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Wahlen 2010.
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zu den Wahlgängen 2006 und 2007.
Und hier finden
Sie Medienberichte
zu früheren Wahlen.
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Langenthaler Tagblatt / MLZ 07.04.10 Kanton Bern
BDP-Stimmen aus allen Lagern
Wo holte die BDP die Stimmen für ihren Erdrutschsieg voriges
Wochenende? Schätzgleichungen des Forschungsinstituts GFS Bern
zeigen, dass die neue Partei bei allen arrivierten Kräften graste
– auch beim Erzfeind SVP. Die erstmals angetretenen Grünliberalen
profitierten von Grünen, SP und FDP.
(...) Überaus deutliche Hinweise aus den GFS-Daten legen den Schluss
jedoch nahe, dass die BDP je etwa knapp ein Drittel Neuwähler und
bisherige SVP-Wähler für sich gewinnen konnte. Der letzte
Drittel der 16,03 Prozent Wähleranteile entstammt je knapp zur
Hälfte dem FDP- und SP-Lager. Auch das politische
Zentrum EVP (–1,4 Prozent) und CVP (–0,6 Prozent) büsste
für seine Verhältnisse stark an die neue BDP ein. Dass
die SVP ihren Wähleranteil (–0,8 Prozent) nach dem BDP-Aderlass
beinahe halten konnte, zeugt vom nach wie vor grossen Mobilisierungspotenzial
der Volkspartei. Am rechten Rand sog sie am 28. März quasi alles
auf, und auch aus der «Mitte» bot sie offenbar von der FDP
enttäuschten Wählern eine Alternative. (...)
livenet.ch 29.03.2010 / News - Schweiz
Marc Jost nicht gewählt – trotz gutem Resultat
Der erstmalige Einzug in den Berner Regierungsrat ist der EVP
nicht gelungen. Dennoch erzielte Marc Jost das beste Ergebnis eines
EVP-Kandidaten.
EVP-Spitzenkandidat Marc Jost bilanzierte gestern Sonntag kurz
nach Bekanntwerden der Zahlen: «Erwartungsgemäss landete
ich auf Rang zehn. Zwar hoffte ich auf einen zweiten Wahlgang, der aber
nicht folgen sollte, weil die Gewählten das absolute Mehr schafften.»
Es ist mit über 36'000 Stimmen aber das beste EVP-Ergebnis bei
den Wahlen zum Regierungsrat. Direkt hinter ihm reihte sich der zweite
EVP-Mann ein: Patrick Gsteiger durfte sich an über 20'000 Stimmen
erfreuen. Gute Resultate, obschon die Berner Medien sich gegenüber
der EVP - diplomatisch gesagt - sehr diskret und zurückhaltend
verhalten hatten.
In manchen Gebieten wäre wohl noch mehr drin gelegen, analysierte
der Thuner Marc Jost, «doch in meinem Herkunftsort erzielte ich
mehr als 25 Prozent der Stimmen.» (Link)
bernerzeitung.ch 29.03.2010
Die Reaktionen reichen von Jubel bis unverholener Enttäuschung
Mit dem Wahlresultat der EVP-Kandidaten war Kantonalpräsident
Gerhard Baumgartner, der selber als Grossrat abgewählt wurde, mehr
als zufrieden. «Bei Regierungsratswahlen haben wir noch nie so
viele Stimmen gemacht wie diesmal», sagte er. «Wenn wir
noch die gleichen Chancen gehabt hätten wie die andern Parteien,
hätten unsere Kandidaten noch bessere Resultate gemacht»,
zeigte er sich überzeugt. Dass die Medien die EVP-Kandidaten als
chancenlose Aussenseiter behandelt hatten, «kam für mich
einer Wahlmanipulation gleich». (Link)
bernerzeitung.ch 29.03.2010
be.ch 28.03.2010
Alle Wahlresultate im Detail
Hier finden Sie alle Resultate der kantonalen Wahlen 2010 im Detail:
Link
Und hier
die Detailsresultate aus meinem Wahlkreis
Mittelland-Nord.
Thuner Tagblatt 24.03.2010
Jost vertritt die Mitte
Diverse Ausgaben: Zu den Kantonswahlen In der Zeitung kann man lesen,
dass Albert Rösti als geeigneter Oberländervertreter für
die kommenden Regierungsratswahlen empfohlen wird. Das stimmt so nicht.
Dazu gehört ganz sicher auch Marc Jost von der EVP. Er ist erfahrener
Pfarrer und ehemaliger Lehrer, ursprünglich aus Spiez, nun wohnhaft
in Thun. Marc Jost bringt die nötige Sozial- und Führungskompetenz
als Regierungsratskanditat ganz sicher mit. Er vertritt die politische
Mitte und versteht es bestens Brücken zwischen den politischen
Blöcken zu bauen. Darum ist er der geeignete Regierungsratskanditat
für das Berner Oberland.Therese Schär Präsidentin EVP
Wattenwil
Regionaljournal Bern Freiburg Wallis 15.03.2010, 17.30 Uhr
Wahlkampf im Kanton Bern - Symbolik ist Glückssache
Am 28. März wählt der Kanton Bern eine neue Regierung und
einen neuen Grossen Rat - und bis zu diesem Termin herrscht Wahlkampf
mit sehr viel bedrucktem Papier. Die Wahlkampf-Symbolik ist allerdings
zuweilen missverständlich. (Link)
Thuner Tagblatt 13.03.2010
Steuern senken? Kandidaten nicht einig
Die beiden Oberländer Regierungsratskandidaten im Streitgespräch:
Albert Rösti (SVP) und Marc Jost (EVP) reden Klartext zu Themen,
welche die Region betreffen. Beim Thema Steuersenkungen sind sie sich
gar nicht einig. (Link)

Marc
Jost (EVP) beim Streitgespräch auf der BO-Redaktion: Der EVP-Mann
will in die Regierung.
Bild: Patnc Spahni
Berner Zeitung 13.03.2010 / Leserbriefe
Ungleiche Chancen
An
der BZ-Wahlveranstaltung in Belp waren nur die aktuellen Regierungsratsparteien
eingeladen. Dies ärgert insbesondere die EVP-Wähler unter
unseren Lesern.

Die
EVP-Anhänger protestieren gegen die aus ihrer Sicht ungleiche Berichterstattung
im Vorfeld der Regierungsratswahlen.
Bild: Andreas Blatter
Das stimmt nachdenklich
Dass die BZ ein Wahlpodium veranstaltet, ist positiv. Schliesslich sollen
sich die Stimmbürger in all der Flut von Werbeprospekten und im
Wald der Plakate ein Bild machen können, wer für die nächsten
vier Jahre in die Berner Regierung gewählt werden soll. Dass aber
die EVP mit der Begründung, dass ihre Kandidaten ohnehin chancenlos
seien, gar nicht erst nach Belp eingeladen wird, stimmt mich nachdenklich.
Patrick Gsteiger ist der einzige selbstständige Unternehmer unter
den Kandidaten, und Marc Jost ist im Grossen Rat mit seiner klaren Meinung
schon mehrfach aufgefallen. Wenn man offizielle Kandidaten schon gar
nicht zu Wort kommen lässt, schwinden ihre Chancen in der Tat.
Ich bin aber überzeugt, dass im grossen Kanton Bern ein Regierungsrat
Farbe geben würde, der nicht nur die Interessen der Grossen vertreten
würde.
Robert Alder, Präsident EVP Jegenstorf
Falsche Suggestion
Der Artikel von Anna Tschannen beginnt mit den Worten «am BZ-Wahlpodium
in Belp gaben sich die neun (!) Kandidierenden für den Regierungsrat
erstaunlich zahm». Es dürfte der Berner Zeitung tatsächlich
entgangen sein, dass mehr als neun Kandidatinnen und Kandidaten für
den Regierungsrat des Kantons Bern kandidieren. Weshalb kommt da wohl
keine Wahlkampfstimmung auf? Für die BZ-Leser sei an dieser Stelle
nochmals erwähnt, dass mit dem Wahlmaterialversand alle zu wählenden
Regierungsratskandidaten aufgelistet sind. Von der Berner Zeitung wird
fast täglich suggeriert, dass nur neun Kandidierende ins Rennen
steigen, und bei Umfragen werden stets die Meinungen dieser Kandidaten
abgefragt. Das DRS-Regionaljournal hat hier seine Aufgabe besser gemacht
und bemerkt, dass es noch weitere Kandidierende gibt. So hat man zum
Beispiel Christoph Neuhaus gegen den EVP-Mann Marc Jost antreten lassen.
Bruno Widmer, EVP Wahlkoordination Wahlkreis Emmental
Aussenseiter chancenlos
Es erstaunt mich immer wieder, wie in der Berner Zeitung die beiden
Regierungsratskandidaten Marc Jost und Patrick Gsteiger ignoriert werden.
Wäre es nicht gerade die edle Aufgabe der Medien, angeblichen Aussenseitern
ein Sprachrohr zu geben? Ich hoffe, dass sich dies in den nächsten
Tagen noch korrigieren lässt.
