzes gegen Steuersenkungen wird die EVP von SP-Grossräten als finanzpolitisch zuverlässige Partnerin betrachtet. Handkehrum weist ihr Bekenntnis zu Schuldenabbau und Sparsamkeit auf Berührungspunkte mit den Bürgerlichen hin.
Wer auf der Suche nach Klarheit das auf die Wahlen hin überarbeitete Parteiprogramm zur Hand nimmt, kommt nicht viel weiter. Die Forderungen nach Steuererleichterungen für Familien, höheren Kinderzulagen und zusätzlichen Kindertagesstätten sind darin ebenso enthalten wie diejenigen nach dem Abbau von Staatsschulden und Subventionen und nach der «Überprüfung der staatlichen Aufgaben». Ökologie, Gesundheit und soziale Sicherheit sind der EVP ebenso ein Anliegen wie eine «starke und sozialverträgliche Wirtschaft». Kein Zweifel, dieses Programm hat für jeden Geschmack etwas zu bieten.

«Einerseits und andererseits»
Ein Problem scheint die EVP mit der Unschärfe ihres Profils nicht zu haben. «Für mich ist es ein Kompliment, wenn jemand sagt, er könne uns nicht einordnen», sagt Löffel. Das heisse doch, dass die Partei offen für sachliche Argumente sei und sich nicht in «ideologischen Schützengräben» verkrieche. Dank dieser Eigenschaft verfüge die Partei – die sich als «Schmiermittel» zwischen den politischen Blöcken sieht – über gute Kontakte zum rechten wie zum linken Lager. Im Übrigen, so Löffel, sei man sich auch fraktionsintern oft nicht einig. «Bei uns gibt es fast immer ein einerseits und ein andererseits.» Zielkonflikte kämen durchaus vor, sagte Parteipräsident Heinz Dätwyler unlängst vor den Medien. «Dort muss man halt Prioritäten setzen.» Wer lösungsorientiert denke, müsse hin und wieder «den Spagat machen», fügte Fraktionschefin Marianne Streiff hinzu.
Trotz ihrer politisch äusserst heterogenen Basis scheint das der EVP ohne grössere Konflikte zu gelingen. Das zeigte sich beispielsweise beim richtungsweisenden Strategieentscheid zu den Regierungsratswahlen: Während sich etliche Städter für ein Zusammengehen mit Rot-Grün aussprachen, entschied die Mehrheit für eine Allianz mit der CVP – ohne dass es darob zu bösen Worten gekommen wäre. Von Flügelkämpfen zwischen den tendenziell eher links stehenden Städtern und den eher konservativen Landvertretern in der Partei will Löffel nichts wissen. Es gebe lediglich «engagierte Diskussionen», sagt er. «Danach entscheidet die Mehrheit.»

Die Grenzen der Toleranz
Als pragmatische, sachorientierte und diskussionsbereite Partei der Mitte versucht sich die EVP zu verkaufen – als eine Partei also, die Extremlösungen ablehnt und von jedermann wählbar ist. Und doch hat auch ihre Toleranz Grenzen – nämlich dann, wenn es um christliche Grundsatzfragen geht. So kämpfte die EVP ebenso geschlossen gegen die Fristenlösung beim Schwangerschaftsabbruch wie gegen die Gleichstellung homosexueller Partner mit Ehepaaren – in beiden Fällen erfolglos. Er habe zwar «keine Probleme mit der Meinungsvielfalt», sagt Löffel dazu – bei solchen Fragen aber werde von parteiinternen Abweichlern Enthaltung erwartet.

EXTRA
Von links-grün bis bürgerlich
Die elf EVP-Vertreterinnen und -Vertreter im Grossen Rat decken trotz ihrer gemeinsamen Parteizugehörigkeit politisch ein breites Spektrum ab. Zentrale Figuren waren während der vergangenen Legislatur Fraktionschefin Marianne Streiff (Köniz) und Ko-Geschäftsführer Ruedi Löffel (Münchenbuchsee), die beide eher dem linken Flügel zuzuordnen sind. Streiff – Lehrerin, Familienfrau und Gemeinderätin – tat sich besonders mit einer überparteilichen Motion zum Ausbau der familienexternen Kinderbetreuung hervor. Löffel, Projektleiter beim Blauen Kreuz, sorgte mit seinen Vorstössen zur Alkohol- und Tabakprävention für Schlagzeilen.
Heinz Dätwyler (Lotzwil), seit einem Jahr Parteipräsident, wird über die Parteigrenzen hinweg als kompetenter Finanzpolitiker geschätzt. Als erster EVP-Parlamentarier präsidierte er 2004/05 den Grossen Rat. Seine Rede zur Eröffnung der BEA 2005 sorgte wegen ihrer kapitalismuskritischen Untertöne für Aufsehen.
Eher dem bürgerlichen Lager zuzurechnen sind der Alt-Parteipräsident Walter Bieri (Thun) und der Frutiger Grossrat Markus Grossen. Beide zeichnen sich durch ihre gewerbefreundliche Haltung aus. Auffallend ist im Übrigen der hohe Anteil an Lehrkräften. Vier der elf EVP-Grossräte gehören diesem Berufszweig an – was sich in ihren Vorstössen niederschlägt. (bwb)

 

Berner Zeitung Oberaargau 20.03.2006 / LESERBRIEF
Ausgabe vom 17. März 2006 «Reto Steiner: Sauer auf Wirtschaftsverband»

Wirtschaftsfeindlich?

Eines ist sicher: Das ständige Schlechtreden des Wirtschaftsstandorts durch die selbsternannten Wirtschaftsgurus des HIV schadet dem Kanton Bern mehr als die differenzierte Politik der EVP-Grossratsfraktion. Wer definiert, was wirtschaftsfreundlich und was wirtschaftsfeindlich ist? Sind Alkoholwerbeverbote wirtschaftsfeindlich, wenn sie den Jugendschutz fördern und so Gesundheits- und Sozialkosten in Millionenhöhe einsparen? Ruedi Löffel

 

DRS Regionaljournal BE FR VS 3.03.2006, 06.30, 07.30 und 08.00 Uhr

Berner Wahlen 06: Wahlpodium in Lyss - Geschenke an die Frauen (3:10)
(und dazu ein Steuersenkungs-Bildungs-Rap von Ruedi Löffel, EVP)
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20 Minuten 7.03.2006 / Bern/Region

Ruedi Löffels Bieridee zur Wahl

BERN - "Ich habe mich über die penetrante Werbung einer Biermarke geärgert", sagt Ruedi Löffel, EVP-Grossratskandidat und Mitarbeiter des Blauen Kreuzes. Die Bierverkäufer hatten ihre Autos mit Stickern beklebt. "Was die können, kann ich
schon lange", dachte sich Löffel - und bestellte Kleber mit EVP-Wahlwerbung. Ab dieser Woche kurven nun 100 Autos als mobile Wahlplakate herum. Löffel: "Wir versprechen uns davon eine grosse Resonanz."

Inspiration Bier: Ruedi Löffel. (Bild: 20 Minuten)

 

DRS Regionaljournal BE FR VS 3.03.2006, 17.30 Uhr

Berner Wahlen 06: Ruedi Löffel von der EVP auf der Anklagebank (11:55)
Link

 

DRS Regionaljournal BE FR VS 27.02.2006

Berner Wahlen 06: Die Ausgangslage mit dem Berner Politologen Hans Hirter (9:05)
"D'EVP het i de letschte Jahr sehr guet gwirtschaftet. (...)
Äs isch die Partei wo am erschte cha profitiere vor Schwechi vo de grosse Parteie..."

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Bund 23.02.2006 / Stadt & Region Bern

Das Rätselraten vor der Premiere

Viele offene Fragen vor den Grossratswahlen im Wahlkreis Mittelland - in dem am 9. April erstmals gewählt wird (...)

Lesen im Kaffeesatz
(...) Schwierig werden die Voraussagen für die christliche Allianz aus Evangelischer Volkspartei (EVP), CVP und Eidgenössisch-Demokratischer Union (EDU). Es gibt Modelle, die für alle drei Gruppen je einen Sitz vorsehen – andere sprechen von zwei Mandaten für die EVP und einem für die EDU. (...)

EVP: Zwei Sitze halten
Die Verteidigung ihrer beiden Mandate hat sich die EVP auf die Fahnen geschrieben, wie Geschäftsführer Ruedi Löffel sagt. Zu diesem Zweck tritt sie mit einer Stamm- und einer Jugendliste an. Eine wichtige Rolle spielen werde auch die christliche Allianz, sagt Löffel. Allerdings wollen sich EVP, CVP und EDU nicht gegenseitig die Wähler abspenstig machen. Die Rollen in diesem Bündnis sind klar aufgeteilt: Die EVP spricht insbesondere Nichtwähler in der Mitte an, die in der Agglomeration wohnen, die EDU positioniert sich rechts und die CVP hofft auf enttäuschte FDP-Wähler. (...)

 

DRS Regionaljournal BE FR VS 24.01.2006, 06.30, 07.30 und 08.00 Uhr

156 bisherige Parlamentarier/-innen wollen wieder ins Berner Kantonsparlament (1:28)
Nach Eingabeschluss der Wahllisten zeigt sich die EVP als die Partei mit den meisten Wahllisten.
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Berner Rundschau + Grenchner Tagblatt 11.01.2006 / Kanton BE Zeitung

Mehr Sitze trotz verkleinertem Rat

EVP Die Mittepartei will in den Wahlkreisen Emmental und Seeland zulegen
Mindestens zwölf Grossratsmandate will die EVP am Wahlabend vom 9. April haben. Das wäre trotz Ratsverkleinerung von 200 auf 160 Sitze ein Mandat mehr. Die Parteileitung begründet ihre Zuversicht mit den jüngsten Wahlerfolgen. Bruno Utz


OPTIMISTISCH Parteipräsident Heinz Dätwyler (l.), Fraktionschefin Marianne Streiff und Co-Geschäftsführer Ruedi Löffel. uz
Bild: Langenthaler Tagblatt / Berner Rundschau

«Wir machen nicht in Zweckoptimismus, zwölf Sitze sind realistisch», nannte gestern Co-Geschäftsführerin Barbara Streit das Wahlziel der EVP. Ihr Geschäftsführer-Kollege, Grossrat Ruedi Löffel, untermauerte die Hoffnungen mit Fakten: Seit den Grossratswahlen 2002 seien 13 neue Ortsparteien und die Regionalpartei Jura bernois gegründet worden. Die Zahl der Parteimitglieder sei kontinuierlich auf 1258 angestiegen.
Bei zurückliegenden Wahlen habe die EVP in zahlreichen Gemeinden Anteile von weit über 20 Prozent erreicht. So etwa in Frutigen, Grosshöchstetten, Oeschenbach, Rohrbachgraben und Lotzwil. Und bei ihrem ersten Antreten in Oberdiessbach sei die EVP 2005 auf Anhieb stärkste Partei geworden. Die vom Volk beschlossenen grösseren Wahlkreise erachte die EVP als Vorteil. Von den bisher gemeldeten 301 Kandidaten - einige wenige Listenplätze seien noch offen - seien 115 Frauen (38 Prozent) und 186 Männer. Alle elf Bisherigen kandidierten erneut. In sieben Wahlkreisen trete die EVP mit zwei oder sogar drei Listen an. Eine davon besetze in der Regel die Junge EVP, so auch im Oberaargau.

Sitzgewinn im Emmental und Seeland
Die besten Chancen für je einen Sitzgewinn rechne sich die EVP in den Wahlkreisen Emmental und Seeland aus. Neben den Erfolgen bei Gemeindewahlen sprächen auch die zahlreichen prominenten Kandidierenden dafür. Genannt wurden etwa der Burgdorfer Solarpionier Josef Jenni, Pia Riedwyl (Stadträtin Biel) oder der Oberwiler Gerhard Bakaus.
Schwierigkeiten räumte Löffel im Wahlkreis Oberaargau ein. Mit vier Grossräten stelle dieser Wahlkreis aktuell die grösste EVP-Delegation. Um alle wieder nach Bern zu bringen, müsste der Wähleranteil von bisher acht Prozent beinahe verdoppelt werden, zeigte Löffel auf. Chancenlos sei das Unterfangen aber nicht. «Die drei Oberaargauer Listen sind personell stark besetzt und geografisch gut abgestützt.»

Listenverbindung und vorkumuliert
In den meisten Wahlkreisen sind Listenverbindungen mit der EDU und, wo die Partei antritt, mit der CVP beschlossen. Zudem würden bisherige Grossräte und andere bekannte Kandidierende vorkumuliert. Auf den Oberaargauer Listen treffe dies für die Grossräte Heinz Dätwyler (Lotzwil), Erwin Sommer (Melchnau), Ruedi Löffel (Münchenbuchsee) und Thomas Grimm (Burgdorf) zu. Auch die Langenthaler Stadträtin Michèle Rentsch (JVP) werde so gestärkt.

Rück- und Ausblick
Fraktionspräsidentin Marianne Streiff (Oberwangen) erinnerte an zahlreiche EVP-Vorstösse und Engagements in der zu Ende gehenden Legislatur. Der von ihr gespannte Bogen reichte vom Ausbau der familienergänzen-den Kinderbetreuung, der Bekämpfung der Lese- und Schreibschwäche, der Sicherstellung von Langzeitpflege-plätzen für Alzheimer- und Demenzkranke bis zur Suizidprävention bei Jugendlichen und der Bekämpfung des Alkohol- und Tabakmissbrauchs. Vom Rat beschlossene Werbe- und Verkaufsbeschränkungen basierten auf Vorstössen der EVP. Bei der Bildung setze sich die Partei für ein Angebot ein, das auf christlich-abendländischem Denken beruhe und die Kinder und Jugendlichen ernst nehme und sie optimal fördere.

Neues Partei- und Legislaturprogramm
Die Bedeutung des «E» für die EVP sei im neuen, auf die Wahlen 2006 hin aktualisierten Parteiprogramm verankert, betonte Parteipräsident Heinz Dätwyler. Der Buchstabe E stehe für ehrlich, engagiert, erfrischend, echt, eckig, vor allem aber auch für evangelisch. Seine Partei unterstütze die Ehen und Familien, «die Bausteine unserer Gesellschaft». Bezüglich der Kantonsfinanzen bevorzuge die EVP weiterhin den Abbau der Schulden. Denn, «ein überschuldeter Staat ist nie ein sozialer Staat». Gezielte Steuersenkungen befürworte die EVP einzig im Rahmen der Gelder, wie sie dem Kanton durch den Neuen Finanzausgleich des Bundes zufliessen werden. Die EVP habe immer wieder die Finanzpolitik der Regierung unterstützt.

 

Bund 11.01.2006 / Kanton Bern

Die EVP übt sich in Zuversicht

Obwohl statt 200 neu nur noch 160 Sitze zu vergeben sind, will die EVP bei den Grossratswahlen zulegen
Mit einem Grossaufgebot von 300 Kandidierenden auf 18 Listen will die EVP ihre Sitzzahl im Grossen Rat von elf auf mindestens zwölf steigern. Dieses Ziel sei realistisch, findet die Parteispitze. Stefan von Below
Einen möglichen Einwand nahm Barbara Streit gleich vorweg. «Wir wollen nicht einfach Zweckoptimismus verbreiten», sagte die Ko-Geschäftsführerin der EVP Kanton Bern zu Beginn der gestrigen Medienorientierung, «wir wollen zeigen, dass unsere Ziele realistisch sind.» Ob das zutrifft, wird sich am 9. April weisen – wenn statt 200 erstmals nur noch 160 Grossrätinnen und Grossräte ins Kantonsparlament gewählt werden. Die EVP, die heute mit elf Mandaten die viertgrösste Fraktion stellt, will bei den Grossratswahlen mindestens zwölf Sitze ergattern. Wenn alles perfekt laufe, lägen aber auch 13, 14 oder sogar 15 Sitze im Bereich des Möglichen, sagte Ko-Geschäftsführer Ruedi Löffel. «Jetzt gerätst du aber leicht ins Visionäre», kommentierte Streit trocken.

