Auf dieser Seite finden alle Beiträge zu den kantonalen Wahlen 2010.

Hier finden Sie die Beiträge zu den kantonalen Wahlen 2014.
Hier finden Sie die Beiträge zu den nationalen Wahlen 2011.
Hier
finden Sie Medienberichte zu den Wahlgängen 2006 und 2007.
Und hier finden Sie Medienberichte zu früheren Wahlen.
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Langenthaler Tagblatt / MLZ 07.04.10 Kanton Bern

BDP-Stimmen aus allen Lagern

Wo holte die BDP die Stimmen für ihren Erdrutschsieg voriges Wochenende? Schätzgleichungen des Forschungsinstituts GFS Bern zeigen, dass die neue Partei bei allen arrivierten Kräften graste – auch beim Erzfeind SVP. Die erstmals angetretenen Grünliberalen profitierten von Grünen, SP und FDP.
(...) Überaus deutliche Hinweise aus den GFS-Daten legen den Schluss jedoch nahe, dass die BDP je etwa knapp ein Drittel Neuwähler und bisherige SVP-Wähler für sich gewinnen konnte. Der letzte Drittel der 16,03 Prozent Wähleranteile entstammt je knapp zur Hälfte dem FDP- und SP-Lager. Auch das politische Zentrum EVP (–1,4 Prozent) und CVP (–0,6 Prozent) büsste für seine Verhältnisse stark an die neue BDP ein. Dass die SVP ihren Wähleranteil (–0,8 Prozent) nach dem BDP-Aderlass beinahe halten konnte, zeugt vom nach wie vor grossen Mobilisierungspotenzial der Volkspartei. Am rechten Rand sog sie am 28. März quasi alles auf, und auch aus der «Mitte» bot sie offenbar von der FDP enttäuschten Wählern eine Alternative. (...)

 

livenet.ch 29.03.2010 / News - Schweiz

Marc Jost nicht gewählt – trotz gutem Resultat

Der erstmalige Einzug in den Berner Regierungsrat ist der EVP nicht gelungen. Dennoch erzielte Marc Jost das beste Ergebnis eines EVP-Kandidaten.
EVP-Spitzenkandidat Marc Jost bilanzierte gestern Sonntag kurz nach Bekanntwerden der Zahlen: «Erwartungsgemäss landete ich auf Rang zehn. Zwar hoffte ich auf einen zweiten Wahlgang, der aber nicht folgen sollte, weil die Gewählten das absolute Mehr schafften.» Es ist mit über 36'000 Stimmen aber das beste EVP-Ergebnis bei den Wahlen zum Regierungsrat. Direkt hinter ihm reihte sich der zweite EVP-Mann ein: Patrick Gsteiger durfte sich an über 20'000 Stimmen erfreuen. Gute Resultate, obschon die Berner Medien sich gegenüber der EVP - diplomatisch gesagt - sehr diskret und zurückhaltend verhalten hatten.
In manchen Gebieten wäre wohl noch mehr drin gelegen, analysierte der Thuner Marc Jost, «doch in meinem Herkunftsort erzielte ich mehr als 25 Prozent der Stimmen.» (Link)

 

bernerzeitung.ch 29.03.2010

Die Reaktionen reichen von Jubel bis unverholener Enttäuschung

Mit dem Wahlresultat der EVP-Kandidaten war Kantonalpräsident Gerhard Baumgartner, der selber als Grossrat abgewählt wurde, mehr als zufrieden. «Bei Regierungsratswahlen haben wir noch nie so viele Stimmen gemacht wie diesmal», sagte er. «Wenn wir noch die gleichen Chancen gehabt hätten wie die andern Parteien, hätten unsere Kandidaten noch bessere Resultate gemacht», zeigte er sich überzeugt. Dass die Medien die EVP-Kandidaten als chancenlose Aussenseiter behandelt hatten, «kam für mich einer Wahlmanipulation gleich». (Link)

 

bernerzeitung.ch 29.03.2010

Das neu gewählte Kantonsparlament: Link

 

be.ch 28.03.2010

Alle Wahlresultate im Detail

Hier finden Sie alle Resultate der kantonalen Wahlen 2010 im Detail: Link

Und hier die Detailsresultate aus meinem Wahlkreis Mittelland-Nord.

 

Thuner Tagblatt 24.03.2010

Jost vertritt die Mitte

Diverse Ausgaben: Zu den Kantonswahlen In der Zeitung kann man lesen, dass Albert Rösti als geeigneter Oberländervertreter für die kommenden Regierungsratswahlen empfohlen wird. Das stimmt so nicht. Dazu gehört ganz sicher auch Marc Jost von der EVP. Er ist erfahrener Pfarrer und ehemaliger Lehrer, ursprünglich aus Spiez, nun wohnhaft in Thun. Marc Jost bringt die nötige Sozial- und Führungskompetenz als Regierungsratskanditat ganz sicher mit. Er vertritt die politische Mitte und versteht es bestens Brücken zwischen den politischen Blöcken zu bauen. Darum ist er der geeignete Regierungsratskanditat für das Berner Oberland.Therese Schär Präsidentin EVP Wattenwil

 

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis 15.03.2010, 17.30 Uhr

Wahlkampf im Kanton Bern - Symbolik ist Glückssache

Am 28. März wählt der Kanton Bern eine neue Regierung und einen neuen Grossen Rat - und bis zu diesem Termin herrscht Wahlkampf mit sehr viel bedrucktem Papier. Die Wahlkampf-Symbolik ist allerdings zuweilen missverständlich. (Link)

 

Thuner Tagblatt 13.03.2010

Steuern senken? Kandidaten nicht einig

Die beiden Oberländer Regierungsratskandidaten im Streitgespräch: Albert Rösti (SVP) und Marc Jost (EVP) reden Klartext zu Themen, welche die Region betreffen. Beim Thema Steuersenkungen sind sie sich gar nicht einig. (Link)


Marc Jost (EVP) beim Streitgespräch auf der BO-Redaktion: Der EVP-Mann will in die Regierung.
Bild: Patnc Spahni

 

Berner Zeitung 13.03.2010 / Leserbriefe

Ungleiche Chancen

An der BZ-Wahlveranstaltung in Belp waren nur die aktuellen Regierungsratsparteien eingeladen. Dies ärgert insbesondere die EVP-Wähler unter unseren Lesern.


Die EVP-Anhänger protestieren gegen die aus ihrer Sicht ungleiche Berichterstattung im Vorfeld der Regierungsratswahlen.
Bild: Andreas Blatter


Das stimmt nachdenklich
Dass die BZ ein Wahlpodium veranstaltet, ist positiv. Schliesslich sollen sich die Stimmbürger in all der Flut von Werbeprospekten und im Wald der Plakate ein Bild machen können, wer für die nächsten vier Jahre in die Berner Regierung gewählt werden soll. Dass aber die EVP mit der Begründung, dass ihre Kandidaten ohnehin chancenlos seien, gar nicht erst nach Belp eingeladen wird, stimmt mich nachdenklich. Patrick Gsteiger ist der einzige selbstständige Unternehmer unter den Kandidaten, und Marc Jost ist im Grossen Rat mit seiner klaren Meinung schon mehrfach aufgefallen. Wenn man offizielle Kandidaten schon gar nicht zu Wort kommen lässt, schwinden ihre Chancen in der Tat. Ich bin aber überzeugt, dass im grossen Kanton Bern ein Regierungsrat Farbe geben würde, der nicht nur die Interessen der Grossen vertreten würde.
Robert Alder, Präsident EVP Jegenstorf


Falsche Suggestion
Der Artikel von Anna Tschannen beginnt mit den Worten «am BZ-Wahlpodium in Belp gaben sich die neun (!) Kandidierenden für den Regierungsrat erstaunlich zahm». Es dürfte der Berner Zeitung tatsächlich entgangen sein, dass mehr als neun Kandidatinnen und Kandidaten für den Regierungsrat des Kantons Bern kandidieren. Weshalb kommt da wohl keine Wahlkampfstimmung auf? Für die BZ-Leser sei an dieser Stelle nochmals erwähnt, dass mit dem Wahlmaterialversand alle zu wählenden Regierungsratskandidaten aufgelistet sind. Von der Berner Zeitung wird fast täglich suggeriert, dass nur neun Kandidierende ins Rennen steigen, und bei Umfragen werden stets die Meinungen dieser Kandidaten abgefragt. Das DRS-Regionaljournal hat hier seine Aufgabe besser gemacht und bemerkt, dass es noch weitere Kandidierende gibt. So hat man zum Beispiel Christoph Neuhaus gegen den EVP-Mann Marc Jost antreten lassen.
Bruno Widmer, EVP Wahlkoordination Wahlkreis Emmental