Willi Wildi, Interlaken
Ungleiche Chancen
An der BZ-Wahlveranstaltung in Belp waren tatsächlich nur die aktuellen
Regierungsratsparteien eingeladen. Warum werden da zum Beispiel die
beiden EVP-Kandidaten Marc Jost und Patrick Gsteiger nicht eingeladen?
Ist es richtig, dass die Presse selber entscheidet, wer eine Chance
hat und wer nicht? Oder werden nur die Parteien eingeladen, welche das
Geld haben, seitengrosse Inserate aufzuschalten? Hätte nicht der
Wähler ein Anrecht, alle Kandidaten kennen zu lernen. Seien wir
ehrlich, der Berner Regierung würde eine gewisse Veränderung
nicht schlecht anstehen.
Hanspeter Steiner, Co-Präsident EVP Boll
Bund 09.03.2010
Der umweltbewusste Pfarrer aus Thun

Wenn
der Thuner EVP-Grossrat Marc Jost spricht, braucht er dazu schon mal
Sätze aus der Bibel für humorvolle Wortspiele.
Dass er zurzeit in Thun mit einem Elektroauto herumfährt und auf
diesem Werbung für sich macht, kommentiert er so: «Ich setze
mich für die Umwelt ein, weil nach uns nicht die Sintflut kommt.»
Der 36-jährige Pfarrer, der beim Evangelischen Gemeinschaftswerk
arbeitet und am Theologischen Seminar St. Chrischona bei Basel studiert
hat, sieht kein Problem darin, als Theologe Regierungsrat zu werden.
Auch dann nicht, wenn er die Polizeidirektion übernehmen müsste.
Ein hart durchgreifender Pfarrer, geht das? Marc Jost findet, Gesetze
seien da, um eingehalten zu werden – oder, wenn es denn nötig
sei, sie zu ändern. Seine politischen Schwerpunkte allerdings liegen
nicht beim Thema Sicherheit, sondern eben etwa beim Thema Umwelt. Insbesondere
sind ihm Fördermassnahmen für erneuerbare Energien wichtig.
Der Vater dreier Kinder macht aber auch gerne Familienpolitik. Er möchte
Eltern, die Kinder fremd betreuen lassen, und Eltern, die dies selber
tun, steuerlich gleichstellen. Jost ist zudem «im Moment»
gegen weitere Steuersenkungen und zwar vorab, weil ihm die Bildung als
ausgebildeter Primarlehrer ein wichtiges Anliegen ist. Und gute Bildung,
findet Jost, dürfe etwas kosten. (gum)
KMU-freundlicher Fahnder aus dem Jura

Perrefitte liegt zwei Kilometer westlich von Moutier und ist der Wohnort
des zweiten EVP-Regierungsratskandidaten Patrick Gsteiger.
Der 42-Jährige bringt Exekutiverfahrung mit: Zwei Jahre lang war
er Gemeinderat von Perrefitte, anschliessend acht Jahre lang Gemeindepräsident
des Orts (1998 bis 2006). In den Regierungsrat will er wie auch Parteikollege
Marc Jost (links) deshalb, weil er findet, die Mitte müsse auch
vertreten sein. Gsteiger weist eine bemerkenswerte Kombination in seiner
Biografie auf: Er ist ausgebildeter Polizist und war zuletzt in der
Fahndung tätig. Gleichzeitig ist er aktives Mitglied in der Evangelischen
Baptistengemeinde Moutier. Heute ist der ursprünglich gelernte
Bauzeichner Mitinhaber eines Ingenieurbüros. Er bezeichnet sich
demzufolge auch als wirtschaftsfreundlichen Politiker, dem eine «liberale
Marktwirtschaft» wichtig ist. Die Marktwirtschaft müsse sich
aber auch ihrer sozialen Verantwortung bewusst sein, sagt er. Insbesondere
ist ihm die Stärkung der KMU-Betriebe ein Anliegen. Obwohl Gsteiger
ehemaliger Polizist ist, liegen seine politischen Schwerpunkte nicht
beim Thema Sicherheit. Zumindest aktuell sei das nicht so, sagt Gsteiger.
Er setze sich lieber für die finanzielle Entlastung von Familien
ein, sagt der Vater zweier Kinder. Insbesondere müssten Familien,
die ihre Kinder selber betreuten, steuerlich jenen gleichgestellt werden,
die ihre Kinder fremd betreuen liessen. Die nachfolgenden Generationen
sind Patrick Gsteiger wichtig: Deshalb gelte es, den Schuldenberg weiter
abzubauen, um ihn nicht ebendiesen Generationen aufzubürden. (gum)
Berner Zeitung Oberaargau 05.03.2010
Hirschi wechselt zur EVP
Walter Hirschi, Gemeindepräsident von Rohrbachgraben,
tritt der EVP bei. Bisher war er parteilos.
Rohrbachgraben ist eine kleine Hochburg der EVP. Bei den letzten Grossratswahlen
erreichte die evangelische Volkspartei in der 460-Seelen-Gemeinde einen
Wähleranteil von beinahe 40 Prozent. Nun ist Gemeindepräsident
Walter Hirschi per 1. März dieser Partei beigetreten. Der 53-jährige
Lokführer ist in seinem achten Jahr als Präsident, und bisher
hatte er parteilos politisiert. Mit Hirschis Übertritt erlebt die
EVP ein Novum: Zum ersten Mal stellt sie im Oberaargau einen Gemeindepräsidenten.
Die EVP ist damit in acht Gemeinden in der Exekutive vertreten, wie
EVP-Präsident Reto Steiner (Langenthal) mitteilt. (...)
Berner Zeitung 27.02.2010 / Leserbriefe zur Porträt-Serie zu
den Regierungsratswahlen
Unfaire Beiträge
Es ist ja schon erstaunlich, da soll Herr Rösti viel grössere
Chancen haben als der einzige Unternehmer aller Regierungsratskandidaten
und ehemalige Gemeindepräsident Patrick Gsteiger(EVP). Und da wird
eine Frau prominent porträtiert, deren Partei noch nie bei kantonalen
Wahlen teilgenommen hat, und Grossrat Marc Jost (EVP) wird als Aussenseiter
dargestellt. Leider werden Sie mit Ihren Prognosen wohl Recht behalten,
nicht weil es tatsächlich so wäre, aber weil die Medien anscheinend
nicht im Stande sind, faire Beiträge über alle Kandidierenden
zu bringen. Schade, wirklich Schade. Mirja Zimmermann-Oswald, Worb
Ungleiche Wahlchancen
Es ist unverständlich, dass Sie nicht bereit sind, den Regierungsratswahlkampf
fair zu thematisieren. Bei diesen Wahlen sind die vorgedruckten Wahlzettel
erstmals nicht mehr gültig. Dieser Umstand würde endlich zu
gleich langen Spiessen aller Kandidierenden beitragen. Mit Ihrer Selektion
der Kandidaturen ist aber von vornherein klar, dass nicht alle Kandidierenden
die gleichen Wahlchancen haben werden. Weshalb Sie beispielsweise dem
EVP-Kandidaten Marc Jost keine Wahlchancen einräumen, ist bei der
Betrachtung der Sitzstärke der EVP im Grossen Rat (13 Sitze) nicht
verständlich. Rätselhaft ist zudem, weshalb eine Kandidatin,
deren Partei noch nie zu kantonalen Wahlen angetreten ist, trotzdem
zu den von Ihnen porträtierten Kandidierenden gehört.
Reto Stalder, Generalsekretär JEVP Schweiz
Bund 26.02.2010 / Kantonale Wahlen 28. März / wahlen2010.derbund.ch
Von Realisten und Weltverbesserern
Du sollst sowohl rot-grün als auch bürgerlich politisieren
dürfen, lautet ein wichtiges Gebot der Evangelischen Volkspartei
(EVP). Andere Mitte-Parteien dürften ihren Erfolg nun aber bremsen.

Die grosse Frage an einem Abend vor vier Jahren war, ob James Bonds
erste Leinwand-Gespielin Ursula Andress die zweite Ehrenbürgerin
der Geschichte von Ostermundigen werden sollte. Natürlich, fand
das Parlament. Das ganze Parlament? Nein. Eine Ehrenbürgerin, die
sich als «verführerische Venus» sogar für den
«Playboy» ausgezogen hatte, ging der Evangelischen Volkspartei
(EVP) gegen den biblischen Strich. Allerdings ist bei solchen Fragen
Erfolglosigkeit das tägliche Brot der Partei, wie schon bei ihrem
Kampf gegen die Fristenlösung und gegen die Gleichstellung homosexueller
Paare mit Ehepaaren.
Besonders in der zu Ende gehenden Legislatur entpuppte sich die
EVP aber als wahre Wundertüte, die durchaus nicht päpstlicher
als der Papst sein will: Von rot-grünen bis hin zu bürgerlichen
Ansichten findet man alles. Das liegt auch an den unterschiedlichen
religiösen Überzeugungen der rund 1450 Mitglieder: Die Hälfte
gehört der Landeskirche an, 400 zählen sich zu einer Freikirche,
und mehrere Hundert leben ihren Glauben ganz ausserhalb der Kirche.
Was nun für die einen Konturlosigkeit ist, sehen die anderen als
Stärke.