Eine Partei im Aufwind
Woher nimmt die Evangelische Volkspartei ihren – in eigenen Worten – «berechtigten Optimismus»? Zur Erklärung verwies Löffel auf die positiven Resultate in den Gemeindewahlen vom vergangenen Herbst: Überall dort, wo die EVP zu den Wahlen antrat, gewann sie Wähleranteile hinzu (vgl. «Bund» vom 30. 11. 2005 - etwas weiter unten). Seit Jahren fühlt sich die Partei, die sich als Alternative zu den grossen Blöcken links und rechts zu positionieren sucht, im Aufwind. Seit 1998 ist die Mitgliederzahl von 900 auf 1258 gestiegen, die Zahl der Ortsparteien erhöhte sich im selben Zeitraum dank 17 Neugründungen auf 44. In den letzten Grossratswahlen 2002 konnte die EVP ihre Sitzzahl von acht auf elf steigern, während sich der Wähleranteil von 4,4 (Wahlen 1998) auf 6 Prozent erhöhte.
Wie bei den vergangenen Wahlgängen tritt die Partei auch 2006 wieder mit einer Vielzahl Kandidierender an. Insgesamt gehen in den neu nur noch acht Wahlkreisen 115 Frauen und 186 Männer auf 18 Listen an den Start, wobei Listenverbindungen mit der EDU und teils auch mit der CVP zusätzliche Mandate bringen sollen. Gut ein Drittel der Kandidierenden sind weniger als 30 Jahre alt. Alle elf bisherigen Grossrätinnen und Grossräte treten erneut an. Besonders gute Chancen auf einen Sitzgewinn rechne man sich im Emmental und im Seeland aus, sagte Löffel. «Aber auch im Berner Jura machen wir uns Hoffnungen.»

Heikel: Bern, Thun, Oberaargau
Schwieriger dürfte das Halten der bisherigen Sitze in den Städten Bern und Thun werden, wo sich die Verkleinerung des Grossen Rats laut Löffel am stärksten auswirken wird. «Ganz klar am schwierigsten» werde es aber im Wahlkreis Oberaargau, wo mindestens einer der vier bestehenden Sitze gefährdet sei. Um diese Sitzzahl halten zu können, müsste die Partei ihren Wähleranteil beinahe verdoppeln. «Dazu hoffen wir auf unsere Top-Listen», sagte Löffel.

Parteiprogramm überarbeitet
Die EVP steigt nicht nur mit zahlreichen Kandidierenden, sondern auch mit einem überarbeiteten Parteiprogramm ins Rennen um die 160 Grossratssitze. Wie es dem bisweilen als unscharf kritisierten Profil der Partei entspricht, zeichnet sich das Programm vor allem durch seine ausserordentliche Breite aus. Die Forderung nach höheren Kinderzulagen und mehr Kindertagesstätten ist darin ebenso enthalten wie diejenige nach dem Abbau von Schulden und Subventionen sowie nach der Überprüfung der staatlichen Aufgaben. Parteipräsident Heinz Dätwyler strich daneben die «grüne Seite» der EVP hervor, während Fraktionschefin Marianne Streiff auf die Erfolge der Partei in der Familien-, Bildungs- und Gesundheitspolitik hinwies.

 

Berner Zeitung + Bieler Tagblatt 11.01.2006 / Kanton Bern / GROSSER RAT

Die EVP will einen Sitz mehr

Bei den Grossratswahlen vom 9. April will die EVP des Kantons Bern 12 Sitze erobern, einen mehr als heute. Trotz Verkleinerung des Kantonsparlaments von 200 auf 160 Mitglieder findet die Parteileitung dieses Ziel realistisch.
Von Zweckoptimismus will Barbara Streit, Geschäftsführerin der EVP Kanton Bern, nichts wissen, wenn es um die Zielsetzung für die Grossratswahlen vom 9. April geht: «12 Sitze sind realistisch.» Und dies, obwohl heuer nicht mehr 200, sondern nur noch 160 Grossrätinnen und Grossräte zu wählen sind. Die Geschäftsleitung begründet ihren Optimismus zum einen mit dem seit 1990 stetig gestiegenen Wähleranteil bei den Grossratswahlen (1990: 3,4 Prozent, 2002: 6 Prozent). Zum andern sollen die Erfolge der jüngsten Wahlen in verschiedenen Gemeinden auch auf kantonaler Ebene durchschlagen.
Positiv auswirken sollen sich für die EVP zudem die Listenverbindungen mit der EDU und der CVP. Damit, dass die EDU häufig rechts aussen politisiert und damit meist weit entfernt von der EVP-Linie steht, hat Geschäftsführer und Grossrat Ruedi Löffel keine Probleme. Listenverbindungen hätten «primär wahlarithmetische» Gründe. Und damit habe die EVP gute Erfahrungen gemacht. Fast die Hälfte der EVP-Fraktion sei nämlich auf Grund von Listenverbindungen im Grossen Rat, sagte Löffel auf Anfrage. Am Schluss der Wahl zähle nur das Resultat. Die Geschäftsleitung habe sich für Listenverbindungen mit der CVP und der EDU entschieden, ergänzt EVP-Kantonalpräsident Heinz Dätwyler.
Je einen Sitzgewinn erhofft sich die EVP in den Wahlkreisen Emmental, Seeland und Berner Jura. In den Wahlkreisen Oberaargau, Stadt Bern und Thun dagegen sieht die EVP je einen Sitz gefährdet. ue

 

DRS Regionaljournal BE FR VS 10.01.2006, 17.30 Uhr

EVP will mehr Sitze trotz kleinerem Parlament (2:43)
12 Sitze im Grossrat sind das Ziel, wenn es optimal laufe seien gar 14 Sitze möglich, rechnet Parteistratege Ruedi Löffel.
Link

 

BZ Burgdorf und Emmental 20.12.05 / EVP

Kandidaten nominiert

Die EVP Burgdorf-Fraubrunnen hat für die Grossratswahlen im kommenden April nominiert. Die Partei steigt im Wahlkreis Oberaargau mit der Liste 2 ins Rennen. Diese wird von den beiden bisherigen Grossräten Thomas Grimm, Burgdorf, und Ruedi Löffel, Münchenbuchsee, angeführt. Dahinter folgen 9 Frauen und 12 Männer. Ziel der EVP ist es, ihre vier Sitze im Wahlkreis Oberaargau zu verteidigen. pd
Die Grossratskandidaten:
Thomas Grimm, Burgdorf (bisher, kumuliert); Ruedi Löffel-Wenger, Münchenbuchsee (bisher, kumuliert); Verena Aeppli-Kobel, Jegenstorf; Brigitte Bühlmann, Kirchberg; Doris Flückiger, Utzenstorf; Elisabeth Frei-Wegmüller, Urtenen; Therese Hänzi, Burgdorf (Stadträtin); Béatrice Kuster Müller, Burgdorf; Erika Pfister-Gabriel, Fraubrunnen; Katja Ursina Schenkel, Münchenbuchsee (Vizepräsidentin GGR); Christina Wenger-Martin, Burgdorf; Martin Aeschlimann, Burgdorf (Stadtrat); Daniel Bonomi-Razanasoa, Bätterkinden; Erich Hirzel-Guanella, Hindelbank; Matthias Hügli, Münchenbuchsee (Gemeinderat); Matthias Kaderli, Büren zum Hof; Daniel Kehrli, Hasle; Peter Leuenberger, Münchenbuchsee; Jean-Claude Mäder, Jegenstorf (Gemeinderat); Johannes Moser, Hasle; Stephan Schranz, Kirchberg; Daniel Suter, Moosseedorf; Matthias Zünd, Jegenstorf.

 

Bund 09.12.2005 / Front und Kanton Bern

EVP steigt mit CVP ins Rennen

Regierungsrat Die EVP tritt gemeinsam mit der CVP zu den Regierungsratswahlen vom kommenden April an. Das haben die EVP-Delegierten gestern Abend beschlossen. Die CVP hatte zuvor mehrmals ihr Interesse an einer «konstruktiven Allianz» mit der EVP im Sinne eines dritten Pols neben den Bürgerlichen und den rot-grünen Parteien signalisiert. Die EVP-Delegierten nominierten die Könizer Gemeinderätin Marianne Streiff-Feller und den Lotzwiler Grossrat und Kantonalpräsidenten Heinz Dätwyler. (bwb) Seite 35

Die christliche Allianz steht

Die EVP steigt zusammen mit der CVP ins Rennen um einen Sitz im Regierungsrat – Rot-Grün erhält einen Korb (...) Stefan von Below

«70 Prozent der Wählerinnen und Wähler haben die grossen Blöcke satt», sagte Ko-Geschäftsführer Ruedi Löffel gestern Abend vor den EVP-Delegierten. Die Regierungsratswahlen vom kommenden April böten der Partei Gelegenheit, sich zusammen mit der CVP als Alternative zu den Bürgerlichen und zu Rot-Grün – gleichsam als ein «Schmiermittel» im politischen Getriebe – zu positionieren.
Die Mehrheit der Delegierten hiessen die Anträge der Geschäftsleitung gut. Mit 65 zu 22 Stimmen sprachen sie sich dafür aus, statt wie bisher im Alleingang zusammen mit der CVP in die Regierungsratswahl zu steigen. In der vorangegangenen Abstimmung über den allfälligen Listenpartner waren 76 Stimmen auf die CVP und bloss 8 auf die rot-grünen Parteien entfallen. Damit ist die christliche Allianz mit der CVP besiegelt. (...)

Gsteiger ausgestiegen
Die EVP steigt mit zwei Kandidierenden ins Rennen um einen Regierungssitz: mit der 48-jährigen Grossrätin und Könizer Polizeivorsteherin Marianne Streiff-Feller und mit dem 53-jährigen Grossrat und Kantonalpräsidenten Heinz Dätwyler aus Lotzwil. Beide wurden gestern einstimmig und mit Applaus nominiert. Patrick Gsteiger, Gemeindepräsident von Perrefitte und Generalsekretär des Conseil régional, der im Vorfeld ebenfalls Interesse an einer Kandidatur angemeldet hatte, wäre nur im Fall einer Rot-Grün-Mitte-Allianz zur Verfügung gestanden.
Dem Richtungsentscheid war eine längere Diskussion vorausgegangen. «Eine echte Wahlchance hat nur, wer auf einer der beiden grossen Listen kandidiert», führte Löffel zu Beginn aus. In der Folge sprachen sich etliche Delegierte für einen gemeinsamen Wahlzettel mit der SP und den Grünen aus (....) Handkehrum sprachen sich zahlreiche Delegierte vom Land für eine Allianz mit der CVP aus. Ein Zusammengehen mit den rot-grünen Parteien würden die Wähler auf dem Land nicht verstehen, was sich negativ auf die Grossratswahlen auswirken könnte, wurde argumentiert. «Wenn ihr wollt, dass die EVP nicht nur in den Städten, sondern im ganzen Kanton Bern wirksam ist, müsst ihr die Rot-Grün-Mitte-Allianz ablehnen», sagte ein Oberländer.

«Stimmen von links und rechts»
«Wenn wir mit der CVP zusammenspannen, können wir links und rechts die Stimmen der Unzufriedenen abräumen», fügte ein anderer hinzu. Andernfalls, wurde argumentiert, werde die EVP lediglich zur «Wasserträgerin» für die rot-grünen Parteien. «Dort will ich aber kein Wasser hintragen», sagte Grossrat Gerhard Baumgartner (Ostermundigen). Etwas Kritik gabs allerdings auch für die CVP. Diese habe sich im Unterschied zur EVP für die Sonntagsverkäufe eingesetzt und trage «das C nur noch aus Kostengründen im Namen», sagte etwa ein Emmentaler.

 

DRS Regionaljournal BE FR VS 9.12.2005, 06.30, 07.30 und 08.00 Uhr

EVP und CVP mit gemeinsamer Liste bei Regierungsratswahlen im Kt. Bern (2:00)
Dies ist ein Novum. Nominiert sind Marianne Streiff und Heinz Dätwyler von der EVP und Konrad Hadener von der CVP.
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Bund 30.11.2005 / Gemeindewahlen Kanton Bern Herbst 2005

Die EVP siegt und siegt und siegt

Die Bilanz des Wahlherbsts im Kanton Bern: Die Evangelische Volkspartei (EVP) gewinnt in jeder Gemeinde dazu, in der sie angetreten ist – die SVP verliert weiter (...) Renzo Ruf

Ein Trend setzt sich fort: Die beiden bürgerlichen Parteien stehen unter Druck. Bei den Regierungswahlen in 36 Gemeinden im deutschsprachigen Kantonsteil, die in den letzten drei Monaten stattfanden, verloren SVP und FDP 14 ihrer 156 Gemeinderäte. (...) Wobei hier der Erfolg der EVP hervorgehoben werden muss. Bei elf Gemeinderatswahlen trat die Evangelische Volkspartei in diesem Herbst an – und samt und sonders gewann sie dabei Wähleranteile hinzu. Auch in den Gemeinden, in denen sie seit langen Jahren eine etablierte Kraft ist und damit nicht den Reiz des Neuen besitzt, legte die EVP zu. Ihre Deputation wuchs von sieben auf elf Gemeinderäte. (...)

Und nun: Die Grossratswahlen
Von besonderem Interesse sind diese Zahlenspielereien auch, weil bereits in vier Monaten das neue Kantonsparlament gewählt wird. Trotz gewissen Unschärfen lassen sich aus den vorliegenden Zahlen vier Schlüsse ziehen. (...) Die Wahlmaschine der EVP läuft und läuft und läuft. Immer mehr Wähler sehen in der Evangelischen Volkspartei eine valable Alternative zu den Grossparteien. (...)

 

Bund 18.11.2005 / REGIERUNGSRATSWAHLEN 2006

EVP allenfalls mit Streiff

Bei der Evangelischen Volkspartei (EVP) steht Marianne Streiff in den Startlöchern für eine Kandidatur für die Regierungsratswahlen. Wie Grossrat Ruedi Löffel auf Anfrage sagte, sei diese Option ein offenes Geheimnis. Am übernächsten Wochenende will Streiff in Köniz ihren Gemeinderatssitz verteidigen. Vorher ist von ihr kein Entscheid zu erwarten. Streiff führt im Grossen Rat die elfköpfige EVP-Fraktion an. 2002 hatte sie bereits für den Regierungsrat kandidiert. Damals erzielte sie knapp 18 000 Stimmen. (db)

 

Bund 17.11.2005 / REGIERUNGSRATSWAHLEN 2006

Grüne vor Zerreissprobe

Nach den bürgerlichen Nominationen für die Regierungsratswahlen herrscht Unruhe im rot-grünen Lager. Bei der SP scheint sich die Situation zu klären – bei den Grünen hingegen zeichnen sich heftige Auseinandersetzungen ab.
(...) Die SP-Geschäftsleitung hat beschlossen, an drei Kandidierenden (inklusive Jura-Kandidatur) festzuhalten. «Mit einer Zweierliste werden wir nicht stärker», sagte Marti gestern. Und: «Der Rückzug der SP-Jura-Kandidatur macht keinen Sinn.» Die SP, so versprach Marti, werde jetzt die Gespräche mit Grünen und EVP weiterführen, damit dem bürgerlichen Sechserticket eine «ganz starke Liste» entgegengestellt werden könne. (...)
Unklar ist die Situation bei den Grünen. (...) Für Nico Lutz vom GB-Wahlausschuss ist die zentrale Frage, mit welcher Aufstellung Rot-Grün «der Unverschämtheit der SVP» begegnen soll. Die Strategie ist für ihn klar: Mit zusätzlichen Kandidierenden das absolute Mehr hinaufschrauben und einen zweiten Wahlgang anpeilen, bei dem die SVP-Wähler dann daheim bleiben. Optimal wäre für ihn eine Sechserliste (3 SP, 1 GFL, 1 GB, 1 EVP). (...)