Aussenseiter chancenlos
Es erstaunt mich immer wieder, wie in der Berner Zeitung die beiden Regierungsratskandidaten Marc Jost und Patrick Gsteiger ignoriert werden. Wäre es nicht gerade die edle Aufgabe der Medien, angeblichen Aussenseitern ein Sprachrohr zu geben? Ich hoffe, dass sich dies in den nächsten Tagen noch korrigieren lässt.
Willi Wildi, Interlaken


Ungleiche Chancen
An der BZ-Wahlveranstaltung in Belp waren tatsächlich nur die aktuellen Regierungsratsparteien eingeladen. Warum werden da zum Beispiel die beiden EVP-Kandidaten Marc Jost und Patrick Gsteiger nicht eingeladen? Ist es richtig, dass die Presse selber entscheidet, wer eine Chance hat und wer nicht? Oder werden nur die Parteien eingeladen, welche das Geld haben, seitengrosse Inserate aufzuschalten? Hätte nicht der Wähler ein Anrecht, alle Kandidaten kennen zu lernen. Seien wir ehrlich, der Berner Regierung würde eine gewisse Veränderung nicht schlecht anstehen.
Hanspeter Steiner, Co-Präsident EVP Boll

 

Bund 09.03.2010

Der umweltbewusste Pfarrer aus Thun


Wenn der Thuner EVP-Grossrat Marc Jost spricht, braucht er dazu schon mal Sätze aus der Bibel für humorvolle Wortspiele.
Dass er zurzeit in Thun mit einem Elektroauto herumfährt und auf diesem Werbung für sich macht, kommentiert er so: «Ich setze mich für die Umwelt ein, weil nach uns nicht die Sintflut kommt.» Der 36-jährige Pfarrer, der beim Evangelischen Gemeinschaftswerk arbeitet und am Theologischen Seminar St. Chrischona bei Basel studiert hat, sieht kein Problem darin, als Theologe Regierungsrat zu werden. Auch dann nicht, wenn er die Polizeidirektion übernehmen müsste. Ein hart durchgreifender Pfarrer, geht das? Marc Jost findet, Gesetze seien da, um eingehalten zu werden – oder, wenn es denn nötig sei, sie zu ändern. Seine politischen Schwerpunkte allerdings liegen nicht beim Thema Sicherheit, sondern eben etwa beim Thema Umwelt. Insbesondere sind ihm Fördermassnahmen für erneuerbare Energien wichtig. Der Vater dreier Kinder macht aber auch gerne Familienpolitik. Er möchte Eltern, die Kinder fremd betreuen lassen, und Eltern, die dies selber tun, steuerlich gleichstellen. Jost ist zudem «im Moment» gegen weitere Steuersenkungen und zwar vorab, weil ihm die Bildung als ausgebildeter Primarlehrer ein wichtiges Anliegen ist. Und gute Bildung, findet Jost, dürfe etwas kosten. (gum)

KMU-freundlicher Fahnder aus dem Jura


Perrefitte liegt zwei Kilometer westlich von Moutier und ist der Wohnort des zweiten EVP-Regierungsratskandidaten Patrick Gsteiger.

Der 42-Jährige bringt Exekutiverfahrung mit: Zwei Jahre lang war er Gemeinderat von Perrefitte, anschliessend acht Jahre lang Gemeindepräsident des Orts (1998 bis 2006). In den Regierungsrat will er wie auch Parteikollege Marc Jost (links) deshalb, weil er findet, die Mitte müsse auch vertreten sein. Gsteiger weist eine bemerkenswerte Kombination in seiner Biografie auf: Er ist ausgebildeter Polizist und war zuletzt in der Fahndung tätig. Gleichzeitig ist er aktives Mitglied in der Evangelischen Baptistengemeinde Moutier. Heute ist der ursprünglich gelernte Bauzeichner Mitinhaber eines Ingenieurbüros. Er bezeichnet sich demzufolge auch als wirtschaftsfreundlichen Politiker, dem eine «liberale Marktwirtschaft» wichtig ist. Die Marktwirtschaft müsse sich aber auch ihrer sozialen Verantwortung bewusst sein, sagt er. Insbesondere ist ihm die Stärkung der KMU-Betriebe ein Anliegen. Obwohl Gsteiger ehemaliger Polizist ist, liegen seine politischen Schwerpunkte nicht beim Thema Sicherheit. Zumindest aktuell sei das nicht so, sagt Gsteiger. Er setze sich lieber für die finanzielle Entlastung von Familien ein, sagt der Vater zweier Kinder. Insbesondere müssten Familien, die ihre Kinder selber betreuten, steuerlich jenen gleichgestellt werden, die ihre Kinder fremd betreuen liessen. Die nachfolgenden Generationen sind Patrick Gsteiger wichtig: Deshalb gelte es, den Schuldenberg weiter abzubauen, um ihn nicht ebendiesen Generationen aufzubürden. (gum)

 

Berner Zeitung Oberaargau 05.03.2010

Hirschi wechselt zur EVP

Walter Hirschi, Gemeindepräsident von Rohrbachgraben, tritt der EVP bei. Bisher war er parteilos.
Rohrbachgraben ist eine kleine Hochburg der EVP. Bei den letzten Grossratswahlen erreichte die evangelische Volkspartei in der 460-Seelen-Gemeinde einen Wähleranteil von beinahe 40 Prozent. Nun ist Gemeindepräsident Walter Hirschi per 1. März dieser Partei beigetreten. Der 53-jährige Lokführer ist in seinem achten Jahr als Präsident, und bisher hatte er parteilos politisiert. Mit Hirschis Übertritt erlebt die EVP ein Novum: Zum ersten Mal stellt sie im Oberaargau einen Gemeindepräsidenten. Die EVP ist damit in acht Gemeinden in der Exekutive vertreten, wie EVP-Präsident Reto Steiner (Langenthal) mitteilt. (...)

 

Berner Zeitung 27.02.2010 / Leserbriefe zur Porträt-Serie zu den Regierungsratswahlen

Unfaire Beiträge

Es ist ja schon erstaunlich, da soll Herr Rösti viel grössere Chancen haben als der einzige Unternehmer aller Regierungsratskandidaten und ehemalige Gemeindepräsident Patrick Gsteiger(EVP). Und da wird eine Frau prominent porträtiert, deren Partei noch nie bei kantonalen Wahlen teilgenommen hat, und Grossrat Marc Jost (EVP) wird als Aussenseiter dargestellt. Leider werden Sie mit Ihren Prognosen wohl Recht behalten, nicht weil es tatsächlich so wäre, aber weil die Medien anscheinend nicht im Stande sind, faire Beiträge über alle Kandidierenden zu bringen. Schade, wirklich Schade. Mirja Zimmermann-Oswald, Worb

Ungleiche Wahlchancen

Es ist unverständlich, dass Sie nicht bereit sind, den Regierungsratswahlkampf fair zu thematisieren. Bei diesen Wahlen sind die vorgedruckten Wahlzettel erstmals nicht mehr gültig. Dieser Umstand würde endlich zu gleich langen Spiessen aller Kandidierenden beitragen. Mit Ihrer Selektion der Kandidaturen ist aber von vornherein klar, dass nicht alle Kandidierenden die gleichen Wahlchancen haben werden. Weshalb Sie beispielsweise dem EVP-Kandidaten Marc Jost keine Wahlchancen einräumen, ist bei der Betrachtung der Sitzstärke der EVP im Grossen Rat (13 Sitze) nicht verständlich. Rätselhaft ist zudem, weshalb eine Kandidatin, deren Partei noch nie zu kantonalen Wahlen angetreten ist, trotzdem zu den von Ihnen porträtierten Kandidierenden gehört. Reto Stalder, Generalsekretär JEVP Schweiz

 

Bund 26.02.2010 / Kantonale Wahlen 28. März / wahlen2010.derbund.ch

Von Realisten und Weltverbesserern

Du sollst sowohl rot-grün als auch bürgerlich politisieren dürfen, lautet ein wichtiges Gebot der Evangelischen Volkspartei (EVP). Andere Mitte-Parteien dürften ihren Erfolg nun aber bremsen.


Die grosse Frage an einem Abend vor vier Jahren war, ob James Bonds erste Leinwand-Gespielin Ursula Andress die zweite Ehrenbürgerin der Geschichte von Ostermundigen werden sollte. Natürlich, fand das Parlament. Das ganze Parlament? Nein. Eine Ehrenbürgerin, die sich als «verführerische Venus» sogar für den «Playboy» ausgezogen hatte, ging der Evangelischen Volkspartei (EVP) gegen den biblischen Strich. Allerdings ist bei solchen Fragen Erfolglosigkeit das tägliche Brot der Partei, wie schon bei ihrem Kampf gegen die Fristenlösung und gegen die Gleichstellung homosexueller Paare mit Ehepaaren.
Besonders in der zu Ende gehenden Legislatur entpuppte sich die EVP aber als wahre Wundertüte, die durchaus nicht päpstlicher als der Papst sein will: Von rot-grünen bis hin zu bürgerlichen Ansichten findet man alles. Das liegt auch an den unterschiedlichen religiösen Überzeugungen der rund 1450 Mitglieder: Die Hälfte gehört der Landeskirche an, 400 zählen sich zu einer Freikirche, und mehrere Hundert leben ihren Glauben ganz ausserhalb der Kirche. Was nun für die einen Konturlosigkeit ist, sehen die anderen als Stärke.
«Wir sind eine echte Volkspartei und schlagen uns nicht gleich die Bibel um den Kopf, wenn die Meinungen auseinandergehen», wird Ruedi Löffel, Chefstratege und Grossrat, nicht müde zu betonen. Das gängige Links-rechts-Schema widere ihn an und passe nicht zur EVP. «Das heisst aber nicht, dass wir Fahnen im Wind sind – unsere politischen Ziele verfolgen wir konsequent.»