«Wir sind eine echte Volkspartei
und schlagen uns nicht gleich die Bibel um den Kopf, wenn die Meinungen
auseinandergehen», wird Ruedi Löffel, Chefstratege und Grossrat,
nicht müde zu betonen. Das gängige Links-rechts-Schema
widere ihn an und passe nicht zur EVP. «Das heisst aber
nicht, dass wir Fahnen im Wind sind – unsere politischen Ziele
verfolgen wir konsequent.»
Gleiche Rechte für alle Eltern
«Die EVP mit ihrer Kombination
von konservativen Werten und politischer Offenheit ist speziell
und hat dank ihrer konfessionellen Verankerung treue Stammwähler»,
sagt der Politologe Werner Seitz. In letzter Zeit legte sie auf kommunaler
und kantonaler Ebene stetig zu. «Viele, die genug von der SVP
hatten, wählten uns», sagt Löffel. Auch in Zukunft will
er pro Jahr im Schnitt zwei Ortssektionen aus der Taufe heben. Im Grossen
Rat ist die EVP-Fraktion mit ihren 13 Mitgliedern die sechstgrösste
Gruppe. Ihre Arbeit in den letzten vier Jahren
gleicht einem bunten Bouquet. In die Nase sticht vor allem das
Rauchverbot in Restaurants, das auf eine Motion von Löffel zurückgeht.
Bei Fragen zu Bildung und Familie zeigt sich die EVP liberal. So hat
sie den Ausbau von Tagesschulen stets unterstützt. Auf einen Vorstoss
von Fraktionspräsidentin Marianne Streiff und Grossrätin Christine
Schnegg geht das Familienkonzept zurück, das Ergänzungsleistungen
für bedürftige Familien enthält. Allerdings ist noch
unklar, ob diese tatsächlich eingeführt werden. Anders die
Kinderzulagen: Dass diese im Kanton Bern 30 Franken höher sind
als beim Bund, ist einem Vorschlag von EVP, EDU und den Grünen
zuzuschreiben. «In den nächsten vier Jahren wollen wir dafür
sorgen, dass Eltern, die ihre Kinder zu Hause betreuen, nicht benachteiligt
werden», sagt Streiff.
«Von abgehoben bis bodennah»
Fast linker als Rot-Grün gibt sich die EVP in Sachen Energie und
Finanzen. Mit Josef Jenni hat sie einen Solar-Fachmann der ersten Stunde
unter ihren Parlamentariern. Sollte die Pflicht zum Sanieren schlecht
isolierter Wohnbauten im März nicht Teil des neuen Energiegesetzes
bleiben, droht die EVP gar mit einem Referendum. Dasselbe gilt fürs
Steuergesetz: Die EVP stemmt sich gegen Steuersenkungen,
will unbedingt Schulden abbauen. «Die kantonalen Finanzen
sind für uns das zentrale Thema der nächsten vier Jahre»,
sagt Löffel. Allerdings gibt es eben auch Themen, bei denen sich
die Partei bürgerlich gebärdet. So war sie für Videoüberwachung
an neuralgischen Orten des öffentlichen Raums. Im Hinblick auf
die nationale Abstimmung über die Senkung des Umwandlungssatzes
bei den Pensionskassen entschied sie sich ebenfalls für ein Ja.
Und schliesslich gibt es Anliegen, welche die EVP spalten wie Moses
das Meer: Dazu gehörten in letzter Zeit die Anti-Minarett-Initiative
und die Frage, ob Ausländer auf kommunaler Ebene mitstimmen dürfen.
Angesichts dieser Bilanz stellt sich die Frage, ob die EVP in den letzten
vier Jahren nach links gerutscht ist. «Tendenziell ja»,
sagt FDP-Fraktionspräsident Adrian Haas. «Aber in
ihren Reihen gibt es alles, von abgehoben bis bodennah, von Gewerblern
bis hin zu Weltverbesserern. Darunter sind einige gute Leute.»
Die EVP sei keine Partei der Winkelzüge, sagt SP-Präsidentin
und Grossrätin Irène Marti. «Wir arbeiten gut zusammen,
die EVP ist aber eindeutig eine Partei
der Mitte.» Auffällig sei, dass Redner der EVP in aller Regel
gut Bescheid wüssten über ihre Dossiers.
Ob das der Partei aber einen weiteren Wahlerfolg bescheren
wird, ist fraglich. Denn mit der BDP und den Grünliberalen buhlen
gleich zwei neue Parteien, die sich das Etikett «Mitte»
verpasst haben, um die Wählergunst. Bei den letzten Wahlen in der
Stadt Bern eroberten die beiden Neuen auf Anhieb Sitze im Parlament,
während die EVP Wähler verlor. «Die Mitte verteilt sich
neu», sagt auch EVP-Präsident Gerhard Baumgartner. Prognosen
seien schwierig. Dem stimmt Politologe Seitz zu: «Bis zu einem
gewissen Grad stehen GLP und BDP der EVP vor der Sonne, bedrängen
sie von links und rechts. Allerdings nehmen sie vor allem den grösseren
Parteien Stimmen weg.» Verheissungsvoller wäre die Ausgangslage
für die EVP mit ihrer eher kinderreichen Wählerschaft wohl,
wenn sie dem Grossen Rat das Stimmrecht ab Geburt hätte schmackhaft
machen können. Dieses hätten Eltern nämlich treuhänderisch
für ihre Kinder verwalten sollen. Aber eben: Bei manchen Fragen
steht die Partei allein auf weiter Flur. (Beitrag
online)
Fünf Fragen EVP-Fraktionschefin Marianne
Streiff
Welches ist derzeit das grösste Problem im Kanton
Bern?
Der Finanzplan im Kanton Bern zeigt tiefrote Zahlen, ein Grossteil der
Zusatzkosten fehlt darin noch, und die Steuererträge sind als Folge
der Krise dramatisch eingebrochen. Steuersenkungsgelüste sind in
dieser Situation verantwortungslos, und es ist absehbar, dass v.?a.
Randregionen unter schmerzhaften Sparmassnahmen zu leiden hätten.
Auf der Strecke bleiben auch antizyklische Investitionen in die Förderung
nachhaltiger Projekte von Umwelt, Bildung und sozialer Sicherheit.
Wie will die EVP es lösen?
- Die EVP will ihre konsequente Finanzpolitik weiterführen. Sie
bekämpft verantwortungslose Steuersenkungsfantasien weiterhin mit
Vehemenz.
- Die EVP unterstützt die Anstrengungen der Regierung zur Verhinderung
von neuen Schulden.
- Die EVP wird neue Ausgaben des Staates kritisch hinterfragen und nötigenfalls
verhindern.
Welche Partei steht einer Lösung des Problems am meisten
im Weg?
Die Parteiseilschaften, die mit unvernünftigen Steuersenkungsforderungen
den Kanton weiter in Schwierigkeiten und Schieflage bringen.
Wie viele Sitze wird die EVP bei den Grossratswahlen erzielen?
Mindestens gleich viele wie jetzt (13). Je ein Sitzgewinn ist allenfalls
im Berner Jura und im Emmental möglich.
Wie ist der Regierungsrat nach der Wahl parteipolitisch
zusammengesetzt?
2 SP, 1 Grüne, 1 FDP, 1 SVP, 1 BDP, 1 EVP.
Berner Zeitung 25.02.2010 / Leserbriefe zur Porträt-Serie zu
den Regierungsratswahlen
Chancenlos?
Erfreulicherweise unterstützt diese Zeitung mit ihrer Porträtserie
die Wahlberechtigten des Kantons Bern beim Entscheid, die passende Regierungscrew
zu bestimmen. Als anmassend empfinde ich aber die Tatsache, dass die
EVP-Kandidaten Marc Jost und Patrick Gsteiger von vornherein als chancenlos
abqualifiziert werden. Mit einem Stimmenanteil von weit über 7
Prozent und 13 Grossratssitzen ist die EVP zurzeit die mit Abstand grösste
Nichtregierungspartei und nur unwesentlich kleiner als solche Parteien,
denen von dieser Zeitung eine Wahlchance attestiert wird. Weil die Regierung
erstmals ohne vorgedruckte Wahlzettel gewählt wird, ist ein spannender
Wahlgang garantiert. Es wäre deshalb nichts als fair, wenn die
beiden EVP-Kandidaten nicht in die Ecke der chancenlosen Exoten gestellt
würden. Ruedi Löffel, Grossrat EVP, Münchenbuchsee
Willkürlich
Für mich unerklärlich, wie diese Zeitung dazu kommt, die
Regierungsratskandidierenden in solche einzuteilen, die eine Chance
beziehungsweise keine hätten, gewählt zu werden. Aus ihrer
Klassifizierung leitet diese Zeitung selbstherrlich ab, wem sie ein
Porträt gewährt und wer hinten anstehen muss. Dies ist reine
Willkür und krasse Wahlbeeinflussung.
Bisher habe ich angenommen, das Volk habe das letzte Wort auch zu vermeintlichen
Aussenseitern. Geben wir diesen doch die gleiche Chance wie den andern!