EVP: Kalte Schulter für Rot-Grün
Für die EVP scheint das Zusammenspannen mit SP und Grünen derweil in den Hintergrund zu treten. Wie Ruedi Löffel gestern sagte, «hat die Option CVP an Farbe gewonnen», nachdem die SP den Anspruch auf drei Linien bekräftigt hat. Die CVP war erst unlängst an die EVP herangetreten. Ihr Ziel: «ein liberal-soziales Bündnis der dynamischen Mitte» («Bund» vom 10. 11.). Gestern hat die EVP-Geschäftsleitung bereits beschlossen, bei den Grossratswahlen Listenverbindungen mit CVP und EDU zu empfehlen. Für die Listengestaltung bei den Regierungswahlen lässt die EVP die Option Rot-Grün zwar noch offen. Zentral ist dabei laut Löffel die Frage nach den Auswirkungen auf die Grossratswahlen. Bei einem Zusammengehen mit Rot-Grün würde – das hätten Reaktionen auf die laufende Diskussion bereits gezeigt – ein Teil der Basis verärgert, vor allem im Emmental und im Oberland. (sw/db)

 

Berner Rundschau 11.11.2005 / Kanton BE Zeitung

Ist das das bürgerliche Fünferticket?

Morgen nominiert die SVP ihre Kandidaten für die Regierungswahlen 2006. Am Montag ist die Reihe an der FDP. Möglich ist alles, sogar die traditionelle Fünferliste. Bruno Utz
Die Ausgangslage für die Wahlen vom 9. April 2006 ist so spannend wie lange nicht mehr: Neben dem Sozialdemokraten Samuel Bhend geben die Freisinnigen Dora Andres und Mario Annoni - er vertritt auch den garantierten Bern-Jura-Sitz - das Regieren auf. Ebenso Elisabeth Zölch (SVP).
Werden SVP und FDP wie seit 1990 stets mit einer gemeinsamen Fünferliste die Wahlen bestreiten? «So hats der Parteivorstand soeben entschieden», sagt SVP-Geschäftsführer Christoph Neuhaus. Der Delegiertenversammlung werde eine gemeinsame Liste beantragt. «Davon . (...)

EVP kein Partner für Bürgerliche
Kein Interesse zeigt Matyassy an einer Liste mit der EVP. «Ich bin dagegen und nicht für wahltaktische Spielchen zu haben.» Auch Christoph Neuhaus winkt bezüglich EVP ab. «Derzeit sieht es nicht nach einem Zusammengehen aus.» Von diesen beiden Parteien habe er nichts mehr gehört, räumt EVP-Präsident und Regierungskandidat Heinz Dätwyler ein. Die SP habe jedoch positiv reagiert. «Wenn wir uns inhaltlich auf ein Minimum an Zielen einigen können, finde ich eine gemeinsame Liste SP/GFL/EVP attraktiv», bestätigt SP-Präsidentin Irène Marti Anliker. Aktuell werde eine solche Liste besonders dann, wenn die Bürgerlichen mit sechs oder sieben Leuten anträten. Die EVP-Delegierten stellen die Weichen am 8. Dezember. Die SP nominiert am 12. Dezember.

 

Bund 10.11.2005 / WAHLEN 2006

Die CVP klopft bei der EVP an

Nach ihren Wahlerfolgen in anderen Kantonen wittert die CVP auch im Kanton Bern Morgenluft. Laut einem gestern veröffentlichten Communiqué strebt die Partei eine gemeinsame Beteiligung an den Regierungsratswahlen mit der EVP «im Sinne eines liberal-sozialen Bündnisses der dynamischen Mitte» an. Gespräche seien im Gang, Entscheide fielen aber erst Anfang Dezember. Die CVP-Ortsparteien haben zehn Tage Zeit, um Kandidaten für eine gemeinsame Regierungsratsliste mit der EVP zu suchen. (...)
Laut Mediensprecher Stefan Meierhans möchte sie sich zusammen mit der EVP als «dritter Pol» neben dem bürgerlichen und dem rot-grünen Block etablieren. Zwischen CVP und EVP gebe es zwar «Differenzen in Sachfragen, aber von der grundsätzlichen Ausrichtung her stehen wir uns recht nahe».
Das bestätigt auch EVP-Kantonalpräsident Heinz Dätwyler. Dennoch sei offen, ob seine Partei das Angebot annehmen werde. Dätwyler lässt durchblicken, dass er einer Allianz mit Rot-Grün den Vorzug geben würde – falls diese parteiintern mehrheitsfähig sei. (bwb)

 

Bund 22.10.2005 / REGIERUNGSRATSWAHLEN 2006

Braut mit limitierter Auswahl

Rot-grüne oder bürgerliche Regierungsratsliste? Noch ist die EVP unentschlossen - dabei ist wohl schon alles klar Die Evangelische Volkspartei hat am Donnerstag den Entscheid vertagt, «wie und mit wem» sie sich an den Regierungsratswahlen beteiligen will. Das Problem dabei: Die für sie aussichtsreichste Variante kommt für sie praktisch nicht in Frage.
Vom Mauerblümchen zur umworbenen Braut: So könnte man die Entwicklung der Evangelischen Volkspartei in den letzten Jahren umschreiben. Bezüglich Sitzzahl im Grossen Rat erhob sie sich aus der Bedeutungslosigkeit in den 70er-Jahren zu beachtlicher Grösse: Bei den letzten Wahlen errang sie 11 Sitze. Damit ist sie nach SVP (67 Sitze), SP (58) und FDP (36) die viertstärkste Partei im Bernbiet. Trotz verkleinertem Kantonsparlament (160 statt 200 Sitze) will die EVP bei den Wahlen im April laut Geschäftsführer Ruedi Löffel mindestens zwölf Sitze erreichen.

Den zweiten FDP-Sitz im Visier
Mit dem Wähleranteil ist auch das Selbstbewusstsein gewachsen. Und schon wird die Sitzverteilung in der bernischen Regierung nicht mehr als gottgegeben hingenommen. Offen wird angezweifelt, ob die «schwächelnde FDP» überhaupt noch Anspruch habe auf ihren traditionellen zweiten Sitz. Hier liege der Ausgangspunkt für die Überlegungen, die im Hinblick auf die kommenden Wahlen angestellt wurden, sagt Ruedi Löffel. Bisher stieg die EVP stets allein in die Regierungsratswahlen - ihr Scheitern war dabei so sicher wie das Amen in der Kirche. Diesmal zieht die EVP erstmals in Betracht, «Neuland zu betreten» und gemeinsam mit anderen Parteien in die Wahlen zu steigen.

Wähleranteil als Mitgift
Dabei zeigt sich eines: Mit ihrem Wähleranteil wird sie als begehrenswerte Braut wahrgenommen. SP und Grüne sähen sie gerne auf ihrer Liste, wie SP-Präsidentin Irène Marti sagte. Der Grund liegt auf der Hand: Laut GFL-Geschäftsführerin Christine Häsler würde die Chance auf einen dritten Rot-Grün-Mitte-Sitz markant erhöht, wenn die «sechs bis acht Prozent» Wähleranteil der EVP «abgeholt» werden könnten. Auch inhaltlich stünde dem Zusammengehen nicht viel im Weg. Nachdem SP und Grüne diese Woche mit der EVP zusammengekommen waren, sprach Häsler von «grossen inhaltlichen Übereinstimmungen mit punktuellen Abweichungen».
Die EVP hat auch noch andere - vergleichsweise stille - Verehrer: SVP-Präsident Hermann Weyeneth hat diese Woche angedeutet, die EVP würde durchaus auf die bürgerliche Liste passen («Bund» vom Donnerstag). Gespräche fanden bereits statt. Kein Wunder, hat die EVP Mühe, sich zu entscheiden.

Grosse Frage: Wie und mit wem?
An der Kantonalvorstandssitzung von diesem Donnerstag hat sie denn auch den Entscheid einstimmig vertagt, «wie und mit wem sie sich an den Regierungsratswahlen beteiligen will». Am 8. Dezember soll eine ausserordentliche Delegiertenversammlung «in dieser Beziehung» Klarheit schaffen.
Die Diskussion zeigte laut Ruedi Löffel, dass «sehr viele» ein Bündnis möchten. Argumente gebe es für beide Seiten. In welche Richtung es die 38 Anwesenden eher zog, wollte Löffel nicht verraten, um die Debatte nicht vorzubelasten. Die EVP will sich mit ihrem Entscheid «möglichst viele Optionen offen halten», heisst es in der Mitteilung zur Sitzung vom Donnerstag. So zieht sie unter Umständen auch eine Jura-Kandidatur in Betracht. Genannt wird in diesem Zusammenhang der Gemeindepräsident von Perrefitte, Patrick Gsteiger, der dieses Jahr von der FDP zur EVP übergetreten ist.

Eiskalte Schulter der FDP
Ob für die EVP aber tatsächlich noch so viele Optionen offen sind, ist eine andere Frage. Dies hängt vor allem mit der Haltung der FDP zusammen. Parteipräsident Johannes Matyassy wiederholte gestern klipp und klar, «mit der EVP wenig bis nichts am Hut» zu haben.
Und vor allem: Er habe der SVP gesagt, man wolle die EVP nicht auf einer gemeinsamen Liste haben. Da stellt sich die Frage, was es für die EVP heisst, wenn die SVP ihr einen allfälligen freien Platz auf der bürgerlichen Liste zwar überlassen möchte, die FDP aber auf ein exklusives Zusammensein mit der SVP pocht. Die Antwort liegt auf der Hand: «Im Vordergrund» steht für die SVP nach wie vor der langjährige Listenpartner FDP, wie Weyeneth gestern sagte. Und: Sollte dieser bezüglich Exklusivität Forderungen stellen, hätte dies «einen relativ grossen Einfluss».
So ist es wahrscheinlich, dass die EVP ab Mitte November nur noch über zwei Optionen verfügen wird: rot-grüne Liste oder erneuter Alleingang. Die SVP wird am Samstag, 12. November, ihre Entscheide zur Listengestaltung fällen, die FDP zwei Tage später. Der Zugang zur rot-grünen Liste dürfte dagegen noch lange offen bleiben.

 

Berner Zeitung 28.09.2005, Region Bern, Münchenbuchsee

EVP-Kandidaten für den Grossrat

Die EVP Münchenbuchsee hat den bisherigen Grossrat Ruedi Löffel für die Wiederwahl ins Kantonsparlament nominiert. Ebenfalls im nächsten Frühjahr in den Grossen Rat wollen Matthias Hügli, Gemeinderat in Münchenbuchsee, und Katja Schenkel, Vizepräsidentin des hiesigen Parlaments. mgt/pst

 

sda 9.08.2005 / Bern EVP

Dätwyler steigt ins Rennen

Der Lotzwiler Grossrat und alt Grossratspräsident Heinz Dätwyler steigt für die EVP ins Rennen um einen Sitz in der Berner Kantonsregierung. Antreten wird die EVP voraussichtlich im Alleingang oder zusammen mit SP und Grünen.
Der 54-jährige Dätwyler gab seine Kandidatur am Dienstag in Langenthal bekannt. Dätwyler ist diplomierter Handelslehrer, EVP- Kantonalpräsident und seit 1994 Mitglied des Grossen Rates. 2004/2005 war er Grossratspräsident. Seine Arbeit in dem Amt habe er gut gemacht, sagte Dätwyler. Den erreichten Bekanntheitsgrad sowie Akzeptanz und Goodwill wolle er im Interesse der EVP ausnutzen.
Dätwyler ist der erste EVP-Politiker, der formell ins Regierungsratsrennen steigt. Am 25. Augugst soll er von der Regionalpartei Oberaargau zu Handen der Kantonalpartei vornominiert werden. Definitiv entscheidet der rund 50-köpfige Parteivorstand am 20. Oktober über die EVP-Kandidatur.

Kandiat aus dem Berner-Jura?
In den nächsten Wochen können aber auch andere Orts- oder Regionalparteien Kandidaten ins Rennen schicken. Im Gespräch sind etwa die Grossräte Ruedi Löffel (Münchenbuchsee), Marianne Streiff- Feller (Oberwangen), und Niklaus Gfeller (Rüfenacht).
Möglich wäre auch eine Kandidatur aus dem Berner Jura: Patrick Gsteiger, der 37-jährige Generalsekretär des Conseil régional du Jura bernois und Gemeindepräsident von Perrefitte, wechselte vor wenigen Monaten von der Freisinnigen zur EVP. Eine Regionalpartei will die EVP im Berner Jura allerdings erst im September gründen.

Listengestaltung: Alles offen
Noch nicht entschieden hat die EVP über die Listengestaltung. Nach dem am Montag bekannt gegebenen Verzicht von SP-Regierungsrat Bhend auf ein erneutes Antreten hatten GFL und GB der EVP Avancen für eine gemeinsame Rot-Grün-Mitte-Liste mit der SP gemacht. Eine RGM-Liste gehöre für die EVP zu den möglichen Alternativen, sagte Dätwyler auf Anfrage. Geprüft werde aber auch eine gemeinsame Liste mit den Bürgerlichen und ein Alleingang.

Ticket mit Bürgerlichen kaum realistisch
Im Hinblick auf den Gewinn eines Regierungsitzes sei ein Zusammengehen mit den Bürgerlichen am erfolgversprechendsten, die Realisierungschancen seien realistischerweise aber als klein einzustufen. Dätwyler betonte aber, es würden mit allen möglichen Partnern weitere Gespräche geführt. (...).

 

Berner Zeitung / Bieler Tagblatt 11.05.2005 / Lyss-Seeland

Bibeltreue wollen Boden gutmachen

Während die EVP in der Region Bern langsam, aber stetig wächst, verläuft der Aufbau im Seeland harzig. Nun hat die Partei in Lyss einen Gemeinderatssitz im Visier. Ein hoffnungsloses Unterfangen? Im Gegenteil, meint die Parteispitze. Erich Goetschi
In Meikirch verbuchte sie letzten Herbst einen Sitz. In Ittigen auch. Und in Zollikofen schrammte die EVP bei den Gemeindewahlen 2004 haarscharf an einem Gemeinderatsposten vorbei. 2003 kippte sie in Münchenbuchsee gar die FDP aus der Exekutive. Und in vier Jahren will die Volkspartei in allen sechs Parlamentsgemeinden der Region Bern in der Exekutive vertreten sein. Und damit auch in Lyss. Dort hat die Partei jüngst gleich vier Kandidierende für den Gemeinderat nominiert und gab sich ziemlich selbstbewusst. «Als kleine Partei grosser Wahlsieger werden», liess sich EVP-Präsident Stefan Hochstrasser verlauten. Ein vierter Sitz im Parlament ist das erklärte Ziel, noch besser wäre ein fünfter. Im Herbst sind Wahlen. Und Lyss habe brachliegendes Potenzial, ist Ruedi Löffel, Geschäftsführer der Kantonalpartei, überzeugt. «Aber man muss die Leute mobilisieren.» Trotzdem scheint die Zielvorgabe gar hoch innerhalb der Lysser Parteienlandschaft. Hier dominieren FDP und SP. Die EVP spielt lediglich eine Nebenrolle.