Gleiche Rechte für alle Eltern
«Die EVP mit ihrer Kombination von konservativen Werten und politischer Offenheit ist speziell und hat dank ihrer konfessionellen Verankerung treue Stammwähler», sagt der Politologe Werner Seitz. In letzter Zeit legte sie auf kommunaler und kantonaler Ebene stetig zu. «Viele, die genug von der SVP hatten, wählten uns», sagt Löffel. Auch in Zukunft will er pro Jahr im Schnitt zwei Ortssektionen aus der Taufe heben. Im Grossen Rat ist die EVP-Fraktion mit ihren 13 Mitgliedern die sechstgrösste Gruppe. Ihre Arbeit in den letzten vier Jahren gleicht einem bunten Bouquet. In die Nase sticht vor allem das Rauchverbot in Restaurants, das auf eine Motion von Löffel zurückgeht.
Bei Fragen zu Bildung und Familie zeigt sich die EVP liberal. So hat sie den Ausbau von Tagesschulen stets unterstützt. Auf einen Vorstoss von Fraktionspräsidentin Marianne Streiff und Grossrätin Christine Schnegg geht das Familienkonzept zurück, das Ergänzungsleistungen für bedürftige Familien enthält. Allerdings ist noch unklar, ob diese tatsächlich eingeführt werden. Anders die Kinderzulagen: Dass diese im Kanton Bern 30 Franken höher sind als beim Bund, ist einem Vorschlag von EVP, EDU und den Grünen zuzuschreiben. «In den nächsten vier Jahren wollen wir dafür sorgen, dass Eltern, die ihre Kinder zu Hause betreuen, nicht benachteiligt werden», sagt Streiff.

«Von abgehoben bis bodennah»
Fast linker als Rot-Grün gibt sich die EVP in Sachen Energie und Finanzen. Mit Josef Jenni hat sie einen Solar-Fachmann der ersten Stunde unter ihren Parlamentariern. Sollte die Pflicht zum Sanieren schlecht isolierter Wohnbauten im März nicht Teil des neuen Energiegesetzes bleiben, droht die EVP gar mit einem Referendum. Dasselbe gilt fürs Steuergesetz: Die EVP stemmt sich gegen Steuersenkungen, will unbedingt Schulden abbauen. «Die kantonalen Finanzen sind für uns das zentrale Thema der nächsten vier Jahre», sagt Löffel. Allerdings gibt es eben auch Themen, bei denen sich die Partei bürgerlich gebärdet. So war sie für Videoüberwachung an neuralgischen Orten des öffentlichen Raums. Im Hinblick auf die nationale Abstimmung über die Senkung des Umwandlungssatzes bei den Pensionskassen entschied sie sich ebenfalls für ein Ja. Und schliesslich gibt es Anliegen, welche die EVP spalten wie Moses das Meer: Dazu gehörten in letzter Zeit die Anti-Minarett-Initiative und die Frage, ob Ausländer auf kommunaler Ebene mitstimmen dürfen.
Angesichts dieser Bilanz stellt sich die Frage, ob die EVP in den letzten vier Jahren nach links gerutscht ist. «Tendenziell ja», sagt FDP-Fraktionspräsident Adrian Haas. «Aber in ihren Reihen gibt es alles, von abgehoben bis bodennah, von Gewerblern bis hin zu Weltverbesserern. Darunter sind einige gute Leute.» Die EVP sei keine Partei der Winkelzüge, sagt SP-Präsidentin und Grossrätin Irène Marti. «Wir arbeiten gut zusammen, die EVP ist aber eindeutig eine Partei der Mitte.» Auffällig sei, dass Redner der EVP in aller Regel gut Bescheid wüssten über ihre Dossiers.
Ob das der Partei aber einen weiteren Wahlerfolg bescheren wird, ist fraglich. Denn mit der BDP und den Grünliberalen buhlen gleich zwei neue Parteien, die sich das Etikett «Mitte» verpasst haben, um die Wählergunst. Bei den letzten Wahlen in der Stadt Bern eroberten die beiden Neuen auf Anhieb Sitze im Parlament, während die EVP Wähler verlor. «Die Mitte verteilt sich neu», sagt auch EVP-Präsident Gerhard Baumgartner. Prognosen seien schwierig. Dem stimmt Politologe Seitz zu: «Bis zu einem gewissen Grad stehen GLP und BDP der EVP vor der Sonne, bedrängen sie von links und rechts. Allerdings nehmen sie vor allem den grösseren Parteien Stimmen weg.» Verheissungsvoller wäre die Ausgangslage für die EVP mit ihrer eher kinderreichen Wählerschaft wohl, wenn sie dem Grossen Rat das Stimmrecht ab Geburt hätte schmackhaft machen können. Dieses hätten Eltern nämlich treuhänderisch für ihre Kinder verwalten sollen. Aber eben: Bei manchen Fragen steht die Partei allein auf weiter Flur. (Beitrag online)

Fünf Fragen EVP-Fraktionschefin Marianne Streiff

Welches ist derzeit das grösste Problem im Kanton Bern?
Der Finanzplan im Kanton Bern zeigt tiefrote Zahlen, ein Grossteil der Zusatzkosten fehlt darin noch, und die Steuererträge sind als Folge der Krise dramatisch eingebrochen. Steuersenkungsgelüste sind in dieser Situation verantwortungslos, und es ist absehbar, dass v.?a. Randregionen unter schmerzhaften Sparmassnahmen zu leiden hätten. Auf der Strecke bleiben auch antizyklische Investitionen in die Förderung nachhaltiger Projekte von Umwelt, Bildung und sozialer Sicherheit.

Wie will die EVP es lösen?
- Die EVP will ihre konsequente Finanzpolitik weiterführen. Sie bekämpft verantwortungslose Steuersenkungsfantasien weiterhin mit Vehemenz.
- Die EVP unterstützt die Anstrengungen der Regierung zur Verhinderung von neuen Schulden.
- Die EVP wird neue Ausgaben des Staates kritisch hinterfragen und nötigenfalls verhindern.

Welche Partei steht einer Lösung des Problems am meisten im Weg?
Die Parteiseilschaften, die mit unvernünftigen Steuersenkungsforderungen den Kanton weiter in Schwierigkeiten und Schieflage bringen.

Wie viele Sitze wird die EVP bei den Grossratswahlen erzielen?
Mindestens gleich viele wie jetzt (13). Je ein Sitzgewinn ist allenfalls im Berner Jura und im Emmental möglich.

Wie ist der Regierungsrat nach der Wahl parteipolitisch zusammengesetzt?
2 SP, 1 Grüne, 1 FDP, 1 SVP, 1 BDP, 1 EVP.

 

Berner Zeitung 25.02.2010 / Leserbriefe zur Porträt-Serie zu den Regierungsratswahlen

Chancenlos?

Erfreulicherweise unterstützt diese Zeitung mit ihrer Porträtserie die Wahlberechtigten des Kantons Bern beim Entscheid, die passende Regierungscrew zu bestimmen. Als anmassend empfinde ich aber die Tatsache, dass die EVP-Kandidaten Marc Jost und Patrick Gsteiger von vornherein als chancenlos abqualifiziert werden. Mit einem Stimmenanteil von weit über 7 Prozent und 13 Grossratssitzen ist die EVP zurzeit die mit Abstand grösste Nichtregierungspartei und nur unwesentlich kleiner als solche Parteien, denen von dieser Zeitung eine Wahlchance attestiert wird. Weil die Regierung erstmals ohne vorgedruckte Wahlzettel gewählt wird, ist ein spannender Wahlgang garantiert. Es wäre deshalb nichts als fair, wenn die beiden EVP-Kandidaten nicht in die Ecke der chancenlosen Exoten gestellt würden. Ruedi Löffel, Grossrat EVP, Münchenbuchsee

Willkürlich

Für mich unerklärlich, wie diese Zeitung dazu kommt, die Regierungsratskandidierenden in solche einzuteilen, die eine Chance beziehungsweise keine hätten, gewählt zu werden. Aus ihrer Klassifizierung leitet diese Zeitung selbstherrlich ab, wem sie ein Porträt gewährt und wer hinten anstehen muss. Dies ist reine Willkür und krasse Wahlbeeinflussung.
Bisher habe ich angenommen, das Volk habe das letzte Wort auch zu vermeintlichen Aussenseitern. Geben wir diesen doch die gleiche Chance wie den andern! Spielen wir ein faires Wahlspiel und lassen alle Kandidierenden mit gleich langen Spiessen kämpfen. Erwin Bänteli, Boll