Spielen wir ein faires Wahlspiel und lassen alle Kandidierenden mit
gleich langen Spiessen kämpfen. Erwin Bänteli, Boll
Berner Zeitung 30.01.2010 / Ausgabe vom 13.Januar: Die jüngste
Kandidatin für den Grossen Rat
«Jüngere haben Elan»
Das Interview mit der 18-jährigen Grossratskandidaten Nadine Löffel
aus Münchenbuchsee hat mich ehrlich gesagt nur aufgeregt. Der Autor
hat Fragen gestellt, die mir als ebenfalls sehr jungem Grossratskandidaten
sauer aufgestossen sind. Ob sie nur als Listenfüllerin in den Wahlkampf
steige zum Beispiel oder ob sie während der Ratssitzungen für
den Gymer lerne. Ich stelle mit sehr viel Bedauern fest, dass der Autor
junge Kandidaten nicht ernst nimmt. Ich setze mich dafür ein, dass
ältere und jüngere Menschen gut miteinander leben und arbeiten
können. Denn Jüngere haben Elan, Ältere haben Erfahrung,
und zusammen kann das nur perfekt sein. Andreas Kohler Gerzensee
Grauholz Post 20.01.2010 / Münchenbuchsee
Tochter macht Vater Grossratssitz streitig
Nadine Löffel aus Münchenbuchsee ist im Wahlkreis
Mittelland-Nord die jüngste Kandidatin für die Grossratswahlen.
Kräftemessen in Münchenbuchsee: Die noch 17jährige Nadine
fordert ihren Vater Ruedi Löffel
bei den Grossratswahlen heraus. Sie kandidiert für einen der EVP-Sitze.
Regula Zimmermann
Der Vater sitzt im Grossrat des Kantons Bern und die Mutter engagiert
sich im Grossen Gemeinderat Münchenbuchsee. Klar, dass sich auch
die vier Töchter für Politik interessieren. Die Idee, dass
die noch 17-jährige Nadine für den Grossrat kandidieren könnte,
hatte Vater Ruedi Löffel. «Nadine hat mich mit politischen
Fragen gelöchert und mir morgens die Zeitung aus den Händen
gerissen», erzählt er lachend. Nadine erklärt ihre Kandidatur
so: «Ich möchte ein Vorbild für die jüngere Generation
sein.» Vielleicht seien ihre Mitschüler am Gymnasium Hofwil
beeindruckt und überlegten sich, auch aktiv in der Politik mitzuwirken.
Umwelt und Familie liegen ihr am Herzen
Nadine, die am 23. Februar ihren 18. Geburtstag feiert, rechnet sich
nicht all zu grosse Chancen aus, am 28. März gewählt zu werden.
Aber sie will Stimmen für ihre Partei holen. Wie ihre Eltern gehört
sie der EVP an. Ihr liegen die Bereiche Umwelt und Familie am Herzen.
«Es istwichtig, dass es Personen gibt, die diese in der Politik
vertreten.» Kinder müssen nicht zwingend die gleiche Meinung
haben, wie ihre Eltern. Ruedi Löffel erinnert sich an seine Jugend:
«Meine Eltern waren in der SVP aktiv und wir hatten viele Auseinandersetzungen.»
Seine Grundhaltung umschreibt er so: «Ich will meinen Töchtern
Werte vermitteln, Entscheidungen müssen sie aber selber fällen.»
Name bringt nicht nur Vorteile
Ob der Name Löffel für Nadines Kandidatur von Vorteil ist,
wird sich zeigen. «Einerseits ist es gut, wenn man den Namen kennt.
Andererseits ist es ein Nachteil», sagt Nadine und schaut ihren
Vater entschuldigend an. Ruedi Löffel hat sich mit Vorstössen
wie «Stimmrechtsalter 0» oder «Schutz vor Passivrauchen»
nicht nur Freunde gemacht.
Maturarbeit zum Thema Kandidatur
Die Kollegen der Hip- Hop-Tänzerin und Jungscharleiterin finden
es cool, dass Nadine kandidiert. «Sie wollen mich wählen
und sagen es auch ihren Eltern weiter.» Die jüngste Grossratskandidatin
schreibt ihre Maturarbeit zu diesem Thema, sehr zur Freude ihrer Lehrerin.
Als in Nadines Klasse «Stimmrechtsalter 16» behandelt wurde,
hatte sie den Auftrag, dagegen zu argumentieren. «Sie war so überzeugend,
dass sie mich fast umgestimmt hätte», erzählt Ruedi
Löffel lachend. Er glaubt daran, dass seine Tochter mit ihrer kecken
Art ihren Weg machen wird.
Nach dem Beispiel «Markwalder»
Wer weiss, vielleicht kickt sie ihren Vater aus dem Grossrat. Das hat
es vor acht Jahren schon einmal gegeben. Christa Markwalder schnappte
sich den Sitz ihres Vaters Hans-Rudolf. «Ich würde mich natürlich
für dich freuen», sagt Ruedi Löffel zu seiner Tochter
gewandt. Die Zeit als Grossrat sei für ihn aber nebst der Hochzeit
etwas vom Besten, was ihm passiert sei. «Wenn man schon nicht
die Welt verändern kann, dann wenigstens im Kanton etwas bewirken.»
Was meint die Tochter zum Ganzen? «Ich würde dich würdig
im Rat vertreten.» rzi.
Berner Zeitung 13.01.2010
Eine Grossrätin fängt klein an
Sie ist die jüngste Kandidatin für den Berner Grossen
Rat. Die 18-jährige Nadine Löffel aus Münchenbuchsee
ist mit der Politik aufgewachsen: Der Vater der «Höfu»-Gymnasiastin
ist EVP-Geschäftsführer Ruedi Löffel.
Wird wohl sympathisch scheitern. (Bild: zvg)
Nadine Löffel: «Eine Kollegin hat gesagt, dass sie politisch
anders denkt, mich aber trotzdem wählt.»
Frau Löffel, Sie werden am 23. Februar 18-jährig
und sind damit die jüngste Kandidatin für den Grossen Rat.
Sind Sie ein Wunder-oder ein Musterkind? Weder das eine
noch das andere. Aber ich komme aus einer politisch sehr engagierten
Familie.
Ruedi Löffel, der Geschäftsführer der EVP
Bern, gilt nicht nur als Vater des Passivraucherschutzes, er ist auch
ihr leiblicher Vater. Darum erstaunt es nicht, dass sich
wenigstens eine seiner vier Töchter in diese Richtung entwickelt.
Sie haben keine Chancen, Grossrätin zu werden. Steigen
Sie Papa zuliebe als EVP-Listen-Füllerin in den Wahlkampf?
Nein. Ich unterstütze damit die EVP, die in meinem Wahlkreis Mittelland-Nord
unbedingt ihre drei Sitze behalten will. Zugegeben, meine Wahlchancen
sind bloss gering, aber ganz aussichtslos ist meine Kandidatur nicht.
Auf sicher haben Sie die Stimmen Ihrer Klassenkollegen am
Gymnasium Hofwil. Ich hoffe es. Eine Mitschülerin
hat gesagt, dass sie politisch anders denkt als ich, sich aber mir zuliebe
bei den Grossratswahlen für mich entscheiden wird.
Sympathie ist das billigste Wahlkampfmittel. Wie viel Geld
investieren Sie in Ihre Kandidatur? Ich beteilige mich
zwar aktiv am Grossratswahlkampf der EVP. Weil ich noch kein Geld verdiene,
kann ich mich finanziell nur wenig engagieren.
Grossräte verdienen jährlich etwa 15'000 Franken.
Was würden Sie mit diesem hübschen Zustupf anstellen?
Das weiss ich noch nicht. Vielleicht würde ich einen Teil für
später aufheben.
Für den «Höfu» lernen könnten
Sie während der Ratssitzungen. Das merkt niemand.
Nein, das will ich nicht. Wenn ich gewählt würde, könnte
ich auf das Verständnis der Gymerleitung zählen, müsste
mir aber überlegen, ob ich ein Schuljahr anhängen soll.
Am Ende der vierjährigen Legislatur sind Sie 22 und
ein anderer Mensch als heute mit 18. Wer Sie wählt, weiss nicht,
wie Sie sich entwickeln. Alle Menschen verändern
sich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich in vier Jahren vollständig
andere politische Ansichten vertrete.
Diese Ansichten belegen Sie mit Ihrer Mailadresse. Sie endet
auf jesus.ch. Dokumentieren Sie Ihre Religion auch sonst so plakativ?
Ich will niemanden bekehren, aber ich stehe zu meinem Glauben. Ich will
die Schöpfung schützen und erhalten, und ich möchte,
dass die Politik mehr als bisher durch christliche Werte beeinflusst
wird.
Welche Themen wollen Sie sonst noch besetzen?
Nun, ich möchte, dass im Kanton Bern die Anliegen der Jugend stärker
in die Politik einfliessen.
Tönt schwammig. Lassen Sie mir etwas
Zeit. Ich bin Einsteigerin und müsste mich im Grossen Rat erst
noch einarbeiten.