Interesse ist generell tief
Es sind die stetig kleinen Schritte der letzten Jahre, welche die EVP im Kanton zu einem ernst zu nehmenden Partner in der Kommunalpolitik machen. Heute ist die EVP die viertgrösste Partei im Kanton. Vor allem im Oberaargau und im Emmental wurden in der jüngeren Vergangenheit wacker neue Ortssektionen gegründet. Neun waren es in der Region Bern seit 1994. Doch von Meikirch einmal abgesehen, fiel mit Büren eine einzige Neugründung aufs Seeland. Hier stockt der Aufbau, während es andernorts boomt. Zwar gelte das Seeland nicht generell als hartes Pflaster, meint Ruedi Löffel: In Biel war die EVP schon zu Gründungs- zeiten 1919 präsent, ab 1979 in Nidau, und seit 1988 existiert eine Sektion in Lyss. Doch auch für Löffel ist klar, «dass die Entwicklung besser sein könnte». Mögliche Erklärungen gibt es: Generell sei das Interesse für Politik im Seeland tiefer als in den benachbarten Regionen, hält Löffel fest. Er leitet dies aus der Stimmbeteiligung bei nationalen und kantonalen Urnengängen ab.

Bedürfnis meist abgedeckt
Auch findet die von christlichen Werten geprägte Partei weniger Anklang, je entfernter eine Gemeinde vom bibeltreuen Berner Oberland oder Emmental liegt. Das hält Löffel einerseits für Spekulation. Andererseits sei dieser Schluss «sicher nicht falsch». Das Seeland gilt politisch als weltoffen. Dazu gibt es hier viele kleine Gemeinden. Und das politische Bedürfnis ist durch die ansässigen Parteien weit gehend abgedeckt. Nischen lassen sich nur schwer finden, weiss der EVP-Geschäftsführer. Der Aufwand für den Aufbau wäre «unverhältnismässig» gross. Fuss fassen will man in den nächsten Jahren in grösseren Dörfern. Oder dort, wo bei National- und Grossratswahlen der EVP-Wähleranteil bei über acht Prozent liegt. In Schüpfen etwa. Oder in Studen. Dort will Löffel 2006 EVP-Sektionen gründen. «Weil hier ein Sitz im Gemeinderat möglich wäre.» Seedorf und Pieterlen, so Löffel, sollen bald folgen.

Sektionen sind geplant
Löffel gilt als politischer Optimist. Auch innerhalb der eigenen Partei. In Lyss etwa stuft die auf der Wahlliste kumulierte Karin Segessenmann ihre Chance als gering ein. «Aber eine kleine haben wir.» Klappts nicht, läge ein Trostpflästerchen schon heute bereit. Mit Christine Schnegg wird 2006 erstmals die EVP das Gemeindeparlament präsidieren - Wiederwahl vorausgesetzt. Politischer Erfolg, weiss Parteistratege Löffel, kann manchmal schnell erodieren.

 

Berner Rundschau / Grenchner Tagblatt 07.05.2005 / Front Zeitung + Kanton BE Zeitung

Tanz um die 160 Sitze hat bereits begonnen

Wahlen 2006: Parteiverantwortliche lassen sich erstmals in die Karten blicken - ob alle Trümpfe stechen?
Am 9. April 2006 finden die nächsten Grossratswahlen statt. Dann wird vieles anders sein: Statt 200 sind noch 160 Mitglieder zu wählen, statt 27 Wahlkreise gibts noch 8. Gewohnt ist, dass jede Partei für sich ein grösseres Stück aus dem Wahlkuchen schneiden möchte. Bruno Utz
Rückblick: Am 14. April 2002 waren sitzmässig die EVP, die Grüne Freie Liste (GFL), die SVP und die nur in der Stadt Bern angetretene junge Alternative Wahlsieger. Das kürzere Ende steckten die 29,45 Prozent der stimmberechtigten Bernerinnen und Berner, die an die Urne gingen, der FDP und vor allem der Freiheitspartei zu. Letztere verlor sogar alle vier Mandate und ist seither nicht mehr im Grossen Rat vertreten.
Bei den nächstes Jahr anstehenden Erneuerungswahlen gelten erstmals seit langem neue Spielregeln. Die wichtigste betrifft die im September 2002 vom Volk abgesegnete Verkleinerung des Kantonsparlamentes um 40 Sitze: Statt 200 sind neu im Rathaus noch 160 Sitze zu besetzen. Als Wahlkreise gelten zudem nicht mehr die Amteigrenzen. Gegen den Willen der SVP, aber trotzdem sehr deutlich, hat das Stimmvolk nämlich auch grössere Wahlkreise beschlossen. (...)

FDP will wieder nach oben
(...) 30 Mandate beanspruchen die Freisinnigen für sich. Erreicht werden soll dieses Wahlziel mit einem Wähleranteil von 18 %. (...)

SVP wartet Eingaben aus Regionen ab
Jeder dritte Grossrat ist derzeit einer der SVP. Soll das nächstes Jahr so bleiben? «Wir haben noch keine Zahlen definiert», erklärt SVP-Geschäftsführer Christoph Neuhaus. (...) Als Minimalziel nennt er «den Wähleranteil auf unserem hohen Niveau halten». (...)

SP will höheren Wähleranteil
(...) «Wir streben einen Wähleranteil von 28 % an», sagt Andreas Blaser, Vizepräsident der Kantonalpartei. Sitzmässig sollen mindestens 45, «falls uns das Proporzglück hold ist sogar 50» SP-Grossrätinnen und -Grossräte an der Eröffnung der Legislatur 2006/10 teilnehmen können. (...)

EVP will das Dutzend voll machen
Schritt für Schritt ist die EVP in den letzten Jahren gewachsen. «Das wollen wir auch 2006 tun», erklärt EVP-Geschäftsführer Ruedi Löffel. Trotz Ratsverkleinerung visiere die evangelische Mittepartei sitzmässig ein volles Dutzend an. «Im Oberaargau wird es sehr schwierig, unsere vier Mandate zu halten. Wir rechnen aber mit je einem Sitzgewinn im Emmental und im Seeland. Und auch im Jura sieht es gut aus», sagt Löffel. Mitte April sei beispielsweise Patrick Gsteiger, Generalsekretär des Conseil regional du jura bernois und Gemeindepräsident von Perrefitte, aus der FDP aus- und in die EVP eingetreten. Nachdem verschiedene weitere Personen ihr Mitmachen zugesichert hätten, werde am 8. September 2005 die EVP Berner Jura gegründet.

Grüne und EDU wollen aufstocken
Parteien mit besonders ambitiösen Wahlzielen gibt es selbstverständlich auch. Die Grüne Freie Liste und das Grüne Bündnis haben Ende April beschlossen, unter ein gemeinsames Dach zu rücken. Als «Grüne Kanton Bern» wird eine Steigerung des Wähleranteils um einen Drittel angestrebt. Und die Sitzzahl soll - inklusive der Jungen Alternative Stadt Bern - von 15 auf 20 gesteigert werden.
Am anderen politischen Ende - rechts - peilt auch die EDU viel an. Die Partei will ihre Sitzzahl von 4 auf 8 gleich verdoppeln. Damit könnten die EDUler erstmals als eigene Fraktion antreten und ihre Position noch mehr stärken. Nach Angaben von Parteisekretärin Daniela Francioli hofft die EDU auf «gute Listenverbindungen, vor allem mit der EVP». Dann sei das Ziel erreichbar. Die acht Mandate habe die Partei mittels der Resultate 2002 auf die neuen Wahlkreise hochgerechnet.

 

Journal du Jura 19.04.2005

PARTI ÉVANGÉLIQUE | Une section Jura bernois en septembre

Patrick Gsteiger en poisson-pilote...

Quatrième formation politique du Grand Conseil avec onze députés, le Parti évangélique compte bien en compter un douzième en 2006 grâce à Patrick Gsteiger. Malgré la cure d'amincissement du parlement...
Pierre-Alain Brenzikofer

Le malheur des uns fait le bonheur des autres! En quittant les radicaux pour le compte du Parti évangélique, Patrick Gsteiger a plongé ses anciens amis dans un abîme de perplexité. Par contre, il a galvanisé une formation jusqu'ici peu implantée dans le Jura bernois. Et qui compte bien obtenir un siège au Grand Conseil en 2006 dans les trois districts.
Hier, tant Walter Bieri que Ruedi Löffel, respectivement président et administrateur du PEV, se sont réjouis de l'arrivée de la nouvelle recrue. Le premier nommé espère bel et bien que le PEV devienne très actif dans le Jura bernois. Selon lui, Patrick Gsteiger est quelqu'un de fort connu dans la partie francophone du canton. Quant au principal intéressé, il a rappelé qu'un important travail avait déjà été fait dans sa région: «Mon transfert a en quelque sorte fait figure de révélateur pour un parti offrant une véritable alternative...»
Marié et père de deux filles adolescentes, Patrick Gsteiger est donc maire de Perrefitte, secrétaire du Conseil régional et secrétaire-caissier de l'Association des maires et présidents de bourgeoisie du district de Moutier. Côté foi, il appartient à l'Eglise évangélique baptiste de Moutier. Après avoir passé quinze ans sur les bancs du Parti radical, il a mené une réflexion personnelle sur son engagement politique histoire de déceler si celui-ci coïncidait avec ses aspirations propres et ses convictions de chrétien. De quoi se rendre compte qu'il n'était pas vraiment à l'aise au sein d'un PRD. «Bref, a-t-il expliqué hier, à Berne, au cours d'une conférence de presse, j'ai cherché un parti qui défende mieux les valeurs morales comme la famille, la justice, la solidarité et la dignité de l'être humain. Au PEV, j'ai trouvé la possibilité de vivre ma foi personnelle dans un engagement politique concret. Par ailleurs, je suis content d'adhérer à un parti indépendant des groupes d'intérêt.»

Plaidoyer pour le centre
Le nouvel Evangélique - des évangélistes, la Bible n'en compte que quatre - s'est surtout dit persuadé que dans la politique actuelle, les partis du centre avaient un véritable rôle à jouer pour mener une politique plus consensuelle: «Ce terrain n'est que peu occupé dans le Jura bernois qui a besoin que des hommes et des femmes, membres des autorités ou engagés dans la vie politique et associative, mènent une politique basée sur une responsabilité évangélique. Le PEV a de grands projets pour le Jura bernois et je veux l'aider à les concrétiser, a conclu Patrick Gsteiger. Il est certain que d'autres suivront et adhéreront également à ce parti...»
Hier, à Berne, le PEV a présenté un autre membre de la future section du Jura bernois en la personne de Jürg Gyger, de Courtelary. Lequel a rappelé que dans le Jura bernois, le PEV avait déjà participé à une campagne pour le Grand Conseil ainsi qu'aux empoignades pour le Conseil national. Pour cet éducateur au home de Courtelary, des contacts seront pris rapidement pour toucher un maximum de personnes.

A Tramelan en septembre
Surtout, Jürg Gyger a révélé que l'assemblée constitutive de la section Jura bernois du PEV aurait lieu au CIP, à Tramelan, le jeudi 8 septembre pour être précis.
Enfin, le député et administrateur du parti, Ruedi Löffel, a rappelé qu'en 2002, Robert Habegger avait obtenu à lui seul presque 4% des suffrages dans le district de Moutier. Du côté de Courtelary, la liste n'avait recueilli que 2,2% des voix. Mais le PEV affirme cependant que l'intérêt est bien réel. Surtout qu'en 2006, le Jura bernois ne constituera plus qu'un seul cercle électoral: «Nous disposons actuellement de onze mandats au Grand Conseil. Mais même avec la réduction du parlement à 160 membres, nous comptons obtenir notre douzième fauteuil dans le Jura bernois», a martelé Ruedi Löffel. Avec au minimum une liste complète de douze noms dans cette région.
A l'échelon du futur Conseil du Jura bernois, les Evangéliques s'engageront également. Selon Patrick Gsteiger, ce sont les gens qui composeront cette nouvelles instance qui décideront ou non de son efficacité: «Là aussi, nous ne manquons pas de personnes intéressées.» Et la formation ne compte pas s'arrêter là. Elle déposera aussi des listes en 2006 lors de diverses élections communales. Seigneur, savent-ils vraiment ce qu'ils font?

 

DRS Regionaljournal BE FR VS 18.04.2005, Mittag

EVP Kanton BE expandiert - will auch im Berner Jura Fuss fassen (2:39)
Der Generalsekretär des bernjurassischen Regionalrates ist von der FDP zur EVP übergetreten
Link

 

Journal du Jura 1. APRIL(SCHERZ) 2005

SUCCESSION DE MARIO ANNONI | A peine constitué, le nouveau parti affiche clairement ses ambitions

Patrick Gsteiger porte-flambeau des Evangéliques pour l'Exécutif

Secrétaire du Conseil régional, mais surtout transfuge du Parti radical au profit du Parti évangélique, Patrick Gsteiger est le premier candidat officiel à la succession de Mario Annoni. Est-il l'arbre qui cache pour l'instant la forêt évangélique? Pierre-Alain Brenzikofer

Décidément, ça n'a pas traîné! Quelques jours seulement après avoir fait part de son intention de quitter le Parti radical du Jura bernois pour le Parti évangélique, le secrétaire du Conseil régional et maire de Perrefitte Patrick Gsteiger annonce clairement la couleur. Oui, son nouveau parti le lance dans la course au gouvernement. Oui, il sera le seul représentant des Evangéliques dans cette bataille.
Patrick Gsteiger, qui ne trouvait plus ses marques au sein du Parti radical, s'est forcément rappelé de sa dimension chrétienne à l'heure de rallier de plus évangéliques couleurs. «Je connais depuis quelque temps les dirigeants bernois de ma nouvelle formation, avoue-t-il. Ce sont eux qui m'ont convaincu de faire le saut. Ils m'ont surtout demandé de constituer une véritable section dans le Jura bernois.»

Essai décisif?
Depuis huit ans, le Parti évangélique tente de faire son nid dans les trois districts en profitant des élections cantonales et fédérales. Jusqu'ici, pourtant, il ne pouvait s'appuyer que sur des Alémaniques de souche et d'accent généralement issus de la communauté mennonite. Des seconds couteaux, en quelque sorte, uniquement connus au sein de leurs chapelles.
Mais grâce à Patrick Gsteiger, l'administrateur du parti, le député de Münchenbuchsee Ruedi Loeffel, espère franchir une étape supplémentaire: «Nous savons que le Jura bernois représente un terreau profondément chrétien, nous a-t-il confié hier. Nous espérons donc désormais pouvoir y confectionner des listes de premier plan, tant pour le Conseil du Jura bernois que pour le Grand Conseil. Patrick Gsteiger, notre nouvelle recrue, a été chargé de cette importante mission. Eu égard à sa notoriété, il sera notre fer de lance en terre francophone.» Dans ce contexte, il semblait logique de galvaniser la campagne en faisant du maire de Perrefitte le candidat du parti au Conseil exécutif: «Notre comité a entériné ce choix à l'unanimité, révèle Ruedi Loeffel. Il s'agit pour nous de faire enfin un geste concret envers le Jura bernois, mais surtout de réveiller la foi parfois somnolente de certains habitants des trois districts.»

La pointe de l'iceberg
Quant au principal intéressé, il a accepté avec enthousiasme ce nouveau défi. Ancien sergent de la police de sûreté, actuel secrétaire du Conseil régional et maire de sa commune, il peut s'enorgueillir d'un cursus professionnel qui lui permettra d'être à l'aise dans toutes les situations.
Par contre, pas question d'en savoir plus sur les listes évangéliques pour le Conseil du Jura bernois et le Grand Conseil: «Vous apprendrez tout cela en temps utile, se marre Patrick Gsteiger. Mais je puis d'ores et déjà vous promettre quelques belles surprises...»