 

Berner Zeitung 30.01.2010 / Ausgabe vom 13.Januar: Die jüngste Kandidatin für den Grossen Rat

«Jüngere haben Elan»

Das Interview mit der 18-jährigen Grossratskandidaten Nadine Löffel aus Münchenbuchsee hat mich ehrlich gesagt nur aufgeregt. Der Autor hat Fragen gestellt, die mir als ebenfalls sehr jungem Grossratskandidaten sauer aufgestossen sind. Ob sie nur als Listenfüllerin in den Wahlkampf steige zum Beispiel oder ob sie während der Ratssitzungen für den Gymer lerne. Ich stelle mit sehr viel Bedauern fest, dass der Autor junge Kandidaten nicht ernst nimmt. Ich setze mich dafür ein, dass ältere und jüngere Menschen gut miteinander leben und arbeiten können. Denn Jüngere haben Elan, Ältere haben Erfahrung, und zusammen kann das nur perfekt sein. Andreas Kohler Gerzensee

 

Grauholz Post 20.01.2010 / Münchenbuchsee

Tochter macht Vater Grossratssitz streitig

Nadine Löffel aus Münchenbuchsee ist im Wahlkreis Mittelland-Nord die jüngste Kandidatin für die Grossratswahlen.


Kräftemessen in Münchenbuchsee: Die noch 17jährige Nadine fordert ihren Vater Ruedi Löffel
bei den Grossratswahlen heraus. Sie kandidiert für einen der EVP-Sitze. Regula Zimmermann

Der Vater sitzt im Grossrat des Kantons Bern und die Mutter engagiert sich im Grossen Gemeinderat Münchenbuchsee. Klar, dass sich auch die vier Töchter für Politik interessieren. Die Idee, dass die noch 17-jährige Nadine für den Grossrat kandidieren könnte, hatte Vater Ruedi Löffel. «Nadine hat mich mit politischen Fragen gelöchert und mir morgens die Zeitung aus den Händen gerissen», erzählt er lachend. Nadine erklärt ihre Kandidatur so: «Ich möchte ein Vorbild für die jüngere Generation sein.» Vielleicht seien ihre Mitschüler am Gymnasium Hofwil beeindruckt und überlegten sich, auch aktiv in der Politik mitzuwirken.

Umwelt und Familie liegen ihr am Herzen
Nadine, die am 23. Februar ihren 18. Geburtstag feiert, rechnet sich nicht all zu grosse Chancen aus, am 28. März gewählt zu werden. Aber sie will Stimmen für ihre Partei holen. Wie ihre Eltern gehört sie der EVP an. Ihr liegen die Bereiche Umwelt und Familie am Herzen. «Es istwichtig, dass es Personen gibt, die diese in der Politik vertreten.» Kinder müssen nicht zwingend die gleiche Meinung haben, wie ihre Eltern. Ruedi Löffel erinnert sich an seine Jugend: «Meine Eltern waren in der SVP aktiv und wir hatten viele Auseinandersetzungen.» Seine Grundhaltung umschreibt er so: «Ich will meinen Töchtern Werte vermitteln, Entscheidungen müssen sie aber selber fällen.»

Name bringt nicht nur Vorteile
Ob der Name Löffel für Nadines Kandidatur von Vorteil ist, wird sich zeigen. «Einerseits ist es gut, wenn man den Namen kennt. Andererseits ist es ein Nachteil», sagt Nadine und schaut ihren Vater entschuldigend an. Ruedi Löffel hat sich mit Vorstössen wie «Stimmrechtsalter 0» oder «Schutz vor Passivrauchen» nicht nur Freunde gemacht.

Maturarbeit zum Thema Kandidatur
Die Kollegen der Hip- Hop-Tänzerin und Jungscharleiterin finden es cool, dass Nadine kandidiert. «Sie wollen mich wählen und sagen es auch ihren Eltern weiter.» Die jüngste Grossratskandidatin schreibt ihre Maturarbeit zu diesem Thema, sehr zur Freude ihrer Lehrerin. Als in Nadines Klasse «Stimmrechtsalter 16» behandelt wurde, hatte sie den Auftrag, dagegen zu argumentieren. «Sie war so überzeugend, dass sie mich fast umgestimmt hätte», erzählt Ruedi Löffel lachend. Er glaubt daran, dass seine Tochter mit ihrer kecken Art ihren Weg machen wird.

Nach dem Beispiel «Markwalder»
Wer weiss, vielleicht kickt sie ihren Vater aus dem Grossrat. Das hat es vor acht Jahren schon einmal gegeben. Christa Markwalder schnappte sich den Sitz ihres Vaters Hans-Rudolf. «Ich würde mich natürlich für dich freuen», sagt Ruedi Löffel zu seiner Tochter gewandt. Die Zeit als Grossrat sei für ihn aber nebst der Hochzeit etwas vom Besten, was ihm passiert sei. «Wenn man schon nicht die Welt verändern kann, dann wenigstens im Kanton etwas bewirken.» Was meint die Tochter zum Ganzen? «Ich würde dich würdig im Rat vertreten.» rzi.

 

Berner Zeitung 13.01.2010

Eine Grossrätin fängt klein an

Sie ist die jüngste Kandidatin für den Berner Grossen Rat. Die 18-jährige Nadine Löffel aus Münchenbuchsee ist mit der Politik aufgewachsen: Der Vater der «Höfu»-Gymnasiastin ist EVP-Geschäftsführer Ruedi Löffel.

Wird wohl sympathisch scheitern. (Bild: zvg)
Nadine Löffel: «Eine Kollegin hat gesagt, dass sie politisch anders denkt, mich aber trotzdem wählt.»

Frau Löffel, Sie werden am 23. Februar 18-jährig und sind damit die jüngste Kandidatin für den Grossen Rat. Sind Sie ein Wunder-oder ein Musterkind? Weder das eine noch das andere. Aber ich komme aus einer politisch sehr engagierten Familie.

Ruedi Löffel, der Geschäftsführer der EVP Bern, gilt nicht nur als Vater des Passivraucherschutzes, er ist auch ihr leiblicher Vater. Darum erstaunt es nicht, dass sich wenigstens eine seiner vier Töchter in diese Richtung entwickelt.

Sie haben keine Chancen, Grossrätin zu werden. Steigen Sie Papa zuliebe als EVP-Listen-Füllerin in den Wahlkampf? Nein. Ich unterstütze damit die EVP, die in meinem Wahlkreis Mittelland-Nord unbedingt ihre drei Sitze behalten will. Zugegeben, meine Wahlchancen sind bloss gering, aber ganz aussichtslos ist meine Kandidatur nicht.

Auf sicher haben Sie die Stimmen Ihrer Klassenkollegen am Gymnasium Hofwil. Ich hoffe es. Eine Mitschülerin hat gesagt, dass sie politisch anders denkt als ich, sich aber mir zuliebe bei den Grossratswahlen für mich entscheiden wird.

Sympathie ist das billigste Wahlkampfmittel. Wie viel Geld investieren Sie in Ihre Kandidatur? Ich beteilige mich zwar aktiv am Grossratswahlkampf der EVP. Weil ich noch kein Geld verdiene, kann ich mich finanziell nur wenig engagieren.

Grossräte verdienen jährlich etwa 15'000 Franken. Was würden Sie mit diesem hübschen Zustupf anstellen? Das weiss ich noch nicht. Vielleicht würde ich einen Teil für später aufheben.

Für den «Höfu» lernen könnten Sie während der Ratssitzungen. Das merkt niemand. Nein, das will ich nicht. Wenn ich gewählt würde, könnte ich auf das Verständnis der Gymerleitung zählen, müsste mir aber überlegen, ob ich ein Schuljahr anhängen soll.

Am Ende der vierjährigen Legislatur sind Sie 22 und ein anderer Mensch als heute mit 18. Wer Sie wählt, weiss nicht, wie Sie sich entwickeln. Alle Menschen verändern sich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich in vier Jahren vollständig andere politische Ansichten vertrete.

Diese Ansichten belegen Sie mit Ihrer Mailadresse. Sie endet auf jesus.ch. Dokumentieren Sie Ihre Religion auch sonst so plakativ? Ich will niemanden bekehren, aber ich stehe zu meinem Glauben. Ich will die Schöpfung schützen und erhalten, und ich möchte, dass die Politik mehr als bisher durch christliche Werte beeinflusst wird.

Welche Themen wollen Sie sonst noch besetzen? Nun, ich möchte, dass im Kanton Bern die Anliegen der Jugend stärker in die Politik einfliessen.