(Link
zum Interview)
Bund 11.01.2010
Noch nie herrschte am Start solches Gedränge
(...) Gestern um 16 Uhr ist die Anmeldefrist für die Grossratswahlen
abgelaufen. Somit ist die Ausgangslage für den 28. März nun
klar. Angesichts der Rekordzahl von 1937 Kandidatinnen und Kandidaten
auf insgesamt 133 Listen ist es jedoch schwierig, die Übersicht
zu behalten. Einige Namen und Fakten seien deshalb hervorgehoben:
(...) Mit Abstand am meisten Kandidatinnen und
Kandidaten stellt übrigens die EVP, was schon fast Tradition ist.
Sie tritt ausser im Berner Jura überall mit mehreren Listen an
und kommt insgesamt auf 366 Kandidierende auf 23 Listen. In dieser Flut
fällt ein Name besonders auf: Jürg Zinglé, einer der
höchsten Schweizer Justizbeamten. Der Leiter des Eidgenössischen
Untersuchungsrichteramts war letztes Jahr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit
gerückt, als er mit Hartnäckigkeit die Tinner-Akten, die der
Bundesrat vernichten wollte, der Justiz zu sichern versuchte. Ziel seiner
Kandidatur sei es, mitzuhelfen, den EVP-Sitz in der Stadt Bern mindestens
zu halten, sagt Zinglé auf Anfrage. Er erachte seine Chancen
eher als klein. Seine Kandidatur sei aber durchaus ernsthaft. (...)
Berner Zeitung 11.01.2010
«FDP dürfte die Verliererin sein»
Grosse Verluste für die FDP, Gewinne für die BDP
und die Grünliberalen, weiterhin eine knappe bürgerliche Mehrheit
im Grossen Rat: So lautet die Prognose des Politologen Hans Hirter für
die bernischen Parlamentswahlen. (...)
In der politischen Mitte bewegt sich auch die EVP. Über
diese haben wir noch nicht gesprochen.
Die EVP hat in den vergangenen zwölf Jahren laufend zugelegt und
2006 ein Spitzenergebnis erzielt. Das zeigt, wie gross das Potenzial
in der Mitte ist.
Wird sie wegen der BDP und den Grünliberalen gleich
leiden wie die FDP?
Das glaube ich nicht. Klar konkurrenzieren die BDP und die Grünliberalen
auch die EVP. Aber die EVP ist ein Spezialfall: Für ihre Wähler
spielt die Religion eine wichtige Rolle. Das ist für die EVP eine
Garantie, dass ihre Wähler nicht einfach abspringen. Daher gehe
ich davon aus, dass die EVP ihren Wähleranteil ungefähr wird
halten können. Weil sie 2006 aber ein Spitzenergebnis erzielt hat,
könnte sie 1 bis 2 Sitze verlieren.
(...)
Bleibt die Frage, ob die Bürgerlichen die knappe Mehrheit
im Grossen Rat behalten werden.
Die Mehrheitsverhältnisse zwischen Links und Rechts werden ungefähr
gleich bleiben. Die Bürgerlichen dürften die Mehrheit behalten.
Ich sehe für Rot-Grün kein Steigerungspotenzial. Es könnte
innerhalb des Blocks zu leichten Verschiebungen von der SP zu den Grünen
kommen. Rot-Grün könnte es aber je nach Geschäft zusammen
mit der EVP und den Grünliberalen fallweise zur Mehrheit reichen.
Es dürfte somit nach den Wahlen im Grossen Rat nicht viel anders
sein als jetzt – ausser dass es nebst der EVP mit den Grünliberalen
eine zweite Partei geben wird, die das Zünglein an der Waage spielen
kann.
Berner Zeitung 07.01.2010
Die EVP nominiert
Mit 66 Kandidaten kämpft die EVP im Grossratswahlkreis Mittelland-Nord
um die 22 Sitze:
Liste 1 Stammliste: Gerhard Baumgartner (bisher), Niklaus Gfeller (bisher),
Ruedi Löffel (bisher), Anna Benker, Renate Bolliger, Marlis Gerteis,
Pia Infanger, Regula Kneubühl, Anita Reichenbach, Katja Schenkel,
Ursula Wenger, Elisabeth Winkler, Mirja Zimmermann, Mathias Hofstetter,
Andrea Kasper, Jean-Claude Mäder, Jean-Daniel Pirolet, Peter Röthlisberger,
Patrick Schläpfer, Michael Stauffer, Roland Stucki, Christoph Wagner.
Liste 2 «Zukunft»: Judith Balsiger, Regula Krieg, Kathrin
Lehner, Simone Leuenberger, Nadine Löffel, Delaja Messerli, Esther
Müller, Sandra Schnell, Ursina Stricker, Ruth Wüthrich, Lukas
Balsiger, Fabian Baumgartner, Christian Boss, Daniel Brechbühl,
Sam Brüngger, Mayk Cetin, Matthias Kaderli, Fabian Lüthi,
Lukas Nyffenegger, Jean-Luc Rickenbacher, Thomas Winkler, Andreas Zimmermann.
Liste 3 «Erfahrung»: Elisabeth Andreetti, Notta Arn, Monika
Bolliger, Elisabeth Frei, Béatrice Marti, Ursula Norton, Vogel
Dagmar, Rahel Wagner, Peter Allemann, Erwin Bänteli, Niklaus Burkhalter,
Philippe Gerber, Matthias Hügli, Martin Humm, Thomas Kohler, Thomas
Leiser, Ralph Müller, Bernhard Ninck, Paul Riedl, Bruno Stucki,
Harry Suter, Daniel Wittwer. pd
Medienmitteilung 06.01.2010
GROSSRATSWAHLEN Kanton Bern 28.03.10 -
Wahlkreis Mittelland-Nord
Die EVP steigt im neuen Grossratswahlkreis Mittelland-Nord
mit drei Listen in den Kampf um die 22 Parlamentssitze.
66 Kandidierende auf den Listen 1 (Stammliste), 2 (EVP Zukunft) und
3 (EVP Erfahrung) wollen mindestens zwei der drei bisherigen EVP-Sitze
verteidigen.
Die drei bisherigen Grossräte Gerhard Baumgartner (EVP Kantonalpräsident,
Ostermundigen), Niklaus Gfeller (Gemeindepräsident, Worb) und Ruedi
Löffel („Vater“ der bernischen Passivrauchschutzes,
Münchenbuchsee) treten alle zur Wiederwahl an.
Mit 28 Kandidatinnen kommt die EVP im Wahlkreis Mittelland-Nord auf
einen Frauenanteil von 42,42%. Das Durchschnittsalter der 66 Kandidierenden
beträgt 41 Jahre. Die jüngste Kandidatin (Nadine Löffel,
Gymnasiastin, Münchenbuchsee) wird im Februar 18-jährig, der
älteste Kandidat (Peter Röthlisberger, Landwirt, Rosshäusern)
wird im April 67-jährig.
Danke für Ihre Unterstützung!
REGIERUNGSRATSWAHLEN Kanton Bern 28.03.10
In
den Regierungsrat:
Patrick
Gsteiger und Marc
Jost
Berner Zeitung 05.01.2010; Kanton
SVP, BDP und FDP marschieren getrennt
Wegen des Streits zwischen SVP und BDP wird es bei den Berner
Grossratswahlen keine bürgerliche Listenverbindung geben.
(...) Ihre Listen verbinden werden SP und Grüne. Das
Gleiche werden EVP, EDU und CVP tun. Eventuell werden die Grünen
zudem in einzelnen Wahlkreisen mit den Grünliberalen zusammenspannen.
Zudem laufen in einzelnen Wahlkreisen noch Gespräche zwischen EVP
und Grünliberalen.
Berner Zeitung 29.10.2009; BZ-Forum
Argumente überzeugen nicht
Der Verband Berner KMU ist mit der aktuellen Regierung unzufrieden
und unterstützt deshalb bei den kommenden Wahlen ausschliesslich
die sogenannt «bürgerlichen» Regierungsratskandidierenden.
Dabei wird noch geheuchelt, man hätte «gerne auch richtige
Gewerbler vorgeschlagen». EVP-Kandidat Patrick
Gsteiger, ein durchaus «bürgerlicher» Politiker,
ist von allen Kandidierenden der einzige Unternehmer. Er führt
in Moutier zusammen mit seinem Bruder eine kleine Firma im Bereich Bautechnik.
Wenn sich der Verband Berner KMU gemäss eigenen Zielen für
eine starke unternehmerische Präsenz in der Politik einsetzen will,
ist die Nichtunterstützung von Patrick Gsteiger schlicht ein Witz.
Geradezu absurd ist die Tatsache, dass für den garantierten Sitz
des Berner Juras an Stelle von Gsteiger ein Funktionär aus der
Bundesverwaltung zur Wahl empfohlen wird. Es drängt sich die Vermutung
auf, dass Berner KMU ganz andere Interessen vertritt als diejenigen
der kleineren und mittleren Unternehmen.
Ruedi Löffel, Grossrat, EVP Münchenbuchsee
Berner Zeitung 27.10.2009; Grosshöchstetten
EVP so stark wie sonst nirgends
Seit Sonntag gilt Grosshöchstetten als EVP-Hochburg. Nirgends
im Kanton Bern ist ihr Wähleranteil bei Gemeindewahlen höher.