Quid des partis frères?
Et les autres partis d'obédience chrétienne, dans tout ça? Responsable de l'intransigeante Union démocratique fédérale pour le Jura bernois, Marc Früh, maire de Lamboing, se réjouit déjà de batailler en faveur de Patrick Gsteiger: «Nous avions un peu prévu de présenter notre propre candidat. Mais après mûre réflexion, je crois que nous ne disperserons pas nos forces. Je suis pour l'union sacrée des chrétiens, même si le Parti évangélique se situe un peu trop à gauche de l'échiquier politique à mon goût.»
Quant au PDC, son fer de lance Hubert Frainier s'est montré plus mitigé: «Franchement, l'œcuménisme a ses limites. Et puis, nous autres catholiques, nous nous méfions toujours un peu des représentants des communautés religieuses. Sans oublier qu'au niveau de la Question jurassienne, Patrick Gsteiger n'est pas franchement notre tasse de thé...»
Le mot de la fin, on le laissera cependant au principal intéressé. Croit-il vraiment en ses chances? «Si l'UDC et les radicaux partent ensemble au combat, la bataille sera dure. Si tel ne devait pas être le cas, le jeu s'annonce très ouvert. Mais, avec les convictions qui m'animent, je garde la foi, car je sais mener le bon combat...» Quant à nous, fidèles au message biblique, nous continuerons de prier pour nos autorités...

 

Berner Rundschau / Grenchner Tagblatt 21.03.2005, Kanton BE

Mit Heinz Dätwyler als Präsidenten in die Wahlen 2006

EVP: Walter Bieri hört nach sieben Jahren auf - die Kantonalpartei wählt in Uetendorf den neuen Parteipräsidenten

Ab August präsidiert Heinz Dätwyler (53) die EVP Kanton Bern. Die Delegierten wählten den Lotzwiler in Uetendorf einstimmig. Bei den Wahlen 2006 wollen die EVPler im Grossen Rat mindestens einen Sitz zulegen. Bruno Utz (...)

Mindestens zwölf Sitze
Im April 2006 finden die Erneuerungswahlen für Regierung und Parlament statt. Dann werden die Bernerinnen und Berner erstmals statt 200 noch 160 Räte wählen können. Das hindert die EVP-Strategen nicht, eine Aufstockung der aktuell elf Sitze auf mindestens deren zwölf als Wahlziel zu definieren. Gemäss dem Geschäftsführer, Grossrat Ruedi Löffel (Münchenbuchsee), liegen sogar noch mehr Mandate drin: «Wenn wir einen engagierten Wahlkampf führen.» Dazu gehöre vor allem die Werbung von Sympathisanten, welche mit der EVP-Zeitung bedient werden. Die zahlreichen Erfolge bei den vergangenen Gemeindewahlen führte Löffel vor allem auf den Ausbau der Adresskartei zurück. «Bei den letzten Grossratswahlen bedienten wir 17 800 Adressen mit unserer Zeitung, jetzt sind des bereits 24 200.» Als weiteres Erfolgsrezept pries Löffel an: «Die besten Leute müssen auf die Listen.» Die «besten» heisse in diesem Fall auch, jene Leute, welche am meisten Stimmen machen. (...)
Für die Regierungswahlen hat der EVP-Vorstand ein Antreten beschlossen. 2006 möchte die Partei mit einer gemeinsamen Liste mit einer der drei Regierungsparteien SVP, FDP oder SP bestreiten (...)

 

Berner Rundschau 12.03.2005, Front + Kanton BE

EVP sucht starken Partner für Regierung

WAHLEN: Partei will 2006 nicht alleine antreten

Die EVP sucht für die Regierungsratswahlen vom April 2006 einen starken Listenpartner. Die Geschäftsleitung der Partei hat beschlossen, Sondierungsgespräche mit allen drei Regierungsparteien aufzunehmen. Gestern signalisierten SVP, FDP und SP Gesprächsbereitschaft. Seine Partei müsse aber zuerst die eigene Ausgangslage klären, erklärte SVP-Präsident Hermann Weyeneth. Erst dann könne über die Listengestaltung gesprochen werden. Genau gleich argumentiert Johannes Matyassy, Präsident der FDP. Und SP-Präsidentin Irène Marti Anliker rechnet, dass die EVP auf die SP zukomme: «Das Angebot der SP ist eine neue Option.» Gemäss Ruedi Löffel, EVP-Geschäftsführer und Grossrat, hat seine Partei einiges anzubieten: «Bei den Wahlen 2002 erhielten wir einen Wähleranteil von 6 Prozent. Und wir befinden uns weiterhin im Aufschwung.» Die EVP verfüge über mehrere geeignete Kandidaten für den Regierungsrat. (uz) Seite 13

6 Prozent Wähleranteil als Brautgeschenk

Regierungswahlen 06
Die EVP als grösste Nichtregierungspartei sucht einen starken Listenpartner


In 384 Tagen wählen die Berner Regierung und Parlament neu: Am 9. April 2006 will die EVP das Rennen um die sieben Regierungssitze erstmals mit einem starken Listenpartner bestreiten. SVP, SP und FDP sind für Gespräche offen.
Bruno Utz
Wir möchten unseren Aufschwung der letzten Jahre nutzen. Und wir haben genug fähige Leute, welche bereit sind, Regierungsverantwortung zu tragen», sagt auf Anfrage EVP-Geschäftsführer Ruedi Löffel. Die Geschäftsleitung habe sich deshalb entschieden, das Gespräch mit den drei Regierungsparteien SVP, SP und FDP zu suchen. Ziel sei eine gemeinsame Liste mit einer der drei Regierungsparteien.
Die EVP wolle nächstes Jahr nicht nur eine Statistenrolle ausüben, wie das mit dieser Grösse im Alleingang bei Majorzwahlen üblich sei. Die EVP habe aber einiges zu bieten, verweist Löffel auf ein 2002 erzielten Wähleranteil von 6 Prozent. Mit Verweis auf die damals «magere» Wahlbeteiligung von 28,17 Prozent schiebt Löffel nach: «Wir könnten bei einer guten Ausgangslage sicher noch einige Leute zur Wahlteilnahme mobilisieren.»

Zulegen im Grossen Rat
Löffel macht kein Geheimnis daraus, dass die EVP auch nächstes Jahr bei den gleichzeitig mit den Regierungswahlen stattfindenden Grossratswahlen zulegen will. «Ich erwarte zwölf Sitze für uns. Und das trotz der Ratsverkleinerung von 200 auf 160 Mitglieder», verkündet Löffel stolz. Eine Analyse der Wahlkreise habe zu diesem Resultat geführt.

SVP: «Nichts gleich ausschliessen»
Zurück zu den Regierungswahlen. Die EVP könne sich ein zusammengehen mit jeder der drei Regierungsparteien vorstellen, betont Löffel. Gesellschaftspolitisch sei die Differenz zur FDP wohl am grössten, beantwortet er eine Frage. Die EVP habe aber auch mit den Freisinnigen Gemeinsamkeiten, genau wie mit der SP oder der SVP. Eine Umfrage unter den drei Parteipräsidenten zeigt, alle sind für Gespräche offen. «Ich will nichts zum Vornherein ausschliessen und lehne die Möglichkeit eines Zusammengehens nicht sofort ab», erklärt SVP-Präsident Hermann Weyeneth. Nach seiner Meinung ist die EVP durchaus eine bürgerliche Mittepartei. Wichtiger als die Frage nach einem allfälligen Listenpartner sei derzeit die Klärung der eigenen Situation. «Wir müssen wissen, wer von unseren drei Regierungsräten Urs Gasche, Werner Luginbühl und Elisabeth Zölch zur Wiederwahl antritt», präzisiert Weyeneth.

FDP: «Reden kann man immer»
Gleich schätzt Johannes Matyassy die Ausgangslage ein. «Reden kann und soll man immer miteinander, kommentiert er das EVP-Novum. «Erst wenn entschieden ist, ob Dora Andres und Mario Annoni wieder kandidieren, können wir aber beurteilen, wie wir zu den Wahlen antreten wollen.» Matyassy räumt ein, dass seitens des bisherigen Listenpartners SVP Vorbehalte gegen eine erneute Kandidatur von Mario Annoni gemacht werden. «Dass SVPler gegen Annoni <schiessen>, beeindruckt mich aber nicht.» Wenn die FDP ein Annoni-Problem hätte, dann hätte die SVP ein Problem Gasche. Weshalb? «Bei der Steuersenkungsinitiative hat der Finanzdirektor nicht sehr souverän agiert», erklärt Matyassy.

SP: «EVP soll auf uns zukommen»
«Grundsätzlich finde ich es gut, wenn die EVP das Gespräch sucht», sagt SP-Präsidentin Irène Marti Anliker. Die Bündnisfrage müsse vor jeder Wahl neu gelöst werden. Die Voraussetzungen könnten sich ändern. Kann das bisherige Fünferticket von SP, GFL und GB mit einer EVP-Person aufgestockt werden? «Das wäre eine Option. Bevor wir solches erwägen können, müssen aber konkrete Gespräche geführt werden - mit allen Betroffenen.» Sie rechne nun damit, dass die EVP an die SP herantreten werde. Sicher sei derzeit in Sachen Wahlen fast nur eines, der SP-Nominationsparteitag vom 12. Dezember.

 

Berner Zeitung / Bieler Tagblatt 11.03.2005, Kanton BE

EVP will weg vom Alleingang

WAHLEN: Anders als bisher sucht die EVP für die Regierungswahlen 2006 Anschluss bei einer Regierungspartei.

In einem Jahr wählen die Berner/-innen Parlament und Regierung neu. Für die Regierungswahl hat die Geschäftsleitung der EVP jetzt einen Grundsatzentscheid gefasst: Sie will mit einer Regierungspartei zusammenspannen.

Das Ende des Alleingangs
Bislang war die EVP immer im Alleingang angetreten und hatte bei einem Mayorzverfahren wie der Regierungsratswahl keinerlei Chancen. Der Kuchen wurde jeweils unter den beiden Blöcken der Rot-Grünen (SP, GB, GFL) und der Bürgerlichen (SVP, FDP) aufgeteilt, das heisst, die Zauberformel hiess: 2 SP, 2 FDP und 3 SVP. Der Strategiewechsel bei der EVP könnte diesmal aber Wirkung zeigen. Denn nimmt man den Wähleranteil aus den letzten Grossratswahlen, so bringt die EVP eine Mitgift von 6 Prozent in die Wahlehe. Für die Rolle des Züngleins an der Waage reicht das je nach Konstellation allemal. (...)

Gespräche mit allen
EVP-Geschäftsführer Ruedi Löffel sagt auf Anfrage, dass das Gespräch sowohl mit SP, SVP und FDP gesucht werde. Die Präferenzen dürften in der EVP auseinander gehen. Denn es ist kein Geheimnis, dass die Land-EVP weit konservativer politisiert als etwa die EVP in Bern und Umgebung. In der Stadt Bern etwa hat die EVP 1992 der Rot-Grün-Mitte-Koalition zum Durchbruch verholfen. Otto Zutter

 

DRS Regionaljournal BE FR VS 9.11.2004, 17.30 Uhr

Die EVP ist auf dem Vormarsch (3:51)
Vier Wahlsonntage - vier Wahlsiege: die EVP besetzt in verschiedenen Gemeinden Exekutiv-Sitze von bisherigen Parteien. Link

 

FACTS 15. Juli 2004

Ungläubige, hört die Signale!

Seit einem halben Jahr legt die Evangelische Volkspartei wieder zu und ist zum Symbol für das Comeback der Religion in der Politik geworden. Für Schub sorgen die Freikirchen und ihre Jungschar. (...)
Real ablesbar ist das Erstarken christlicher Denkmuster am Vordringen der EVP. Keine andere Partei hat in den vergangenen Monaten so zugelegt wie die Evangelische Volkspartei. Gemäss der jüngsten Umfrage der Meinungsforscher von Isopublic erreichen die Evangelischen derzeit einen Wähleranteil von 6,9 Prozent. Vor Jahresfrist waren es noch 2,3 Prozent. Matthias Kappeler von Isopublic spricht von einem «signifikanten Anstieg». (...)
«Der christliche Fundamentalismus predigt nicht nur von Gott, sondern von Lebenshaltungen», sagt der Berner Politologe Andreas Ladner und erkennt: «Die Parallelität zwischen den Freikirchen und der EVP ist offensichtlich.» Das Erstarken der Evangelischen Volkspartei belegt den Trend: Die Religiosität kehrt in die Politik zurück.

Gesellschaftspolitisch konservativ
In die Polarisierung zwischen links und rechts greift die EVP ein – mit klar linken und ebenso klar rechten Positionsbezügen. In sozialen und ökologischen Fragen schlägt sie sich ins linke Lager, half etwa aktiv bei der Beerdigung des Steuerpakets und begrüsst die «Poststellen»-Initiative der Gewerkschaften. In gesellschaftspolitischen Fragen hingegen politisiert die EVP konservativ und sammelt eifrig Unterschriften gegen das Gleichstellungsgesetz für gleichgeschlechtliche Partnerschaften. «Wir versuchen, die grosse Gerechtigkeitslücke zu füllen», begründet Zentralpräsident Aeschbacher das soziale Engagement seiner Partei, «das ist für mich die Umsetzung des Evangeliums.» In gesellschaftlichen Fragen aber, sagt Aeschbacher, «möchten wir an den guten alten Werten festhalten.» (...)
Peter Selb vom Institut für Politikwissenschaft an der Uni Zürich, Koautor der jüngsten Selects-Studie über die Parteienlandschaft, glaubt nicht an eine Wanderbewegung unter den Konfessionsparteien, konkret an eine Abwanderung von der CVP zur EVP: «Das würde ich bezweifeln.» Das Phänomen EVP ist tatsächlich anders zu erklären. Da ist einerseits ihre stark auf Wachstum ausgerichtete zentrale Parteistruktur. Anderseits profitiert sie von der engen Vernetzung mit den gut organisierten freikirchlichen Kreisen. (...)
Im Bernbiet hat die EVP innerhalb von fünf Jahren gleich ein Dutzend Lokalsektionen gegründet. Und erzielte – mitten in SVP-Hochburgen – auf Anhieb fantastische Erfolge. Zudem haben sich die Auftritte der EVP-Exponenten stark modernisiert. Aus den schüchternen Evangelikanern mit bleichen Gesichtern und knöchellangen Röcken sind kecke Jungpolitikerinnen und Jungpolitiker geworden, die auf grossformatigen Plakaten lachen und an Bahnhöfen Giveaways verteilen. «Christsein hat heute etwas mit dem praktischen Leben in dieser Welt zu tun und mit Mitgestalten in dieser Gesellschaft», erklärt der Berner EVP-Kantonalsekretär Ruedi Löffel. Gerade die jungen Menschen in den Freikirchen entwickelten eine höhere Sensibilität für soziale Ungerechtigkeit und Umweltsünden. «Das ist ein grosses Potenzial», weiss Parteisekretär Löffel. Tatsächlich gehören mehr als die Hälfte der knapp über 1000 Berner Parteimitglieder einer Freikirche an. Die Mitglieder der evangelisch-reformierten Landeskirche sind in der Minderheit. Die zahlreichen Kirchenaustritte kümmern die EVP deshalb wenig.