Tönt schwammig. Lassen Sie mir etwas Zeit. Ich bin Einsteigerin und müsste mich im Grossen Rat erst noch einarbeiten.
(Link zum Interview)

 

Bund 11.01.2010

Noch nie herrschte am Start solches Gedränge

(...) Gestern um 16 Uhr ist die Anmeldefrist für die Grossratswahlen abgelaufen. Somit ist die Ausgangslage für den 28. März nun klar. Angesichts der Rekordzahl von 1937 Kandidatinnen und Kandidaten auf insgesamt 133 Listen ist es jedoch schwierig, die Übersicht zu behalten. Einige Namen und Fakten seien deshalb hervorgehoben:
(...) Mit Abstand am meisten Kandidatinnen und Kandidaten stellt übrigens die EVP, was schon fast Tradition ist. Sie tritt ausser im Berner Jura überall mit mehreren Listen an und kommt insgesamt auf 366 Kandidierende auf 23 Listen. In dieser Flut fällt ein Name besonders auf: Jürg Zinglé, einer der höchsten Schweizer Justizbeamten. Der Leiter des Eidgenössischen Untersuchungsrichteramts war letztes Jahr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt, als er mit Hartnäckigkeit die Tinner-Akten, die der Bundesrat vernichten wollte, der Justiz zu sichern versuchte. Ziel seiner Kandidatur sei es, mitzuhelfen, den EVP-Sitz in der Stadt Bern mindestens zu halten, sagt Zinglé auf Anfrage. Er erachte seine Chancen eher als klein. Seine Kandidatur sei aber durchaus ernsthaft. (...)

 

Berner Zeitung 11.01.2010

«FDP dürfte die Verliererin sein»

Grosse Verluste für die FDP, Gewinne für die BDP und die Grünliberalen, weiterhin eine knappe bürgerliche Mehrheit im Grossen Rat: So lautet die Prognose des Politologen Hans Hirter für die bernischen Parlamentswahlen. (...)
In der politischen Mitte bewegt sich auch die EVP. Über diese haben wir noch nicht gesprochen.
Die EVP hat in den vergangenen zwölf Jahren laufend zugelegt und 2006 ein Spitzenergebnis erzielt. Das zeigt, wie gross das Potenzial in der Mitte ist.
Wird sie wegen der BDP und den Grünliberalen gleich leiden wie die FDP?
Das glaube ich nicht. Klar konkurrenzieren die BDP und die Grünliberalen auch die EVP. Aber die EVP ist ein Spezialfall: Für ihre Wähler spielt die Religion eine wichtige Rolle. Das ist für die EVP eine Garantie, dass ihre Wähler nicht einfach abspringen. Daher gehe ich davon aus, dass die EVP ihren Wähleranteil ungefähr wird halten können. Weil sie 2006 aber ein Spitzenergebnis erzielt hat, könnte sie 1 bis 2 Sitze verlieren.
(...)
Bleibt die Frage, ob die Bürgerlichen die knappe Mehrheit im Grossen Rat behalten werden.
Die Mehrheitsverhältnisse zwischen Links und Rechts werden ungefähr gleich bleiben. Die Bürgerlichen dürften die Mehrheit behalten. Ich sehe für Rot-Grün kein Steigerungspotenzial. Es könnte innerhalb des Blocks zu leichten Verschiebungen von der SP zu den Grünen kommen. Rot-Grün könnte es aber je nach Geschäft zusammen mit der EVP und den Grünliberalen fallweise zur Mehrheit reichen. Es dürfte somit nach den Wahlen im Grossen Rat nicht viel anders sein als jetzt – ausser dass es nebst der EVP mit den Grünliberalen eine zweite Partei geben wird, die das Zünglein an der Waage spielen kann.

 

Berner Zeitung 07.01.2010

Die EVP nominiert

Mit 66 Kandidaten kämpft die EVP im Grossratswahlkreis Mittelland-Nord um die 22 Sitze:

Liste 1 Stammliste: Gerhard Baumgartner (bisher), Niklaus Gfeller (bisher), Ruedi Löffel (bisher), Anna Benker, Renate Bolliger, Marlis Gerteis, Pia Infanger, Regula Kneubühl, Anita Reichenbach, Katja Schenkel, Ursula Wenger, Elisabeth Winkler, Mirja Zimmermann, Mathias Hofstetter, Andrea Kasper, Jean-Claude Mäder, Jean-Daniel Pirolet, Peter Röthlisberger, Patrick Schläpfer, Michael Stauffer, Roland Stucki, Christoph Wagner.

Liste 2 «Zukunft»: Judith Balsiger, Regula Krieg, Kathrin Lehner, Simone Leuenberger, Nadine Löffel, Delaja Messerli, Esther Müller, Sandra Schnell, Ursina Stricker, Ruth Wüthrich, Lukas Balsiger, Fabian Baumgartner, Christian Boss, Daniel Brechbühl, Sam Brüngger, Mayk Cetin, Matthias Kaderli, Fabian Lüthi, Lukas Nyffenegger, Jean-Luc Rickenbacher, Thomas Winkler, Andreas Zimmermann.

Liste 3 «Erfahrung»: Elisabeth Andreetti, Notta Arn, Monika Bolliger, Elisabeth Frei, Béatrice Marti, Ursula Norton, Vogel Dagmar, Rahel Wagner, Peter Allemann, Erwin Bänteli, Niklaus Burkhalter, Philippe Gerber, Matthias Hügli, Martin Humm, Thomas Kohler, Thomas Leiser, Ralph Müller, Bernhard Ninck, Paul Riedl, Bruno Stucki, Harry Suter, Daniel Wittwer. pd

 

Medienmitteilung 06.01.2010

GROSSRATSWAHLEN Kanton Bern 28.03.10 - Wahlkreis Mittelland-Nord

Die EVP steigt im neuen Grossratswahlkreis Mittelland-Nord mit drei Listen in den Kampf um die 22 Parlamentssitze.
66 Kandidierende auf den Listen 1 (Stammliste), 2 (EVP Zukunft) und 3 (EVP Erfahrung) wollen mindestens zwei der drei bisherigen EVP-Sitze verteidigen.
Die drei bisherigen Grossräte Gerhard Baumgartner (EVP Kantonalpräsident, Ostermundigen), Niklaus Gfeller (Gemeindepräsident, Worb) und Ruedi Löffel („Vater“ der bernischen Passivrauchschutzes, Münchenbuchsee) treten alle zur Wiederwahl an.
Mit 28 Kandidatinnen kommt die EVP im Wahlkreis Mittelland-Nord auf einen Frauenanteil von 42,42%. Das Durchschnittsalter der 66 Kandidierenden beträgt 41 Jahre. Die jüngste Kandidatin (Nadine Löffel, Gymnasiastin, Münchenbuchsee) wird im Februar 18-jährig, der älteste Kandidat (Peter Röthlisberger, Landwirt, Rosshäusern) wird im April 67-jährig.

Danke für Ihre Unterstützung!

 

REGIERUNGSRATSWAHLEN Kanton Bern 28.03.10

In den Regierungsrat:
Patrick Gsteiger und Marc Jost

 

Berner Zeitung 05.01.2010; Kanton

SVP, BDP und FDP marschieren getrennt

Wegen des Streits zwischen SVP und BDP wird es bei den Berner Grossratswahlen keine bürgerliche Listenverbindung geben.
(...) Ihre Listen verbinden werden SP und Grüne. Das Gleiche werden EVP, EDU und CVP tun. Eventuell werden die Grünen zudem in einzelnen Wahlkreisen mit den Grünliberalen zusammenspannen. Zudem laufen in einzelnen Wahlkreisen noch Gespräche zwischen EVP und Grünliberalen.

 

Berner Zeitung 29.10.2009; BZ-Forum

Argumente überzeugen nicht

Der Verband Berner KMU ist mit der aktuellen Regierung unzufrieden und unterstützt deshalb bei den kommenden Wahlen ausschliesslich die sogenannt «bürgerlichen» Regierungsratskandidierenden.
Dabei wird noch geheuchelt, man hätte «gerne auch richtige Gewerbler vorgeschlagen». EVP-Kandidat Patrick Gsteiger, ein durchaus «bürgerlicher» Politiker, ist von allen Kandidierenden der einzige Unternehmer. Er führt in Moutier zusammen mit seinem Bruder eine kleine Firma im Bereich Bautechnik. Wenn sich der Verband Berner KMU gemäss eigenen Zielen für eine starke unternehmerische Präsenz in der Politik einsetzen will, ist die Nichtunterstützung von Patrick Gsteiger schlicht ein Witz. Geradezu absurd ist die Tatsache, dass für den garantierten Sitz des Berner Juras an Stelle von Gsteiger ein Funktionär aus der Bundesverwaltung zur Wahl empfohlen wird. Es drängt sich die Vermutung auf, dass Berner KMU ganz andere Interessen vertritt als diejenigen der kleineren und mittleren Unternehmen.
Ruedi Löffel, Grossrat, EVP Münchenbuchsee

 

Berner Zeitung 27.10.2009; Grosshöchstetten

EVP so stark wie sonst nirgends

Seit Sonntag gilt Grosshöchstetten als EVP-Hochburg. Nirgends im Kanton Bern ist ihr Wähleranteil bei Gemeindewahlen höher. Die Partei hat in den letzten Jahren ihre Stellung kontinuierlich ausgebaut. Christian Liechti
SVP, SP und FDP haben in Grosshöchstetten einen Denkzettel kassiert. Absenderin ist die EVP, die bei den Gemeindewahlen vom Wochenende einen Wähleranteil von 28,14% erzielte. SVP (11,51%), SP (14,98) und FDP (16,11) mussten sich deutlich geschlagen geben.