Die Partei hat in den letzten Jahren ihre Stellung kontinuierlich ausgebaut.
Christian Liechti
SVP, SP und FDP haben in Grosshöchstetten einen Denkzettel kassiert.
Absenderin ist die EVP, die bei den Gemeindewahlen vom Wochenende einen
Wähleranteil von 28,14% erzielte. SVP (11,51%), SP (14,98) und
FDP (16,11) mussten sich deutlich geschlagen geben.
Erfolge auf dem Land
Wie ein Blick in die Statistik der EVP zeigt, ist der Wähleranteil
der Partei im Kanton Bern nirgends so hoch wie am Übergang vom
Aare- ins Emmental. Ähnliche Spitzenresultate wie in Grosshöchstetten
erzielten EVP-Politiker in den letzten Jahren auch im Berner Oberland,
im Emmental und im Oberaargau (siehe Kasten). In der Agglomeration Bern
hat Niklaus Gfeller gar das Gemeindepräsidium von Worb inne.
Ruedi Löffel wurde vom Wahlerfolg überrascht. (Bild: Adriana
Bella) |
«Aus den Socken gehauen»
EVP-Grossrat Ruedi Löffel ist seit zehn Jahren im Kantonalvorstand
mit der Arbeit an der Parteibasis betraut. Löffel berät
in seiner Funktion die Ortssektionen unter anderem im Hinblick
auf Wahlen oder auf Neugründungen. «Das Resultat der
Grosshöchstetter hat mich aus den Socken gehauen»,
sagt er. Löffel führt den Wahlerfolg besonders auf zwei
Faktoren zurück: Erstens seien in Grosshöchstetten mit
Martin Steiner und Susanne Schwarz Personen angetreten, die sich
seit Jahren für das Gemeinwohl engagierten. Zweitens sei
im Emmental das Potenzial von Wählerstimmen aus christlichen
Kreisen gross. Tatsächlich: Neben der Evangelisch-reformierten
und der Römisch-katholischen Kirchgemeinde sind mit der Freien
Evangelischen Gemeinde (FEG), der Freien Missionsgemeinde (FMG)
und der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA) gleich drei
Freikirchen in Grosshöchstetten ansässig.
Christliche Werte vertreten
Ruedi Löffel ist zudem auch davon überzeugt, dass «immer
mehr Leute die Werte, die die Bibel vermittelt, in der Politik
umsetzen wollen». Zu einer ähnlichen Einschätzung
gelangt Politologe Georg Lutz. «Den Mitgliedern der EVP
geht es nicht primär um ein politisches Programm, sondern
darum, christliche Werte stärker in der Politik zu vertreten.»
Weil die Zugehörigkeit zu einer Kirche nicht so schnell gewechselt
werde wie die Mitgliedschaft in einer Partei, könne die EVP
auf eine kontinuierliche Abstützung zählen. «Die
Motivation bleibt», so Lutz.
Stimmen von überallher
Martin Steiner (EVP), der am Wochenende mit 648 Stimmen das beste
Resultat aller Gemeinderatskandidatinnen und -kandidaten erzielt
hat, ist überzeugt: «Ich habe nicht nur Stimmen aus
kirchlichen Kreisen erhalten.» Querbeet sei die EVP-Liste
unverändert eingeworfen worden. |
Stellung stetig verbessert
Die EVP führt eine Statistik über Mitgliederzahlen und Wähleranteile
bei kommunalen, kantonalen und nationalen Wahlen. Nach eigenen Angaben
zählt die Partei im Kanton 1460 Mitglieder. Vor zehn Jahren waren
es gut 900. Tritt ein Mitglied der Partei bei, will die EVP wissen,
welcher Kirche es angehört. Wie die Statistik zeigt, zählt
rund die Hälfte der Mitglieder zur Evangelisch-reformierten Landeskirche.
Je rund ein Siebtel stammt aus der Evangelisch-methodistischen Kirche
(EMG) und aus dem Evangelischen Gemeinschaftswerk (EGW). Dies sind die
EVP-Hochburgen bei Gemeinderatswahlen: Grosshöchstetten (Wähleranteil
28,1%), Frutigen (25,8), Hasle (23,6), Melchnau (23,2) und Lotzwil (22,4).
Cho
Berner Rundschau 11.09.2009; GROSSRATSWAHLEN 2010
EVP und EDU mit Listenverbindung
Für die im März 2010 bevorstehenden Grossratswahlen haben
die kantonalen Parteileitungen von EVP und EDU flächendeckende
Listenverbindungen beschlossen. Die beiden christlichen Parteien hatten
bereits 2006 in allen Wahlkreisen ihre Listen verbunden. «Trotz
häufig unterschiedlicher politischer Positionen drücken EVP
und EDU damit ihre wertemässigen Gemeinsamkeiten aus», schreiben
die beiden Parteien in einem Communiqué. Ausdrücklich laden
sie die CVP ein, sich wie 2006 ebenfalls wieder an der christlichen
Listenverbindung zu beteiligen. Für Gespräche mit weiteren
Partnern sei man offen. (mgt)
20 Minuten 27.8.2009 / Kantonswahlen
EVP mit Kopf und Kragen
Marc Jost zeigt das EVP-Logo. (mar)
Genau sieben Monate vor den Kantonswahlen steigt die Berner
EVP mit einer originellen Idee ins Rennen.
Als prominenten Kopf portiert sie ihren Regierungsratskandidaten Marc
Jost mit einem EVP-Branding auf dem Kragen. «Viele Sportler treten
mit Logos auf, wir haben das abgekupfert», so der 35-Jährige.
Die zweite Kragenspitze will die EVP Unternehmen, die ihre Werte teilen,
zur Verfügung stellen. Während man bei anderen Parteien nicht
wisse, woher die Spenden kämen, sorge die EVP so für Transparenz
auf den ersten Blick.
Berner Zeitung 26.8.2009; REGIERUNGSRATSWAHLEN 2010
Bürgerliche Strategie im Berner Jura
(...) diejenigen Wähler im Berner Jura, die in der Jurafrage nicht
klar positioniert sind, dürften sich tendenziell für den Bisherigen
entscheiden, denn da wissen sie, was sie haben.
Hinzu kommt, dass es noch weitere Jura-Kandidaten geben wird: Die EVP
steigt mit Patrick Gsteiger (Perrefitte) ins Rennen, (...). Gsteiger,
der erst vor vier Jahren von der FDP zur EVP gewechselt hat, und Früh
dürften eher die Bürgerlichen
Wählerstimmen kosten. EVP-Geschäftsführer und Grossrat
Ruedi Löffel hat deshalb die Idee lanciert, dass sich SVP, FDP
und BDP auf die Unterstützung von Gsteiger einigen könnten.
Dieser bringe als ehemaliger Gemeindepräsident, Sekretär des
Regionalrates und Generalsekretär ad interim des «Bernjurassischen
Rates» viel politische Erfahrung mit und sei - zumindest im Berner
Jura - eine bekannte Persönlichkeit. (...)
Bund 25.8.2009; Kanton BE
Regierungsratswahlen 2010
Mit der gestrigen Nomination der BDP ist die Ausgangslage für
die Regierungsratswahlen vom 28.März 2010 weitgehend klar. Das
rot-grüne Lager will mit den Bisherigen Barbara Egger, Philippe
Perrenoud, Andreas Rickenbacher (alle sp) und Bernhard Pulver (grüne)
seine Mehrheit verteidigen. Die SVP hat Christoph Neuhaus (bisher) und
Albert Rösti (neu) nominiert. Die EVP steigt
mit Patrick Gsteiger als Kandidaten für den garantierten Jurasitz
und Marc Jost (beide neu) ins Rennen. Somit steht noch die Nomination
der FDP aus. Der Bisherige Hans-Jürg Käser ist gesetzt. Am
wahrscheinlichsten sei, so Fraktionschef Adrian Haas, dass Sylvain Astier
den zweiten Listenplatz besetzen werde. Mit ihm will die FDP den Jurasitz
zurückerobern. Ob er den Bisherigen Philippe Perrenoud verdrängen
kann, bleibt abzuwarten. Seine dezidiert berntreue Haltung wird ihn
wichtige Jurastimmen kosten. Ausserdem kann ihm
Patrick Gsteiger, der erst vor vier Jahren von der FDP zur EVP übergetreten
ist, Stimmen wegnehmen.
Berner Zeitung 4.6.2009; Kanton BE
Rot-Grün will auf die Bisherigen setzen
Für SP und Grüne steht für die Wahlen 2010 fest:
Sie wollen die Mehrheit im Regierungsrat mit den vier Bisherigen verteidigen.
Definitive Entscheide stehen aber noch bevor. (...)
EVP als Spielverderberin?