Namen für einen höheren Zweck
Frau und jung – darauf setzt die EVP. Von den rund 250 Kandidierenden für die Nationalratswahlen waren rund 100 unter 30 Jahre alt. Verheizt fühlen sich die Chancenlosen nicht, sie geben ihren Namen für einen höheren Zweck her. «Das ist nicht verstaubt», beschreibt SVP-Nationalrat Hermann Weyeneth das Erscheinungsbild der EVP. (...)
Urs Zurlinden

Professor Hans Geser glaubt an die wachsende Bedeutung der Religion in der Schweizer Innenpolitik.
FACTS: Herr Geser, wie ist der Stellenwert des Glaubens in der Politik?
HANS GESER: Grösser, als man glaubt. Unsere Religion hat die Gesellschaft geformt, ist verantwortlich für die Menschenrechte, für soziale Werte. (...)
FACTS: Wie sehen Sie die Position der EVP als stark christliche Partei?
GESER: Sie hat sehr viele Frauen gewonnen. Vor zwanzig Jahren war die EVP noch eine sehr männliche Angelegenheit. Keine andere Partei hat sich so stark feminisiert wie die EVP. Ebenso hat sie in letzter Zeit relativ viele Junge angesprochen.
FACTS: Gibt es eine Verbindung zwischen neuen christlichen Jugendbewegungen und der EVP?
GESER: Das scheint augenfällig, bedarf aber genauerer empirischer Forschung.
FACTS: Wird der Glaube in der Politik an Bedeutung zunehmen?
GESER: Meine These lautet, dass andere Einflussfaktoren von politischen Einstellungen wie etwa die soziale Klassenzugehörigkeit schwächer werden. Stärker werden demgegenüber Wertevorstellungen. (...) Bei uns gelten eher noch die säkularen Werte der 68er-Generation. Noch sind wir ein Sonderfall in dieser Welt. In Zukunft kann aber auch bei uns mit einem stärkeren Einfluss der Religion auf die Politik gerechnet werden.

 

BZ Kanton Bern, 16. März 2004

EVP will 11 Sitze halten

Der kantonalbernische EVP-Geschäftsführer und -Grossrat Ruedi Löffel rechnet sich für die kantonalen Wahlen 2006 gute Chancen aus, die heutigen elf Mandate halten zu können oder noch welche dazuzugewinnen. Und dies, obwohl das Kantonsparlament dann von 200 auf 160 Mitglieder verkleinert sein wird. Löffel begründete seine Zuversicht an der Delegiertenversammlung der EVP Kanton Bern in Oberburg mit dem auf 5,2 Prozent gestiegenen Wähleranteil bei den Nationalratswahlen 2003. mgt

 

News www.livenet.ch 16.03.2004

EVP: Aufwind im Kanton Bern

Konstanz und Glauben an die Zukunft zeigte die Evangelische Volkspartei (EVP) des Kantons Bern an ihrer jährlichen Delegiertenversammlung letzten Freitag in Oberburg bei Burgdorf. Das Präsidium (Walter Bieri und die Vize Monika Wandel und Gerhard Baumgartner) und die Geschäftsleitung wurden von den rund 60 Delegierten einstimmig und mit Applaus für eine weitere Amtszeit bestätigt. Mit Heinz Dätwyler aus Lotzwil bei Langenthal stellt die EVP dieses Frühjahr erstmals den Grossratspräsidenten.
Grund zur Zuversicht sieht auch Grossrat Ruedi Löffel, der über "Die Verkleinerung des Grossen Rats - die grosse Chance für die EVP" sprach. Dank ihrer glaubwürdigen und unabhängigen Position der Mitte habe die EVP - schon jetzt viertgrösste Partei im Kantonalparlament - ihren Wähleranteil bei den Nationalratswahlen 2003 auf den bisherigen Höchststand von 5,2% steigern können.

Unermüdliche Arbeit im Hintergrund
Die Zahl der Mitglieder (43% Frauen) und Ortssektionen wächst kontinuierlich, und der Adressstamm mit Sympathisanten konnte in den letzten Jahren deutlich ausgebaut werden. Löffel ist in der kantonalen EVP-Geschäftsstelle für diese Arbeit zuständig. Er sieht gute Chancen, 2006 die Mandatszahl von 11 Grossrätinnen und Grossräten auch bei einem von 200 auf 160 Mitglieder verkleinerten Parlamant zu halten oder gar auszubauen. Im Seeland und im Emmental soll ein Sitz dazugewonnen werden. (...)
EVP des Kantons Bern: www.evp-pev.ch/be

 

Berner Rundschau 15.03.2004, Kanton BE

Die Kräfte werden für die Wahlen gebündelt

OBERBURG Weniger Grossräte ab 2006 - doch die EVP soll das nicht weiter stören

Im Betrieb der Jenni Energietechnik AG in Oberburg hat die Delegiertenversammlung der EVP stattgefunden. Die geplante Statutenänderung wurde um ein Jahr hinausgeschoben. EVP-Geschäftsführer Ruedi Löffel blickt den nächsten Grossratswahlen zuversichtlich entgegen.

Es braucht ein neues Denken. Mir scheint die Einteilung der acht Wahlkreise - ausser im Oberaargau - logisch und nachvollziehbar», sagte Ruedi Löffel in seinem Referat zu den Delegierten der EVP. In der Verkleinerung des Grossen Rates erkennt Löffel eine grosse Chance für die Partei. «Ich glaube daran, dass wir dereinst zwölf Sitze haben werden.» Insbesondere in den beiden Regionen Emmental und Seeland sieht er für die Partei ein besonderes Potenzial.

Mehr Abonnenten
Deutlich hat sich die Abonnenten-Zahl der EVP-Parteizeitung vor allem in diesen beiden Gebieten, aber auch im Oberland, vergrössert. «Das zeigt, dass immer mehr Leute unserer Partei Sympathie entgegen-bringen», freute sich Geschäftsführer Löffel. 22 000 Abonnenten sind es mittlerweile, welchen die EVP-Zeitung zugestellt wird. Eine Zunahme der Adressen garantiere eine gute Grundlage für den Wahlkampf.
Fleissige Werberinnen und Werber blieben an diesem Abend nicht unbelohnt. Wer besonders erfolgreich war, durfte von Ruedi Löffel einen Inserate-Gutschein für die EVP-Zeitung entgegennehmen. Eine zusätzliche, süsse Belohnung erhielt die erst vor kurzem gegründete EVP Lotzwil: Bei deren Gründung zählte sie 17 Parteimitglieder. Nur wenige Tage später waren es bereits über 20.
Der Geschäftsführer hielt die Delegierten zu mehr Präsenz in der EVP-Zeitung an. Insbesondere die Ortsparteien seien zu ermuntern, die Zeitung vermehrt als Plattform für das Bekanntmachen ihrer Aktivitäten zu nutzen. Dies unter dem Motto «Tue Gutes und sprich darüber».

Zeit gut nutzen
Zwei Jahre haben die Parteimitglieder der Evangelischen Volkspartei nun noch Zeit, sich für die Grossratswahlen 2006 stark zu machen. Ruedi Löffel empfahl, sich nicht nur über Persönlichkeiten, die bereits im Rat sitzen, Gedanken zu machen, sondern auch über andere, die willig und kompetent seien mitzupolitisieren.
Ein Anliegen aus den Reihen der Delegierten war die Beziehung zum Berner Jura. Der Kanton Bern habe seine Brückenfunktion wahrzunehmen und gerade diese Region besonders zu pflegen. Die Kräfte der Parteimitglieder müssten indessen gebündelt werden, sagte der Geschäftsführer. Den Grossratswahlen seien im Moment Prioritäten beizumessen. (...)

 

Der Bund, Kanton Bern,15.03.2004

Optimismus bei EVP trotz verkleinertem Grossem Rat

KANTON BERN An ihrer Versammlung in Oberburg haben die Delegierten der EVP-Kantonalpartei Präsident Walter Bieri (Goldiwil) und die beiden Vize Monika Wandel (Wabern) und Gerhard Baumgartner (Ostermundigen) für eine weitere Amtszeit bestätigt. In Bezug auf die Wahlen 2006 zeigte sich Grossrat Ruedi Löffel (Münchenbuchsee) optimistisch, dass die Zahl von elf EVP-Mandaten trotz Verkleinerung des Kantonsparlaments von 200 auf 160 Mitglieder gehalten oder sogar noch ausgebaut werden kann. (pd)

 

Der Bund 12.09.2003

Politik nonstop - WAHLVERANSTALTUNG

Wer Nationalrätin, Nationalrat werden will, muss über eine robuste Verfassung verfügen. Diese Konstitution jedenfalls könnte von Nutzen sein an jenem Politiker-Härtetest, den sich Radio BE1 ausgedacht hat: In Zusammenarbeit mit dem «Bund» veranstaltet BE1 am kommenden Wochenende einen 24-Stunden-Wahlmarathon im Restaurant Côté Sud im Bahnhof Bern.
Mit dabei sind Vertreter aller Parteien, die mit Bernern im Nationalrat vertreten sind:
CVP: Norbert Hochreutener, Remo Galli;
EDU: Christian Waber, Alfred Schneiter;
EVP: Walter Donzé, Ruedi Löffel;
FDP: Brigitte Bolli, Kurt Wasserfallen;
GB: Franziska Teuscher;
GFL: Barbara von Escher;
SD: René Liechti, Peter Bühler;
SP: Ursula Wyss, Peter Vollmer;
SVP: Hans Lauri, Hermann Weyeneth.
Der Marathontalk, an dem jede Politikerin, jeder Politiker 12 Stunden lang teilnimmt, beginnt am Samstag um 16 Uhr. Pro Stunde wird ein Themengebiet diskutiert. Nebst Ausführlichem zur Politik und zur Persönlichkeit der Kandidaten sollen laut BE1-Pressetext dem Dauerpolitisierern noch andere Erkenntnisse abgewonnen werden können. Zum Beispiel: «Wo befinden sich die Grenzen der Debattierlust? Wie lange können Politikerinnen und Politiker mitreden? Wie gut sind die Argumente nach zehn Stunden Polittalk?» Publikum kann vor Ort mitdiskutieren. (mic)

 

Der Bund, Samstag, 19. Juli 2003, Ressort Kanton

Parteien im Sommer: Die EVP

Die EVP gehört zu den wenigen Parteien, die auch in diesen trotz hochsommerlichen Temperaturen wirtschaftlich frostigen Zeiten immer noch kräftig an Mitgliedern zulegen. Und mühelos gelingt es ihr jeweils, für allergattig Wahlen eine regelrechte Flut von Kandidierenden zu finden. Auch für die Nationalratswahlen, für die sie nun gar mit drei vollen Listen antritt. Immerhin ist es ihr bislang erfolgreiches Rezept, mit möglichst vielen Kandidierenden möglichst viele Freunde, Bekannte und Verwandte an die Urnen zu locken. Da kommts natürlich gelegen, lebt die Partei äusserst aktiv ihre eigene Politik, die Familienpolitik zumal. Davon zeugt zum Beispiel Grossrat Ruedi Löffel. Er hat seine Aufgabe als Geschäftsführer (Basisarbeit!) wörtlich genommen und der EVP schon mal, weitsichtig wie er ist, «fünf minderjährige Meitli» beigesteuert (Anm. RL: Die fünfte Tochter ist und bleibt eine Zeitungsente.). Bereits seit Jahren fruchtet die Familienpolitik der Zwygarts:So kandidiert auf der Jungen Liste Jonathan Zwygart, Sohn des alt EVP-Nationalrats Otto Zwygart junior, seinerseits Sohn des alt EVP-Nationalrats Otto Zwygart senior. Aber auch Grossrätin Marianne Streiff und der frühere Spiezer Gemeindepräsident Urs Winkler waren nicht untätig. Mit ihren Söhnen Marco Streiff und Philip Winkler haben auch sie aktiv zur aktuellen, üppigen Nationalratslistengestaltung der EVP beigetragen.
Nur, wir fragen uns besorgt: Welche Folgen wird dieser historisch heisse Sommer für die EVP haben, wenns draussen an der Sonne schöner ist als drinnen, daheim im kuscheligen, warmen Bett? Wer kümmert sich da noch um die Nachwuchsförderung? Wir kennen die Antwort nicht. In jedem Fall aber wünschen wir der EVP einen fruchtbar, äh einen furchtbar kalten Winter. (Heidi Gmür)

 

Der Bund, Donnerstag, 3. Juli 2003, Ressort Stadt & Region

MÜNCHENBUCHSEE: EVP peilt Sitzgewinn bei Gemeindewahlen an

Die Evangelische Volkspartei (EVP) hat die Wahlziele für die Gemeindewahlen im Oktober festgelegt: Nebst dem erstmaligen Einzug in den Gemeinderat möchte die Mittepartei im Buchser Gemeindeparlament von drei auf vier Sitze zulegen. Als Spitzenkandidaten schickt die EVP für die Exekutive wie erwartet die Parlamentarier Matthias Hügli und Toni Mollet sowie Grossrat Ruedi Löffel ins Rennen, wie die Partei in einem Communiqué schreibt. (rr)

 

Der Bund, 18. März 2003, Ressort Kanton

EVP will zweiten Nationalratssitz

WAHLEN Als «durchaus realistisch» bezeichnete der Geschäftsführer der bernischen EVP, Grossrat Ruedi Löffel (Münchenbuchsee), das Ziel der Partei, bei den Nationalratswahlen vom 19. Oktober einen zweiten Sitz zu ergattern. Zumal, «wenn alle daran glauben und mitreissen am Karren», wie Löffel an der Delegiertenversammlung laut Pressemitteilung sagte. Derzeit sitzt Walter Donzé (Frutigen) für die bernische EVP im Nationalrat. Die EVP ging bei den Grossratswahlen vom letzten Jahr als eigentliche Wahlsiegerin aus dem Rennen hervor. Mit elf Grossratssitzen stellt sie seither die viertgrösste Fraktion im Parlament. Dank den drei Sitzgewinnen hatte sie damals die GFL überflügelt, obschon diese weiterhin die wählerstärkere Partei bleibt. Wie Kantonalpräsident Walter Bieri an der Delegiertenversammlung festhielt, konnte die Partei im letzten Jahr und im Gegensatz zu den anderen Parteien zudem einen Mitgliederzuwachs verzeichnen. Der Bestand stieg netto um 60 Personen auf «den Höchststand» von 1047. (ktn)

 

20 Minuten, 18. März 2003

EVP will zweiten Sitz

BERN - Die EVP des Kantons Bern will an den Nationalratswahlen vom kommenden Herbst einen zweiten Sitz erobern. Laut EVP-Geschäftsführer Ruedi Löffel ist dieses Ziel durchaus erreichbar.

20 Minuten, 8. Januar 2003

EVP will zweiten Berner Sitz

MÜNCHENBUCHSEE - Die EVP Münchenbuchsee hat Grossrat Ruedi Löffel als Nationalratskandidaten nominiert. Ziel: Die EVP will einen zweiten Berner Sitz erringen.„ Bei der heutigen Polarisierung ist es nötig, dass Parteien mit differenzierter Politik mehr Gewicht bekommen“, so Löffel. Er hat sich in Bern mit seinem Kampf für eine Jugend ohne Alkohol einen Namen gemacht.

 

Langenthaler Tagblatt, Emme, 7. Januar 2003

Löffel will in den Nationalrat - EVP Münchenbuchsee nominierte Geschäftsführer

Die EVP Münchenbuchsee nominierte Grossrat Ruedi Löffel zuhanden des EVP-Kantonalvorstandes als Nationalratskandidaten. Löffel arbeitet als Projektleiter auf der Fachstelle für Suchtprävention des Blauen Kreuzes und ist gleichzeitig Geschäftsführer
der kantonalen EVP. Seine politischen Schwerpunkte sind Suchtfragen und die Finanzpolitik. Die kantonale EVP wird die Nationalratslisten am Donnerstag, 9. Januar, in Bern verabschieden. Die Berner EVP plant, mit einer Haupt- und einer jungen Liste an den Wahlen teilzunehmen.

 

BZ-Region Bern, Montag, 6. Januar 2003

Löffel nominiert

Die EVP Münchenbuchsee hat Grossrat Ruedi Löffel zuhanden des EVP-Kantonalvorstandes als Nationalratskandidaten nominiert. Löffel arbeitet als Projektleiter auf der Fachstelle für Suchtprävention des Blauen Kreuzes und ist Geschäftsführer der kantonalen EVP.