Erfolge auf dem Land
Wie ein Blick in die Statistik der EVP zeigt, ist der Wähleranteil der Partei im Kanton Bern nirgends so hoch wie am Übergang vom Aare- ins Emmental. Ähnliche Spitzenresultate wie in Grosshöchstetten erzielten EVP-Politiker in den letzten Jahren auch im Berner Oberland, im Emmental und im Oberaargau (siehe Kasten). In der Agglomeration Bern hat Niklaus Gfeller gar das Gemeindepräsidium von Worb inne.

Ruedi Löffel wurde vom Wahlerfolg überrascht. (Bild: Adriana Bella)

«Aus den Socken gehauen»
EVP-Grossrat Ruedi Löffel ist seit zehn Jahren im Kantonalvorstand mit der Arbeit an der Parteibasis betraut. Löffel berät in seiner Funktion die Ortssektionen unter anderem im Hinblick auf Wahlen oder auf Neugründungen. «Das Resultat der Grosshöchstetter hat mich aus den Socken gehauen», sagt er. Löffel führt den Wahlerfolg besonders auf zwei Faktoren zurück: Erstens seien in Grosshöchstetten mit Martin Steiner und Susanne Schwarz Personen angetreten, die sich seit Jahren für das Gemeinwohl engagierten. Zweitens sei im Emmental das Potenzial von Wählerstimmen aus christlichen Kreisen gross. Tatsächlich: Neben der Evangelisch-reformierten und der Römisch-katholischen Kirchgemeinde sind mit der Freien Evangelischen Gemeinde (FEG), der Freien Missionsgemeinde (FMG) und der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA) gleich drei Freikirchen in Grosshöchstetten ansässig.

Christliche Werte vertreten
Ruedi Löffel ist zudem auch davon überzeugt, dass «immer mehr Leute die Werte, die die Bibel vermittelt, in der Politik umsetzen wollen». Zu einer ähnlichen Einschätzung gelangt Politologe Georg Lutz. «Den Mitgliedern der EVP geht es nicht primär um ein politisches Programm, sondern darum, christliche Werte stärker in der Politik zu vertreten.» Weil die Zugehörigkeit zu einer Kirche nicht so schnell gewechselt werde wie die Mitgliedschaft in einer Partei, könne die EVP auf eine kontinuierliche Abstützung zählen. «Die Motivation bleibt», so Lutz.
Stimmen von überallher
Martin Steiner (EVP), der am Wochenende mit 648 Stimmen das beste Resultat aller Gemeinderatskandidatinnen und -kandidaten erzielt hat, ist überzeugt: «Ich habe nicht nur Stimmen aus kirchlichen Kreisen erhalten.» Querbeet sei die EVP-Liste unverändert eingeworfen worden.

Stellung stetig verbessert
Die EVP führt eine Statistik über Mitgliederzahlen und Wähleranteile bei kommunalen, kantonalen und nationalen Wahlen. Nach eigenen Angaben zählt die Partei im Kanton 1460 Mitglieder. Vor zehn Jahren waren es gut 900. Tritt ein Mitglied der Partei bei, will die EVP wissen, welcher Kirche es angehört. Wie die Statistik zeigt, zählt rund die Hälfte der Mitglieder zur Evangelisch-reformierten Landeskirche. Je rund ein Siebtel stammt aus der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMG) und aus dem Evangelischen Gemeinschaftswerk (EGW). Dies sind die EVP-Hochburgen bei Gemeinderatswahlen: Grosshöchstetten (Wähleranteil 28,1%), Frutigen (25,8), Hasle (23,6), Melchnau (23,2) und Lotzwil (22,4). Cho

 

Berner Rundschau 11.09.2009; GROSSRATSWAHLEN 2010

EVP und EDU mit Listenverbindung

Für die im März 2010 bevorstehenden Grossratswahlen haben die kantonalen Parteileitungen von EVP und EDU flächendeckende Listenverbindungen beschlossen. Die beiden christlichen Parteien hatten bereits 2006 in allen Wahlkreisen ihre Listen verbunden. «Trotz häufig unterschiedlicher politischer Positionen drücken EVP und EDU damit ihre wertemässigen Gemeinsamkeiten aus», schreiben die beiden Parteien in einem Communiqué. Ausdrücklich laden sie die CVP ein, sich wie 2006 ebenfalls wieder an der christlichen Listenverbindung zu beteiligen. Für Gespräche mit weiteren Partnern sei man offen. (mgt)

 

20 Minuten 27.8.2009 / Kantonswahlen

EVP mit Kopf und Kragen

Marc Jost zeigt das EVP-Logo. (mar)

Genau sieben Monate vor den Kantonswahlen steigt die Berner EVP mit einer originellen Idee ins Rennen.
Als prominenten Kopf portiert sie ihren Regierungsratskandidaten Marc Jost mit einem EVP-Branding auf dem Kragen. «Viele Sportler treten mit Logos auf, wir haben das abgekupfert», so der 35-Jährige. Die zweite Kragenspitze will die EVP Unternehmen, die ihre Werte teilen, zur Verfügung stellen. Während man bei anderen Parteien nicht wisse, woher die Spenden kämen, sorge die EVP so für Transparenz auf den ersten Blick.

 

Berner Zeitung 26.8.2009; REGIERUNGSRATSWAHLEN 2010

Bürgerliche Strategie im Berner Jura

(...) diejenigen Wähler im Berner Jura, die in der Jurafrage nicht klar positioniert sind, dürften sich tendenziell für den Bisherigen entscheiden, denn da wissen sie, was sie haben.
Hinzu kommt, dass es noch weitere Jura-Kandidaten geben wird: Die EVP steigt mit Patrick Gsteiger (Perrefitte) ins Rennen, (...). Gsteiger, der erst vor vier Jahren von der FDP zur EVP gewechselt hat, und Früh dürften eher die Bürgerlichen
Wählerstimmen kosten. EVP-Geschäftsführer und Grossrat Ruedi Löffel hat deshalb die Idee lanciert, dass sich SVP, FDP
und BDP auf die Unterstützung von Gsteiger einigen könnten. Dieser bringe als ehemaliger Gemeindepräsident, Sekretär des Regionalrates und Generalsekretär ad interim des «Bernjurassischen Rates» viel politische Erfahrung mit und sei - zumindest im Berner Jura - eine bekannte Persönlichkeit. (...)

 

Bund 25.8.2009; Kanton BE

Regierungsratswahlen 2010

Mit der gestrigen Nomination der BDP ist die Ausgangslage für die Regierungsratswahlen vom 28.März 2010 weitgehend klar. Das rot-grüne Lager will mit den Bisherigen Barbara Egger, Philippe Perrenoud, Andreas Rickenbacher (alle sp) und Bernhard Pulver (grüne) seine Mehrheit verteidigen. Die SVP hat Christoph Neuhaus (bisher) und Albert Rösti (neu) nominiert. Die EVP steigt mit Patrick Gsteiger als Kandidaten für den garantierten Jurasitz und Marc Jost (beide neu) ins Rennen. Somit steht noch die Nomination der FDP aus. Der Bisherige Hans-Jürg Käser ist gesetzt. Am wahrscheinlichsten sei, so Fraktionschef Adrian Haas, dass Sylvain Astier den zweiten Listenplatz besetzen werde. Mit ihm will die FDP den Jurasitz zurückerobern. Ob er den Bisherigen Philippe Perrenoud verdrängen kann, bleibt abzuwarten. Seine dezidiert berntreue Haltung wird ihn wichtige Jurastimmen kosten. Ausserdem kann ihm Patrick Gsteiger, der erst vor vier Jahren von der FDP zur EVP übergetreten ist, Stimmen wegnehmen.

 

Berner Zeitung 4.6.2009; Kanton BE

Rot-Grün will auf die Bisherigen setzen

Für SP und Grüne steht für die Wahlen 2010 fest: Sie wollen die Mehrheit im Regierungsrat mit den vier Bisherigen verteidigen. Definitive Entscheide stehen aber noch bevor. (...)