Sollte Rot-Grün mit den Bisherigen antreten, dürfte es für
die Bürgerlichen sehr schwer werden, die Mehrheit in der Regierung
zurückzuerobern. Zumal auch die EVP mit einem Kandidaten aus dem
Berner Jura antritt: Sie steigt nebst Grossrat Marc Jost (Thun) mit
Patrick Gsteiger (Perrefitte) ins Rennen. Gsteiger hat erst vor vier
Jahren von der FDP zur EVP gewechselt. Seine Kandidatur dürfte
somit eher die Bürgerlichen Wählerstimmen kosten. Somit könnte
SP-Regierungsrat Perrenoud von der EVP-Kandidatur auf Kosten von FDP-Mann
Astier profitieren. Dominic Ramel
Berner Rundschau / MLZ; 8.05.2009; Seite 1 Kanton BE
EVP will 2010 Sitzzahl auf 15 Mandate erhöhen
350 bis 400 Kandidaten für Grossratswahlen
Zwei zusätzliche Grossratsmandate will die EVP 2010 bei den Wahlen
gewinnen. So informierten gestern in Bern Parteipräsident Gerhard
Baumgartner und Wahlkampfleiter Gallus Tannheimer. Die EVP rechne mit
einem harten und intensiven Wahlkampf. «Wir setzen dabei auf die
konsequente Aufbauarbeit der letzten Jahre, auf eine grosse Schar motivierter
Kandidierende und gute Listenverbindungen», sagte Baumgartner.
Bis zu 400 Kandidierende
Die Erfolge der letzten beiden Wahlen - 2002 gewann die EVP drei Mandate
dazu, 2006 zwei weitere - erlaubten nicht, auf den Lorbeeren auszuruhen.
Im Gegenteil: Die Wahlkreisreform und die grösser gewordene Konkurrenz
in der politischen Mitte seien für die mittelgrosse Partei eine
grosse Herausforderung.
Laut Tannheimer will die EVP mit 350 bis 400 Kandidierenden antreten.
(2006 stiegen für alle Parteien insgesamt 1689 Frauen und Männer
ins Rennen um die 160 Grossratssitze.) «Diese kompetente und motivierte
Schar und die treue Stammwählerschaft stimmen uns zuversichtlich»,
so Tannheimer. Positiv vermerkte er auch die Aktivitäten bei der
Gründung neuer Ortssektionen. Gemäss seinen Angaben zählt
die EVP mittlerweile 51 Ortssektionen und etwas über 1400 Mitglieder.
Emmental und Berner Jura
Die angestrebten Sitzgewinne sollen vor allem im Emmental und im Berner
Jura errungen werden. Voraussichtlich würden alle elf Grossräte
und die beiden Grossrätinnen wieder antreten. Gemäss Tannheimer
strebt die EVP wie 2006 eine möglichst kantonsweite Listenverbindung
mit der CVP und der EDU an.
Fraktionspräsidentin Marianne Streif (Köniz) erwähnte
die gesetzliche Regelung zur Einführung der rauchfreien Gaststätten
als «herausragendstes Resultat» der EVP in der laufenden
Session. Sie verwies zudem auf zwei deutlich überwiesene Motionen,
welche die Erarbeitung eines Familienkonzeptes und die Bildung einer
direktionsübergreifenden Familienkonferenz fordern. (uz)
Berner Rundschau / MLZ; 28.03.2009; Seite 1 Front und Kanton BE
Jost und Gsteiger dabei
EVP steigt ins Rennen um Regierungsrat ein
Der Berner Oberländer Grossrat Marc Jost (Thun) und der Bernjurassier
Patrick Gsteiger (Perrefitte) kandidieren für die EVP in exakt
einem Jahr für einen der sieben Sitze im bernischen Regierungsrat.
Laut Parteipräsident Gerhard Baumgartner könnte das 2010 erstmals
geltende Verbot von ausseramtlichen Wahlzetteln der EVP zum Sieg verhelfen.
«Mit dem neuen Wahlsystem werden nicht mehr die rechten und linken
Parteiblöcke entscheiden.» (uz) Seite 25

Foto: Berner Rundschau
Gsteiger oder Jost in Regierung
Die EVP will in exakt einem Jahr einen der
sieben Sitze im Regierungsrat erobern
Der Bernjurassier Patrick Gsteiger und der Thuner Grossrat Marc
Jost sind die Kandidaten der EVP für den Regierungsrat. Als grösste
der christlichen Parteien erhebe die EVP Anspruch auf einen der sieben
Regierungssitze, hiess es gestern in Biel. Bruno Utz
«Die EVP will in die Berner Regierung, und wir haben grosse Chancen
auf einen Sitz», sagte Parteipräsident Gerhard Baumgartner
vor den Medien. Seine Zuversicht begründete er mit dem vom Grossen
Rat beschlossenen Verbot von ausseramtlichen Wahlzetteln, das 2010 erstmals
gilt. Solche hätten bei den letzten Wahlen rund die Hälfte
aller Wählerinnen und Wähler verwendet. «Bei den Erneuerungswahlen
vom 28. März 2010 ist das nicht mehr möglich. Wer die Regierungsräte
wählen will, der muss die Namen aller Kandidierenden lesen und
sich mit den einzelnen Personen auseinander-setzen», so Baumgartner.
Statt einfach den vorgedruckten Wahlzettel einzuwerfen, müssten
zudem künftig die Namen eigenhändig hingeschrieben werden.
«Mit dem neuen Wahlsystem werden also nicht mehr die rechten und
linken Parteiblöcke entscheiden.»
«Uns steht ein Sitz zu»
Baumgartner verwies auf das Ergebnis bei den Grossratswahlen 2006. Damals
hätten die christlichen Parteien EVP, CVP und EDU mit Ausnahme
des Berner Juras - dort waren es 3,5 Prozent - im Kanton flächendeckend
einen Wähleranteil von 13,88 Prozent erreicht. «Uns steht
ein Regierungssitz zu», sagte Baumgartner und erinnerte an die
seit Jahren von der EVP erhobene Forderung, den Regierungsrat im Proporz
zu wählen. Die Kandidatur der EVP richte sich nicht gegen eine
bestimmte Partei oder ein bisheriges Regierungsmitglied. Baumgartner:
«Aber im jetzigen Regierungssrat ist die SP mit drei Sitzen übervertreten.»
Jost und Gsteiger steigen ein
Zuhanden der Delegiertenversammlung vom 25. April in Bern schlägt
die Geschäftsleitung den Thuner Grossrat Marc Jost und Patrick
Gsteiger, den früheren Sekretär des bernjurassischen Regionalrates,
zur Kandidatur vor. Der 35-jährige, beruflich als Pfarrer tätige
Jost gehört dem Grossen Rat seit 2006 an. «Das Berner Oberland
ist derzeit nicht mehr in der Regierung vertreten», nannte Jost
als wichtigen Grund zu kandidieren. «Ich verstehe mich als Brückenbauer
und Leitertyp.» Er sei kein Einthema-Politiker, sondern ein Allrounder
mit Schwergewicht auf ethischen Themen. Als Vater von drei Kindern liege
ihm das Wohl der Familien am Herzen. Im Wissen, dass nach uns nicht
die Sintflut komme, setze er beim Thema Energie aufs Sparen. Er engagiere
sich auch für eine Solidarität zwischen Jung und Alt. «Damit
der Sozialstaat nicht aus den Fugen gerät.»
Patrick Gsteiger, er politisierte früher als Gemeindepräsident
von Perrefitte bei der FDP, begann seine berufliche Karriere bei der
Polizei. Von 1997 bis 2003 gehörte der heutige Mitinhaber eines
Ingenieurbüros der Regionalfahndung Berner Jura an. «Ich
kandidiere, weil ich Verantwortung tragen will», sagte Gsteiger.
Er wünsche sich eine Politik, die der Mehrheit der Bevölkerung
dient und nicht einer Partei. Als politische Schwerpunkte nannte Gsteiger
die Bereiche Wirtschaft, Umwelt, Familie Finanzen und Bildung. «Eine
gute berufliche Bildung der Jungen ist entscheidend.»
150 000 Franken für Wahlkampf
Gemäss Wahlkampfleiter und Grossrat Ruedi Löffel will die
EVP insgesamt rund 150 000 Franken in die Erneuerungswahlen 2010 investieren.
«Ein definitives Budget fehlt jedoch noch.» Die Ausgangslage
sei zwar nicht einfach, aber gut. Die EVP sei auch in den vergangenen
Jahren gewachsen. Derzeit gehörten ihr im Kanton Bern rund 1450
Mitglieder und 51 lokale Sektionen an. Als Wahlziel nannte er «weiter
zulegen». Die Zahl der Grossräte solle 2010 von 13 auf 15
ansteigen.
Bund 28.03.2009
EVP eröffnet den Wahlkampf
Die EVP spekuliert vor den Wahlen 2010 auf den Jura-Sitz,
will wieder einen Oberländer Regierungsrat und frohlockt wegen
des Wegfallens der vorgedruckten Wahlzettel.