 

Tages-Anzeiger; 2002-08-06; Seite 7

Inland

Berner EVP verstärkt Netzwerk

Beharrliche Basisarbeit als Erfolgsrezept: Nach ihrem Wahlsieg im Frühjahr will die Evangelische Volkspartei (EVP) weiter wachsen.

Von Peter W. Frey, Bern

"Ich glaube, das hat mit ethischen Vorstellungen zu tun." Nationalrat Hermann Weyeneth, Präsident der Berner SVP, hielt nach den Grossratswahlen vom 14. April 2002 eine plausible Erklärung parat, warum seine Partei Stimmen vor allem an die kleine Evangelische Volkspartei (EVP) verlor hatte: "Normalgläubige laufen der Kirche eher davon, aber die, welche bleiben, machen intensiver mit - auch in der Politik", sagte Weyeneth in einem "Tages-Anzeiger"-Interview. (TA vom 16. 4. 2002)

Die EVP erzielte mit sechs Prozent Wähleranteil ihr bestes Resultat, seit sie 1970 zum ersten Mal für das Kantonsparlament kandidierte und gewann zu ihren bisherigen acht Sitzen deren drei dazu. Weyeneths Analyse lässt Ruedi Löffel, Jugendarbeiter beim Blauen Kreuz Bern und Teilzeit-Geschäftsführer der Berner EVP, schmunzeln. Das mit der Ethik stimme schon, meint er - für den Wahlsieg der EVP gibt es aber nicht nur nach Löffels eigener Analyse eine ganze Reihe von andern Gründen. Da ist einmal das Berner Machtkartell, das mit einem kurzen Unterbruch in den Achtzigerjahren seit mehr als sechzig Jahren Bestand hat. SVP und FDP verfügen zusammen über die absolute Mehrheit im Grossen Rat und nehmen fünf der sieben Sitze im Regierungsrat für sich in Beschlag; der SP werden die zwei restlichen Mandate überlassen.

Siebzehn Neugründungen bis 2005

Dass sich über die Jahre hinweg wenig bewegt, stärkt die Attraktivität von Parteien ausserhalb des Kartells. Nach Einschätzung des Politologen Hans Hirter von der Universität Bern hat die EVP etwa bei der SVP jene Wählerinnen und Wähler geholt, die einen "Degout der Machtausübung" hatten: "Die EVP gilt als jene Partei, die bei Machtspielen nicht mitmacht".
Dazu kommt, dass die Partei sich gut positioniert sieht für Wählerinnen und Wähler, denen die Werteorientierung in der Politik zentral ist: "Die aktuelle Lebensrechtsdiskussion um den Schwangerschaftsabbruch hat uns sicher genützt im Wahlkampf", sagt Löffel, im April selbst neu in den Grossen Rat gewählt: "Je verunsicherter eine Gesellschaft ist, desto offener sind die Leute für eine Wertediskussion. Das spielte sicher mit." Diese Faktoren allein vermögen noch nicht zu erklären, weshalb die EVP im Kanton Bern an Wähleranteil und auch an Mitgliedern stetig zulegt.
Die Erfolge der Partei - auch auf kommunaler Ebene - haben viel mehr zu tun mit langfristig angelegter Basisarbeit, "Knochenarbeit", wie der Berner EVP-Präsident Walter Bieri aus Thun präzisiert. Seit 1999 wurden acht neue Ortsparteien gegründet, und auf Geschäftsführer Ruedi Löffels Liste "Geplante, mögliche, erhoffte Gründungen" bis 2005 stehen die Namen von nicht weniger als siebzehn weiteren Gemeinden.
Eine Gründung angestrebt wird vor allem dort, wo die Chancen auf Grund der Parteistärke bei eidgenössischen und kantonalen Wahlen als gut eingeschätzt werden. "Häufig kenne ich niemanden an dem Ort", sagt Löffel, wenn er von Bern aus telefonisch mit der Suche nach lokalen EVP-Gründern beginne. Aber meist finde er Interessierte, die bereit seien, sich zu engagieren: "Wenn wir drei Leute haben, kann man etwas machen." In Zollikofen waren fünf Leute an der Gründungsversammlung der lokalen Partei, und auf Anhieb wurden zwei EVP-Kandidaten ins Gemeindeparlament gewählt.

Löffel betont, er gehe nie aktiv auf Leute zu, die bereits in einer anderen Partei engagiert seien: "Die siebzig Prozent, die heute nicht wählen gehen, das ist unser Potenzial." Wichtiges Vehikel für die Aktivierung ist das in 18 000 Exemplaren fünfmal im Jahr verschickte Informationsblatt, wie Parteipräsident Walter Bieri sagt: "Die Medien können wir nicht zu Hilfe nehmen." Die meisten Aktiven in der EVP hätten einen echten Bezug zu christlichen Grundwerten und seien in der reformierten Landeskirche oder in Freikirchen aktiv, doch "einen Christlichkeitstest ablegen muss niemand, der bei uns mitmacht", erklärt EVP-Geschäftsführer Löffel.

Vielen "zu stark religiös eingefärbt"

Will die Partei als grösste Nicht-Regierungspartei weiter an Stärke zulegen, kann sie sich aber nicht allein auf eine evangelisch-kirchlich engagierte Wählerschaft stützen. Nach Einschätzung des Berner Politologen Hans Hirter hat die EVP dieses Wählerpotenzial heute "sehr gut ausgeschöpft". Für grössere Zugewinne sei die Partei aber doch "zu stark religiös eingefärbt".
Ruedi Löffel mag dies nicht entmutigen. Auf Grund von detaillierten Analysen habe die Partei vor den Grossratswahlen 2002 genau gewusst, wo gute Chancen für Sitzgewinne bestanden: "Und dort haben wir sie auch geholt." Wenn Löffel deshalb für "spätestens 2007" einen zweiten Nationalratssitz für die Berner EVP prophezeit, wird er auch dies schon berechnet haben.

EVP in zehn Kantonen vertreten

Die EVP wurde 1919 in Brugg AG gegründet aus "der Überzeugung, dass sich christlicher Glaube auch in konkretem politischem Engagement ausdrücken muss". Sie nimmt für sich in Anspruch, die erste Volkspartei der Schweiz zu sein und ist im Moment in acht Kantonen im Grossen Rat, Kantonsrat oder Landrat vertreten. In zehn Kantonen stellt die Evangelische Volkspartei Vertreterinnen und Vertreter in Gemeindeparlamenten.
Die grösste Fraktion stellt die Partei seit den Wahlen im April 2002 mit elf Mitgliedern im Berner Grossen Rat, gefolgt vom Zürcher Kantonsrat mit neun und dem Aargauer Grossen Rat mit acht Mitgliedern. Im Nationalrat ist die Partei mit Walter Donzé (BE), Heiner Studer (AG) und Ruedi Aeschbacher (ZH) vertreten. Während im Kanton Bern die Zahl der Parteimitglieder stetig stieg und im Februar das tausendste Mitglied gefeiert werden konnte, verharrte deren Zahl im Kanton Zürich in den letzten fünf Jahren bei rund 1440 Personen. Zu ihren besten Zeiten zwischen 1983 und 1987 hatte die EVP im Kanton Zürich einen Wähleranteil von 7,5 Prozent und stellte 14 Kantonsratsmitglieder. Im Moment beträgt ihr kantonaler Wähleranteil 5,6 Prozent. (pwf)

 

Langenthaler Tagblatt-HEADLINES. 17.04.2002 - 07:56

Der Wahlsieg der EVP hat einen Namen: Ruedi Löffel

Münchenbuchsee Der neue Grossrat im Amt Fraubrunnen hat in seinem Amt als kantonaler Geschäftsführer bereits einiges bewegt. Viel Knochenarbeit, eine klare Strategie und ein aktiver Geschäftsführer sind Gründe für den Wahlsieg der EVP. Dahinter steht der Geschäftsführer Ruedi Löffel. Der Münchenbuchseer kann auch einen persönlichen Erfolg verbuchen: Er wurde Grossrat im Amt Fraubrunnen. Beat Waldmeier.
In welchem der Reiheneinfamilienhäuser die Familie Löffel in Münchenbuchsee wohnt, ist schon von weitem ersichtlich: An der Haustür prangt neben anderem ein Plakat mit der Aufschrift "Herzliche Gratulation". Und im Haus drin stehen verschiedene Blumensträusse. "Das Plakat haben die Nachbarn aufgehängt und einer der Sträusse stammt vom Gemeindepräsidenten von Münchenbuchsee", erklärt der neugewählte Grossrat des Amts Fraubrunnen. Die EVP hat dort den zusätzlichen Sitz geholt, der dem Amt zugesprochen worden war - überraschend für viele, weniger für Löffel selber, ausser, dass gerade er selber auf ihm Platz nehmen wird.

Bald auch in Utzenstorf?

Wer mit ihm über die Wahlen diskutiert, merkt schnell, dass der Geschäftsführer der EVP über jedes Amt des Kantons genau im Bild ist und eine klare Strategie verfolgt. Stehen irgendwo Gemeindewahlen an, lässt sich Löffel vom Zentralsekretariat in Zürich die Adressen aller Personen aus jenem Ort geben, welche mit der EVP-Zeitung beliefert werden. Daraufhin ruft er diese an und motiviert sie zur Teilnahme an den Wahlen. Gelingt dies, so ist die Gründung einer Ortspartei der nächste Schritt. Mit Utzenstorf und Tramelan sind die nächsten Anläufe bereits gegeben.
Der Erfolg lässt sich sehen: Seit seinem Amtsantritt vor zweieinhalb Jahren ist die Zahl der EVP-Mitglieder im Kanton um 100 auf jetzt über 1000 angestiegen. In keinem anderen Kanton kann die EVP einen solchen Zuwachs vermelden. Damit nicht genug: Den Ortsparteien stellt die Berner Zentrale Vorlagen für Handzettel, Plakate und weiteres Werbematerial zur Verfügung. So kann der administrative Aufwand für die einzelne Sektion gesenkt werden.

"Aussenminister" der Partei

Der Erfolg ist indes nicht nur in der Strategie begründet, sondern auch in der Person Löffels. "Ich kann gut auf Leute zugehen und bin nicht aufs Maul gefallen", sagt der Geschäftsführer, der zu 80 Prozent als Projektleiter beim Blauen Kreuz arbeitet. Bei der Partei arbeitet Barbara Streit zu 30 Prozent, er zu 20 Prozent: "Sie ist in der EVP für die Fraktion und das Sekretariat zuständig, ich für den Aussendienst." Manchmal koste es schon Überwindung, den Leuten zu telefonieren, und er sei auch schon ins Leere gelaufen. "Es hat selten einer darauf gewartet, dass ich ihn anrufe". Er versuche den Leuten bewusst zu machen, dass man etwas bewegen könne in der Politik. Gerade im Zusammenhang mit der "Lebensrechtsdiskussion", also beispielsweise der Abstimmung über den Schwangerschaftsabbruch, zeige er die Bedeutung auf. "Wenn Du jetzt sagst, es gehe Dich nichts an...", sei eines seiner Argumente für Unentschlossene.

Mitbegründer der RGM

Er sei angefressen, sagt er von der Politik. Es ist beileibe nicht so, dass Ruedi Löffel aus dem politischen Nirwana aufgetaucht ist, denn schon vor zehn Jahren sass er im Stadtrat von Bern (Anm.: das stimmt nicht, ich war damals Präsident) der Stadtberner EVP), dann in Köniz. "Ich war Mitbegründer der RGM-Mehrheit (Rot-Grün-Mitte) anfangs der Neunzigerjahre". Das habe der Berner Sektion grosse Kritik eingebracht, vor allem aus dem Oberland. Der Stadt/Land-Konflikt sei auch in der EVP heute noch da, doch viel weniger als noch vor zehn Jahren. Die EVP sei eine Volkspartei, und da gebe es mitunter unterschiedliche Ansichten, was aber nicht weiter schlimm sei.
Löffel wäre nicht Löffel, wenn er nicht auch längerfristig denken würde. Er sieht politisch eine Zusammenarbeit in der Mitte zwischen CVP, EVP und GFL, weg vom Blockdenken, von dem der Wähler genug habe. Das Flirten mit der Mitte dürfte die EDU nicht freuen, mit denen die EVP in den meisten Amtsbezirken eine Koalition eingegangen ist. Das sei oftmals eine Frage der Wahlarithmetik, er selber sieht die EVP mehr im Zentrum und weniger rechts, wie es die EDU ist, sagt Löffel. Dass deren Wähler zur EVP abwandern könnten, glaubt er nicht. Zudem wolle die Partei nicht Wechselwähler, sondern Neuwähler für sich gewinnen.

Töchter als Wahlkampfhelfer

Mit der Wahl als Grossrat muss Löffel seine Prioritäten ändern. Dass er vom September bis im Januar fast ausschliesslich für die EVP arbeiten konnte, verdanke er der Überzeit beim Blauen Kreuz. Die Jahresarbeitszeit für die EVP sei damit für das Jahr 2002 schon fast aufgebraucht, sagt er schmunzelnd. Was er ändern will, weiss er noch nicht.
Beim Blauen Kreuz wird er wohl auf Verständnis stossen, sind mit Geschäftsführer Daniel Lüscher (im Grossen Rat) und Präsident Otto Zwygart (im Nationalrat) auch Politiker in seinem Umfeld. Verständnis erlebt der 39-Jährige auch in seinem privaten Umfeld, denn seine Frau und die vier Töchter haben ihn schon bisher unterstützt. Die Mädchen verschickten selber Karten und hängten Plakate auf. "Das haben sie aus eigenem Antrieb gemacht", sagt er schmunzelnd und auch mit Freude. Von seinem letzten Hobby Volleyball will er sich aber nicht trennen, obwohl er sein Ziel mit Konsequenz verfolgt. Das nächste ist das Amt eines Nationalrats.

 

Der Bund, Ausgabe-Nr. 87, 16.04.2002, Ressort Wahlen

"Einzige Alternative zwischen den Blöcken"

EVP/ Mit elf Grossratssitzen stellt die EVP neu die viertgrösste Fraktion im Parlament. Dank den drei Sitzge-winnen hat sie die GFL überflügelt, obschon diese weiterhin die wählerstärkere Partei bleibt. Doch nicht nur Proporzglück verhalf der EVP zum Erfolg. Ihr Rezept: aktiver Wahlkampf, wo es sich lohnt - und eine veritable Kandidatenflut. o HEIDI GMÜR
Sie ist schwerlich einzuordnen im politischen Spektrum, spielt auf kantonaler Ebene eine eher unauffällige Rolle, tut sich selten gross hervor und leidet zuweilen auch darunter, kaum wahrgenommen zu werden. Und nun ist die Evangelische Volkspartei (EVP) mit drei Sitzgewinnen die eigentliche Wahlsiegerin der Grossratswahlen vom Wochenende. In der kommenden Legislatur wird sie mit neu elf statt wie bislang acht Grossräten und Grossrätinnen die viertgrösste Fraktion im Parlament stellen. Sie verdrängt damit die Grüne Freie Liste (GFL) mit ihren neuerdings zehn Sitzen (bisher neun) auf den fünften Platz - obschon die GFL mit 6,15 Prozent Wähleranteil (1998: 4,65 Prozent) weiterhin die wählerstärkere Partei ist als die EVP mit einem Wähleranteil von neu 5,95 Prozent (4,45). Proporzpech. Oder eben Proporzglück.
Wie auch immer. Die EVP hat ihr Wahlziel - anders als die drei grossen Regierungsparteien SVP, FDP und SP - nicht nur erreicht, sie hat es gar um einen Sitz übertroffen. Sonderlich überrascht ist Ruedi Löffel, Geschäftsführer und neu gewählter EVP-Grossrat (Münchenbuchsee), darob nicht. Im Gegenteil: "Ich habe damit gerechnet." Wenns "absolut optimal gelaufen wäre, hätten wir sogar 14 Sitze holen können". Trotzdem freue er sich "natürlich henne" über die drei Sitzgewinne.