EVP als Spielverderberin?
Sollte Rot-Grün mit den Bisherigen antreten, dürfte es für die Bürgerlichen sehr schwer werden, die Mehrheit in der Regierung zurückzuerobern. Zumal auch die EVP mit einem Kandidaten aus dem Berner Jura antritt: Sie steigt nebst Grossrat Marc Jost (Thun) mit Patrick Gsteiger (Perrefitte) ins Rennen. Gsteiger hat erst vor vier Jahren von der FDP zur EVP gewechselt. Seine Kandidatur dürfte somit eher die Bürgerlichen Wählerstimmen kosten. Somit könnte SP-Regierungsrat Perrenoud von der EVP-Kandidatur auf Kosten von FDP-Mann Astier profitieren. Dominic Ramel

 

Berner Rundschau / MLZ; 8.05.2009; Seite 1 Kanton BE

EVP will 2010 Sitzzahl auf 15 Mandate erhöhen

350 bis 400 Kandidaten für Grossratswahlen
Zwei zusätzliche Grossratsmandate will die EVP 2010 bei den Wahlen gewinnen. So informierten gestern in Bern Parteipräsident Gerhard Baumgartner und Wahlkampfleiter Gallus Tannheimer. Die EVP rechne mit einem harten und intensiven Wahlkampf. «Wir setzen dabei auf die konsequente Aufbauarbeit der letzten Jahre, auf eine grosse Schar motivierter Kandidierende und gute Listenverbindungen», sagte Baumgartner.

Bis zu 400 Kandidierende
Die Erfolge der letzten beiden Wahlen - 2002 gewann die EVP drei Mandate dazu, 2006 zwei weitere - erlaubten nicht, auf den Lorbeeren auszuruhen. Im Gegenteil: Die Wahlkreisreform und die grösser gewordene Konkurrenz in der politischen Mitte seien für die mittelgrosse Partei eine grosse Herausforderung.
Laut Tannheimer will die EVP mit 350 bis 400 Kandidierenden antreten. (2006 stiegen für alle Parteien insgesamt 1689 Frauen und Männer ins Rennen um die 160 Grossratssitze.) «Diese kompetente und motivierte Schar und die treue Stammwählerschaft stimmen uns zuversichtlich», so Tannheimer. Positiv vermerkte er auch die Aktivitäten bei der Gründung neuer Ortssektionen. Gemäss seinen Angaben zählt die EVP mittlerweile 51 Ortssektionen und etwas über 1400 Mitglieder.

Emmental und Berner Jura
Die angestrebten Sitzgewinne sollen vor allem im Emmental und im Berner Jura errungen werden. Voraussichtlich würden alle elf Grossräte und die beiden Grossrätinnen wieder antreten. Gemäss Tannheimer strebt die EVP wie 2006 eine möglichst kantonsweite Listenverbindung mit der CVP und der EDU an.
Fraktionspräsidentin Marianne Streif (Köniz) erwähnte die gesetzliche Regelung zur Einführung der rauchfreien Gaststätten als «herausragendstes Resultat» der EVP in der laufenden Session. Sie verwies zudem auf zwei deutlich überwiesene Motionen, welche die Erarbeitung eines Familienkonzeptes und die Bildung einer direktionsübergreifenden Familienkonferenz fordern. (uz)

 

Berner Rundschau / MLZ; 28.03.2009; Seite 1 Front und Kanton BE

Jost und Gsteiger dabei

EVP steigt ins Rennen um Regierungsrat ein
Der Berner Oberländer Grossrat Marc Jost (Thun) und der Bernjurassier Patrick Gsteiger (Perrefitte) kandidieren für die EVP in exakt einem Jahr für einen der sieben Sitze im bernischen Regierungsrat. Laut Parteipräsident Gerhard Baumgartner könnte das 2010 erstmals geltende Verbot von ausseramtlichen Wahlzetteln der EVP zum Sieg verhelfen. «Mit dem neuen Wahlsystem werden nicht mehr die rechten und linken Parteiblöcke entscheiden.» (uz) Seite 25


Foto: Berner Rundschau

Gsteiger oder Jost in Regierung

Die EVP will in exakt einem Jahr einen der sieben Sitze im Regierungsrat erobern
Der Bernjurassier Patrick Gsteiger und der Thuner Grossrat Marc Jost sind die Kandidaten der EVP für den Regierungsrat. Als grösste der christlichen Parteien erhebe die EVP Anspruch auf einen der sieben Regierungssitze, hiess es gestern in Biel. Bruno Utz
«Die EVP will in die Berner Regierung, und wir haben grosse Chancen auf einen Sitz», sagte Parteipräsident Gerhard Baumgartner vor den Medien. Seine Zuversicht begründete er mit dem vom Grossen Rat beschlossenen Verbot von ausseramtlichen Wahlzetteln, das 2010 erstmals gilt. Solche hätten bei den letzten Wahlen rund die Hälfte aller Wählerinnen und Wähler verwendet. «Bei den Erneuerungswahlen vom 28. März 2010 ist das nicht mehr möglich. Wer die Regierungsräte wählen will, der muss die Namen aller Kandidierenden lesen und sich mit den einzelnen Personen auseinander-setzen», so Baumgartner. Statt einfach den vorgedruckten Wahlzettel einzuwerfen, müssten zudem künftig die Namen eigenhändig hingeschrieben werden. «Mit dem neuen Wahlsystem werden also nicht mehr die rechten und linken Parteiblöcke entscheiden.»

«Uns steht ein Sitz zu»
Baumgartner verwies auf das Ergebnis bei den Grossratswahlen 2006. Damals hätten die christlichen Parteien EVP, CVP und EDU mit Ausnahme des Berner Juras - dort waren es 3,5 Prozent - im Kanton flächendeckend einen Wähleranteil von 13,88 Prozent erreicht. «Uns steht ein Regierungssitz zu», sagte Baumgartner und erinnerte an die seit Jahren von der EVP erhobene Forderung, den Regierungsrat im Proporz zu wählen. Die Kandidatur der EVP richte sich nicht gegen eine bestimmte Partei oder ein bisheriges Regierungsmitglied. Baumgartner: «Aber im jetzigen Regierungssrat ist die SP mit drei Sitzen übervertreten.»

Jost und Gsteiger steigen ein
Zuhanden der Delegiertenversammlung vom 25. April in Bern schlägt die Geschäftsleitung den Thuner Grossrat Marc Jost und Patrick Gsteiger, den früheren Sekretär des bernjurassischen Regionalrates, zur Kandidatur vor. Der 35-jährige, beruflich als Pfarrer tätige Jost gehört dem Grossen Rat seit 2006 an. «Das Berner Oberland ist derzeit nicht mehr in der Regierung vertreten», nannte Jost als wichtigen Grund zu kandidieren. «Ich verstehe mich als Brückenbauer und Leitertyp.» Er sei kein Einthema-Politiker, sondern ein Allrounder mit Schwergewicht auf ethischen Themen. Als Vater von drei Kindern liege ihm das Wohl der Familien am Herzen. Im Wissen, dass nach uns nicht die Sintflut komme, setze er beim Thema Energie aufs Sparen. Er engagiere sich auch für eine Solidarität zwischen Jung und Alt. «Damit der Sozialstaat nicht aus den Fugen gerät.»
Patrick Gsteiger, er politisierte früher als Gemeindepräsident von Perrefitte bei der FDP, begann seine berufliche Karriere bei der Polizei. Von 1997 bis 2003 gehörte der heutige Mitinhaber eines Ingenieurbüros der Regionalfahndung Berner Jura an. «Ich kandidiere, weil ich Verantwortung tragen will», sagte Gsteiger. Er wünsche sich eine Politik, die der Mehrheit der Bevölkerung dient und nicht einer Partei. Als politische Schwerpunkte nannte Gsteiger die Bereiche Wirtschaft, Umwelt, Familie Finanzen und Bildung. «Eine gute berufliche Bildung der Jungen ist entscheidend.»

150 000 Franken für Wahlkampf
Gemäss Wahlkampfleiter und Grossrat Ruedi Löffel will die EVP insgesamt rund 150 000 Franken in die Erneuerungswahlen 2010 investieren. «Ein definitives Budget fehlt jedoch noch.» Die Ausgangslage sei zwar nicht einfach, aber gut. Die EVP sei auch in den vergangenen Jahren gewachsen. Derzeit gehörten ihr im Kanton Bern rund 1450 Mitglieder und 51 lokale Sektionen an. Als Wahlziel nannte er «weiter zulegen». Die Zahl der Grossräte solle 2010 von 13 auf 15 ansteigen.

 

Bund 28.03.2009

EVP eröffnet den Wahlkampf

Die EVP spekuliert vor den Wahlen 2010 auf den Jura-Sitz, will wieder einen Oberländer Regierungsrat und frohlockt wegen des Wegfallens der vorgedruckten Wahlzettel.
«Die EVP möchte in die Berner Regierung», sagte Grossrat und Wahlkampfleiter Ruedi Löffel in Biel vor den Medien. Diesen frommen Wunsch hegt die Evangelische Volkspartei offenbar ungeduldig, stellte sie gestern doch als erste aller Parteien genau ein Jahr vor denRegierungsratswahlen vom 28. März 2010 ihre Kandidaten vor. Nominieren lassen will sich zum einen der 35-jährige Thuner Grossrat und Pfarrer mit Primarlehrerpatent Marc Jost. Ebenfalls zur Wahl stellen möchte sich der 42-jährige Patrick Gsteiger aus Moutier, Mitinhaber eines Ingenieurbüros, früher Polizist und Gemeindepräsident von Perrefitte sowie Sekretär des Regionalrates, der vor der Gründung des Bernjurassischen Rats für die Interessen des Berner Juras einstand.