«Die EVP möchte in die Berner Regierung»,
sagte Grossrat und Wahlkampfleiter Ruedi Löffel in Biel vor den
Medien. Diesen frommen Wunsch hegt die Evangelische Volkspartei offenbar
ungeduldig, stellte sie gestern doch als erste aller Parteien genau
ein Jahr vor denRegierungsratswahlen vom 28. März 2010 ihre Kandidaten
vor. Nominieren lassen will sich zum einen der 35-jährige Thuner
Grossrat und Pfarrer mit Primarlehrerpatent Marc Jost. Ebenfalls zur
Wahl stellen möchte sich der 42-jährige Patrick Gsteiger aus
Moutier, Mitinhaber eines Ingenieurbüros, früher Polizist
und Gemeindepräsident von Perrefitte sowie Sekretär des Regionalrates,
der vor der Gründung des Bernjurassischen Rats für die Interessen
des Berner Juras einstand.
Männer der Mitte
Die verheirateten Familienväter passen zur schwer fassbaren EVP
– einer Partei, deren Wählerspektrum von linksliberal bis
rechtskonservativ reicht und die in der Finanzpolitik einerseits gegen
Steuersenkungen und andererseits für Schuldenabbau und Sparsamkeit
ist. So will Jost «keinen unabbaubaren Schuldenberg für kommende
Generationen» und «echtes Kindergeld statt eines Chaos von
Steuerabzügen und Zulagen». In der Energiepolitik fordert
er «Anreize zum Sparen». Gsteiger möchte eine «liberale
Marktwirtschaft mit sozialer Verantwortung», die Umwelt schützen
sowie erneuerbare Energien fördern. Beide wollen ein Ende der «verhängnisvollen
Konfrontation» zwischen links und rechts, sehen sich als Männer
der Mitte.
Politisch in Erscheinung getreten ist Jost unter anderem mit Vorstössen,
die eine Aufstockung der Berner Entwicklungshilfe und das Verbot geschlechterdiskriminierender
Werbung forderten. Gsteiger hatte 2006 auf eine Kandidatur für
den Regierungsrat verzichtet, weil er ein Zusammengehen mit Rot-Grün
statt mit der CVP favorisierte.
Indem Gsteiger dieses Mal nun antritt, schielt die Partei auf den garantierten
Sitz des Berner Juras, der momentan in der Hand von SP-Gesundheitsdirektor
Philippe Perrenoud ist. «Wir kritisieren seine Arbeit nicht. Die
SP ist aber übervertreten in der Regierung, und er bekam 2006 von
allen Gewählten am wenigsten Stimmen», sagte der Berner EVP-Präsident
Gerhard Baumgartner. Zudem habe die EVP Potenzial im Jura, da dort viele
Menschen mit christlichem Hintergrund lebten. Eine Rolle dürfte
auch die Tatsache spielen, dass unklar ist, ob sich die Bürgerlichen
überhaupt auf einen Kandidaten aus dem Jura einigen können.
Auch bei der Kandidatur Josts spielt Regionalpolitik hinein, stellt
doch das Berner Oberland im Moment keinen Regierungsrat. «Dies
ist ein wichtiger Grund für mein Interesse an dem Amt», sagte
Jost denn auch.
Doch trotz 13 Grossräten, anhaltenden Wahlerfolgen im Kanton Bern
und sorgfältigen Strategien: Die EVP bleibt eine kleine Partei,
bekam bloss 7,3 Prozent der Stimmen bei den letzten Grossratswahlen,
und ihre Kandidaten für den Regierungsrat, Marianne Streiff-Feller
und Heinz Dätwyler, schafften es 2006 nur auf die Plätze 11
und 12.
«Riesige Chance»
«2010 bietet sich uns aber eine riesige Chance», sagte Baumgartner.
Die ausseramtlichen Wahlzettel, auf denen bisher die bürgerlichen
und rot-grünen Kandidaten vorgedruckt erschienen, fallen weg. Auch
wenn dieses neue System tendenziell Bisherige bevorzuge, hätten
«blockunabhängige» Kandidierende nun zum ersten Mal
die gleichen Chancen wie solche der «Blockparteien». Bisher
hätten nämlich rund 50 Prozent der Wähler vorgedruckte
Zettel benutzt. Auch andere Gründe sprächen für einen
Erfolg der EVP. «Die Spaltung der SVP wird uns wohl eher nützen
als schaden.» Zudem setzten die Menschen vermehrt auf christliche
Werte: Mit der EDU und der CVP habe man bei den Grossratswahlen 2006
immerhin einen Wähleranteil von 13,88 Prozent erreicht. «Damit
hat der ,christliche Block‘ Anrecht auf einen Regierungsrat.»
Zu möglichen Bündnissen mit anderen Parteien wollte sich die
EVP gestern aber noch nicht äussern, solche Pläne seien heute
nicht spruchreif.
Der nächste Schritt ist indes klar: Die Delegierten der Partei
müssen die Kandidaten am 25. April nun zuerst einmal offiziell
nominieren.
Regionaljournal Bern Freiburg Wallis 27.3.2009, 17.30 Uhr
EVP will in die Berner Regierung - und welche Chance der Politologe
der Partei gibt
Die Evangelische Volkspartei EVP will Marc Jost und Patrick Gsteiger
als Kandidaten ins Rennen um einen Regierungsrats-Sitz schicken. Die
EVP hofft, sie werde bei den Wahlen im Frühling 2010 mehr Stimmen
machen als beim letzten Mal, weil es neu keine vorgedruckten ausseramtlichen
Wahlzettel mehr gibt. Der Politologe Hans Hirter sieht für die
EVP trotzdem kaum Chancen auf einen Sitz in der Regierung. Und für
die Blöcke links und rechts wenig Gefahr. (Link)
Regionaljournal Bern Freiburg Wallis 27.3.2009, Mittag
Nachrichten: EVP will in Berner Kantonsregierung (0:20) (Link)
Radio Canal3 27.3.2009, Mittag
Wahlkampf bei den Regierungsratswahlen ist lanciert
Als erste Partei hat heute die EVP vom Kanton Bern ihre Kandidaten
für die Regierungsratswahlen in einem Jahr präsentiert. Der
Wahlkampf wurde damit eingeläutet. Die EVP erhofft sich bei diesen
Wahlen besonders viel Chancen. Autor: Matthias von Wartburg (Link)
sda 27.03.2009 / Kantonale Wahlen 2010
EVP will einen Sitz in der Regierung
Die EVP des Kantons Bern rechnet sich bei den kantonalen Wahlen
von 2010 Chancen auf einen Sitz im Regierungsrat aus.
Sie tritt höchstwahrscheinlich mit Grossrat und Pfarrer
Marc Jost aus Thun und dem Ingenieur Patrick Gsteiger aus Moutier an.
Die Delegiertenversammlung der EVP muss diesen Vorschlag der Geschäftsleitung
am 25. April noch bestätigen, wie die Partei am Freitag mitteilte.
Chancen auf einen Sitz sieht die EVP, weil bei den nächsten Wahlen
die ausseramtlichen, vorgedruckten Wahlzettel nicht mehr erlaubt sind.
«Erstmals gleiche Wahlchancen»
Diese Zettel hätten den beiden grossen politischen Blöcken
einen entscheidenden Vorteil verschafft. «Zum ersten Mal überhaupt
haben Kandidierende der blockunabhängigen EVP die gleichen Wahlchancen»,
frohlockt die Partei.
Die Kandidaturen der EVP richteten sich nicht gegen eine bestimmte Partei
oder ein bisheriges Regierungsmitglied, heisst es weiter. Die Stimmenanteile
der letzten kantonalen Wahlen zeigten aber, dass Rot-Grün derzeit
mit einem Sitz übervertreten sei.
Vorschläge sind auch regionalpolitisch
motiviert
Marc Jost ist Pfarrer beim Evangelischen Gemeinschaftswerk in Thun,
verfügt auch über ein Primarlehrerpatent und sitzt seit 2006
im bernischen Grossen Rat. Er wurde 1974 geboren, ist verheiratet und
hat drei Kinder.
Patrick Gsteiger kam im Jahr 1967 zur Welt, ist ebenfalls verheiratet
und hat zwei Kinder. Der Mitinhaber eines Ingenieurbüros wohnt
heute in Perrefitte. Er arbeitete früher als Kantonspolizist und
Generalsekretär ad interim des Bernjurassischen Rats.
Die EVP spricht in ihrer Mitteilung von zwei profilierten Köpfen,
doch haben auch regionalpolitische Überlegungen eine Rolle gespielt,
wie EVP-Geschäftsführer Ruedi Löffel auf Anfrage sagte.
Die EVP wollte eine deutschsprachige und eine französischsprachige
Kandidatur und sie wollte mit dem in Spiez aufgewachsenen Jost dem Oberland
«eine Offerte bieten», wie Löffel sagte. Seit dem Ausscheiden
des jetzigen Ständerats Werner Luginbühl sei dieses ja nicht
mehr in der Regierung vertreten. Er selber stehe nicht zur Verfügung,
so der langjährige Grossrat und Kämpfer für rauchfreie
Gaststätten im Kanton Bern, weil er sich eher als Parlamentarier
und Basisarbeiter verstehe.
2006 auf Platz 11 und 12
Bei den Regierungsratswahlen von 2006 trat die EVP mit Marianne Streiff-Feller
und Heinz Dätwyler an. Sie landeten hinter den Kandidatinnen und
Kandidaten von Rot-Grün und den Bürgerlichen auf Platz 11
und 12.
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