Ein Sieg der Frommen?

Ist dieser Sieg ein Sieg der Frommen im Kanton Bern? So schwer sich die EVP ins Links-rechts-Schema zwängen lässt, so wenig sie sich profiliert mit einer pointierten politischen Haltung, so schlecht ist sie ohne weiteres einfach nur in die religiöse Ecke zu stellen. Der Grund für diese Undefiniertheit ist immer der Gleiche: Ihre heterogene Wählerbasis. Eher links-liberal in städtischen Gebieten (Beispiel Stadt Bern: Listenverbindung mit der GFL), eher rechts-konservativ in ländlichen (Beispiel Seeland-Ost: Listenverbindung mit der EDU).
Obschon Ruedi Löffel hofft, dass der Erfolg auch auf eine wachsende Bedeutung christlicher Werte zurückzuführen ist -"die Bibel hat eine total aktuelle Bedeutung, gerade wenn ich die Orientierungslosigkeit etwa bei Jugendlichen beobachte" -, so direkt mag er den Wahlsieg nicht auf die religiöse Ausrichtung der Partei zurückführen. Rückmeldungen wie "Super, eine christliche Partei!" gebe es eigentlich nicht. Zudem sei der häufigste Vorwurf, den er als Geschäftsführer höre, dass "wir zu tolerant seien, zu viele Kompromisse machten". Das aber sei eben Politik. Nein, Löffel ist vielmehr überzeugt, dass zahlreiche Wahlberechtigte vom "Blockdenken, von den Grabenkämpfen die Nase voll haben". Und: "Wir sind die einzige Alternative zwischen den Blöcken." Gerne preist sich die EVP denn als "lösungsorientierte Vermittlerin" an, sieht sich auch als eine Art "ethisches und moralisches Gewissen".

Oder ein Sieg der Mitte?

Und Löffel glaubt, in dieser Sandwich-Position mit der neuen Stärke im Kantonsparlament auch etwas bewirken zu können. Gerne hätte er hierzu eine engere Zusammenarbeit "in Sachfragen" mit der GFL:"Wenn sie sich nur von der SP, dem rot-grünen Block etwas lösen könnte." Den Kompromiss, die Mitte, sucht die EVP immer wieder. Hat sie denn einen Sieg der Mitte errungen? "Ich glaube nicht, dass man von einem Trend hin zu den Parteien der Mitte sprechen kann", sagt Politologe Hans Hirter. Auch GFL-Kantonalpräsident Ueli Stückelberger mag davon nicht sprechen. Er glaubt auch nicht, dass GFL und EVP als Alternative zu den beiden Blöcken gewählt wurden. Nicht zuletzt sei die Position der Mitte auf Stufe Kanton eine schwierige, "weil selten von Gewicht". Da gelte "FDP und SVP gegen den Rest". Das Gespräch mit der EVP werde aber sicher gesucht, sagt Stückelberger. Allerdings erwartet natürlich auch die GFL von der EVP ein Entgegenkommen -und zwar, dass sie sich linker und vor allem ökologischer positioniere. Dass die EVP christliche Werte hervorhebe, wäre dagegen "kein Hindernis, solange sie mit der nötigen Toleranz verbunden sind". Den eigenen Wahlerfolg führt die GFL im Übrigen darauf zurück, dass "Themen wie Nachhaltigkeit wieder gefragt sind, besonders auch in ländlichen Regionen wie im Oberland".
Resultat aktiven Wahlkampfs
Doch wie ist denn nun der Wahlerfolg der EVP erklärbar? "Mit einem aktiven, gezielten Wahlkampf in Ämtern, in denen sich die EVP einen Erfolg hatte ausrechnen können", sagt Hirter. Zum Ziel geführt hat diese Strategie letztlich in den Ämtern Aarwangen, Aarberg und Fraubrunnen. In allen drei war je ein neues, zusätzliches Mandat zu vergeben. Folglich hatte die EVP ihre Sitzgewinne nicht zulasten anderer Parteien verbuchen können. "Wir sagen unseren Leuten auch, dass sie nicht in erster Linie Wähler und Wählerinnen der grossen Parteien abwerben sollen", sagt Ruedi Löffel. Es sei ganz klar, dass sie primär bisherige Nichtwähler angesprochen und abgeholt hätten. Das Rezept der EVP ist denn äusserst simpel: Man rekrutiert Wähler im Bekanntenkreis der Kandidierenden. Und um möglichst viele Bekannte für die EVP an die Urne zu locken, gilt es daher, auch möglichst viele Kandidierende aufzustellen. Das Resultat ist eine veritable evangelische Kandidatenflut. Bereits 1998 stiegen 149 Männer und 75 Frauen für die EVP in den Wahlkampf, dieses Jahr waren es gar 172 Männer und 123 Frauen, die auf 40 Listen in 25 der 26 Amtsbezirke antraten. Damit stellte die EVP heuer gar den absoluten Kandidaten-Rekord.
"Wir haben aber nicht nur viele Leute, wir haben auch viele gute Leute", sagt Ruedi Löffel. Solche, die das EVP-Motto "Menschen für Menschen" auch lebten. Das mit der Parteipolitik sei "gelaufen", ist er überzeugt: Heute zähle die "persönliche Schiene". Ein Rezept, glaubt Löffel, das die anderen Parteien beim nächsten Mal der EVP wohl abschreiben werden.

 

Berner Zeitung BZ, 16.4.02

EVP und GB legen zu

Eigentliche Gewinnerinnen sind die EVP und das Grüne Bündnis. Sie legten um je 1,5 Prozent Wähleranteil zu.
(...)

EVP legt drei Sitze zu, FPS fliegt raus

Die EVP hat am Sonntag drei zusätzliche Grossratssitze erobert und ist damit klare Wahlsiegerin.
«Wir haben ein treues Publikum»: Heinz Dätwyler, Fraktionspräsident der Evangelischen Volkspartei des Kantons Bern (EVP), analysiert den Wahlerfolg seiner Partei. Drei Sitze hat die EVP in den Grossratswahlen vom vergangenen Sonntag zugelegt. Mit den neuen Mandaten aus Aarwangen (Erwin Sommer, Melchnau) , Fraubrunnen (Ruedi Löffel, Münchenbuchsee) und Aarberg (Margrit Staub, Lyss) kommt die EVP neu auf elf Sitze im Kantonsparlament.

«Vernünftige Sachpolitik»

Dätwyler schreibt den EVP-Erfolg vor allem der «vernünftigen Sachpolitik der Mitte» zu. Diese sei zwar «unspektakulär, aber letztlich doch die Lösung». Viele gute Kandidatinnen und Kandidaten mit jeweils einem grossen Umfeld hätten zu Stimmen geführt. Trotz tiefer Stimmbeteiligung sei es gelungen, die EVP-Wählerschaft zu mobilisieren. Und: Die Listenverbindung mit der EDU habe zum Erfolg beigetragen. Marianne Streiff habe zudem mit ihrer Kandidatur für den Regierungsrat zum guten Grossratsergebnis der EVP beigetragen. Auf wessen Kosten die EVP die drei Sitze dazugewonnen hat, hat Dätwyler noch nicht abschliessend eruiert.

EVP und GFL legen zu

«Die grossen drei Parteien haben leicht verloren, die kleinen leicht zugelegt», sagt Dätwyler. Die genauen Zahlen: EVP und GFL legten bei den Wähleranteilen beide 1,5 Prozentpunkte zu, die EVP erreichte mit einem Wähleranteil von 5,95 Prozent elf Sitze, die GFL mit 6,15 Prozent nur deren zehn.
SVP-Kantonalpräsident Hermann Weyeneth sagte zum EVP-Erfolg, dass die SVP vor allem auf dem Land an die EVP verloren habe und dass die tiefe Stimmbeteiligung der SVP geschadet und den kleinen Parteien Auftrieb gegeben habe.

 

Blick; 16.4.02

Mit Schwellen-Ruedi wieder im Aufwind - EVP-Wahlerfolge in der Schweiz

BERN - Schwellen-Ruedi als erfolgreicher Krankenpfleger. Seit der frühere Zürcher Stadtrat Ruedi Aeschbacher (60) die Evangelische Volkspartei EVP präsidiert, geht es mit der kleinen Partei aufwärts. Am Wochenende feierte die Aeschbacher-Partei verblüffende Wahlsiege.
Früher nervte er die Zürcher mit seiner progressiven Verkehrspolitik. Ruedi Aeschbacher war der Erfinder der Schwellen zur Verkehrsberuhigung. Jetzt verhilft er der fast schon totgesagten Partei zu einer wahren Wiedergeburt.
Im Kanton Bern ist die EVP mit drei Sitzgewinnen Siegerin der Berner Grossratswahlen vom Wochenende.

 

Der Bund, 15.04.02

Im Amt Fraubrunnen ergattert die EVP das neue Mandat.

Im Amt Fraubrunnen ändert sich an der bisherigen Sitzverteilung nichts - mit einer Ausnahme: Der achte Sitz, den das Amt wegen Bevölkerungszuwachs neu erhält, geht an die EVP. Mit Ruedi Löffel, Geschäftsführer der Kantonalpartei, schickt die EVP erstmals einen Vertreter aus dem Amt in den Grossen Rat. Diesen Sitzgewinn erreichte die EVP dank Proporzglück und den Listenverbindungen mit der jungen EVP und der EDU. Denn mit 7,2 Prozent der Stimmen liegt sie sogar noch hinter der GFL, die 7,7 Prozent des Stimmenanteils erreichte. Gegenüber 1998 hat die EVP ihren Wähleranteil aber um 3,7 Prozent gesteigert. Zweite Gewinnerin ist die SVP, die ihren Anteil um 3,8 Prozent auf 39 Prozent steigern konnte.

 

Langenthaler Tagblatt / Berner Rundschau, 15.4.02

EVP räumt auch in Fraubrunnen ab

Im Amt Fraubrunnen war es spannend: Wer macht das Rennen um den achten Sitz? Das war die grosse Frage im Vorfeld der Wahlen. Nicht die Bürgerlichen, sondern eine Partei der Mitte holte das Mandat. Der EVPler Ruedi Löffel ist überglücklich: Der Geschäftsführer der EVP Kanton Bern aus Münchenbuchsee machte den Sitz gleich selber. Es zeige, dass die EVP auf dem richtigen Weg sei. «Die Wähler haben genug von den zwei grossen Blöcken, die keine richtige Sachpolitik machen.»
«Es war ein positiver Schock für mich»

Reaktionen - Kandidaten kurz nach ihrer Wahl

Mit Champagner wird sicher nicht angestossen», schmunzelte Ruedi Löffel-Wenger, Projektleiter der Fachstelle Suchtprävention des Blauen Kreuzes. Der Erwerb des achten Sitzes im Amt Fraubrunnen ist dem Geschäftsführer der EVP Kanton Bern aber doch ein Fest wert. «Es war ein positiver Schock», erklärte der 40-jährige Buchser. «Mein Leben werde ich wohl neu organisieren müssen», meinte Löffel-Wenger.

 

Der Bund, 29.01.02

1620 wollen in den Grossen Rat

WAHLEN 2002 / 1620 Männer und Frauen kandidieren bei den Grossratswahlen vom 14. April 2002.
Bei den letzten Grossratswahlen hat die Zahl der Kandidierenden stetig zugenommen. Nun scheint der Trend gebrochen:1050 Männer und 570 Frauen drängt es dieses Jahr ins Berner Kantonsparlament - und das sind 29 Männer und vier Frauen weniger als 1998. Am meisten Kandidaten stellt diesmal die Evangelische Volkspartei (EVP).
Neben den grossen Parteien SVP, SPund FDP treten einmal mehr die christlichen Parteien EVP und EDU flächendeckend, mit über 50 Listen und mit mehreren Hundert Kandidierenden an.

EVP-Kandidatenflut

Den Kandidatenrekord bei den Wahlen 2002 hält die Evangelische Volkspartei (EVP). Die Partei, die im 200-köpfigen Grossen Rat acht Sitze hält, steigt mit 295 Männern und Frauen auf 40 Listen ins Rennen, vor vier Jahren waren es erst 224.
Die SVP ist zwar die stärkste Partei im Grossen Rat, aber sie stellt - wie schon 1998 - nicht die meisten Kandidaten. 1998 war es die FDP, die am meisten Kandidierende in die Wahlen schickte, diesmal läuft die kleine Evangelische Volkspartei der SVP den Rang ab: Die EVP portiert auf 40 Listen 295 Kandidaten - 172 Männer und 123 Frauen.

Bund und BZ, 6.11.01

MÜNCHENBUCHSEE. EVP mit Hügli und Löffel

Die EVP Münchenbuchsee hat zuhanden des EVP-Amtsverbandes Matthias Hügli und Ruedi Löffel als Grossratskandidaten nominiert. Hügli ist Leiter des reformierten Seelsorgeteams am Berner Inselspital und Parlamentsmitglied. Löffel arbeitet als Projektleiter auf der Fachstelle für Suchtprävention beim Blauen Kreuz und als Geschäftsführer der EVP Kanton Bern. mg

 

Bund, 14. April 01

Wer folgt auf Schaer?

REGIERUNGSRAT / In einem Jahr wird im Kanton Bern eine neue Kantonsregierung gewählt. Simonetta Sommaruga will nicht als Dori-Schaer-Nachfolgerin kandidieren.

EVP sucht Koalitionspartner

Auch die EVP will ihre «Bereitschaft zeigen, Regierungsverantwortung zu übernehmen», wie Geschäftsführer Ruedi Löffel erklärt. «Wir brauchen uns zwar nichts vorzumachen, aber das Resultat von Walter Donzé war doch ermutigend.» Donzé holte 1998 29 313 Stimmen. Um die eigenen Chancen zu erhöhen, ist die EVP noch auf der Suche nach Koalitionspartnern - «wir sind grundsätzlich offen».

 

Der Bund 26. März 01

Nationalrat - EVP Bern strebt zweiten Sitz an

pd. Spätestens bei den Nationalratswahlen von 2007 will die EVP des Kantons Bern einen zweiten Sitz erobern: Dieses Ziel setzte EVP-Geschäftsführer Ruedi Löffel an der Delegiertenversammlung vom Freitag in Nidau. Seinen Optimismus begründete Löffel unter anderem mit der steigenden Mitgliederzahl sowie mit der steigenden Auflage des Parteiorgans «Berner EVP Politik». Zudem habe die EVP in letzter Zeit vermehrt an Gemeindewahlen teilgenommen und in verschiedenen Gemeinden neue Ortssektionen gegründet, beispielsweise in Huttwil und Belp. Eine weitere Gründung in Zollikofen steht laut Löffel unmittelbar bevor.

 

Bund, 29. Mai 00

Kantonale EVP - Ein zweiter Sitz im Nationalrat

Die EVP des Kantons Bern besitze das Potenzial, bei den Wahlen 2003 einen zweiten Nationalratssitz zu gewinnen, sagte Geschäftsführer Ruedi Löffel an der Delegiertenversammlung der Partei in Lützelflüh. Voraussetzung dafür seien die flächendeckende und aktive Vertretung der Partei im Kanton. Oftmals verharrten die Ortsparteien jedoch in einer «christlichen Demutshaltung», kritisierte Löffel. Präsident Walter Bieri (Goldiwil) wurde in seinem Amt bestätigt, zu neuen Vizepräsidenten der EVP des Kantons Bern wählten die Delegierten Monika Wandel (Köniz) und Gerhard Baumgartner (Ostermundigen).

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