Männer der Mitte
Die verheirateten Familienväter passen zur schwer fassbaren EVP – einer Partei, deren Wählerspektrum von linksliberal bis rechtskonservativ reicht und die in der Finanzpolitik einerseits gegen Steuersenkungen und andererseits für Schuldenabbau und Sparsamkeit ist. So will Jost «keinen unabbaubaren Schuldenberg für kommende Generationen» und «echtes Kindergeld statt eines Chaos von Steuerabzügen und Zulagen». In der Energiepolitik fordert er «Anreize zum Sparen». Gsteiger möchte eine «liberale Marktwirtschaft mit sozialer Verantwortung», die Umwelt schützen sowie erneuerbare Energien fördern. Beide wollen ein Ende der «verhängnisvollen Konfrontation» zwischen links und rechts, sehen sich als Männer der Mitte.
Politisch in Erscheinung getreten ist Jost unter anderem mit Vorstössen, die eine Aufstockung der Berner Entwicklungshilfe und das Verbot geschlechterdiskriminierender Werbung forderten. Gsteiger hatte 2006 auf eine Kandidatur für den Regierungsrat verzichtet, weil er ein Zusammengehen mit Rot-Grün statt mit der CVP favorisierte.
Indem Gsteiger dieses Mal nun antritt, schielt die Partei auf den garantierten Sitz des Berner Juras, der momentan in der Hand von SP-Gesundheitsdirektor Philippe Perrenoud ist. «Wir kritisieren seine Arbeit nicht. Die SP ist aber übervertreten in der Regierung, und er bekam 2006 von allen Gewählten am wenigsten Stimmen», sagte der Berner EVP-Präsident Gerhard Baumgartner. Zudem habe die EVP Potenzial im Jura, da dort viele Menschen mit christlichem Hintergrund lebten. Eine Rolle dürfte auch die Tatsache spielen, dass unklar ist, ob sich die Bürgerlichen überhaupt auf einen Kandidaten aus dem Jura einigen können. Auch bei der Kandidatur Josts spielt Regionalpolitik hinein, stellt doch das Berner Oberland im Moment keinen Regierungsrat. «Dies ist ein wichtiger Grund für mein Interesse an dem Amt», sagte Jost denn auch.
Doch trotz 13 Grossräten, anhaltenden Wahlerfolgen im Kanton Bern und sorgfältigen Strategien: Die EVP bleibt eine kleine Partei, bekam bloss 7,3 Prozent der Stimmen bei den letzten Grossratswahlen, und ihre Kandidaten für den Regierungsrat, Marianne Streiff-Feller und Heinz Dätwyler, schafften es 2006 nur auf die Plätze 11 und 12.

«Riesige Chance»
«2010 bietet sich uns aber eine riesige Chance», sagte Baumgartner. Die ausseramtlichen Wahlzettel, auf denen bisher die bürgerlichen und rot-grünen Kandidaten vorgedruckt erschienen, fallen weg. Auch wenn dieses neue System tendenziell Bisherige bevorzuge, hätten «blockunabhängige» Kandidierende nun zum ersten Mal die gleichen Chancen wie solche der «Blockparteien». Bisher hätten nämlich rund 50 Prozent der Wähler vorgedruckte Zettel benutzt. Auch andere Gründe sprächen für einen Erfolg der EVP. «Die Spaltung der SVP wird uns wohl eher nützen als schaden.» Zudem setzten die Menschen vermehrt auf christliche Werte: Mit der EDU und der CVP habe man bei den Grossratswahlen 2006 immerhin einen Wähleranteil von 13,88 Prozent erreicht. «Damit hat der ,christliche Block‘ Anrecht auf einen Regierungsrat.» Zu möglichen Bündnissen mit anderen Parteien wollte sich die EVP gestern aber noch nicht äussern, solche Pläne seien heute nicht spruchreif.
Der nächste Schritt ist indes klar: Die Delegierten der Partei müssen die Kandidaten am 25. April nun zuerst einmal offiziell nominieren.

 

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis 27.3.2009, 17.30 Uhr

EVP will in die Berner Regierung - und welche Chance der Politologe der Partei gibt

Die Evangelische Volkspartei EVP will Marc Jost und Patrick Gsteiger als Kandidaten ins Rennen um einen Regierungsrats-Sitz schicken. Die EVP hofft, sie werde bei den Wahlen im Frühling 2010 mehr Stimmen machen als beim letzten Mal, weil es neu keine vorgedruckten ausseramtlichen Wahlzettel mehr gibt. Der Politologe Hans Hirter sieht für die EVP trotzdem kaum Chancen auf einen Sitz in der Regierung. Und für die Blöcke links und rechts wenig Gefahr. (Link)

 

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis 27.3.2009, Mittag

Nachrichten: EVP will in Berner Kantonsregierung (0:20) (Link)

 

Radio Canal3 27.3.2009, Mittag

Wahlkampf bei den Regierungsratswahlen ist lanciert

Als erste Partei hat heute die EVP vom Kanton Bern ihre Kandidaten für die Regierungsratswahlen in einem Jahr präsentiert. Der Wahlkampf wurde damit eingeläutet. Die EVP erhofft sich bei diesen Wahlen besonders viel Chancen. Autor: Matthias von Wartburg (Link)

 

sda 27.03.2009 / Kantonale Wahlen 2010

EVP will einen Sitz in der Regierung

Die EVP des Kantons Bern rechnet sich bei den kantonalen Wahlen von 2010 Chancen auf einen Sitz im Regierungsrat aus.
Sie tritt höchstwahrscheinlich mit Grossrat und Pfarrer Marc Jost aus Thun und dem Ingenieur Patrick Gsteiger aus Moutier an.
Die Delegiertenversammlung der EVP muss diesen Vorschlag der Geschäftsleitung am 25. April noch bestätigen, wie die Partei am Freitag mitteilte. Chancen auf einen Sitz sieht die EVP, weil bei den nächsten Wahlen die ausseramtlichen, vorgedruckten Wahlzettel nicht mehr erlaubt sind.

«Erstmals gleiche Wahlchancen»
Diese Zettel hätten den beiden grossen politischen Blöcken einen entscheidenden Vorteil verschafft. «Zum ersten Mal überhaupt haben Kandidierende der blockunabhängigen EVP die gleichen Wahlchancen», frohlockt die Partei.
Die Kandidaturen der EVP richteten sich nicht gegen eine bestimmte Partei oder ein bisheriges Regierungsmitglied, heisst es weiter. Die Stimmenanteile der letzten kantonalen Wahlen zeigten aber, dass Rot-Grün derzeit mit einem Sitz übervertreten sei.

Vorschläge sind auch regionalpolitisch motiviert
Marc Jost ist Pfarrer beim Evangelischen Gemeinschaftswerk in Thun, verfügt auch über ein Primarlehrerpatent und sitzt seit 2006 im bernischen Grossen Rat. Er wurde 1974 geboren, ist verheiratet und hat drei Kinder.
Patrick Gsteiger kam im Jahr 1967 zur Welt, ist ebenfalls verheiratet und hat zwei Kinder. Der Mitinhaber eines Ingenieurbüros wohnt heute in Perrefitte. Er arbeitete früher als Kantonspolizist und Generalsekretär ad interim des Bernjurassischen Rats.
Die EVP spricht in ihrer Mitteilung von zwei profilierten Köpfen, doch haben auch regionalpolitische Überlegungen eine Rolle gespielt, wie EVP-Geschäftsführer Ruedi Löffel auf Anfrage sagte.
Die EVP wollte eine deutschsprachige und eine französischsprachige Kandidatur und sie wollte mit dem in Spiez aufgewachsenen Jost dem Oberland «eine Offerte bieten», wie Löffel sagte. Seit dem Ausscheiden des jetzigen Ständerats Werner Luginbühl sei dieses ja nicht mehr in der Regierung vertreten. Er selber stehe nicht zur Verfügung, so der langjährige Grossrat und Kämpfer für rauchfreie Gaststätten im Kanton Bern, weil er sich eher als Parlamentarier und Basisarbeiter verstehe.

2006 auf Platz 11 und 12
Bei den Regierungsratswahlen von 2006 trat die EVP mit Marianne Streiff-Feller und Heinz Dätwyler an. Sie landeten hinter den Kandidatinnen und Kandidaten von Rot-Grün und den Bürgerlichen auf Platz 11 und 12.

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